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Will Smith und die Verlockungen

Fabian Kern am Mittwoch den 4. März 2015

«Focus» läuft ab 5.3. im Küchlin.

«Focus» läuft ab 5. März im Küchlin und im Rex.

Geld und Frauen, Frauen und Geld. Das sind jene Verlockungen, bei denen Mann Prinzipien und Vernunft in den Wind schlägt. Nicky Spurgeon (Will Smith) passiert das nicht. Der Sprössling einer berüchtigten Betrüger-Dynastie hat sich ein eigenes KMU aufgebaut, wenn es darum geht, ahnungslosen Bürgern an Grossanlässen das Geld aus der Tasche zu ziehen – sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinn. Ob Taschendiebstahl, Skimming oder falsches Glückspiel, die Opfer sind Nickys Fertigkeiten gegenüber ahnungs- und machtlos. In dieses absolut gewinnorientierte Unternehmen hineinzukommen, schaffen nur die Besten. Als die ambitionierte Anfängerin Jess (Margot Robbie) Nicky bei einem dilettantischen Betrug kennenlernt, möchte sie unbedingt von ihm ausgeblidet werden. Bei einem grossen Fischzug rund um den Superbowl in New Orleans überzeugt die Schöne den Meister von ihren flinken Fingern. Jess kommt aber weiter ins Team hinein als alle anderen, denn Nicky kann ihren Reizen nur eine bestimmte Zeit widerstehen und wird seinem Prinzip untreu, das er von seinem Vater gelernt hat: «Es ist kein Platz für die Liebe in diesem Geschäft. Sie kann dich umbringen.» Doch sind seine Gefühle wirklich echt oder ist Jess nur Teil einer seiner Betrügereien?

Eine Bekanntschaft mit Zukunft?

Eine Bekanntschaft mit Zukunft?

Offensichtlich stimmt es auch im privaten Bereich.

Offensichtlich stimmt es auch im privaten Bereich.

Wer kann dieser Frau widerstehen?

Welcher Mann kann dieser Frau widerstehen?

Die Handlung von «Focus» kann man schnell unterschätzen. Immer wieder ertappt man sich beim Glauben, die verschiedenen Wendungen zu durchschauen, immer wieder wird man eines Besseren belehrt. Genauso wie Jess kann sich auch der Zuschauer nie ganz sicher sein, was echt ist und was gespielt. Ist das nun eine Liebeskomödie oder ein ernsthafter Gaunerfilm? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, was gleichzeitig Stärke und Schwäche des Streifens von Glenn Ficarra und John Requa (die Schreiber von «Crazy, Stupid, Love») ist. So ist «Focus» ebenso leichtfüssig wie leichtgewichtig, so unterhaltend wie harmlos. Der Spannungsbogen hält einigermassen, weil man nicht weiss, wohin die Geschichte steuert. Die bis ins Detail aufgelösten Betrügereien sind absolut kreativ, der Cast reizvoll. Der 46-jährige Superstar Will Smith und der 24-jährige Shootingstar Margot Robbie («The Wolf of Wall Street») als ständig flirtendes Paar ist eine gewagte Kombination, die aber gar nicht so schlecht funktioniert. Ergänzt werden die beiden Eyecatcher durch Rodrigo Santoro («300», «The Last Stand»), Routinier Gerald McRaney («House of Cards) sowie den fülligen Spassmacher Adrian Martinez («American Hustle»). Abgerundet wird das bunte Gesamtpaket von den attraktiven Drehorten New Orleans und Buenos Aires. Kurzweilige Unterhaltung ist garantiert, einen bleibenden Eindruck hinterlässt der Streifen aber nicht, denn so raffiniert wie zum Beispiel die diebischen Magier in «Now You See Me» ist auch Nicky nicht. Am Ende des Tage ist ist auch er nur ein Mann.

«Focus» läuft ab 5. März 2015 in den Basler Kinos Pathé Küchlin und Rex.

Weitere Filmstarts in Basel am 5. März: Chappie, Still Alice, Seventh Son.