Hühnchen in Wodka-Redbull

Eine Gruppe unheimlich origineller junger Hühnchen als Häschen verkleidet mit einem Rollkoffer voll Schnaps.

Eine Gruppe unheimlich origineller junger Hühnchen als Häschen verkleidet mit einem Rollkoffer voll Schnaps.

Nein, das ist kein neues Rezept für Pouletzubereitung. Dies ist ein Hilfeschrei. Ich will ja nicht intolerant erscheinen, aber es gibt Auswüchse der Spass-Gesellschaft in Zürich, bei denen man sich die mittelalterliche Prangerstrafe zurück wünscht.

Eine  allseits bekannte Penetranz sind die unsäglichen Polterabende, die Bald-Verheiratete seit ein paar Jahren veranstalten. Der Tages Anzeiger berichtete bereits über die Auswüchse im Niederdorf, die NZZ feierte das Phänomen als lustigen Trend (Artikel online nicht verfügbar). Früher waren es mehrheitlich Männer, die in lächerlichen Kostümen lächerliche Dinge tun mussten, um sich – genau! – lächerlich zu machen. Vor der Hochzeit die Sau rauslassen, die Hörner abstossen, etc., ist bei Männern nicht besonders ungewöhnlich, sind wir es doch gewohnt, uns für besoffene Männer fremdzuschämen.

Doch das Übel greift um sich! In letzter Zeit hat sich die lustige Truppe der vorverheirateten Freizeitclowns verdoppelt. Nun denken auch die Bräute, dass sie sich im Zuge der Emanzipation das Recht auf völlig idiotische Selbstdarstellung im Alkoholdelirium erkämpft hätten. Und jetzt sind die ersten Sturmtruppen des Spasses bereits im Seefeld, im Kreis 4 und sogar am Mythenquai unterwegs. Die einschlägigen Restaurants, bei denen man sich Polterabende buchen kann, sind auf Monate ausgebucht.

Das Ganze ginge ja noch, wenn die männlichen und weiblichen Trunktruppen nicht schwankend wie fröhliche Zombies auf alle losgehen würden, die sich nicht schnell genug in eine Seitengasse verdrückt haben. «Shot oder Küsschen?» – «Du darfst mir ein Kleidungsstück ausziehen, für 5 Franken in die Aussteuerkasse» und so weiter.

Ein Nötli für den Scheidungsanwalt

Reicht es nicht, dass wir lustig verkleidete Volltrunkene mit aufgesetzter Laszivität schon zu Tausenden an der Street Parade ertragen? Müssen wir uns nun auch noch jedes Wochenende, von Freitag bis Sonntag, Gruppen von Superoriginellen in Bärchen- oder Hasenkostümen, Nachthemden, und bewaffnet mit (hui!) Nachttöpfen, Klobürsten und was der folkloristische Humor sonst noch hergibt, über uns ergehen lassen? Von den Leiden der Anwohnern will ich gar nicht sprechen…

Ich mag den Leuten ihren Spass ja gönnen, aber bitte, sie sollen woanders Leute anpöbeln. Vielleicht in Basel oder Luzern. Die sind sich von der Fasnacht Einiges gewohnt.

Ansonsten müssen sie mit Miesepetern wie mir rechnen,  die locker ein Zehnernötli in den Nachttopf werfen und bemerken: «Hier, ein Batzen für den Scheidungsanwalt, der kostet mehr als die Aussteuer.»

131 Kommentare zu «Hühnchen in Wodka-Redbull»

  • Primel sagt:

    „Ich mag den Leuten ihren Spass ja gönnen, aber bitte, sie sollen woanders Leute anpöbeln. Vielleicht in Basel oder Luzern. Die sind sich von der Fasnacht Einiges gewohnt.“

    Polterabende sind die Zürcher Fasnacht…

    • Herr L. sagt:

      da war wohl jemand noch nie in basel an der fasnacht…
      ich frage mich immer wieder, warum zürich einen solchen ruf hat. wenn man dann aber die kommentare in diesem blog liest, dann geht einem das licht an!

  • Michael Bösch sagt:

    „Trunktruppen“, das ist wieder mal ein ganz taugliches Wort. Muss ich mir merken.

  • Orte Zünki sagt:

    Nach den ersten paar Kommentaren habe ich zwar aufgehört, zu lesen, aber mit einer gewissen „Hochrechnung“ wird wohl das folgende Statement nicht ganz im Offside landen:
    Es zeigt sich einfach einmal mehr: Des Durchschnitt-Schweizers liebste Beschäftigung ist das meckern über andere – jeder wäre eigentlich gerne Polizist, wenn möglich mit Tränengasgewehr und Schlagstock, damit das Zurechtweisen auch richtig SPASS macht 😉

    Leben und leben lassen… ins Blut übergegangen ist dieser Leitspruch nachwievor den wenigsten meiner Mitbürger. Trist!

  • R. aus F. sagt:

    An alle Nörgeler: Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen. Spiesser wie Ihr es seid werden an Polterabende erst gar nicht eingeladen!!!

    • Reda El Arbi sagt:

      Genausowenig haben wir die Polterabend-Grüppchen eingeladen 🙂

    • Mäse sagt:

      Die grössten Spiesser sind meist jene, die dieses Wort gebrauchen. Passt auch auf Bünzli oder Füdlibürger… das tripple-! gefällt mir ganz gut. Das gibt Meinungen so richtig die nötige Tiefe 🙂

  • Columbo sagt:

    Jawollll – wir brauchen endlich die Feier – Stasi, die verbindlich festlegt, wer wie wo was feiern darf; waere ja noch schoener, wenn das jede(r) so taete, wie’s ihm grad passt, und dabei – oh Graus – vielleicht sogar noch Spass hat. So geht’s natuerlich nicht. Nein; ab sofort gibt’s gegen den Durscht nur noch makrobiotische Obstsaefte aus zertifiziertem Oeko – Anbau und alternativem Fair – Trade Import; je Wochenende gibt’s die Bewilligung fuer maximal eine Gruppe; bevorzugt wird, wer sich unter Eid zu „Schweigende Gruppenmedidation“ als Aktivitaet des Abends (sorry, Nachmittags; um 18:00 Uhr ist natuerlich Schluss) verpflichtet.

  • Tina sagt:

    jammerschade und himmeltraurig! Scheinbar können Einige lustig sein, Feiern, oder generell Spass haben scheinbar nur noch in Kombination mit viel Alkohol oder eben besoffen sein!

    Ich kann überhaupt nichts Schönes oder Tolles dran finden, wenn eine Horde junger Frauen so feiert. Es ist schlicht peinlich und lächerlich.
    Auch ich bin im Eventbusiness zuhause und rate meinen Brautleuten von solchen Veranstaltungen ab, wobei die Allerwenigsten meiner Kunden so etwas nur in Betracht ziehen. Die meisten feiern ihren Junggesellinnenabschied stillvoll.

