Die Party-Neurose der Zürcher

Das wochenendliche Clubben als Non-Plus-Ultra. Dies gilt in Zürich mehr als anderswo.

Das wochenendliche Clubben als Non-Plus-Ultra: Dies gilt in Zürich mehr als anderswo.

Niemand geht so fleissig aus wie die Zürcher. Warum eigentlich? Ein paar Gedanken zum Ausgehverhalten der Limmatstädter, angestossen durch einen Aufenthalt in Rotterdam.

Was ist eigentlich los mit den Zürchern? Fünf Tage Antwerpen und Rotterdam drängten mir diese Frage auf. Denn beide Städte sind von der Grösse her vergleichbar mit Zürich, doch von Grund auf unterschiedlich, wenns ums Ausgehen geht.

Auf die Frage im Rotown, einer angesagten Rotterdamer Bar, wo in der Stadt am Donnerstagabend etwas laufe, antwortete die Bedienung freundlich: «Donnerstag? Schwierig. Aber kommt doch am Samstag wieder!»

Die Antwort erstaunte. Gehen wir Zürcher doch am Montag ans Cool Monday, horchen am Mittwoch Konzerten in der Bar 3000, verbringen die Donnerstagnacht im Gonzo, und die Wochenenden gleich in mehreren Clubs am selben Abend – wir wählen ja schliesslich zwischen mehr als 50 aus.

Rotterdam dagegen, Heimat des grössten Hafen Europas und Home of Hardcore-Techno, kommt beinahe ohne Nachtleben aus. Doch das wäre zu einfach. Das Leben am Rhein-Maas-Delta funktioniert schlicht anders als das an der Limmat. Es wird quasi langsamer und mit weniger Zutaten gekocht.

Ein Augenschein in den Bars und Restaurants zeigte: gesellige Runden, laute Gespräche, ausgezeichnetes Essen, Bier, gute Musik und wichtig: sehr wenig nervöses In-die-Runde-blicken-und-bekannte-Gesichter-Erspähen. Die Stimmung war angenehm entschleunigt – und trotzdem grossstädtisch. In sich ruhend quasi.

Etwas, das man in Zürich bisweilen vermisst.

Ich stellte die Frage andersrum: Leiden wir Zürcher an einer Art Clubbing-Neurose? Nach welcher wir die Reiter der Apokalypse hinter dem Üetliberg vermuten, sobald ein Feiertag ansteht und weniger Tanzschuppen geöffnet haben?

Oder sagt unsere gesteigerte Partylaune schlicht etwas über unsere generelle Unzufriedenheit aus? Oder gar über die Industrie, der bekanntlich viel daran liegt, dass wir Geld ausgeben in den Clubs? Und wohin führt das alles? Und ganz wichtig im Moment: Ist das alles noch irgendwie kontrollierbar?

Ein tragischer Mordfall und 190 Einsätze der Retter wegen Exzessen an nur einem Wochenende sprechen eine andere Sprache. Und die Streetparade steht ja erst noch bevor. Darüber aber ein andermal mehr.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich liebe Zürich und sein reichhaltiges kulturelles Programm. Auch die Partys. Ich lebe selber tagtäglich damit – und verdiene notabene auch meine Weggli damit. Manchmal aber wächst mit der Distanz die Gewissheit, dass es auch anders ginge. Dass man auch mit weitaus weniger Programm gut leben kann. Und vor allem die Kontrolle behält.

Ich bin wohl etwas paranoid. Über all das nachdenken darf man trotzdem.

Cheers!

53 Kommentare zu «Die Party-Neurose der Zürcher»

  • robert frank sagt:

    ich mag keine städtevergleiche, geht nie auf, ob das nun rotterdam vs zürich, zürich vs berlin oder london vs berlin ist. jede stadt funktioniert nun mal anders, kulturell, politisch ökonomisch. wenn wir nun rotterdam vs zürich genauer anschauen, stimmt die einwohnerzahl in etwa überein, obwohl rotterdam doch grösser ist, aber immer noch kleiner als amsterdam. zürich ist die grösste stadt in der schweiz und anziehungspunkt für die ganze deutschschweiz. mir wurde vor jahren in rotterdam gesagt. hier wird gearbeitet und in amsterdam wird es ausgegeben. in london werden übrigens die bars und pubs schon um 23 uhr geschlossen und danach muss man eine illegale – oder eine home party finden oder sich in einer riesenschlange anstehen um in einen überteuerten privatclub zu kommen. jede stadt hat nun mal seine eigenheiten, nachteile und vorteile und zürich ist nun mal keine weltstadt ausser für das kapital.

  • Stefan Fischer sagt:

    Die Reiter der Apokalypse kommen nicht von hinter dem Üetliberg, sondern von hinter dem Gubrist.
    Und sie kommen immer mal wieder nach ZH, zB. vor kurzem am Caliente!

  • Max Straublin sagt:

    absolut richtig. Obwohl in Zürich ja eigentlich au nix läuft. Geht mal nach Konstanz. Da gibts noch richtige Rudelbums-Parties, da gehts ab und wird gevögelt in den dunklen Enken…he he he

  • rolf wittwer sagt:

    Die im Artikel sinngemäss erwähnte „Industrie, welche ein Interesse hat, dass Geld ausgegeben wird….“ erzielt ihre Rohstoffgewinnung in südamerikanischen oder asiatischen Wälder und Felder. Die „Kohle“, die dadurch wieder eingenommen wird, findet in den unterirdischen Tresoren der Bahnhofstrasse eben in Zürich ihr Endlager.
    Und oberirdisch wird das ununterbrochen abgefeiert, womit der Kreislauf damit rechtschaffen geschlossen ist.
    Ist doch einfach – oderrr?

  • Marco sagt:

    Ich sollte wohl mal nach Rotterdam!
    Ich, selbst Zürcher finde den Ausgang und die Clubs in Zürich total langweilig!
    – viele Clubs, aber überall dröhnt derselbe Mist aus den Boxen
    – in den Bars muss ebenfalls unbedingt eine Anlage laufen und jegliche Gesprächsversuche übertönen (ausser bsp Andorra!)
    – praktisch kein Live Sound, sondern nur DJs und Retorte
    – viele Idioten, die denken sie seinen das Ein und Alles auf dieser Welt und einem dauernd anrempeln
    – und zuletzt die vollkommen überteuerten Preise… (30 Stutz Eintritt, Garderobe, mind. 7 Stutz für ein kleines Bier…)
    Ist mir schon lange zu blöd geworden….
    Prost!

