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Ein turbulentes Basler DJ-Wochenende in Toronto

Joel Gernet am Dienstag den 12. November 2013

Breits zum zweiten Mal konnte der Basler DJ Bazooka die Schweiz an den «Red Bull Thre3Style World Finals» in Kanada vertreten. Für den 28-Jährigen wurde das vergangene Wochenende zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle.

Als Roman Blum alias DJ Bazooka im Dezember 2011 zum Weltfinal des DJ-Wettkampfes «Red Bull Thre3Style» nach Vancouver reiste, war er krasser Aussenseiter – und landete prompt auf dem sensationellen zweiten Platz (wir berichteten). Am vergangene Wochenende flog der 28-jährige Basler erneut zu den Final-Ausscheidungen nach Kanada. Diesmal nach Toronto – und von vielen seiner 15 Konkurrenten als Mitfavorit gehandelt.

Mit einer fünfzehnminütigen DJ-Show, in der mindestens drei Musikgenres zu hören sein müssen, startete Bazooka am Freitag in das Final-Wochenende. Doch der Auftakt vor 1‘500 Zuschauern in der Danforth Music Hall verlief nicht wie geplant: Das Set des Baslers wurde überschattet von technischen Problemen. «Die Vibrationen der Subwoofer-Box haben sich wohl auf den Plattenspieler ausgewirkt», vermutet Bazooka.

Bildschirmfoto 2013-11-12 um 14.07.15Der Basler musste an jenem Abend als erster auf den bockigen Turntables auflegen. Danach wurden die Probleme umgehend behoben. «Da hatte ich wirklich Pech», erklärt Bazooka ohne verbittert zu klingen, «aber die Leistung der anderen DJs waren an diesem Abend auch krass». Das Final-Ticket löste an diesem Abend der brasilianische DJ Marquinhos Espinosa während die Bazooka-Show in Toronto bereits nach dem Halbfinal zu Ende war.

Das meinte der Basler zumindest. Nach einer langen Partynacht erlebte Bazooka ein böses Erwachen mit guten Neuigkeiten: Die Jury hatte entschieden, dass man für den Final ausnahmsweise zwei anstelle einer Wildcard vergibt – und Bazooka ebenfalls berücksichtigt wird. «Das hatte ich nicht erwartet», sagt Roman Blum zu seinem Finaleinzug in letzter Sekunde.

Seine zweite DJ-Show für den Final hat er also nicht vergeblich einstudiert. Allerdings hatte der 28-Jährige nach seiner Partynacht einen Probe-Rückstand. Es folgte die nächste Überraschung: Der Basler durfte in der Hotel-Suite des legendären DJs Jazzy Jeff – Jurymitglied, Grammygewinner und Sidekick von Will Smith in dessen jungen Jahren als Rapper – trainieren. An den Plattenspielern des Grossmeisters!

Im Final reichte es Bazooka diesmal vor 3000 Zuschauern – trotz Wildcard und Favoritenrolle – nicht mehr unter die ersten Drei. «Trotz einiger Flüchtigkeitsfehler bin ich sehr zufrieden – die anderen DJs haben verdient gewonnen», sagt DJ Bazooka am Montag kurz nach seiner Rückkehr nach Basel. «Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.» Weltmeister wurde der Japaner DJ Shintaro vor DJ Byte (CHI) und Eskei83 (GER).