Beiträge mit dem Schlagwort ‘Trilogie’

Die Krux mit den Trilogien

Fabian Kern am Mittwoch den 23. September 2015

«Maze Runner 2» läuft ab 24.9. in Küchlin und Rex.

«Maze Runner 2» läuft ab 24.9. in Küchlin und Rex.

Die gute Nachricht ist, dass es auch eine schlechte gibt. Das mag kryptisch klingen, spricht aber für die Qualität von «Maze Runner: The Scorch Trials». Um etwas weiter auszuholen: Der zweite Teil einer Trilogie hat den Fluch des mittleren Kindes: Er ist weder Anfang noch Ende und immer etwas zwischen Stuhl und Bank. So gesehen bei den «Hunger Games», deren dritter Teil allerdings in zwei Teile aufgesplittet wurde, um die Kinokassen einmal mehr klingeln zu lassen. Früher auch schon bei «Matrix» oder «Lord of the Rings». Der zweite Film ist immer Übergang von Einführung zu Auflösung. Bei guten Trilogien sorgt dies für Wartefrust, bei schlechten zum Wegzappen. Letzteres wird bei der Maze-Runner-Reihe wohl nicht passieren. Auch nicht den Erwachsenen im Publikum.

Schon wieder auf der Flucht.

Kaum in Sicherheit, schon wieder auf der Flucht.

Manch einer sträubte sich vor dem ersten Teil, annehmend, die Verfilmung der Bücher von James Dashner seien nur etwas für dessen jugendliche Leserschaft, ähnlich wie die «Divergent»-Serie. Doch «Maze Runner» wusste zu überzeugen mit gradlinigem Plot, guter Action und mitreissender Spannung. Zwar wirkt das Endzeitszenario mit einer Seuche, welche die Menschen in blutrünstige Zombies verwandelt, ausgelutscht. Doch die Generation von Halbwüchsigen, welche gegen das «Brand»-Virus immun ist, und an der deshalb von der Organisation WCKD herumexperimentiert wird, verleiht der Story frischen Schwung, welcher sich auch bei der nahtlosen Fortsetzung nicht verliert.

Neue Gefahren lauern.

Neue Gefahren lauern in der Brandwüste.

Thomas (Dylan O’Brian), Minho (Ki Hong Lee) und die anderen Überlebenden des Labyrinths werden in eine Hochsicherheitsanlage gebracht, wo sie auf Jugendliche aus anderen Labyrinthen treffen. Sie erhalten Essen, frische Kleider und ein warmes Bett, und dennoch wird Thomas misstrauisch. Warum werden bei Teresa (Kaya Scodelario) so viel mehr Tests durchgeführt und wo werden die Gruppen von «Auserwählten» jeden Abend hingeschickt? Er findet heraus, dass WCKD noch lange nicht zerschlagen ist, sondern immer noch ohne Rücksicht auf Verluste nach einem Impfstoff forscht. Thomas und seine Gefolgsleute fliehen in die unbarmherzige Brandwüste, auf der Suche nach dem «Rechten Arm», einer Freiheitsbewegung, die sich in den Bergen versteckt hält. Doch wem kann man trauen und wem nicht?

Da hängt man schon mal ab.

Da hängt man schon mal ab.

Der Film ist gleich im doppelten Sinn spannend. Einerseits durch die atemlose Hetzjagd durch die Trümmer der Menschheit, die gespickt ist mit tödlichen Gefahren. Andererseits aber durch die Frage nach der Ethik: Welche Opfer darf man «zum Wohl der Menschheit» bringen? Und wer entscheidet das? WCKD sucht ein Heilmittel für die fürchterliche Seuche, spielt dabei aber Gott, da darf sich ruhig jeder auch selbst einmal die Frage stellen, wofür er sich entscheiden würde. Der Cast ist gut und wertet die Story auf, gerade weil die ganz grossen Namen Hollywoods nicht auftauchen. Fehlen tut einem im zweiten Teil eigentlich nur etwas – das Labyrinth. Der mechanische Irrgarten mit diesen fürchterlichen Spinnen übten eine grosse Faszination aus. Dieser Aspekt wird nun durch die Weite der Brandwüste und die Zombies kompensiert. Das Ausmass der Katastrophe wird einem eindrücklich vor Augen geführt.

Thomas kommt eine Schlüsselrolle zu.

Thomas kommt wieder eine Schlüsselrolle zu.

Und so kommen wir zur eingangs erwähnten schlechten Nachricht. Der zweite Teil ist gut und trägt dank Regisseur Wes Ball dieselbe Handschrift wie der Auftakt. Er entlässt uns aber – wie es sich für eine anständige Trilogie gehört – mit einem Cliffhanger in die lange Spanne des Wartens. Diese könnte gar noch länger werden als die üblichen zwölf Monate: «Maze Runner: The Death Cure» ist auf Ende Januar 2017 angekündigt. Den Ungeduldigen bleibt also nur noch die Flucht. Nicht in die Brandwüste, sondern in die Bücher von James Dashner.