  • danny sagt:

    Wobei zu bedenken ist das 2/3 der Partypeople die sich jedes Wochenende in Zürich aufhalten von überall herkommen nur nicht aus Zürich.

  • Jossgenger sagt:

    Natürlich kann man im Ausgang Spass ohne Drogen und ohne Geschlechtergeschichten haben (so wie ich). Aber ehrlichgesagt, wenn ich mir die meisten Jungs im Ausgang anschaue, vor allem wenn sie zu später Stund so ziemlich einen sitzen haben, dann denke ich mir schon öfters: Eigentlich träumten sie vor dem Ausgehen davon, um diese Zeit bei jemandem im Bett zu sein oder mindestens eine nette Person kennengelernt zu haben – aber jetzt laufen sie gröhlend und miefend durch die Strassen.

    Hehehe, Prost!

  • stjepan sagt:

    Toller Bericht Tobias musste schmunzeln,ich finde eine Partyphase gehört zum Leben dazu, zumeinst im Jugendalter 16-25, ich erlebte eine kurze aber sehr intensive Zeit in der 90er Technozeiten wo Friede Freude Eierkuchen, MDMA und toller Sound mein Leben bestimmt haben, es war eine tolle fantastische Zeit aber wie alles im Leben hört auch diese Phase auf und man(n) konzentriert sich auf etwas Neues.

    Mit 25 war bei mir fertig mit „Party Party“.

    Die meisten in meinem Umfeld haben sich nach dieser Partyzeit weiterentwickelt , beruflich,familiär oder auch auch einfach sonst Selbstverwirklicht.

    Gewisse wenige Ausnahmen sind jedoch seit Beginn in diese Partyphase „hängengeblieben“ und verkehren seid über einem Jahrzehnt von Wochenende zu Wochende in diesem Umfeld,wochentags Arbeiten und am Wochenende sich den Kopf zuballern mit Alkohol + Kokain und dies doch in einem ansehnlichen Alter von Anfangs 30 bis mitte 35.Montags ist der Frust hoch und die Motivation für das Leben tief.

    Egal das nächste Wochenende mit all den „Freunden“ steht bald wieder vor der Tür;)

    Ich hatte dieses Jahr die Ehre mit Altbekannten wieder mal eine Tour zu machen in sogenannten kleinen „Szeneschuppen“ an der Geroldstrasse, dazumals kannte ich sowas wie „Szeneladen“ nicht die Raverzeiten interessierten sich nicht dafür.
    Wir schreiten , wir flirteten , wir genossen die Zeit damals…….

    Als Mensch der kein Alkohol mehr trinkt oder Drogen konsumiert kamen mir die zumeist Ü30er Leute drinnen im Vollsuff mehr als nur lächerlich rein, das sinnlose Gelaber im Suff war für mich persönlich einfach nur zum Fremdschämen.

    Zumeist waren es auch Leute die selbst mit Mitte 30 wohl immer noch nicht wussten wer Sie sind und was Sie eigl aus dem Leben machen wollen.

    Vielleicht bin ich auch schon zu alt aber von einer tollen Stimmung, Herzlichkeit sah ich so gut wie nichts dort,eher war jeder irgendwie irgendwo mit sich selbst beschäftigt oder immer noch auf der Suche nach sich selbst…….

    Wie Tobias es schon erwähnt hat die Partyindustrie ist ein knallhartes Business das versucht Illusionen aufrecht zu erhalten,Wochenende zu Wochenende verfallen viele Menschen dieser Illusionen und bemerken kaum wie langweilig und Stumpfsinnig dieses Art des Existierens auf Dauer wird.

    Meine Altbekannten die sich immer noch in diesem Milleu aufhalten sind die Exesse regelrecht ins Gesicht geschrieben und die Abstumpfung und die Leere der Seelen durch das exessive Feiern sind Langzeitschäden mit denen Sie nun für den Rest des Lebens leben müssen.

    • Maike Müller sagt:

      „Vielleicht bin ich auch schon zu alt aber von einer tollen Stimmung, Herzlichkeit sah ich so gut wie nichts dort,eher war jeder irgendwie irgendwo mit sich selbst beschäftigt oder immer noch auf der Suche nach sich selbst…….“
      -> Das liegt wohl am fehlenden MDMA und Alk, nicht an den Leuten oder der Stimmung von damals. Ich war Ende Neunziger öfter in der Raverszene unterwegs, aber clean, und meine Erfahrungen decken sich in etwa mit deinen von diesem Jahr.

      • Michael sagt:

        @stjepan: Nur mal so unter uns: 2’511 Zeichen auf 54 (!) Zeilen, um uns Weiszumachen, dass für Dich die Partyzeit schon laaaaange vorbei ist und Du eh besser als andere bist und es jetzt aber so was von begriffen hast? Ich Bitte Dich, mein lieber. Sowas schreibt man in max 100 Zeichen / 2 Zeilen. Ich empfehle Dir dringend wieder mal rauszugehen unter Menschen zu sein. Muss ja nicht unbedingt an der Geroldstrasse sein, oder?

        • Leonidas sagt:

          wow michael, du musst dich wohl angesprochen gefühlt haben vom, meiner meinung nach treffenden kommentar von stjepan, dass du dir die mühe machst seine zeichen und zeilen zu zählen und dann noch beleidigend wirst…

    • Hubert sagt:

