Beiträge mit dem Schlagwort ‘Washington’

Cheese Steak zum Zmorge – Der Roadtrip nach Kanada

the glue am Mittwoch den 9. März 2011

Washington liegt hinter uns. Den ganzen Montag verbrachten wir noch mit Sightseeing und nutzten dazu öffentliche Velos, die es überall in Washinngton an Docking Stations zu haben gibt. Super Sache, so fuhren wir zum Weissen Haus und erlebten gar die Ankunft einer australischen Delegation (Jonas meinte sogar, er hätte Barack Obama durchs Autofenster gesehen).  Dafür wurden natürlich alle Strassen gesperrt und wir mussten warten. Zuerst passierte uns das noch im Auto, kurze Zeit später fuhren wir erstaunt mit den Velos über verlassene Strassen, bis uns ein Beamter mehr oder weniger freundlich zum sofortigen Absteigen aufforderte. Nach längerem Suchen fanden wir dann auch das Kapitol und stellten erstaunt fest, dass die Sicherheitsvorkehrungen längst nicht (mehr) so immens sind, wie man sich das vorstellt.

Nach einem Dinner in Georgetown, tauschten wir abends unser kleines Auto gegen einen riesigen Van und bretterten auf der Interstate richtung Norden. Zwölf Plätze hat der Wagen, Platz genug also, um eingermassen gemütlich die Stunden auf der Strasse zu ertragen. Die Nacht verbrachten wir in einer Absteige der Kette Motel 6. Günstig zwar, aber hygienetechnisch und auch von der Lage her nicht gerade ein Bijoux. Burger King gegenüber, daneben ein Möbel Outlet und eine Tankstelle. Allerdings muss man sagen, dass eine solche Lage hier gar nicht ungewöhnlich ist, um nicht zu sagen normal. Zum Glück gab es ganz in der Nähe noch eine Bar namens Jay’s Elbow, wo wir uns ein paar Drinks genehmigen konnten, sonst wäre es wohl eine eher schlaflose Nacht geworden.

Der Geruch in der Absteige ist mit Worten kaum zu beschreiben, die Klimalanlage verbreitete eine trockene Hitze und das Bad ist wahrscheinlich schon länger nicht mehr gereinigt worden, ganz zu schweigen von den Haaren an den Handtüchern. Auch unsere Suche nach einem Ort zum Frühstücken scheiterte heute kläglich. Wir assen schliesslich eine Spezialität aus Philadelphia: Cheese Steak, was nichts anderes ist als ein Rindskebab mit Schmelzkäse. Uargh. Danach streiften wir noch ein bisschen durch Philadelphia, wo ja immerhin die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde und die erste amerikanische Flagge genäht wurde. Dann fuhren wir zu einem riesigen Outlet Store nahe New York, um uns mit allem Nötigen für den Rest der Reise auszurüsten. Das war die totale Überforderung. Wir irrten drei Stunden ziemlich kopflos durch die endlosen Gänge und staunten über die verrückt tiefen Preise. Natürlich nicht ohne diesen Umstand heftig auszunutzen.

Die nächste Nacht verbringen wir in Albany. Diesmal wieder in einem richtigen Hotel. Hoffen wir, es hält, was es verspricht. Mehr gibt es morgen wieder. wenn wir die Grenze nach Kanada hoffentlich sicher überquert haben.

Für den Schlaglicht-Blog berichtet die Basler A-capella-Band The Glue noch bis Ende März von ihrer Nordamerika-Tournee.

Stürmischer Abschluss in Washington

the glue am Montag den 7. März 2011

Am Sonntag um 15 Uhr haben wir unser letztes Konzert am SingStrong-Festival gegeben. Wieder war es ein super Publikum und sie schenkten uns einen tollen Applaus. Wir haben das erste Mal probiert, wie unsere etwas seltsameren Songs funktionieren, auch die Deutschen. Das funktioniert definitiv sehr gut, so können wir weitermachen. Die Schweizer Botschaft hat sogar eine Delegation geschickt und wie passend, die Dame war selber lange in einer A-cappella-Gruppe und jetzt Kulturkoordinatorin hier in Washington. Sieht also gut aus für eine weitere Tour nächstes Jahr;)

Leider hat das Wetter gerade gewechselt. Gerade stürmt es draussen und es regnet heftig. Hoffen wir, dass es morgen wieder etwas besser wird. Es wird unser freier Tag in Washington, bevor wir nach Norden nach Kanada fahren.