  • Hellish sagt:

    Wow, gratuliere zum bünligsten Artikel des Monats. Vom Grossteil der Kommentare sprech ich lieber erst gar nicht…

  • Rudolf Mühlemann sagt:

    Man soll nicht alles zum Nennwert nehmen. Diese Polterabende sind aber überflüssig wie ein Kropf. Selbstverständlich gilt: jedem das Seine! Das an den Polterabenden jeweils gebotene Niveau ist (leider) unter aller Sau. Diese Veranstaltungen sind derart platt, dass einem das kalte Ko……überkommt. Weshalb? Der durchschnittliche Zeitgenosse, die Zeitgenossin, sind halt auch nur Durchschnitt. Der fehlende eigene Grips und die ebenso fehlende eigene Phantasie führen logischerweise zu entsprechenden Ergebnissen. Alle möchten cool sein, nur wenige sind es wirkllich. Es ist wie mit den stupiden Spielchen an Hochzeitsfesten. Eine blanke Katastrophe! Behüte uns der Herrgott vor solchen Dingen! Glücklicherweise geht es bei den Scheidungen, (nach der Hochzeit ist vor der Scheidung), etwas weniger originell zu. Es lebe die Emanzipation der Frau, endlich kann sie sich auch öffentlich besaufen und damit jegliche erotische Attraktivität und jeglichen persönlichen Stil auf dem Altar der sogenannten Gleichberechtigung in Rauch aufgehen lassen. Hurrahh!

  • Allwissend! sagt:

    Was mir immer wieder auffällt: Lustigsein, Spasshaben und Feiern, geht offenbar für viele Leute, speziell für das weibliche Geschölecht, nur wenn sie besoffen sind! Dann wird gegröhlt, gekreischt und gegackert was das Zeug hält – nicht ist so abtörnend wie mehr als eine Frau die es lustig hat, da schämt man sich oft, dass man eine Frau ist! Nur gut, wenn der Künftige, das nicht hautnah mit erleben muss!

  • Herr Sepp sagt:

    Paracelsus (1493–1541) hats vor langer Zeit erkannt: Allein die Menge macht das Gift. Wenn sich jeder ein Arschgeweih stechen lässt, ist der Anblick dieser Tattoos mit der Zeit nur noch schwer zu ertragen. Das gleiche gilt mit den Polterabenden, ich habe mich definitiv satt gesehen davon. Aber vielleicht, nein bestimmt ist es eine Altererscheinung meinerseits….

    früher oder später wird sich das ganze eh totlaufen und der Trend verschwinden…

  • clados sagt:

    Ich finde Polterabende ein Grauss, schrecklich aufgesetzt und meist gekünstelt. Alle tun so süss und über fröhlich! Nein danke für mich immer wieder ein weiterer Grund ja nicht zu heiraten!
    Finde da Ganze je länger je mehr völlig unromantisch und kommt mir nicht in die Tüte. Egal mit welchem Mann. Mich nerven die Poltterer zwar überhaupt nicht, aber lächerlich finde ich sie, und immer wenn ich die sehen denke ich–> Heirat und Kinder, dann Langweile, Streit und Scheidung nach 5 Jahren. Von drei Kolleginnen die mit 20 geheiratet haben, ist die Eine schon wieder getrennt (Sind heute 22)

    Heiraten bringts nichts mehr in unserer Zeit, es ist zu einer Farce geworden… Ich finde es schrecklich, dass man einen Vertrag für die Liebe macht. Ich will keinen Mann dazu nötigen bei mir zu bleiben. Jeden Morgen, wenn man aufsteht, soll man es aus freiwilligen Stücken tun und sich immer wieder neu entscheiden können, ob man zusammen sein will. Und nur wegen dem Geld heirate ich sicher auch nicht. (und das weisse Kleid, kann man auch an einem milden Sommer-Gartendinner tragen). Nein danke, das ist für mich auf jeden Fall nichts!

    Aber trotzdem nerven tun die sich später nur selber, mich nicht! Wenn man im Herzen von Zürich wohnt, und dann gerade noch an einer Strasse die eine Partymeile ist, muss man sich doch nicht wundern! Ich würde gar nie in ZH wohnen wollen! Aber jedem das Seine…

  • Allwissend! sagt:

    Polterabend für künftige Ehemänner = primitiv, vulgär!, eben typisch Mann!
    „Polterabend“,(wenn man den diesen gewühnlichen Ausdruck verwenden kann/darf),für weibliche Eheaspirantinnen = ein IN-Anlass für hotte Chicks, je spezieller , ausgefallener, je besser!
    Fazit= Wenn zwei (Geschlechter) dasselbe tun, ist es nicht das Gleiche – logisch oder?

  • Joseph Müller sagt:

    Warum müssen Frauen immer alles den Männern nachmachen und haben keine eigenen Ideen?! In der Regel kommt das doch einfach nur lächerlich heraus (siehe Artikel, Frauenzunft, etc.). Wir würden niemals auf die Idee kommen Kaffee-Kränzchen, Tupperware-Parties, Shoppings mit Freunden, etc. zu veranstalten.

    • Hans Trütsch sagt:

      Hahaha, you just made my day!!! Was für eine verklärte Wahrnehmung der Realität! Die Verwendung des Plurals wenn du von dir sprichst und die krassen Verallgemeinerungen, grandios! Die ausschweifende Anzahl Beispiel die du nennst und insbesondere die Auflistung der typischen Frauenaktivitäten, welche du nicht nachahmen willst, ganz grosses Kino! Ich ergänze die Liste für dich noch mit erste Periode bekommen, Besuch beim Frauenarzt und Kinder auf die Welt bringen. Kämen wir niemals auf die Idee!

  • Mephisto sagt:

    interessant wie sich die leute über alles und jeden aufregen können. ich fühle mich nicht von polterabend-gesellschaften belästigt im ausgang. man kann ja einfach weitereghen wenns einem nicht passt. viel eher stören mich die verklemmten, snobhaften und möchtegern-coolen leute die meinen sie müssten ihre unsicherheit mit arroganz und unanständigkeit überdecken. das sind wahre probleme dieser ach so tollen urbanen gesellschaft! auf dem land erlebt man das zum glück kaum. ich selbst bin gebürtiger zürcher und bin ein grosser teil meiner ersten knapp 40 jahre in der stadt und agglo zürich gross geworden. möchte nie mehr zurück. es lebe das landleben in der schönen ostschweiz!

  • Herr L. sagt:

    es befremdet schon, was heute bejammert wird. das nützt auch das quäntchen ironie nichts. ich finde, dass es wesentlichere probleme in der stadt zürich gibt. und schliesslich hat euch niemand befohlen, in zürich zu wohnen…

  • Herbert sagt:

    Polterabende im klassischen Sinne (Saufen, Spiele, um die Häuser ziehen etc.) sind ziemlich trostlos. Es ist so aufgezwungen auf Knopfdruck an einem Abend die Sau rauszulassen und unbedingt etwas „Spezielles“ erleben zu müssen. Ich meine mit den besten Kollegen die an so einem Abend dabei sind hat man schon zig Komaräusche erlebt, war im Puff, hat Scheisse gemacht und hat hunderte Geschichten erlebt. …Wer natürlich nach der Hochzeit nicht mehr raus zum Spielen darf – (der durfte meistens auch schon vor der Hochzeit nicht mehr raus) für den ist ein Polterabend ein Muss.