      Ich glaube Tobias und Stjepan lebt in der Illusion sagen zu koennen, was wie ist, und wie es sicher nicht ist. Es ist aber sicher nicht so, wie ihr es sagt. Sagst ja selber das du Ue-30 bist. und von dem her relativ wenig Ahnung von dem hast, was heute abgeht. Wenn ich am Wochende Ausgehe, dann treffe ich mich nicht nur mit Freunden zum Ausgehen. Stell dir mal vor: Ich treffe noch Freunde im Club und vor dem Club, und der DJ ist mit mir in die Schule gegangen. WIe kannst du dann noch behaupten, es sei nicht “unter Freunden“. Und du hast dan das Gefuehl, das all meine Freunde nicht da sein wollen, sondern nur da sind, um dann zu sagen, sei seien dort gewesen. Wie WEIT gefehlt. So viel platz hat es nichtmal in diesem Kasten.
      Ich glaube, ihr habt vergessen, was Spass haben heisst. Mal ehrlich, wie willst du Spass haben, wenn du selber zu viel damit beschaeftig bist, andere zu begaffen und vergisst dabei den wichtigen teil: SPASS HABEN. Ausgang ist da, um sich gehen zu lassen. Und ich kann dir mit sicherheit sagen, dass alle, die dich wie ein Stock im CLub stehen sehen, denken werden: Mann der hat echt ne Lebenskriese, so ein Gesicht wie der zieht. Und rate mal. Es ist genau das, was du von all den anderen denkst. so rate mal, wer dann falsch liegt. Geschweige vom Fakt, dasst du die anderen gar nicht kennst. Was willst also urteilen?
      Tobias, ja ist echt lustig. Mit der bemerkung “Hip-hoppers“ merkt man, dass du in laengst vergangenen Zeiten redest. So etwas wie “Hip-Hopper“ gibt es, 1. nicht oper Definition (hier kommt das schubladisieren wieder) und falls es mal ein Name fuer einen Style war, den gibt es laengst nicht mehr. Aber das kannst du ja nicht so genau wissen. Hip-hop ist uebrigens mehr als nur Kleidungsstil, aber auch das faellt vielen schwer zu begreifen, weil sie schlicht und einfach keine Ahnung haben, was Hip-hop ist, und nur das veraltete Bild von Schwarzen NYorkers mit Waffen, die nur fluchen, kennen.
      Aber weg vom Hip-hop. Es stimmt schlicht und einfach gar nicht, das Leute hier im Ausgang nichts miteinander zu tun haben wollen. Es stimmt nicht, dass Leute damit prahlen, an welcher Party sie waren. Es zaehlt viel mehr, ob sie gut war, und, entgegen eurer Annahmen, gibt es genuegend gute Parties.
      Uebrigens, Tobias, das lustige ist, dass du ueber schlecht gelaunte Leute meckerst, wobei du mir als der schlecht gelaunteste vorkommst. Und ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass wenn ich 104 mal im Jahr Ausgehe, 103 Ausgaenge besser sein wuerden als dein gepredigtes “unter Freunden“ 🙂
      Aber ja, ich habe kein Problem damit, Spass zu haben, mich mit Kollegen zu treffen, bis tief in die Nacht zu Tanzen. Und das wieder zu machen. Ich brauche noch eine Erklaehrung von euch: Was passiert an euren unter Freunden Parties geiles, was an unseren Parties einfach nie passiert? (wahrscheinlich genau das gleiche, mit dem Unterschied. dass wenn es deinen Freunden passiert, du noch Jahre lang darueber lachst, und wenn es sonnst jemandem passiert, es einfach nur peinlich ist > Anderer Blickwinkel, der eindeutig dein Urteilsvermoegen betruebt.
      Cheers, und Vorsicht am Wochendende, es koennte gute Laune aufkommen

  • Tobias sagt:

    Partys haben etwa so viel mit Kultur zu tun wie Britney Spears mit Kunst.

    Die Zürcher zwingen sich, Wochenende für Wochenende „Spass“ zu haben. Dabei vergessen sie eines: Es braucht immer einen Grund, eine Party zu feiern. Feiern des Feierns wegen kann man durchaus als neurotisch bezeichnen.
    Ich ging früher auch an diese Partys, bis ich irgendwann merkte, dass die Hoffnungen, die ich in solche Partys steckte, sich nie erfüllten. Deshalb wird auch so viel getrunken und Drogen konsumiert, weil die Party an sich scheisse ist.
    Am schlimmsten steht es um die sog. „Hip-Hopper“: Versiffte Pubertierende, die am Eingang 25.- bezahlen, um dann auf irgendeinem Sofa einzuschlafen und sich vollzupissen.
    Es gilt eben nach wie vor als cool, wenn man sagen kann: „Ich war an dieser und jener Party“. Alle gehen da hin und tun so, wie wenn sie jetzt etwas ganz Besonderes unternehmen würden. Alle tun es, weil alle so tun, als müsste man das tun, um dabei zu sein.
    Die Partys der Stadt Zürich leben von den Illusionen, die sich die Partygäste machen. Sie versprechen etwas, das sie niemals halten können. In Wirklichkeit sind sie langweilig, die Leute dort sind langweilig und schlecht gelaunt und die ganze Sause ist schlicht und einfach reiner Konsum, bei dem ich selbst möglichst viel kriegen will, ohne etwas dafür tun zu müssen. Man kann genauso gut am Samstagnachmittag ins Sihlcity Einkaufen gehen. Dort trifft man auch jede Menge Leute, die nichts miteinander zu tun haben und nichts miteinander zu tun haben wollen und einfach nur konsumieren wollen.
    Wenn man 2mal im Jahr ausgiebig feiert, weil jemand heiratet oder weil man eine Prüfung bestanden hat, dass sind echte Partys. Alles andere kann und wird nicht funktionieren. Man geht dann trotzdem hin, weil man sich die Illusion bewahren will, das dort etwas geschehen wird. Es geschieht nie irgendetwas.
    Solange die Zürcher daran glauben, dass man sich Spass erkaufen kann, indem man am Eingang ein paar Noten liegen lässt, wird es diese Partys jedoch immer geben.

    • Leonidas sagt:

      gebe dir vollkommen recht Tobias! im vertrauten rahmen mit freunden verwandten kann und darf man immer einen grund finden zum feiern. aber die ausgangsszene ist unterhaltungsindustrie und die besucher einfältige konsumenten.

    • Turi Zürcher sagt:

      Hallo Tobias

      Du bist lustig 🙂 Schönes Aufzählen von veralteten Klischees. Die Tatsache, dass „Party machen“ von dir immer in den Kontext des Verhaltens von anderen gesetzt wird und du dir anmasst zu sagen, was echte Parties sind und nicht, spricht Bände. Spass ist immer das, woran man selbst Freude hat und was andere nicht stört. Deswegen, lass die Leute doch leben.