In der Jury für die Highschool Competition

the glue am Sonntag den 6. März 2011

In Amerika ist es ja üblich, dass die Schulen untereinander Wettbewerbe austragen. Nun fand innerhalb des SingStrong Festivals auch ein Wettbewerb für Schul-Ensembles statt und die Veranstalter hatten uns gebeten, in der Jury mitzumachen. 12 Formationen sollten einerseits individuelle Kommentare von uns erhalten und dazu sollten wir noch die besten Sänger und Sängerinnen, den besten Beatboxer und das beste Arrangement bewerten.

Pro Gruppe hatten wir 8 Minuten Zeit und nach zwei Stunden sollte die Entscheidung feststehen. Ihr könnt Euch vorstellen, wie anstrengend diese Jurierung war, zumal wir zu acht in der Jury sassen und uns dann noch auf unsere Favoriten einigen sollten. Am Ende gewann das Chamber Ensemble der South Lake Highschool mit einer betörenden Version von «I will fix you» von Coldplay.

Am Abend durften wir dann den Main Event des Festivals eröffnen. Angekündigt als die Band, die den weitesten Weg hinter sich gebracht hatte, um hier zu sein, begrüsste uns das Publikum mit frenetischem Applaus. Vor uns hatte das Chamber Ensemble nochmal die Leute verzaubert und als wir mit «Come what may» loslegten, waren sie nicht mehr zu halten. Am Ende gab es Standing Ovations und wir fühlten uns, als wären wir gerade durch einen Film gerast. Wahnsinn diese Leute, wahnsinn dieses Land. Wir sind definitv angekommen. So kann es weiter gehen.

Tumasch Clalüna, The Glue, Reston, USA

Der Traum der Nordamerika-Tournee wird Wirklichkeit

the glue am Mittwoch den 2. März 2011

Nach intensivsten Wochen der Vorbereitung starten wir, The Glue, am Donnerstag zu unserer ersten Nordamerika-Tournee. An dieser Stelle berichten wir täglich über unsere Reiseerlebnisse.

The Glue Band ohne InstrumenteEs war im Oktober, als von Oliver Rudin, Manager und Bandmitglied von The Glue, die Nachricht kam: Wir sind an die Harmony Sweepstakes Regional Competition in New York eingeladen! Dass es sich dabei um den wichtigsten A-cappella-Wettbewerb Nordamerikas handelt, wussten wir anderen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht – aber New York klang erstmal super.

Als dann nach und nach weitere Termine klar wurden, wie z.B. ein Auftritt am Main Event des SingStrong Festivals in Reston bei Washington am 5. März (auch das eines der bedeutendsten Vocal-Festivals des Kontinents), war der Rahmen der Tour bereits abgesteckt. Zuerst Washington und zwei Wochen später New York.

Die Zeit dazwischen würden wir schon irgendwie füllen. Und sie füllte sich wahrlich. Mittlerweile spielen wir sieben oder sogar acht Konzerte vom 3. bis 20. März und reisen auch nach Ottawa und Montreal in Kanada und nach Boston.

Anfang Jahr stand das Tourprogramm und wir mussten uns langsam überlegen, welche Songs wir überhaupt singen. Und ob wir diese auf Deutsch oder mit übersetzten Texten präsentieren. Letzteres erwies sich als praktisch unmöglich, zumal die Veranstalter sich deutsche Songs wünschten. Und vor allem wünschten sie sich Eigenkompositionen, weil das auch in der nordamerikanischen A-cappella-Szene nicht sehr verbreitet ist. Deshalb singen wir unsere Songs grösstenteils in den Originalsprachen, versuchen mittels der Ansagen den Inhalt wiederzugeben und hoffen einfach nur, dass den Leuten da drüben unsere Musik gefällt.

Morgen früh geht es mit British Airways zuerst nach London, dann weiter nach Washington, wo wir gegen 20 Uhr ankommen werden. Viele von uns waren noch nie oder schon sehr lange nicht mehr in den USA. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet. Stimmen die Gerüchte? Sind die Einreisekontrollen so streng, wie immer behauptet? Die Vorfreude ist im Moment jedenfalls riesig und die Spannung steigt von Minute zu Minute. Jetzt noch letzte Dinge erledigen und los geht’s.

Unseren Flugbericht aus der Blackbox gibt es morgen an dieser Stelle.