Fadegrad: «Nehmt euren Müll mit!»

Viel Spass am See! Aber räumt bitte hinterher auf.

Viel Spass am See! Aber räumt bitte hinterher auf.

Fadegrad ist eine neue Rubrik in unserem Stadtblog, in der man sich mal über die kleinen und grossen Ärgernisse in Zürich aufregen und auch mal fluchen darf. Hier rechnen wir und unsere Leser mit dem Alltag in der Stadt ab. Wenn Sie sich auch mal aufregen möchten, Text an die Stadtblog-Redaktion.* Hier unser erstes Fadegrad, viel Spass!

Sonntagmorgen an der Seepromenade. Sonntagmorgen in der Bäckeranlage. Sonntagmorgen an jedem schönen Plätzchen in der Stadt, und ich sehe Müll, so weit das Auge reicht.

Ein zufälliger Passant an der Seepromenade könnte denken, dass Street-Parade war. Bierbüchsen, Weinflaschen, Einweg-Grillschalen, Kleider, Pariser, so weit das Auge reicht. Krähen knabbern an weggeworfenen Grillresten, Plastiksäcke flattern im morgendlichen Wind. Genau in dem Wind, der mir den Uringestank aus den Büschen in die Nase trägt. Ehrlich, ich bin nicht heikel, kein Ordnungsfanatiker. Mich stört es nicht, wenn jemand Müll in seinem Garten oder seiner Wohnung sammelt.

Aber meine Mutter seelig hat mir beigebracht, dass ich in meinem Zimmer einen Saustall haben darf, das gemeinsam genutzte Wohnzimmer aber ordentlich sein soll.

Und was mich am meisten aufregt an der allsonntäglichen Schweinerei, ist, dass es nicht mal die Stadtzürcher sind, die sie anrichten. Die wollen nämlich auch am nächsten Tag noch ihre Parks und Seeufer geniessen.

Der Müll kommt von Agglomeranern, die am Wochenende in die Stadt pilgern und hier die Sau rauslassen. Ich verlange ja nicht, dass sie ihren Müll wieder nach Hause nehmen, sondern einfach richtig platzieren. Grün Stadt Zürich und Entsorgung & Recycling haben an jeder Ecke mindestens einen Mülleimer aufgestellt, am See sogar grosse weisse Container. Und nun ratet mal, liebe Wochenendwildsäue, wozu die da sind? Ja, genau. Aber vielleicht erkennt ihr ja unsere stylischen Abfallbehältnisse wegen ihres modernen, urbanen Designs nicht?

So sehen sie aus:

Und bei diesem Schild könnt ihr euer Geschäft verrichten. (Nicht am Schild, sondern in den dafür gedachten Räumlichkeiten!)

 

Herzlichen Dank, dass ihr in Zukunft Rücksicht nehmt auf die Anwohner. Ihr dürft Lärm machen, feiern, Intimitäten nachgehen, aber, bitte!, nehmt euren Dreck mit!

 

*Wir behalten uns vor, eingeschickte Texte sprachlich zu redigieren und zu kürzen.