      Ich selbst fühl mich auch nicht mehr so wohl an den gängigen Parties. Aber das liegt wohl mehr an mir…und das ist auch gut so. Der Mensch soll sich schliesslich entwickeln. Ein Angebot gibts nur, wenn Nachfrage da ist. Ob die Nachfrage moralisch berechtigt ist, soll nicht von mir entschieden werden…

      Grüsse, Turi

      PS: Ich als Misanthroph und Zyniker staune immer wieder, dass es Menschen gibt, die noch übler drauf sind als ich…

    • Hans Trütsch sagt:

      Tobias, du gehst an die falschen Parties bzw. bist früher mit den falschen Leuten rumgehangen. Wenn du mit deinen Freunden party machst, kann das durchaus jedes Wochenende (oder jeder zweite Wochenende,wenn du es etwas zwinglianischer willst) sehr unterhaltsam sein. Dann ist es eigentlich au egal an welche Party man geht, weil die gute Stimmung mit der Gruppe mitkommt. aber Clubs sind natürlich eher schwieriges Terrain, wenn es um Spass geht. Darum hat die Jugend letzten Herbst in ZH auch am Bellevue&Central auf sich aufmerksam gemacht,damit sie nicht gezwungen werden, in Clubs zu sein, obwohl sie viel lieber draussen an einer illegalen wären.
      2mal im Jahr etwas erreichtes zu begiessen und den Rest des Jahres nicht zu feiern, klingt doch sehr nach Familienleben und Reihenhaus mit Hund im Aargau. Darauf kann ich getrost verzichten.

  • Alex sagt:

    Zürich hat zwar eine gewaltige Clubdichte… aber im Vergleich zu London ist Zürich unter der Woche auch mal langweilig.
    In London hat man die Schwierigkeit sich zu entscheiden, da das Wochenende: Mo-So dauert….. Die Clubs in Mayfair sind immer rappel voll – das ist unglaublich. Man kann nicht sagen, am Montag geht man ins Cirque de Soir, wie in Zürich (Cool Monday @ Mascotte)..

  • Simone Eppler sagt:

    Ich kann ja nur für mich sprechen: Bei mir steigt die Ausgehlaune proportional mit der guten Stimmung. Mir geht es um Geselligkeit und darum, Freude zu teilen. Wieso wird Clubbing immer so negativ gewertet? Weil ein paar Idioten sich nicht im Griff haben?

    Ich bin happy mit den Möglichkeiten, die Zürich mir ausgangstechnisch bietet. Und wenn man es richtig macht, kann man dabei auch Freundschaften pflegen und sogar richtig gute Gespräche führen.

    Aber Geschmäcker sind halt verschieden.

  • Fred David sagt:

    Tsüri-Neurose *)

    *) eine bisher noch wenig erforschte psychische Disfunktionalität.

    …übrigens, ich mag Tsüri. Bloss nicht dieses krampfhafte Gross-und Einzig-wahre-Party-Hauptstadt- und Wörld-Sity-Unique-Getue. Entweder ist man’s oder eben nicht. Dazu gehört eine gewisse selbstverständliche Souveränität. Die Stadt ist mit sich und was sie sein will, nicht im Reinen.

    • E. Ritter sagt:

      Fred, wen meinst Du mit «die Stadt»? Wie kann eine Stadt etwas wollen und mit sich nicht «im Reinen sein»? Oder meinst Du die Bevölkerung, also alle zusammen oder die Mehrheit davon oder eine Minderheit?

  • Hubert sagt:

    Also, ich gehe lieber aus, als meine Freitag- und Samstagabende vor der Glotze zu verbringen. (was wahrscheinlich der groesste der Teil der nicht Ausgehenden macht).
    Und bitte, hoehrt mal auf zu uebertreiben. Die Vergleiche die ihr hier zieht. “einsamen, sinnentleerten seelchen auch schlicht der bitteren realität ihrer traurigen existenz entfliehen, die nur aus zwanghafter selbstverwirklichung, fehlender geborgenheit, menschlicher wärme dafür einem “tollen job” und einem möglichst modell-haften äusseren besteht“ (Zitat Leonidas) Ihr stellt alle die, die Ausgehen als Ruepel, Komasaufer, Drogenopfer, ja sogar Moerder dar. Absolut realitaetsfremd. Es wurde wohl kaum mal ein Wort mit Ausgehenden gewechselt. Ich gehe jedes Wochende in Zuerich aus, wobei ich, weder bei mir, noch bei beinen Freunden fehlende Geborgenheit oder zwanghafte Selbstverwirklichung feststellen. Vielleicht habt ihr einfach zu viel Angst davor, euch einfach mal dazu zu setzen, und zu sehen, wie gemuetlich wir jungen Leute sein koennen bei einem Bier. Oder vielleicht sind es ja nicht meine Freunde (wie in guten alten Zeiten) und ich kenne sie eigentlich gar nicht.
    Ja es gibt szenen und Clubs, in denen es haerter und laenger zugeht Das sind Randgruppen. Es gibt genug, die nutzen vom Nachtnetz machen (fragt mal die Zvv), und dabei noch faehig sind, in den richtigen Bus einzusteigen.
    Was ist mit all den super “Erwachsenen“ die sich fast jeden Tag in der Beiz vollaufen lassen. Oder Zuhause. Ich wuerde sagen, dass das einsame und sinnentleerte Seelchen sind. Und die sieht natuerlich keiner. Darum werden sie nicht wargenommen. Und dass ist dann oke. Er machts ja nur aus sozialen Gruenden. Und er randaliert nicht (weil er zu besoffen ist) und taucht nicht Morgens als Alkoholleiche auf (weil er schon Abends eine ist).
    Um noch auf Zuerich zu sprechen zu kommen. Keine Ahnung, wer den Artikel schreibt, aber er oder sie ist definitiv zu wenig im Ausland ausgegangen und hat glaube ich allgemein wenig Einblick in das Nachtleben in Zuerich. Der Grund, warum an anderen Orten alle Sorten bunt gemischtr zusammen treffen (tun sie zwar nicht, hast du aber das Gefuehl) ist schlicht und einfach, weil Zuerich effektiv eine gute Partyszene hat, und jeder nach seinem Geschmack ausgehen kann, wuerde ich als positiv werten.
    Also, lieber Spass haben, in der Zeit in der man Spass haben, als keine Spass. Oder? Kommt doch mal auf ein Bier ins Niederdorf, und setzt euch an einen Tisch mit ein paar jungen. Dann bekommt ihr einmal eine andere Meinung als nur von dem was ihr sieht. Das, ist typisch Zuerich. Oder das man nicht mit fremden Leuten spricht. Wie man es von Mama und Papa lernt, und dan am Feierabend im vollen Tram (das umblaettern der Zeitung kommt einem laut vor) dann auch schoen umsetzt, damit bloss niemand vom Reden gestoehrt wird. Bitte regt euch nicht so auf, das ist schlecht fuer die Gesundheit. Lacht ueber die, die sich miserabel fuehlen am Montag oder am Tag danach, und wendet euch wichtigeren Sachen zu.
    Cheers, und ein berauschendes Wochenende