  • Erni Urs sagt:

    Lieber Herr Reda El Arbi
    Sie schreiben mir aus der Seele und bringen’s auf den Punkt!!
    Ich komme zwar vom Land, aber auch hier nimmt diese Unsitte beängstigende Ausmasse an. Ein weiteres Phänomen, dass dann nach der Heirat ansteht, sobald Nachwuchs da ist, sind diese unsäglich, hässlichen und nervenden, mit Plastikschrott behangenen Mickey Mouse-, Bambi- Hello Kitty-Geburtsbäume! -Seien sie also froh, dass sie wenigstens in der Stadt davon verschont bleiben!

  • Ali Ferkous sagt:

    Jetzt, wo Zürich einmal wirklich sein Multikulti-Gesicht zeigt, wo sich auch Nicht-SP-Wähler erlauben, in Zürich aufzuführen, was sie in Berlin, Sydney und London gelernt haben, zeigt sich der urbane Zürcher wieder sehr zwinglianisch. Es gehört heute einfach zu einem erfolgreichen urbanen Wochenende, dass man es – wie in den anglesächsischen Ländern üblich – möglichst besoffen begeht…

    • Marco Casutt sagt:

      „Partyvolk“ gibt’s schon lange in Zürich und besoffen waren die auch schon seit jeher. Neu (und eben besonders störend) sind die kreischenden rosa Hasen.

      Im Übrigen sind Ihre Menschenkenntnisse ja fast schon übernatürlich, wenn Sie die politische Gesinnung (bzw. die gewählte Partei) jeder Person einer uniform verkleideten Gruppe Menschen einfach so ansehen. Das verdient auf jeden Fall Respekt.

  • Franco Fluri sagt:

    Toll, der Motzi Blog hat wieder mal zugeschlagen. Ganz Grosses Kino.
    Ist ja alles nur Ironie ha ha… der Autor ein Spiesser als Clown verkleidet;-)
    Wieder 2 Minuten die ich nicht zurückbekomme.

  • Daniel sagt:

    Ich kann es echt langsam aber sicher nicht mehr sehen. Egal wo man in der Stadt hingeht überall sieht man die und überall sollte man etwas kaufen, was ich nicht tue. Ich frage mich ob das überhaupt erlaubt ist was die da treiben? Ich habe immer gemeint das man dafür eine Lizenz braucht um auf offener Strasse was zu Verkaufen, oder wird bei denen eine Ausnahme gemacht?

  • Simon Sieber sagt:

    Für mich ist der Artikel nicht nur lesenswert. Ich finde ihn genial, treffend mit dem nötigen Schuss von allem 😉

    sackstark und zudem kommt es sympathisch rüber, wenn der Autor hier mit diskutiert.

  • Marc von Bisottok sagt:

    Ich bin beruflich bedingt viel damit beschäftigt, Menschen beim Feiern zu begleiten und sie in Sachen „Form und Stil“, aber auch in punkto „Stimmigkeit des Feierns“ zu beraten. Mir fällt auf, dass immer weniger junge Menschen verstehen zusammen zu feiern. Stattdessen wird eher das Ego inszeniert und Feierabläufe von Hollywood-Filmen oder anderen Versatzstücken aus den Medien imitiert.
    Es scheint mir, dass die Klassengesellschaft wieder kommt. Weniger was Gesellschaftlich-Finanzielles, als was Form, Stil und Geschmack angeht. Dazu passt im Artikel geschilderte Form der „Stag Night“, die aus der angelsächsischen (Klassen)gesellschaft kommt. In der vulgären Form, sich besoffen in der Öffentlichkeit zu präsentieren oder Stripper/innen in das Lokal zu bestellen, wo man feiert, wird sie nur in der Unterschicht und unteren MIttelschicht „zelebriert“. In höheren Kreisen bleibt man eher unter sich (wobei man dort auch über die Stränge schlägt, das aber nicht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht).
    Ich denke mal, dass die Bunnys auf dem Bild eher der „Geschmacklosen-Schicht“ entstammen. Die Dame ganz links, hätte sie Stil und Geschmack, wäre sich doch sicher im Klaren, dass ihre Kleidung einen Tick zu figurbetont gewählt wurde…

    • Thomas sagt:

      Die Menschen glauben zu oft, die zwei Klassen Gesellschaft sei ein Bedrohung für die Zukunft. Doch eigentlich ist das Problem nicht das Fehlen einer einzigen Einheit, es ist vielehr diese medial gepushte „Spassgesellschaft“ die einer immer breiteren Masse aufzeigt, was witzig sein soll, was hüsch ist und wie der aktuelle Zeitgeist zu verstehen sei. Wir promoten Retrotrends, wir trinken Aperol Spritz, steigen danach auf alte, aufgemotzte Rennvelos und fahren mit ein paar Bierdosen zum nächsten Gewässer, wo wir uns Mut ansaufen, um anschliessend im Delirium „irgendwelche“ menschliche Nähe „abzuchecken“, die wir besiegeln, indem wir unserem (besoffenen) Gegenüber unsere Zunge oder irgendetwas anderes in den Rachen drücken.
      Die heutige Zeit – das „gängige“ Verhalten – sagt nichts darüber aus, ob der Mensch intelligenter oder ethisch gereifter ist, es zeigt höchstens auf, wie „herdengläubig“, wie unsicher und wie einfach gestrickt unser Wesen zum grössten Teil ist. Es zeigt uns, dass grosse Teile der Gesellschaft (auch du und ich) in vielen Bereichen alles adere, als geistig emanzipiert sind. Es zeigt dass die meisten Menschen einander jeden Quatsch abschauen und sich dann in der Ausübung auch noch originell vorkommen. Es zeigt das viele von uns, wenn nicht sogar alle, von den Tieren nur geringfügig unterscheiden (Promille unserer DNA). Und es zeigt v.A. etwas: Das Individuum wird, gerade durch diese individuelle Verletzlichkeit und Dummheit und durch den wachsenden (medialen) Austausch immer stärker vereinheitlicht. Es zum austauschbaren Teilchen in der Masse: Manipulierbar, Fett und die effektive Selbsteinschätzung beleuchtet nicht mehr das Verhältnis zwischen Individum und Universum – sondern ausschliesslich jenes zwischen Individuum und empfunderner Wirklichkeit – Die Gesellschaft.
      Die Meisten von uns werden zu hilflosen, debilen, grauen Mäusen und schwimmen in einem Gesellschaftsstrom, den die Menschheit zwar schon länger kennt – es aber noch nie so schwierig hatten, sich ihm zu entziehen!
      Und auf der Spitze des Eisbergs sitzen einige Bachelorparty-Hühner, die sich natürlich super originell (bzw. Mündig nach Kant) vorkommen, obwohl sie genau das Gegenteil zelebrieren…

  • Odermatt sagt:

    Herr Arbi, im Vertrauen, wenn man jedes Mal anschreiben muss dass es Humor ist, sollte man es besser lassen. Das soll Satire sein? Probieren Sie mal zu übertreiben, lächerlich zu machen, ironisch zu sein. Ihr Blog liest sich wie jener eines frustrierten Füdlibürgers, dass Sie in Wirklichkeit cool sind merkt man erst mit der Google Bildersuche.