«Maze Runner: The Scorch Trials» läuft ab 24. September 2015 in den Basler Kinos Pathé Küchlin und Rex.

Plädoyer für eine Fledermaus

Fabian Kern am Mittwoch den 25. Juli 2012

The Dark Knight Rises

«The Dark Knight Rises» läuft ab 26. Juli im Pathé Küchlin und im Rex.

An dieser Stelle soll für einmal nicht über den Bösewicht oder angebliche unterschwellige politische Botschaften in «The Dark Knight Rises» gesprochen werden. Angesichts der tragischen Ereignisse in den USA wurde Bane schon mehr als genug thematisiert. Nein, es ist Zeit, dem wahren Helden der Batman-Trilogie zu huldigen: Christoper Nolan. Der britische Regisseur hat die Superhelden-Verfilmungen auf ein neues Level gehoben. Nolan nimmt den Maskenmann von seinem Comic-Sockel und stellt ihn in seiner ganzen Zerrissenheit dar. Im dritten Teil hat Bruce Wayne von seiner Tätigkeit als dunkler Rächer sogar körperliche Abnützungserscheinungen in seinen Gelenken. Gotham City rückt dem echten New York City näher, und die Filme sind knallharte Thriller, die auch jene Action-Fans abholen, die eigentlich nichts mit verkleideten Männern am Hut haben. Dagegen wirken die Batman-Verfilmungen der Achtziger- und Neunziger-Jahre wie ein Nachmittag im Kinderhort von Ikea.

Christopher Nolan

Hat das Auge für die richtige Inszenierung: Christopher Nolan. (Bilder: Warner Bros.)

Bruce Wayne alias Batman (Christian Bale)

Hat das Wohl von Gotham im Visier: Batman.

Um seine visuelle Revolution glaubwürdig umzusetzen, hat Nolan den perfekten Cast gefunden, angeführt von Batman Christian Bale. Der Charakterdarsteller stellt seine Vorgänger Michael Keaton, Val Kilmer und George Clooney allesamt in den Schatten. Keiner wäre besser in der Rolle des Milliardärs Bruce Wayne, der seit dem gewaltsamen Tod seiner Eltern nicht mehr glücklich werden kann. Aber auch die gestandenen Stars Sir Michael Caine als Butler Alfred, Morgan Freeman als genialer Erfinder und Gary Oldman als Commissioner Gordon spielen angenehm zurückhaltend, was die Filme aufwertet. Denn auf die Basis reduziert ist die Trilogie um den dunklen Ritter nur eines: der ewige Kampf Gut gegen Böse.

Bane (Tom Hardy)

Das Böse trägt Maske: Bane.

Dabei drängt sich der Vergleich mit der Weltraumsage Star Wars auf. George Lucas’ Science-Fiction-Meisterwerk ist der Prototyp des Kräftemessens von Licht und Schatten. Mit Ra’s al Ghul (Liam Neeson) verfügt Batman über ebenso einen Gegenspieler wie Luke Skywalker mit dem Imperator. Und in «The Dark Knight Rises» versteckt Bane (Tom Hardy), der Bösewicht an der Front, sein entstelltes Gesicht ebenso hinter einer Maske wie der legendäre Darth Vader. Damit enden aber die Parallelen, denn die Protagonisten sind in der Batman-Trilogie des 21. Jahrhunderts vielschichtiger als in Star Wars, das zu Zeiten des kalten Kriegs und der klaren Grenzen entstand. Zwar verkörpert der furchteinflössende Bane das ultimativ Böse – «das notwendige Böse», wie Bane selbst präzisiert –, aber die Guten haben meist auch eine dunkle Seite. Das Paradebeispiel neben dem Titelhelden war in «The Dark Knight» Harvey «Twoface» Dent (Aaron Eckhart), im dritten Teil wird die Meisterdiebin Selina Kyle alias Catwoman (Anne Hathaway) zur Heldin wider Willen.

Selina alias Catwoman (Anne Hathaway)

Windschnittig: Catwoman auf dem Bat-Bike.

Nolans grösstes Erfolgsgeheimnis ist aber, wie er einen neuen Superhelden-Charakter einführt. Das geschieht gemächlich, auf völlig glaubwürdige und nachvollziehbare Weise, sodass man ihn nicht mehr als Superheld wahrnimmt, sondern als ganz natürliche Figur akzeptiert. Die Menschen hinter den Masken werden für den Zuschauer fassbar. Das Universum von Batman hätte noch ganz viele Figuren zu bieten, weshalb es einfach nicht sein darf, wenn die Trilogie eine Trilogie bleiben würde, wie Nolan das ursprünglich geplant hat. Immerhin macht das Ende von «The Dark Knight Rises» Hoffnung auf einen weiteren Batman-Blockbuster mit Nolans Handschrift. Mach weiter, Christopher! Nur lass dir bitte nicht so viel Zeit für die Fortsetzung wie George Lucas mit Star Wars…

«The Dark Knight Rises» läuft ab 26. Juli in den Basler Kinos Pathé Küchlin und Rex.