    • Simone Eppler sagt:

      Danke! Und ich gehöre nicht mehr zu den ganz Jungen. 😉

    • Leonidas sagt:

      Hoi Hubert! wollte deine gefühle nicht verletzen;) ich spreche auch nicht von deiner sorte, sondern von den-/diejenigen, die jeden tag ausgehen und keine party sausen lassen – von der sorte spricht, meinem verständnis nach, auch der journi. deine sorte scheint mir sehr sympathisch, nur scheint mir deine offene art eher die ausnahme in zürich, wo spontane gespräche unter party- oder bar-gästen so oft vorkommen wie eine totale sonnen- und mondfinsternis zusammen und dann auch nur wenn die hemmschwelle dank alk oder mdma unter der schuhsohle liegt. man bemüht sich in erster linie toll und unnahbar auszusehen oder ist dann völlig mit seinem eigenen rausch, im eigenen film beschäftigt…. eben arme seelen.

      • Hubert sagt:

        Keine Angst, keine Verletzten Gefuehle hier 😉
        Ja, ich habe mich wohl vorhin ein bisschen in einen Rausch geschrieben 😉
        Man hoehrt einfach immer nur negatives ueber Junge Leute im Ausgang, wobei ich oft eine andere Seite sehe. Die aber von der oeffentlichkeit irgendwie nicht wahrgenommen wird, oder nicht beachtet. Oder es wird nur bei Problemen genauer hingeschaut. Was ich sagen will, ist, das ich es nicht verstehe, dass so viele Menschen schlecht ueber Zuerich reden, vorallem die Jugend, und Niemand mal sagt, wie schoen wir es hier eigentlich haben. Ich bin die letzten 4 Monate in Asien herumgereist, und das hat mir ein komplett neues Bild von Allem gegeben.
        Ich wollt auch noch loswerden, dass es wenig zu den spontanen Gespraechen kommt, weil beide Seiten/Personen in dem Moment das gleiche denken. Wenn du aber genug offen bist, um das Gespraech anzufange, bin ich mir sicher, dass du nicht zurueckgewiesen wirst. Und wenn schon, kann dir das ja voellig egal sein.
        Zugeben muss ich, dass ich halt nichs, oder sehr wenig mit der Drogenszene zutun habe (Eben, in Zuerich kann man zu seinem Geschmack ausgehen ;))
        Aber bei diesen paar Ausnahmen (soo viele werden es wohl nicht sein, dass sie bald die staerkste Partei der Schweiz darstellen) hasst du vielleicht die richtigen Worte gefunden. Aber sie verwuesten mit dem nur sich selber, und stehen am Ende alleine mit ihren Problemen dar. Und auch unter denen gibt es welche, die man nicht einfach in eine Schublade stecken soll. Was in Zuerich viel zu schnell passiert. Leider. Hinter den Kleidern steckt meist ein Charakter, und der ist nich der gleiche wie von all denen, die die selben Kleider tragen. Mich schauen Leute auch misstrauisch an, wenn ich ein Cap anhabe. Heisst ja noch lange nicht, dass ich ein aggresiver Hip-hopper, der mit einem Messer herumlaueft, bin. 😀
        Der text von Herrn Sarasin hat alle, die Ausgehen (also fast alle) in eine Schublade geworfen, was fuer mich ein krasser journalistischer Fehltritt ist, und schlichtweg nichts mit der Realitaet zu tun hat.
        Cheers

        • Leonidas sagt:

          Cheers mate! wir würden uns bestimmt glänzend unterhalten, bei einem bier, an einem lauen sommerabend irgendwo unter dem freien himmel zürichs:) bleib so offen und frei von vorurteilen und bewahre dir die wertschätzung für all das gute, was wir hier haben.

    • Roman Rebitz sagt:

      Das mit der fehlenden Durchmischung ist definitiv ein Manko an den Stadtzürcherparties. Das hängt vorallem mit dem ausgeprägten Szenitum zusammen, jede Szene/Gruppe will die coolste sein, sich abgrenzen usw….das merkt man ja bereits wenn man mit solchen Szeneleuten (Arbeitskollegen) am Mittag essen geht. Musiker/Künstler sind meist noch die schlimmsten, obwohl man eigentlich genau von dieser Szene Offenheit erwarten würde. Irgendwie schade das es so ist, würde auch mal gerne andere interessante Leute im Ausgang kennenlernen !

      • Roman Rebitz sagt:

        Was man jedoch beachten muss ist, das man in London usw..nicht an die Touriparties geht, dort ist meist aggressive Stimmung aber mit den Einheimischen lässt es sich super feiern auch ohne zu übertreiben.

  • Michael sagt:

    Alles halb so schlimm. Ausserhalb Zürichs ists wie in Rotterdam. Ich meine damit überall ausser (kursiv) in Zürich. Darum läuft das ganze hier auch wie geschmiert und ich denke, es ist für die meisten angenehm. Möglicherweise ändert sich der Blickwinkel, wenn man damit aufgewachsen ist und nicht weiss wie es sonst auch geht. Aber das sind Details

  • Thomas Wepfer sagt:

    Es sind vor allem Leute von ausserhalb der Stadt die in Zürich in den Ausgang gehen. Die Landeier leben krampfhaft in der Vergangenheit und haben nicht gemerkt dass die 90er Jahre vorbei sind….

  • Nick Anderst sagt:

    Was die Situation in Zürich vielleicht am treffendsten beschreibt, sind die folgenden vier Worte:

    Work hard, play hard.