    • Reda El Arbi sagt:

      Sorry, Herr Odermatt, wenn ich das Gefühl bekäme, ich wäre cool, würd ich sofort ins Kloster. Nicht jeder muss meinen Humor mögen, aber mich „cool“ zu nennen, ist gemein.

      🙂

    • Sgt Klinger sagt:

      Nöööö, Reda bringt es super auf den Punkt. Finde er hält dem „lustigen“ Volk gut den Spiegel vor.

      • olivier brunner sagt:

        die reda al arabi ist sauglatt und saucool. wehe wer das nicht merkt, der ist das nächste oprfer der style-taliban…

        • ralph höhn sagt:

          ja alle achtung,vielleicht merkt dann auch olivier,der gerne betrunkene hühner ausnimmt,dass er keine sie ist.

  • Beat Huber sagt:

    Ich schlage vor, dass man nur in der Gemeinde einen Polterabend/Henparty/was auch immer feiern darf, wo man sich dann auch Standesamtlich trauen lässt. So hätten wir in der Stadt Zürich wenigstens etwas Ruhe.

  • Erik sagt:

    Sehr aufschlussreich für dieses Land, dass sogar ein so banaler Artikel über Stag- und Henparties zum Streit zwischen den verschiedenen Ständen und Dorf / Agglo und Stadt führen kann. Mit den üblichen Verdächtigen, die sofort Verbote fordern rechnet ja ohnehin jeder.

    Was ich mache, wenn ich auf eine solche Veranstaltung treffe? Ist doch ganz einfach: je nach persönlicher Tageslaune und Sympathie für die Gruppe wahlweise ignorieren, tolerieren oder mitspielen und halt einen Fünfliber in die Kasse werfen. Wo ist das Problem?

    P.S. Dass Frau El Arbi in den Kommentarzeilen ihr Humorschaffen persönlich auch noch erklärt, macht den Artikel ja nicht gerade besser. Vielleicht sollte sie um Zürich für ein Wochenende nicht sehen zu müssen, einfach mal in die Ferien gehen… ich empfehle ein paar ruhige Tage an der irischen See in Blackpool 😉

    • Reda El Arbi sagt:

      Wenn Sie Kommentare lesen, werden Sie entdecken, dass die Satire da und dort ernst genommen wurde.

      Die Autor(in) 🙂

      • Thomas Wepfer sagt:

        Es wird doch wohl möglich sein, das Heiraten in aller Ernsthaftigkeit zu verspotten. Wir sind hier im Westen, wir verspotten unsere Eltern, wir verspotten die Ehe, und wir fluchen gerne über den Papst. Und das ist in Ordnung so.

      • Erik sagt:

        Ach, der Artikel sollte Satire sein. Na dann bin ich ja beruhigt… ich kenne Satire halt nur aus der „Titanic“.

        Der Leser

        P.S. Sorry für die an Ihnen vorgenommene Geschlechtsumwandlung. War keine Absicht.

        • Reda El Arbi sagt:

          Titanic ist sehr gut. Canard Blue noch besser. Aber soweit gehen wir auf diesem Kanal nicht, weils eben kein Satire-Kanal ist. Wir benutzen nur satirische Stilmittel, ab und zu.

          Das Autor
          🙂

  • olivier brunner sagt:

    ich habe die bunny-partys als gelegenheit zum frei-sex schätzen gelernt. die mitläuferin sind in einem zustand aus leichter melancholie (die beste freundin verschwindet) und hohem alkoholpegel sehr anlehnungsbedürftig. ich will nicht mehr darauf verzichten (übringens vor 23.00 auftauchen ist verlorene zeit…).

    • hans weder sagt:

      „frei-sex“ mit betrunkenen mädchen?! mann,wie tief unten sind denn sie zuhause?

      • Marco Casutt sagt:

        @ hans weder: Ist ja nichts anderes als „im Ausgang eine abschleppen“. Da unten sind ganz viele zuhause.

        • olivier brunner sagt:

          also ich fühl‘ mich wohl. wie ein jäger. öfter mal ein häschen schiessen… und vielleicht noch ausnehmen.

          • Peter Steiner sagt:

            … also ein Stilblog ist das wohl nicht! Aber wenn’s nicht klappt wenn sie nüchtern sind, dann eben so… besoffene Häschen schiessen und sie ausnehmen… verstösst das nicht gegen den Ehrenkodex?

            Ich bin schon froh, wenn mir die Mädelns nicht auf die Schuhe kotzen bei ihren peinlichen Betteltouren. So eine auch noch abzuschleppen möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen. Aber viel Spass @ Oliver Brunner 😉

  • Lia sagt:

    auch ich „durfte“ meinen Polterabend in einem einschlägigen Restaurant feiern – ausserhalb der Stadt, mit gefühlten 20 weiteren Trupps. Aber da stört es keinen. Da wir uns auch nicht besaufen mussten, hatten wir’s lustig und erinnern uns auch noch daran – Peinlichkeiten gab es keine. Frage mich schon, weshalb man sich dermassen auskotzen muss, als wäre die Ehe ein Joch, unter welchem man nie, nie mehr Spass haben kann.

  • Holger Schulz sagt:

    Das unerträgliche an Polterabenden ist ja nicht, dass sie mittlerweile jeder feiert. Das banale ist, das sie primär langweilig sind. Irgendwann ist mal eine Dame auf die glorreiche Idee gekommen Blumen aufs Herren WC im Restaurant zu stellen, damit diese der Braut übergeben werden können… soweit so gut!
    Mittlerweile ist es an der Tagesordnung in den entsprechenden Restaurants bald jedes Wochenende Blumen für die Braut zu finden, teilweise gleich mehrfach. Dazu wird dann von den Damen ein wenig gesoffen und gekreischt und fertig ist der Polterabend.

    Nein, ich bin nicht gegen diese Instituion – ich bin dagegen, dass der Polterabend einfach nur uniform und langweilig ist.

    Werte Damen – seid ein wenig kreativer, lasst Euch was anderes als Blumen auf dem Herren WC einfallen und schneidet Euch eine Scheibe von den Herren ab. Die gröhlen nur (was definitiv nicht so auf die Nerven geht wie kreischen) und haben – zumindest zu einem guten Teil – wirklich kreative Ideen, wie man sich zum Idioten macht. Niveaulos sein mit Niveau… das ist gut!

    Zur Diskussion ob es nun Polterabend oder Junggesellenabschied heisst: der Polterabend wie er in der Schweiz stattfindet wurde aus dem deutschsprachigen Raum importiert und nicht aus dem englischsprachigen (wo es hen – party heisst). Dementsprechend wurde jedoch der falsche Name übernommen. Polterabend ist faktisch der falsche Ausdruck, jedoch etabliert und deshalb zu akzeptieren.

