Cop hat die Haare schön

Warum tragen Fernsehpolizistinnen stets die Haare offen?

Ich finde lange Haare bei Frauen toll. Nie würde ich meine Mähne freiwillig abschneiden – was wohl daran liegt, dass ich bis ins Kindergartenalter aus praktischen Gründen mit einem kecken Kurzhaarschnitt rumlaufen musste und mich die meisten für einen Jungen hielten. Viele Fernsehpolizistinnen teilen meine Vorliebe und tragen ihre langen Strähnen in den Strassen von Chicago, Los Angeles oder Boston spazieren, etwa Rizzoli und Isles aus der gleichnamigen Serie.

Dabei frage ich mich stets: Fallen denen nie Haare auf die Leichen? Ich meine jetzt nicht ganze Leprabüschel, sondern einzelne Härchen, die schon ausreichen, einen Tatort zu verunreinigen. Schliesslich haben wir aufmerksamen Zuschauer von all den Krimiserien wie «CSI» oder «Crossing Jordan» eins gelernt: Schon ganz wenig DNA kann ausreichen, einen Täter zu überführen – oder aber die Ermittler auf eine falsche Fährte zu locken. Ergo müssten in Krimiserien wie «Rizzoli & Isles» immer erst die Haarproben der Ermittlerinnen aussortiert werden – aber das wäre wohl dramaturgisch unattraktiv («Schaut her, wir haben DNA gefunden! Oh, die ist bloss von dir.»).

Apropos unattraktiv: Weil im Showbusiness halt alle schön sein müssen, können die Darstellerinnen auch nicht mit Haarnetzen oder in Schutzanzügen rumlaufen. Geschweige denn in Turnschuhen. Nein, Pumps müssen es sein. Sehr praktisch dafür, den Tätern hinterherzurennen. Aber immerhin: Wird eine Ermittlerin überwältigt – etwa durch Reissen an den langen Haaren – und hat gerade keine Schusswaffe zur Hand, kann sie dem Angreifer einfach den spitzen Absatz in den Schädel rammen.

Die Serie «Rizzoli & Isles»: immer mittwochs um 20.15 Uhr auf Vox.

Alle Folgen des Serienjunkies finden Sie hier. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 07.04.2016, 12:07 Uhr)

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