  • Howden sagt:

    Wow! Jetzt muss ich auch mal einen Kommentar verfassen.

    An den Verfasser dieses Artikels: Wären Sie doch gestern lieber in einer Bar oder einem Club „abgestürzt“ und hätten eine nette Dame oder einen netten Herren kennen gelernt, dann hätten Sie nicht so einen(entschuldigen Sie bitte) Mist geschrieben.

    Ohne das Nachtleben in Zürich wäre die Kriminalität in dieser Stadt wahrscheinlich um ein vielfaches höher. Junge Menschen brauchen doch einen Ort zum feiern und um das Leben zu geniessen aber „motzen“ kann man ja über alles. Gäbe es kein Nachtleben, dann würden alle einfach draussen „rumhängen“ und irgendwann betrunken randalieren und Sie hätten Ihren nächsten Artikel.
    Vielleicht wissen Sie ja nicht, dass es vor einiger Zeit zu grossen Ausschreitungen am Bellevue kahm, weil die Polizei immer wieder Outdoorpartys von jungen Leuten aufgelöst hat. Sagt das nicht etwas über das Bedürfnis von jungen Menschen aus? Am Wochenende kann man einfach mal abschalten und vergessen in was für einer traurigen Welt wir überhaupt leben.

    Vor zwei Wochen war ich in Berlin und das Nachtleben dort hat mich einfach umgehauen. Wie langweilig mir Zürich nun vorkommt können Sie sich gar nicht vorstellen.

    Für alle die das Nachtleben und die Hektik der Stadt nicht ertragen gibt es viele Ortschaften im Umkreis von Zürich, wo sie sich zurückziehen dürfen und falls Ihnen das noch nicht genug ist gibt es ja immer noch Sibirien.

    Vielleicht sollte man, auch wenn man es nicht nachvollziehen kann, einfach leben und leben lassen.

    • Andreas Müller sagt:

      Im Gegensatz zur Stadt Zürich anerkennt eben Berlin auch die Wichtigkeit des Nachtlebens, während unserer Stadtregierung Partys, Clubs und die darin verkehrenden Leute grundsätzlich suspekt zu sein scheinen. Das Niederdorf wurde in den letzten Jahren mit Unterstützung von Zuzügern von der Goldküste (und neuerdings der Anti-Spass-Fraktion beim Tagi und Züritipp) geradezu zur Schlafmeile, wo sich Einheimische nur noch hinbegeben, wenn sie Ruhe suchen; der öffentliche Verkehr stellt seinen Dienst so früh ein wie in wohl keinem anderen Ort, der sich „Weltstadt“ nennt (in anderen, auch vergleichbar grossen Städten wird, wenn auch in der Nacht mit stark abgespecktem Liniennetz und ausgedünntem Takt rund um die Uhr gefahren) und Boulevardgastronomie hat pünktlich um Mitternacht zu enden. Stellen Sie sich das einmal in Berlin vor… Das Zürcher Nachtleben lebt nun mal grösstenteils dank der Agglomeration, weil die Stadt Zürich an sich einfach zu klein ist. Aber wie soll ein Nachtleben funktionieren, wenn alle um Mitternacht auf ihren letzten Zug müssen?

      • Michael sagt:

        Könnte aber auch sein, dass Berlin ein wenig grösser ist… Das mag auch der Grund sein, warum Züri als einzige schweizer Stadt über ein Nachtleben verfügt (da es dafür speziell „ausgeschiedene“ Quartiere hat). Und ganz ehrlich, im ach so tollen Berlin oder halt Paris hat 70% gar kein Geld für ein Nachtleben à la Zürich, darum finden es die Zürcher Expats auch so tol da, endlich mal angeben ohne Geld und so;)

      • Josef Kluger sagt:

        Das ist ja bullshit was Sie über den öffentlichen Verkehr schreiben. Gerade an Wochenende hat es in der Nacht ein sehr gut ausgebautes Busangebot bis 4h morgend^s. Und dann fängt wieder der normale Takt an. Ich war in Paris im Ausgang, dort fuhren die letzten U-Bahnen auch um 1h nachts und dann gabs auch „Nur“ noch Nachtbusse alle 30 Minuten. Man sollte eher sagen, dass ZH für seine übersichtliche Grösse (Im Vergleich zu Paris, Berlin usw.) ein unglaubliches OeV-Angebot hat! Oder welche Stadt gleicher Grösse hat das auf dieser Welt?

        • Andreas Müller sagt:

          Es ist eben kein „Bullshit“, wenn Sie genau lesen, was ich schreibe. Sprechen wir einmal von unter der Woche: In ähnlich grossen Städten mit weitaus kleinerer Zentrumsfunktion und bescheideneren finanziellen Möglichkeiten wie z.B. Bonn oder Bratislava verkehren auch in normalen Wochennächten Nachtbusse (stündlich), während man bei uns je nach Linie schon kein Tram mehr hat, wenn der Zug um halb eins am HB ankommt. Für die Städte, mit denen unsere Regierung gerne konkurrieren würde, gilt dies sowieso. Oder hätten Sie jemals etwas von einer fünfstündigen Betriebspause in Barcelona, Amsterdam, Köln, Hamburg, Berlin oder Wien gehört? Eben. Ihr Beispiel Paris ist übrigens gerade eine sehr erstaunliche Ausnahme, aber auch dort gibt es 24h-öV. Das verlange ich ja nicht einmal, aber zumindest auf die letzten ankommenden Züge sollte es schon noch Anschluss geben. Und was spricht z.B. gegen 3 stündlich betriebene Nachtbuslinien? In Zürich könnte man damit zu relativ tiefen Kosten schon einen sehr grossen Teil der Stadt abdecken.

          Im Übrigen gebe ich ihnen recht, das Wochenend-Angebot in der Stadt Zürich ist ok. Stundentakt auf den Nacht-S-Bahnen aber ist sehr schwach, v.a. wenn sie sich einmal die Auslastung z.B. auf der SN1 oder SN5 anschauen.

          • Honsa sagt:

            Kann Andreas Müller nur beipflichten. Unter der Woche ist es extrem mühsam mal Auswärts etwas zu unternehmen, entweder man plant gleich über 5 Uhr hinaus oder läuft/velölät halt Richtung Bett.