  • Urs Hunziker sagt:

    Ist es jetzt „bünzli“ einen Polterabend zu feiern oder einen Artikel darüber zu schreiben? Für mich hat „bünzli“ viel mit Mainstream zu tun und letztendlich erleben wir genau das mit dieser wirklich nicht originellen Anhäufung von besoffenen Mädels in Bunny-Kostümen. Ob Manchester, Berlin oder Zürich, die gleichen Mode-Labels an den Haupteinkaufsstrassen und die gleichen, grenzwertig, randdebilen Gestalten mit Plüsch-Schwänzchen am Kampftrinken. Facebook live, ich poste meinen Status in der ganzen Stadt. Das Leben ist öffentlich aber dafür auch nur noch banal. Prost.

    • Maria sagt:

      Nein, nein, Urs. Das ist weder banal, noch buenzlig. In Zuerich ist das urban, cool.

      • Urs Hunziker sagt:

        Maria, ich neige dazu deinen Wohnort im Mittelland zu vermuten. Urban vielleicht, in Gunzgen oder Mooslerau ist die Erkennungsgefahr ja zu gross beim Sau raus lassen. Aber cool?? Da haben wir vor über 30 Jahren schon coolere Sachen angestellt, aber ich geniesse natürlich nicht nur das Glück der frühen Geburt, sondern auch das Privileg in der Stadt aufgewachsen zu sein. Meine uncool Wertung gebenüber diesem „Agglo-Ritual“ kommt wohl eher daher, dass es nicht wirklich kreativ ist. Da wäre ja noch Potential vorhanden. Zumindest muss ich festhalten, dass die Girls in Zürich viel attraktiver sind als in Manchester nur ist das Zürich im Vergleich auch sonst. Mit Ausnahme des Fussballs.

  • studer sagt:

    super, in der stadt wohnen aber über den lärm motzen… und warum bitte will man das nach luzern oder basel abschieben?

    • Lia sagt:

      ganz einfach: polterabende sind kein lärm, mit dem man rechnet, wenn man in die stadt zieht.
      und wer keinen humor versteht, soll das kommentieren sein lassen.

    • Jack Stoffel sagt:

      @ studer
      Super; in einem Vorort wohnen und in der Stadt sau(f)glattistischen Krach veranstalten… und warum bitte kann man das nicht in Volketswil/Muttenz/Bümpliz/Onex oder irgendeiner anderen Betonwüste tun?

  • Marc sagt:

    Mit „die mittelalterliche Prangerstrafe“ ist alles schon gesagt. Wer mittelalterlich denkt begrüsst auch solche Methoden. Zürich war, ist und bleibt stock konservativ, sogar der möchtegern Trendsetter Züritipp. Leider nicht genug. Die Stapo denkt ähnlich, Tenor heisst Schnauze mit Spass. Sie meint sogar es ist möglich ein Alkverbot in Kreis 4 einzuführen… die Verbotstafeln hängen schon. Aber warum hat die Stadt dann gerade Caliente am gleichen ort veranstaltet? Es stinkt nach Doppelmoral!!!

  • Pascal Sutter sagt:

    Wenn ich solche Polterabende sehe frage ich mich wirklich, wieso man heiratet… geht das dann nachher so weiter? ODer ist das der ABschlus von… was auch immer – dem Leben?

  • aTTack sagt:

    Hm, Polterabend …

    Anno ’99 habe ich mit ca. 10 meiner Freunde und jeweiliger Begleitung eine Runde Paintball (ok, es waren mehrere Stunden) gespielt. Jungs gegen Mädchen, gemischt, Capture the Flag, etc. … und mit meiner zukünftigen Frau!

    Abends in eine gemietete Waldhütte, Soundanlage aufgebaut, Lichter und Fackeln angezündet, gegessen, getrunken, gelacht, geweint … einfach Spass gehabt.

    Am nächsten Tag geheiratet … 🙂 und bis heute nicht bereut.

    Ich bin auch kein Anhänger dieser urbanen Unsitte, verkleidet und betrunken (also voll lustig) durch die Stadt zu prollen.

  • Fröhn sagt:

    Wer für eine Tageszeitung schreiben will sollte sich nicht solcher Anfängerfehler überführen lassen:

    Sie schreiben „Ich will ja nicht intolerant erscheinen, aber…“. Glauben Sie wirklich damit seien Sie vom Vorwurf der Intoleranz gänzlich befreit und dürften nun Ihrer Intoleranz freien Lauf lassen? Das gleiche gilt fürLeute die sagen „ich bin ja kein Rassist aber…“

    • Reda El Arbi sagt:

      Ich will ja nicht kleinlich sein, aber dies ist keine Tageszeitung, sondern der Züritipp-Stadtblog. Wir arbeiten hier mit Selbstironie und wie man an den Tags unten sieht, mit ein wenig Satire. Und nochmals: Ich will ja nicht oberlehrerhaft sein, aber der Züritipp ist ein Wochentitel. 🙂

      • Bernd S. sagt:

        „Wir arbeiten mit Selbstironie“….. das kann nicht gut kommen wenn Selbstironie erarbeitet werden muss. Das wirkt irgenwie verkrampft…… Ich will ja nicht meckern, aber……. 😉

  • Lars sagt:

    jawohl reda! den nagel auf den kopf getroffen.
    übrigens: „mein beileid“ kommt auf das „sie wird heiraten“ auch immer sehr gut an 😉

  • Antbuenzli sagt:

    So ein unnoetiger Artikel. Lasst doch die Leute ihren Spass haben. Nach 6 Jahren im Ausland bin ich schockiert wie buenzlihaft unsere Gesellschaft hier in der Schweiz ist. Ueberall frustrierte Spassbremsen die nichts besseres zu tun haben als sich ueberall einzumischen. Kein Wunder verkriechen sich hier soviele Jugendliche in Kellern, droehnen sich mit Drogen zu und hoeren laute Technomusik. Man muss sich ja schaemen, wenn man in der Oeffentlichkeit einmal feiern will und dabei halt nicht eine Flasche Bier und einen Cervelat in der Hand haelt.

    • Sandro Berger sagt:

      Das Nervende an Polterabenden ist deren Banalität. Uniformiertes Feiern für eine uniformierte Gesellschaft.

      • Lia sagt:

        aha, man ist also eine spassbremse, wenn man sich nicht halbbekleidet und komplett besoffen irgendwelchen fremden an den hals wirft. das ist für mich der inbegriff der spassbremse, die sind nüchtern nämlich in etwa so spassig wie ein grenzpfosten.

    • Meyerhans sagt:

      Wenn Sie überall Spassbremsen sehen. müssten Sie vielleicht einmal überlegen, in welcher Gesellschaft sie verkehren?

  • Peter Hauser sagt:

    Genialer Artikel – voller Humor und Satire.
    Und all die, die jedes Wort und jeden Satz wörtlich nehmen, verstehen nicht worum es hier geht.
    Aber das ist ja eben auch ein Zeichen der Zeit, in der wir leben.

    • Fröhn sagt:

      Ich glaube ich verstehe wirklich nich.

      Worum geht es denn?

