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Die unglaubliche Reise in einem verrückten Camper

Fabian Kern am Mittwoch den 28. August 2013

Filmplakat

«We’re the Millers» läuft ab 29. August im Capitol, Rex und Pathé Küchlin.

Eigentlich gibt es keinen Grund, warum der Kinofilm «We’re the Millers» lustig sein sollte. Zwar wird der Plot mit Jason Sudeikis von einem echten Komödianten (Saturday Night Live) getragen, aber schon beim Namen Jennifer Aniston zweifelt man, ob das nicht wieder eine dieser 0815-Komödien ist, mit denen sich zwar langweilige Abende totschlagen lassen, die einem aber nicht mehr als ein müdes Lächeln abringen. Dazu dieser Plot: Ein Gras-Dealer Ende dreissig, der nicht erwachsen werden will, muss Marihuana aus Mexiko in die USA schmuggeln, um bei seinem Boss die Schulden zu begleichen. Schnarch. Dazu seine zündende Idee: Er stellt sich aus drei Losern in seiner Nachbarschaft eine Bünzli-Familie par excellence zusammen, um das Dope in formvollendeter auffällig-unauffälliger Tarnung in einem Riesencamper über den Zoll zu bringen. Bitte.

Familienausflug nach Mexiko: die Millers. (Bilder: Warner Bros.)

Heiterer Familienausflug nach Mexiko: die Millers. (Bilder: Warner Bros.)

Doch damit nicht genug. Die hirnrissige Geschichte, dass eine Ansammlung von Verlierern einem mexikanischen Drogenkartell zwei Tonnen Gras klauen kann, lassen wir mal aussen vor. Denn schon der Humor – in einer Komödie nicht ganz unerheblich – ist diskutabel. Gags gibt es zuhauf, oft zielen diese aber unter die Gürtellinie. Sexual- und Fäkalhumor sind spätestens seit den Machwerken der Farrelly-Brüder («Dumb & Dumber», «There’s Something About Mary») out. Zu allem Übel zielt die Story offensichtlich nur auf eines ab: die Läuterung des chronischen Junggesellen und Kindskopfs David (Sudeikis). Ob er wohl mit der ungeliebten Nachbarin und Stripperin im Ruhestand Rose (Aniston) schliesslich zusammenkommt? Na? Wie oft haben wir das schon gesehen? Ausserdem hat der nervige «Sohn» Kenny (Will Poulter) akutes Nerd-Potenzial und die gemeinsame Nacht mit einer echten Camping-Familie das Zeug zum Fremdschämen.

David und der mexikanische Goliath.

David und der mexikanische Goliath.

Also: Es gibt keinen Grund, warum das alles lustig sein soll. Erstaunlicherweise ist «We’re the Millers» aber genau das: lustig. Und wie. Sie fragen warum? Die Frage ist berechtigt. Regisseur Rawson Marshall Thurber, dessen bisher bekanntestes Werk den politisch korrekten Titel «DodgeBall – voll auf die Nüsse» trägt, hat die richtige Mischung aus Klamauk und Action, Blödeln und Unterhaltung gefunden. Der Cast ist sichtlich gut aufgelegt, und man verzeiht ihm auch jene Geschmacklosigkeiten, die nun wirklich zu weit gehen – wie Davids Vorschlag, Kenny soll einem schwulen mexikanischen Polizisten mittels Oralverkehr bestechen. Das Erfolgsgeheimnis aber ist wohl die Tatsache, dass niemand sich oder den Film zu ernst nimmt. Man versucht nicht, um jeden Preis lustig zu sein, sondern ist es einfach. Und das trotz eines absurden Plots. Faszinierend.

«We’re the Millers» läuft ab 29. August 2013 in den Basler Kinos Capitol, Rex und Pathé Küchlin.

Weitere Filmstarts in Basel am 29. August: Feuchtgebiete, Planes, R.I.P.D., The Look of Love, Halb so wild, The Mortal Instruments: City of Bones, To the Wonder.