            In einer Stadt, die sich Weltstadt schimpft, muss es doch möglich sein auch um halb eins von Witikon nach Wollishofen zu gelangen, ohne sich einen Offroader zulegen zu müssen.

          • Josef Kluger sagt:

            Bonn und Bratislava? Wirklich? Das mus eine absolute Ausnahme sein. Mir sind nämlich keine grössenmässig vergleichbare Städte bekannt, die durchgehend (unter der Woche) so eine Dienstleistung anbieten.

            Und der Artikel schreibt ja über Party am Wochenende, nicht wahr? Also ich selber würde kaum mal unter der Woche in den Ausgang gehen…Als ich Student war, gab es dafür sehr viele Studenten-Partys unter der Woche. Vielleicht kein Nachtbus aber naja…ob ZH jetzt partymässig schlechter sein soll weil man unter der Woche nicht durchgehend nach Hause fahren kann finde ich ein bisschen übertrieben. In den wenigsten Fällen, wo ich wirklich unter der Woche so spät in den Ausgang ging, nahm ich halt ein Taxi.

            Und glaube sie mir: in Paris können Sie vielleicht nur innerhalb der Stadt unter der Woche 24 Stunden nach Hause fahren. Aber nicht, wenn Sie in der Agglo wohnen (wie 80% der Einwohner).

            Wie auch immer. Ich finde es sowieso ein blöder Vergleich, auf dem ich mich einliess. Nur weil Zürich eine Weltstadt ist, muss sie gleich mit den allergrössten Weltstädten mithalten? Dort machen meiner Meinung nach viele einen Denkfehler. Es muss nicht gleich Bangkok, NY oder Berlin usw. sein.

            In Dublin z.B. ist ab 2.30 Schluss mit Party. Sogar in der Sylvesternacht! Und Dublin ist ja auch eine Weltstadt (für diejenigen die immer noch daran zweiflen, bitte mal danach googlen wie eine Weltstadt definiert ist. Es sind nicht nur NY, Paris oder London Weltstädte so wie hier viele möchten). Dass man ZH als Weltstadt immer wieder anzweifelt gehört zur Grundhalteung vom Schweizer: sich kleiner machen als er ist und sich zu unterordnen. Das sieht man hier sehr oft

            ZH ist eine supertolle Stadt. Und wenn man dies nicht auch als Botschaft nach aussen kommunizieren würde, würden wiederum viele motzen, dass man nicht das Beste daraus macht und sich seinen Stärken nicht bewusst ist usw.

            Man kann durchaus stolz sein und es auch kommunizieren. Denn es ist wirklich keine Selbsverständlichkeit, was Zürich mit seinen knapp 400’000 Einwohnern alles bietet! Aber dann muss es wieder mit Bangkok und Berlin verglichen werden….also ich finde es nur schade.

            Das was hingegen stimmt bzw. ich gleicher Meinung bin wie einige hier: der Kontakt mit den „Einheimischen“ ist mehr als zum kotzen. Zum Glück gibt es so viele, die urpsünglich nicht von ZH kommen.

      • Tobias sagt:

        Warum muss Zürich immer eine Weltstadt sein?

        Sie ist es nicht und gerade das gefällt mir daran. Keine Getthos, keine Slums, wenig Kriminalität, Ruhe am Sonntag usw.

        Was mir weniger gefällt ist die zwanghafte Vorstellung vieler Stadtzürcher, „ihre“ Stadt müssen mit London und NY mithalten können. Man kopiert einfach alles aus diesen Grossstädten und hat dann das Gefühl, auch dazu zu gehören. Das ist das typische Verhalten von Provinzlern.

        • Andreas Müller sagt:

          Ja, es ist jetzt natürlich noch die Frage offen, inwiefern der Wunsch nach einem starken öV tatsächlich auf Provinzialität verweist. Dieses „ihr-seid-so-unoriginell-und-darum-Provinzler“-Argument ist langsamm abgelutscht, weil schon zu oft in jedem erdenklichen Zusammenhang gehört. Wenn eine andere Stadt ein tolles öV-Angebot hat, dürfen wir das schon kopieren, ohne gleich charakterlich abzusteigen.

          Inwiefern ein Nachtbus Ghettos, Slums und Kriminalität fördert, ist mir noch unklar. Sicher haben Sie eine passende Studie zur Hand.

  • R. Hess sagt:

    Zürich ist eine Schlaftablette verglichen mit BANGKOK !!! In Thailand, da geht die Post ab !! 🙂 AMAZING THAILAND

  • Philipp Rittermann sagt:

    na ja. also verglichen mit tel-aviv und budapest ist zürich bezüglich parties „unter ferner liefen.“ ein weiterer unterschied resultiert darin, dass in zürich die club’s sehr stark nach zielgruppen segmentiert sind; in richtigen party-metropolen sind meist alle schichten in den jeweiligen clubs anzutreffen und die menschen sind spontaner und zugänglicher als wir bornierten züzi’s.

  • Mike G sagt:

    „..gesellige Runden, laute Gespräche, ausgezeichnetes Essen, Bier, gute Musik und wichtig: sehr wenig nervöses In-die-Runde-blicken-und-bekannte-Gesichter-Erspähen. Die Stimmung war angenehm entschleunigt – und trotzdem grossstädtisch. In sich ruhend quasi“.
    Aus diesen Gründen bin ich (mittlerweile ü30) wieder nach Winterthur gezogen.

  • Reto Suter sagt:

    Ein guter Ausgang ist einer, an den man sich jahrelang (oder gar ein Leben lang) erinnert. Alle anderen sind oberflächlich und im Prinzip schlichtweg überflüssig. Weniger ist mehr.

    • Hans Weder sagt:

      Ausgehen heisst ja auch sich amüsieren,etwas mit Freunden essen und trinken,später vielleicht an eine Party und tanzen.Das kann durchaus Spass machen und unterhalten ohne dass man sich ein ganzes Leben daran erinnert.