      • Reda El Arbi sagt:

        Es geht ums Übermass. Sie möchten sicher auch nicht jedes Wochenende Wildfremde, die sich in ihrem direkten Umfeld betrinken. In ihrem Garten zum Beispiel. Zürich ist auch eine Wohnstadt, nicht einfach nur eine Partymeile für Jedermann.

        • Slobo sagt:

          Wenn ich sie richtig verstanden habe, wollen sie die Schweiz zur weltgrössten sleeping community verkommen lassen indem sie nun in Zürich auch die letzte Meile der lauten Freude ausmerzen. Haben sie schon mal eine Nacht in London, Kairo, Istanbul, Peking, New York oder Berlin verbracht? Zürich ist super super SUPER leise. Von welchem Übermass sprechen sie? Sie erinnern mich an meine Nachbarn in den 70zigern, die uns Kindern das spielen auf dem Spielplatz verboten haben. In Zürich ist schon vieles verboten, noch mehr verbieten ist einfach nicht mehr tragbar. Mehr entspannte, liberale und direkte Mitbürger würde ich mir eher in Zürich wünschen, als weitere Restriktionen, Gesetze und Verbote von irgendwelchen verklemmten Politikern, die eine Stimme wie Kenny, der Autoverkäufer von der Radiowerbung, haben.

          • Urban Zuercher sagt:

            @Slobo: Ja, ich wär auch einer dieser Nachbarn, wenn Eltern aus der ganzen Deutschschweiz ihre Kinder auf den Spielplatz vor meinem Schlafzimmer karren würden (im SUV, nehm ich mal an.) Und dann käm noch die Aufforderung der Eltern an ihre Kinder, hier mal so richtig laut, blöd und doof zu tun. Endlich können die Kleinen mal ihre Vuvuzelas und Trommeln ausprobieren! Weil daheim auf dem Land, da würde das natürlich nicht gehen, was denken denn die Nachbarn. Da muss man sich ja bei der nächsten Kirchenchorprobe erklären. Darum geht man ja mit den Bälgern auf den Spielplatz in der Stadt, wo einem niemand kennt.
            Genau so verhalten sich eben auch die halbwüchsigen Heiratswilligen.
            Grz Z

          • Slobo sagt:

            @Uran Zuercher: Die City muss ein Ort der Begegnung, Kreativität, Inspiration und Freude sein. Die City muss brennen, muss elektrisierend, faszinierend sein, muss blinken, leuchten, sich in ein Opiat verwandeln in der Nacht, es muss ein Ort für Jedermann sein, alles andere als ein Schlafplätzchen für Konservative und Eingebildete. Ich habe den Eindruck, dass viele in der Stadt Zürich (City) leben, damit sie sich als was besseres fühlen können. Es schein mir, sie wollen nur die Tankstellen auf Autobahnraststätten als einzige Ausgehalternativen frei geben, so wie in Vorarlberg Österreich…Anderst: Wie stellen sie sich denn eine City vor? 🙂

          • Sgt Klinger sagt:

            @ slobo
            aber die Döfis sind ja nur besoffen und machen sich zum Idioten, wie Lia weiter oben schreibe – ohne Alkohol so lustig wie ein Grenzposten. Was finden Sie an diesen Polterabenden an Begegnung? Wenn wieder mal gekotzt wird? und worin finden Sie da irgendwas von Kreativität, Inspiration und Freude? Hä? Wie immer die Masse machts, aber wenn ich an einem Abend xmal von solchen Döfitrupps angelallt werde, dann ist halt zuviel „Masse“. Verbieten muss man nicht, aber applaudieren auch nicht, oder.

          • Urban Zuercher sagt:

            „Die City muss brennen, muss elektrisierend, faszinierend sein, muss blinken, leuchten, sich in ein Opiat verwandeln in der Nacht, es muss ein Ort für Jedermann sein, alles andere als ein Schlafplätzchen für Konservative und Eingebildete.“ Wirklich schön geschrieben, und das kann ich wirklich unterschreiben. Und genau das ist das Problem: 10-15x am Abend die gleiche Leier, der gleiche Ablauf, unformiertes Lustig- und Besoffensein wie im Musikantenstadl. Und ja, 1 Musikantenstadl ist ok (In ZH z.B. die Bierhalle Wolf), 15x den gleichen Sch… brauch ich aber nicht.
            Und dazu kommt der Gruppeninderfremdeeffekt (Sieht man im Militär, auf Maturareisen, bei Guggenmusigen ausserhalb des eigenen Dorfes(ja, ich war jahrelang in einer)): Zusammen in der Anonymität abtauchen, einen auf Platzhirsch machen und Grenzen überschreiten, die einfach nur unter Alkohol lustig sind. Und für die, die schlafen wollen oder nachher aufräumen müssen, einfach nur doof.

          • Slobo sagt:

            @Sgt Klinger: Inspiration für Kreativerfolgreiche ist meistens und vielmals Kitsch. Kreativschafende schauen sich diesen Kitsch an und finden darin kleine winzige Fragmente, die einmalig, genial und wunderbar sind. Kreativität ist wie ein Puzzle, dass aus vielen kleinen hässlichen Teilen besteht. Schönheit ist ein Produkt, entsprungen aus dem Chaos des Kitsch. Sie werden mir hier wahrscheinlich nicht zustimmen, diese Mädchen sind nicht lästig, sondern notwendig, sie sind definitv was inspirierendes, sie tragen den Samen des Schönen und die Zürcher Snobs sind sich das nicht bewusst, weil sie sich Designerklamotten von Armani kaufen, dessen Inspiration vielleicht genau diese Mädchen waren. Ein Snob zu sein ist ein unbewusstes Signal an die Öffentlichkeit, dass man Dumm ist. Wegen dem Betrinken, das ist aber das einzige was Europa vereint. Alle in Europa trinken viel zu viel. Von Portugal bis zum Ural, von Irland bis Griechenland, warum sollte das in der Zwinglistadt anderst sein? Dank dem Trinken haben wir Europäer zu allem eine Meinung, ist doch gut (!), obwohl wir keine Ahnung vom Thema haben und zum ersten Mal was davon hören. Ist lustig in Asien, wenn man nach einer Meinung fragt und die haben keine, das kennt man auf unserer Kontinentseite nicht. 🙂

          • Jack Stoffel sagt:

            @ Slobo: Thema „die City muss brennen“: Machen Sie sich doch ein Feuerchen in Ihrem eigenen Gärtchen, oder bringen Sie Ihr eigenes Haus zum Brennen. Thema „zu viel trinken“: Zwecks Rationalisierung dieses Vorgangs schlage ich vor, dass Sie die Süffel weltweit dazu anhalten, sich in Ihrer eigenen Wohnung volllaufen zu lassen. Dann müssen solche Personen z.B. weder ihren Mageninhalt vor meiner Haustür deponieren noch angefressene Servelas in meinen Hauseingang werfen. Themen Kreativität, Kitsch und Mädchen mit dem Samen des Schönen: Wo haben Sie diesen Gedankenschrott her? Aus dem Container irgendeines Werbebüros?

