Von der Rolle

Rollenspiele in der «The IT Crowd».

Wenn ich «Fantasy-Rollenspiel» höre, kann ich nicht anders, als an einen toughen Geschäftsmann zu denken. An einen, der tagsüber durchs Büro stürmt und «Effizienzsteigerung» schreit – und abends in ein Hobbit-Kostüm schlüpft, um acht Stunden gegen Trolle zu kämpfen. Mit einem Würfel, der 464 Seiten hat.

Dank dem US-Serienhit «The Big Bang Theory» sind solche Tischplattenabenteuer nun auch einem breiteren Publikum bekannt. In der Sitcom zelebrieren die nerdigen Hauptcharaktere Rollenspiele und werden dafür von jenen belächelt, die ein ­Sozialleben ausserhalb der Koboldwelt pflegen. Etwas, das Seriennerds weltweit verbindet. Auch die Informatiker aus der britischen Blödelcomedy «The IT Crowd» werden für ihr Hobby wenig ernst genommen. Immerhin springt ihr Funke über: Als ihnen die Aufgabe zufällt, Kunden zu unterhalten, denkt die Chefetage an einen Puffbesuch. Statt sexueller Rollenspiele bieten die IT-Spezialisten den Gästen jedoch Gedankenkämpfe gegen Zwerge und Co. – was die Geschäftsherren fester an die Stühle fesselt, als es eine Bondage- Domina je zustande brächte:

In der umjubelten US-Mystery-Serie «Stranger Things», deretwegen Serienjunkies letzten Sommer die Eiscreme im Hals stecken blieb, spielen die jungen Helden nicht nur «Dungeons & Dragons». Der Demogorgon schlüpft per Portal gar in die reale Welt und macht Jagd auf die Protagonisten. Diese besiegen das Monster schliesslich – ganz ohne Würfel:

Das ist cool, aber nicht cool genug, mich zum Mitspielen zu bewegen. Ich bin ganz glücklich in einer monsterfreien Welt, in der Würfel bloss sechs Seiten haben. Und in der sich umtriebige Geschäftsherren abends von Dominas an Stühle fesseln lassen.