  • diva sagt:

    ich beobachte das ganze «clubbing-gschiss» mittlerweile aus einer grossen distanz. einerseits durch mein vieles leben und arbeiten in anderen ländern, andererseits durch mein alter (bin nicht mehr die jüngste). als 68erin habe ich damals wohl jede nur mögliche «hundsverlochete» mitgemacht und bin oft genug, direkt von der tanzfläche zur arbeit gefahren.
    durch meine tochter kam ich unweigerliche mit dem heutigen «ausgehverhalten» in berührung und war ob mir erstaunt, als ich mich sagen hörte: ich möchte keine 20 mehr sein!…
    es ist so hohl geworden und so hektisch. man spürt am freitag um die feierabendzeit, wie die luft beginnt zu knistern. es wird aggressiver autogefahren, mit der dämmerung kommt auch der klang der polizei-/krankenwagen-sirenen, der bis in die führen morgenstunden des sonntags fast nicht mehr abreisst.
    geht man dummerweise am freitag abend oder samstag in die stadt und noch blöder in den H&M, sieht man die frauen, als wäre der leibhaftige hinter ihnen her, noch einem outfit für den abend «gieren», womit sie meinen bessere menschen zu sein, und wenn man dann – wie ich – einige jahre neben einem club sein atelier hatte, konnte man schon nachts oder erst recht in den frühen morgenstunden des sonntags, die alk- und drogen«leichen» ans tageslicht kriechen sehen, die sich dann in der nahegelegenen tankstelle noch mit der sonnenbrille im gesicht mit redbull versorgen, um sich am montag zur arbeit schleppen zu können…
    unsere möchtegern-grosstadt wird so vom geld regiert, dass es die menschen wahnsinnig macht und sie versuchen in den knapp 48 stunden nicht-fremdbestimmtes leben, alles reinzupacken, was irgendwie geht… darum die hektik.
    1968 war auch nicht alles gut, aber es war noch fröhlich – und tote gab es keine im ausgang.
    was in rotterdam und antwerpen anders ist: die menschen – inklusive die, die politik machen, wollen nicht mit aller gewalt eine grossstadt sein. sie sind einfach was sind.

    • Irma die Zweite sagt:

      dieser kommentar ist klüger und differenzierter als der originalartikel.

    • päde sagt:

      Diva, ich stimme in allen Punkten zu bis auf den letzten… die ganzen Drogentoten der damaligen Zeit sollte man wohl auch rechnen.

      • Honsa sagt:

        Ja diva, der Standard Ausgang sieht bei vielen so aus. Aber das ist nur eine Randgruppe, oft 9 to 5 Arbeitssklaven aus den Büros dieser Stadt. Allerdings gibt es abseits dieses Treibens auch noch schöne „hundsverlochete“ an denen Menschen sind die nicht nur ihr Dasein vergessen wollen 😉

        • pierre bourdon sagt:

          Jaja, die besseren alten Zeiten, blablabla. Was hätte Opa wohl gesagt, wenn er gewusst hätte, was Sie so in der Jugend getrieben haben? Nun, früher waren Sie es, jetzt darf aber halt auch der Nachwuchs mal.

  • Leonidas sagt:

    in zürich geht mann/frau bzw. die hippster und szenis jeden tag aus, um danach damit prahlen zu können wo sie überall waren und wie unvergleichlich sie „gerockt“ haben… dabei geht es meiner meinung nach kaum um geselligkeit, zusammensein, soziale kontakte pflegen, im besten fall noch um gemeinsames drogieren oder volllaufenlassen. vielleicht möchten die einsamen, sinnentleerten seelchen auch schlicht der bitteren realität ihrer traurigen existenz entfliehen, die nur aus zwanghafter selbstverwirklichung, fehlender geborgenheit, menschlicher wärme dafür einem „tollen job“ und einem möglichst modell-haften äusseren besteht… kommt an meine brust, ich gebe euch die liebe und wärme, nach welcher ihr euch so sehr sehnt, hahahaha:)

  • Thomas Meier sagt:

    Ich finde, eher das Gegenteil ist der Fall. Zürich ist jetzt nicht gerade ein Partymekka. Mag ja sein, dass Zürich im Verhältnis zur Grösse noch ganz gut da steht, aber wer mal in Städten wie London oder Berlin war, empfindet Zürich als, naja, sehr überschaubar. Ausserdem ist der Vergleich mit Rotterdam fragwürdig. Rotterdam hat einen sehr schlechten Ruf (z.B. ist die Uni sehr gut, viele Studenten bevorzugen aber andere Städte, weil sie nicht nach Rotterdam wollen) und trotz der kleinen Partyszene eine deutlich höhere Kriminalitätsrate als Zürich. Ohnehin ist der Vergleich mit „1 Mord und 190 Einsätze“ völlig absurd. Morde sind in Zürich jetzt nicht gerade alltag. Wir haben einen der tiefsten Raten weltweit, ausserdem ist der Zusammenhang zu Partys ziemlich abstrus. Da gibt es ja wohl 100 andere, wichtigere Faktoren, warum es zu einem Mord kommt. Naja, und die durchschnittliche Anzahl Einsätze in Zürich kenne ich zwar nicht, aber auch da dürfte Zürich im Vergleich zu anderen Städten sehr gut da stehen. Das Gleiche gilt für die Streetparade. Dafür dass hundertausende am Anlass teilnehmen, trinken, tanzen, sich durch Mengen quetschen, in der Sonne stehen usw. passiert recht wenig.

  • Peter Keller sagt:

    Danke Danke Danke!!!!! Sie haben meine Gedanken gelesen!

  • emily-patrice sagt:

    Gut nachgedacht. Wahrscheinlich für viele von uns wichtig zu hören, dass es auch anders gehen kann. Parties und Grossanlässe werden wohl eher konsumiert und sie konsumieren uns. Im Sinne von weniger könnte mehr sein, wären Grossanlässe alle zwei Jahre veranstaltet auch eine Variante. Irgendwo darf ja mit der Entschleunigung begonnen werden.
    Die Stadt Zürich, die im Flyer ‚art and the city‘ versucht, Urbanität und Grosstadtädtigkeit zu konstruieren und zu transportieren, dabei vergessend, dass Zürich weder New York, London oder sonst eine Metropole ist. Sondern einfach ein Stadt der Schweiz ist, eingebettet in eine Geographie, Geschichte und Tradition, die eigentlich ideal ist, um à la taille de femme et de l’homme zu sein.
    Wohltuend zu wissen, dass es auch anders geht. Danke.

    emily-patrice

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.