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Wenn es plötzlich spukt mitten am Tag

Joel Gernet am Freitag den 27. September 2013

Otfried Preusslers Kinderbuch-Klassiker «Das kleine Gespenst» wurde mit Starbesetzung im Mundart-Film «s’Chline Gspängst» umgesetzt. Auch hier lautet die alles entscheidende Frage: Wer hat an der Uhr gedreht? Und vor allem: wo?

Trailer: Neben dem Kauderwelsch von Uwe Ochsenknecht gibt es einige bekannte Stimmen zu hören – so unter anderem von Nadeschkin, Emil Steinberger und «The Voice» Christoph Schwegler.

 
Hat die Geisterstunde schon begonnen? Im Saal des Basler Kinos Küchlin ist es stockdunkel, keine Menschenseele weit und breit. Bin ich im falschen Film? Angesagt ist die Pressevorführung der Kinderbuchverfilmung «S’Chline Gspängst» – in Begleitung der Kleinen. Diese werden bei ihrem allerersten Kinobesuch beinahe von der Dunkelheit verschluckt. Verloren gehen die Plappermäuler allerdings nicht: «Wird’s nachher hell?», will das Töchterlein (3) wissen. «Kann ich die Schuhe ausziehen?», ertönt es von ihrem sechsjährigen Bruder.

«S’Chline Gspängst» läuft ab 26. Septemer in den Basler Kinos Pathé Küchlin (Hochdeutsch) und Rex (Dialekt).

«S’Chline Gspängst» läuft ab 26. September in den Basler Kinos Pathé Küchlin (Hochdeutsch) und Rex (Dialekt).

Dann beginnt die 95-minütige Geisterstunde, und das kleine Gespenst verlässt seine Rappelkiste, um im Schloss Eulenstein herumzuflitzen und Smalltalk zu betreiben – mit den ebenfalls zum Leben erwachten Rittern und Burgfräulein auf den Ölbildern. So, wie während den vergangenen über 300 Jahre. Kein Wunder, wird es dem kleinen weissen Knäuel langsam langweilig. Zu gerne würde das Gespenst einmal die Welt bei Tageslicht erforschen! Doch sein Schicksal hängt von einer Uhr ab, deren Zeit den Schlaf-Rhythmus der Schlossgeistes bestimmt.

Natürlich hat das kleine Gespenst keine Ahnung, mit welcher Uhr es synchronisiert ist. Und so beginnt ein Abenteuer, dass nicht nur das Uhrenmuseum auf Schloss Eulenstein, sondern ein ganzes Dorf in Aufruhr versetzt. «Papa, warum weisst du alles?», will das Töchterlein wissen, als ich ihr erkläre, warum das kleine Gespenst die Zeiger der Schlossuhren wie wild rotieren lässt.

Und siehe da: Eines Tages erwacht das Geistlein plötzlich bei Sonnenlicht! Endlich kann es sein Heim einmal in goldenem Schein erkunden – und das Dorf obendrauf. Lustige Spuk-Szenen mit Polizisten und Passanten sind da vorprogrammiert. Was für das Kleine als Riesenspass beginnt, entpuppt sich nach einigen Tagen als grosser Albtraum: Die Sonnenstrahlen haben das Gespenst schwarz und schwach werden lassen. Und ein ganzes Dorf sucht hysterisch nach dem «schwarzen Unbekannten», der die Vorbereitungen zur grossen 375-Jahr-Feier ganz gehörig durcheinanderwirbelt. Nach dem anfänglichen Übermut sehnt sich das kleine Gespenst nun wieder die Nacht zurück – dummerweise hat es keine Ahnung, nach welcher der vielen manipulierten Uhren es tickt.

Marie, Karl und Hannes helfen dem kleinen Gespenst.

Marie, Karl und Hannes helfen dem kleinen Gespenst.

Nur einer weiss, was es mit dem Spuk bei hellichtem Tag auf sich hat: Schulbub Karl. Noch vor dessen Metamorphose zum «schwarzen Unbekannten» beobachtete er das mitternächtliche Treiben auf Schloss Eulenstein von seinem Kinderzimmer aus mit dem Fernrohr. Später begegnete er dem kleinen Gespenst ein erstes Mal bei einem Schulausflug in die historischen Gemäuer über dem Städchen. Doch niemand glaubt dem Schüler, dass er ein Gespenst gesichtet hat. Als aus dem Schloss eine wertvolle Uhr verschwindet, fällt der Verdacht auf Karl, dessen Lage sich zuspitzt, bis er vom grossen Jubiläums-Umzug ausgeschlossen wird.

Karl ist am Boden zerstört, das kleine Gespenst verzweifelt allmählich und im Städtchen herrscht noch immer helle Aufregung – die perfekte Ausgangslage für den Showdown, zu dem sich das Volk zum grossen Jubiläumsumzug versammelt. «Ist das an der Fasnacht?», will das Töchterlein wissen, als sie die Umzugsteilnehmer in historischen Gewändern sieht.

Showdown: Karl an der Rathausuhr.

Showdown: Karl an der Rathausuhr.

Während sich das marschierende Volk voll der Feier hingibt, macht sich Karl mit den Klassenkameraden Marie und Hannes und dem kleinen Gespenst auf die Suche nach der alles bestimmenden Uhr – inzwischen haben die drei Schüler nämlich Freundschaft geschlossen mit dem weissen Wesen aus dem Schloss.

Klar, dass sich die Situation an der finalen Feier mitten im Städtchen weiter zuspitzt und die Schweizer Filmmacher mit der grossen Kelle zum Schlussbouquet anrichten. Es wird ziemlich viel Action geboten.

Trotz Hochspannung, dem Töchterlein wirds langsam langweilig: «Wann wird es wieder hell? Ich will nicht so lang in einem dunklen Zimmer sein.» Nachdem der Streifen ein gutes Ende genommen hat, gibt sich aber auch die Kleine hochzufrieden. Vor dem Kino lässt sie mit strahlendem Gesicht den ganzen Film Revue passieren. Und der grosse Bruder, der während den vergangenen eineinhalb Stunden vor allem geguckt, gestaunt und geschwiegen hat, erwacht wieder zum Leben – er möchte sofort die DVD zu Film. Ein gutes Zeichen. Und ein gelungener erster Kinobesuch mit den Kindern.

«S’Chline Gspängst» (keine Altersbeschränkung) läuft ab 26. September in den Basler Kinos Pathé Küchlin (Hochdeutsch) und Rex (Dialekt).

Weiter Filmstarts in Basel am 26. September: 2 Guns, The Internship, Der Geschmack von Apfelkernen, Keinohrhase und Zweiohrküken, V8 – Du willst der Beste sein, Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern.