«Lava» im Schnee

Ermittlungen auf dem Lava-Feld. Wer hier verschwindet und bis Sonnenuntergang nicht auftaucht, ist verloren.

Schnee ahoi, das Klagen der Skiliftbetreiber hat ein Ende! Doch so schön der Winter auch anzusehen ist, er hat seine Tücken: Das Trottoir ist glatt und die Schuhsohlen rutschig (kriegen Schuhhersteller eigentlich Provision von Orthopäden?). Wer die Zeit bei einem spontanen Schwatz auf der Strasse vergisst, riskiert eingerissene Lippen oder eine Tröpfcheninfektion. Und mit dem Fahrrad strampelt man nun öfters in der Horizontalen.

Wer kein Schnee-, sondern ein Angsthäschen ist, kann sich bestens unterhalten vor dem Fernseher verkriechen, denn Serienspecials haben Hochsaison. Arte strahlt etwa die vier Folgen der isländischen Miniserie «Lava» am Stück aus. Der Sender weiss eben: Die Zuschauer sind da beziehungsweise drinnen. Und sie tragen dicke Wollsocken. Brauchen sie auch, denn die Krimiproduktion «Lava» lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Nicht wegen der mystischen Landschaftsaufnahmen, sondern wegen der Morde, die auf der abgelegenen Halbinsel Snaefells­jökull verübt werden. Das erste Opfer, ein Banker, ist zwar kein Sympathieträger, aber als er in seiner gläsernen, auf einem Vulkanfeld thronenden Villa erlegt wird wie Wild, fährt das trotzdem ein. Und was mit seinem Hund geschieht, ist für sensible Fernsehseelen wie mich sowieso der pure Horror. Als dann auch noch ein Kind verschwindet, gibts kein Wegzappen mehr:

Auch wenn der Sensenmann auf den Schneepisten mitkurvt – gegenüber «Lava» erscheint die Realität geradezu harmlos.

Die Miniserie «Lava» ist online auf www.arte.tv und wird heute, 21. 1., ab 0.45 Uhr auf Arte am Stück wiederholt.

Alle Folgen vom Serienjunkie finden Sie hier. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 21.01.2016, 10:21 Uhr)

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