Nachhilfe von Rocco

Die Swisscom-Webserie «Rocco» bietet digitale Nachhilfe und eine brutale Curling-Szene.

«Lade doch bitte Whatsapp runter. Es ist immer so mühsam, wenn ich dir ein Video schicken will», sagte meine pensionierte Mutter. Also sie bezieht AHV, sie hat sich nicht von ihrem Mutterjob zurückgezogen. Aber zurück zum Thema: Sie ist voll der Crack mit Internet und so. Früher konnte ich ihr Neuigkeiten erzählen, heute heisst es immer gleich: «Hab ich schon online gelesen.» Neulich führte sie mir Snapchat vor. «Was, du weisst nicht, was das ist?» Jetzt schon.

Um das Mutter-Tochter-Gefüge wieder in die richtige Bahn zu lenken – in jene Bahn, in der ich modern und jugendlich und digital agil bin –, suchte ich dort Rat, wo meine Mutter schon fündig wurde: im Netz. Und blieb bei einer Swisscom-Webserie hängen, die letzten Herbst aufgeschaltet wurde. «Rocco» vom webserienerprobten Regisseur David Constantin macht in erster Linie ganz viel Werbung für das Handy-Fernseh-Internet-Angebot des Unternehmens. In zweiter Linie funktioniert die Geschichte rund um zwei Brüder, von denen der eine rechtschaffen und der andere ein Schlitzohr ist, wie eine Art Tutorial für die vielen Anwendungsmöglichkeiten von Chats, Snapchats oder Videotelefonie.

Das ist alles ganz unschweizerisch rasant erzählt und schnell geschnitten, und bald schon konzentriere ich mich mehr auf die Handlung als auf die Technik: Sven (Branimir Macukic) muss seinem Bruder Rocco (Dejan Markovic) aus der Patsche helfen, denn dieser schuldet dem Gangster Frigo (Bruno Kocher) 20 000 Franken. Frigo ist der schauererregendste Schweizer Fernsehbösewicht seit Mathias Gnädinger als Organhändler Louis Lauener in «Der Bestatter»: Frigo spielt mit den Köpfen seiner Feinde Curling!

Und das Beste für mein Ego: Ich habe die Serie vor meiner Mutter entdeckt!

Alle sechs Folgen der ersten Staffel gibt es auf Youtube zu sehen:

 

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