  • Martin Felder sagt:

    Obwohl ich auch kein Freund von Polterabenden bin, outet sich hier die ach sooo super coole Autorin als teil der Oberbünzli Hipstergesellschaft, die jegliche Spass- und sogar Lebensform die nicht Ihrer verkorksten Nazi – Hipsternorm entspricht schlecht zu machen. Wie wärs wenn man anstatt sich aufzuregen einfach mal mitlachen würde?
    Die Welt wäre ein besserer Ort…

    • Reda El Arbi sagt:

      Bitte seien Sie vorsichtig mit Nazi-Vergleichen in lächerlichem Zusammenhang. Und was das Mitlachen angeht: Eine solche Truppe ab und zu würde die Stimmung ganz bestimmt heben. 10 bis 12 solcher Trupps innerhalb weniger Stunden sind einfach des Guten zuviel.

      Der Autor

      • Fredi Krug sagt:

        Da muss ich der Autorin mehr als nur Recht geben.

        • Reto B. sagt:

          Welche Autorin?

          Naja für meinen Teil:

          Besoffen ist nicht (notwendigerweise) gleich Lustig. Ich kann auch trinken ohne lustig zu sein 🙂

          Und verkleiden und im Dörfli Rammsch aus dem Korb verkaufen ist nicht originell. Vor allem nicht, wenn alle 10 Meter wieder ein Verein kommt und ich mich echt fragen muss, ob das jetzt die selben sind wie vorher oder ob die nur gleich aussehen und das gleiche machen.

  • Slobo sagt:

    Mehr peinlich als die alkoholisierten Hühner sind defintiv die Ins-Seitengässchen-flüchten-Zürcher, zu welchen offensichtlich auch der Autor dieses Artikels gehört. Sich verstecken und sich danach darüber fürchterlich aufregen ist echt wimpig! Das ist erst verklemmt! Ihr Weicheier, Waschlappen, sollt endlich mal lernen direkt sein. Versucht es! Zeigt Mut! Zum Beispiel könnt ihr sagen: Verp**st euch! Geht nach Hause! Ihr geht mir auf den S**ck ihr peinlichen Hühner! Geht zu Mama und Papa ins Dorf! Ihr werdet euch danach so befreit und erlöst fühlen! Eure Seele wird schreien vor Glück!

    • Bernd S. sagt:

      Auf „geht zurück ins Dorf“ haben mir die letzten beiden Poltergruppen mit „wir sind Zürcherinnen“ geantwortet….. das mit „Zürich ist auch eine Wohnstadt“ kapieren glaubs auch Einheimische nicht immer so ganz…!?

  • Dieter sagt:

    Hier noch der Clip dazu: http://bit.ly/JJodA7

  • Dieter sagt:

    Danke für diesen intolleranten Artikel. In Basel ist es dasselbe. Nur stelle ich mir das in Zürich noch eine Stufe schlimmer vor, da die Klobürstchen wahrscheinlich von Louis Vuitton sind.

  • hans nötig sagt:

    Ich persönlich habe eigentlich nichts gegen Polterabende, gibt welche die haben echt gute Ideen. Was stört sind diese aufgesetzten „wir haben es heute besonders lustig“-Truppen, die ihr 0815 Programm durchziehen und eigentlich selbst nicht wissen wieso.
    Leider sind die mittlerweile irgendwie in der Überzahl und (sorry geschätzte Damen aber das ist meine subjektive Wahrnehmung) meistens weiblich. Mag evtl daran liegen das die schlechten männlichen schnell mal im Stripclub enden und man die nicht gross sieht.

  • Oberli Jörg sagt:

    Ich muss dann schon bitten: Die Angelegenheit muss ernsthaft betrachtet werden. Die Bräuter und Bräutinnen sollen doch mal das Schwein öffentlich rauslassen können. Sie versenken dann meistens noch früh genug in der allgemeinen Bedeutungslosigkeit. Aber etwas will ich mir doch verbitten: Diesen Unfug nach Basel zu transferieren. Das geht nicht! Wir müssen schon genug Mist ertragen. Von den eigenen Leuten, den Waggis (Elsässer) und Lörracher. Also, bleibt daheim! Ein Berner, welcher in Basel lebt und Zürich überalles liebt.

    • Sandra sagt:

      Wir haben auch in Basel genug Polterabende – besuchen Sie mal die Steinen am Wochenende… Ich finds peinlich, aber sich daran stören muss ja nicht sein – leben und leben lassen!

      • Oberli Jörg sagt:

        Die Steinen ist wohl cool. Ist auch das Einzige in Basel. Das passt! Hingegen den Claraplatz mit den Alkis ist nur noch ein Aergernis (wohne seit 25 Jahren dort). Hoffentlich richtet es der neue Polizeidirektor.

  • Reto Suter sagt:

    Wenn Zürich keine grösseren Probleme hat, geht es der Stadt noch sehr gut. Die zunehmende Vermüllung, die mit der geistigen Verwahrlosung einhergeht, gibt mir jedoch mehr zu denken als angetrunkene „Hühner“ in Hot Pants.

  • Bruno sagt:

    Desto prüder und konservativer die Gesellschaft, desto mehr Ventile um Druck abzulassen. Wie viel Menschen die sonst unscheinbare langweilige Gestalten des Alltags sind, benehmen sich bis über die Grenze des peinlichen an solchen Anlässen? Fasnacht, Polterabend, Streetparade etc. Bei der Streetparade kommen noch diejenigen dazu welche den Raver Anlass dazu missbrauchen einmal pro Jahr im Nutten-Outfit durch Zürich zu tänzeln.

  • Susi sagt:

    Hahahaha herrlich!! 😀

  • Peter Müller sagt:

    Spassbefreite Gesellschaft! Selbst schuld, wenn man unbedingt im Niederdörfli wohnen muss. Übrigens heisst das Junggesellenabschied! Ein Polterabend ist etwas ganz anderes.

    • Peter Rietsch sagt:

      Wir sind hier nicht in Deutschland. Hier heisst es Polterabend.

      • Juan Bueno sagt:

        Quatsch,
        in Deutschland sagt man zu einm Polteraben „Polterabend“.
        Aber den macht fast keiner mehr.
        Es gibt jetzt nur noch Junggesell(in)en-Abschiede.
        Eine Bekannte hat gerade ihren dritten organisiert.
        Die Arme!

        • Peter Rietsch sagt:

          In Deutschland sagt man einem Kollegen „Kollegen“, und man meint damit einen Mitarbeiter. In der Schweiz sagt man einem Kollegen „Kollegen“, und man meint damit einen Freund/Bekannten (soviel zu „Eine Bekannte…“). In Deutschland sagt man einem Polterabend „Polterabend“, und man meint damit einen (dt.) Polterabend. In der Schweiz sagt man einem Polterabend „Polterabend“, und man meint damit einen (dt.) Junggesellenabschied.
          In der Schweiz gibt es nur Polterabende, und in Deutschland gibt es immer häufiger nur noch Junggesellenabschiede. Es handelt sich um die gleiche Veranstaltung: Bachelor party/Stag night.

          • Peter Müller sagt:

            Ach so…und ich dachte, so ein Polterabend (in dt. Junggesellenabschied) sei in der Schweiz gar keine Tradition. Dann bleibt als Erklärung nur noch die Übernahme des falschen Begriffs für die richtige Veranstaltung! Mal ne blöde Frage: wie nennt man dann denn in der Schweiz einen Polterabend? Also die Veranstaltung, die sich in D so nennt!

          • Sibylle Geitlinger sagt:

            Herr P. Müller, schauen Sie doch einfach kurz auf Wikipedia nach, wo Sie doch schon online sind. Dauert 2 Sekunden und Sie haben Ihre “ blöde Frage “ beantwortet. Uebrigens: Im Internet finden Sie mit ein wenig gutem Willen auch Informationen zu Traditionen in der Schweiz. Und zu guter letzt: Was verleitet Sie zur Behauptung, dass hier ein falscher Begriff für die richtige Veranstaltung übernommen wird? Darf ich eine Vermutung anstellen? Sie kommen aus Deutschland und haben noch nicht erkannt, dass sich die hiesigen Dialekte und auch die Schriftsprache wesentlich von der deutschen Hochsprache unterscheiden. Sie sind gern eingeladen, ein wenig genauer hinzuhören, bevor Sie den Blog mit Ihren unbedachten Belehrungen vollpacken.

  • Michel Zenger sagt:

    Super!!!

    Herr Wepfer, das ist in etwa einer der besten Kommentar den ich je gelesen habe!

  • diva sagt:

    super beschrieben… es ist einfach hochnotpeinlich solche amerikanischen sitten bei uns adaptieren zu wollen und ein zeichen dessen, dass wohl europa als wiege in vielerlei hinsicht das zenith überschritten hat. wenn ich mir vorstelle, dass solche menschen dann kinder in die welt setzen… gute nacht!

    • lukas meier sagt:

      Wieso muss eigentlich jedes Wochenende die halbe Deutschschweiz bei uns in Zürich einfallen und sich dermassen idiotisch benehmen?
      Was würden wohl die ganzen sauglatten Agglos dazu sagen,wenn wir Zürcher am Weekend bei ihnen einmarschieren würden und ohne Rücksicht auf Verlust den“ Chasperli“ machen täten?

      • Stéph sagt:

        Herr Meier

        Ich habe Mitleid. Und natürlich machen solche Sachen ja nur die Agglos, nicht die Zürcher.
        Übrigens, die Zürcher machen bei uns auch den Chasperli. Alleine mit ihrer Anwesenheit.

  • Huber Hans sagt:

    Da gebe ich Ihnen absolut recht! Mir sind die Steine schmeissenden, laut schreienden, provokativen, gewalttätigen und Fensterscheiben zerschlagenden Demonstranten auch lieber. Die kommen wenigstens nur, wenn’s auch wirklich was zu „feiern“ gibt. Und da macht die Polizei wenigstens auch mit! Da kriege ich immer feuchte Augen, wenn ich das sehe (vermutlich aber vom Tränengas). Nicht jedoch wegen so jungen, fröhlich gestimmten, etwas zu sehr alkoholisierten jungen Frauen, die vor der Ehe nochmals die Sau raus lassen wollen. Und überhaupt, wir haben im Alltag nichts zu lachen, da sollten wir es unbedingt auch in diesen Fällen unterlassen und uns mit gesenktem Kopf in den nächsten Hauseingang oder die Seitengasse flüchten!

  • Danny Kinda sagt:

    Ich finde den Artikel ziemlich treffend. Diese Grüppchen sind echt ein Ärger. Bisher konnte ich mich jedoch dem treiben glücklicherweise immer entziehen. Ich habe mal bei einem solchen Umzug mitgemacht. Jedoch unter Männern und auch nur als Fotograf. Das war 2008 während der Euro als Holland gegen Russland spielte. Damals wurden sogar die Polizisten angehalten freundlich zu den Leuten zu sein und für Erinnerungsfotos bereit zu stehen. Irgendwo auf der Festplatte sollte das besagte Foto noch sein. Der Bräutigam musste sich übrigens als Schneewittchen verkleiden. Tja..

    PS.
    Könntet ihr womöglich auch mal was nettes schreiben wo man sich dann auch nett äussern könnte? Bei den Leuten die mich kennen bin ich eben schon als ober-Motzer bekannt. Dann könnte ich mich etwas rehabilitieren. Danke!

  • RA sagt:

    ich gebe am polterabend jeweils meine visitenkarte mit einem gutschein für eine stunde rechtsberatung für die scheidung à fr. 300.– ab

  • Christian Dussault sagt:

    Rechtlich gesehen machen diese Leute nichts was unlauter währe. Im Falle einer nächtlichen ruhestörung empfele ich Ihnen entsprechende fachkräfte zu kontacktieren die sich darum kümmern können. Ansonsten, lassen Sie doch die Leute Leute sein und unterlassen Sie es doch bitte Gemüter mit solch irrelevanten artickeln zu erhitzen.

  • Lucie sagt:

    Schön geschrieben.
    Es beruhigt ein wenig zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die das dekadente und infantile Treiben sooo toll nicht findet…

  • Peter sagt:

    …wir haben in luzern genau den gleichen pöbel!
    bitte nicht noch mehr davon

  • Tom Dubach sagt:

    Herr Wepfer, so ein Schwachsinn!

  • Thomas Wepfer sagt:

    Bei der NZZ findet man solche Polterabende vermutlich einfach aus ideologischen Gründen gut. Die NZZ will eine möglichst konservative Gesellschaft, und dazu wollen sie möglichst viele Leute verheiratet sehen, und darum findet so eine NZZ dann jeden blödsinnigen Polterabend gut, nicht weil sie es wirklich gut finden, sondern weil es ein Mittel ist, eine gewisse Zielgruppe zum Heiraten zu motivieren.

    • Andy Stettler sagt:

      Herr Wepfer, das ist in etwa der dümmste Kommentar den ich je gelesen habe!

      • Sandro Graf sagt:

        Aha, ich bin also verheiratet, weil ich NZZ-Abonnent bin und von der Wertprägung besagter Zeitung beeinflusst bin. Herr Wepfer, also echt!

        • Thomas Wepfer sagt:

          Herr Graf sie sagen, wenn A zu B führt, dann führt B zu A. Herr Graf, Sie und ich, wir spielen nicht in der gleichen Liga.

        • Chris Gessner sagt:

          Meine Herren!
          Anstatt Herr Wepfer als den dümmsten Kommentarlieferanten zu titulieren, wäre eine angebrachte Kritik des Hauptautors oder eine Ergänzung des Beitrages gefragt. Aber eben. Erst Manieren, dann Moral.

        • Huber Hans sagt:

          und vermutlich ist daher auch die Scheidungsrate so hoch, damit man gleich den nächsten Polterabend in Angriff nehmen kann – oder?

    • Herr Hänni sagt:

      Reda, ich glaube nicht, dass Du die Satire von Herrn Wepfer jemals übertreffen kannst. Ganz grosses Kino!

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