Beiträge mit dem Schlagwort ‘Montreal’

On Stage: Ravens & Chimes

Luca Bruno am Donnerstag den 8. März 2012

Aufwachen! Die kalten Monate sind langsam aber sicher vorbei und das Schlaglicht dreht rechtzeitig zum Beginn der Konzertsaison eine neue Glühbirne in seine Fassung. Und während andernorts gerade ein Neustart in die Wege geleitet wird, macht der Hinterhof dort weiter, wo er letzten Winter aufgehört hat: Mit ausgewählten Livemusik-Leckerbissen von Bands, denen die Zukunft gehört. Heute Abend, am 8. März, stehen Ravens & Chimes aus New York auf der Hinterhof-Bühne.

Wer im Studio Hotel2Tango in Montreal, Kanada aufnehmen darf, hält sich an einem Ort auf, wo schon ruhmreiche Bands wie Arcade Fire oder Wolf Parade ihrerseits Meisterwerke auf Tonband aufgezeichnet haben. Und wie die soeben erwähnten grossen Namen, so zeichnen sich auch Ravens & Chimes durch verspielten, multiinstrumentalen Indie Rock aus; Gitarren und Glockenspiele, die sogar dem grössten Folkmuffel ein Lächeln auf die Lippen zaubern werden. Oder wie fasst ein YouTube-Kommentator so schön zusammen: «I used to hate long-haired guys until I found Ravens and Chimes».

«Reichenbach Falls», das bislang einzige Album der Band, erschien zwar bereits 2007, trotzdem ist man seither nicht untätig geblieben. Zahlreichen digitale Singles sind in den letzten Monaten veröffentlicht worden, ein neues Album steht unmittelbar bevor und nach dem Sprung bieten wir nun einige Hörproben… Diesen Beitrag weiterlesen »

Zurück in die USA: Technik und Kniesalbe in Boston

the glue am Dienstag den 15. März 2011

Sonntag Abend spielten wir erneut ein tolles Konzert in Kanada, im Centre des Arts KoSA. Leider fanden an diesem kalten Sonntag Abend nicht so viele Leute den Weg zu uns. Die, die da waren, erlebten aber einer super Abend, wie auch der Schweizer Konsul in Montreal in seinem Kommentar bestätigt. (siehe Kommentar zu Kanada im Schnee und eine Kulturattachée). An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Michael Zaugg für die Organisation unseres Kanada-Aufenthaltes.

Am Montag verliessen wir Kanada wieder in Richtung USA. Nach sieben Stunden und einem kurzen Grenzproblem (Oliver hatte keinen Stempel in seinem Pass) erreichten wir dann endlich Boston und fuhren sogleich zum hiesigen Schweizer Konsulat Swissnex, um den stellvertretenden Konsul Andreas Rufer zu treffen, der für uns am Dienstag einen Auftritt an ihrem Tag der offenen Tür ermöglicht hat. Michis erste Frage galt einer heilenden Salbe für sein Knie, das er sich irgendwie nächtens in Montreal verletzt hat. Das war natürlich kein Problem. Auch dafür sind Konsulate da. Drinnen erwartete uns ein immenser technischer Aufbau, der nicht nur etwas übertrieben war, sondern auch optisch nicht gerade gut aussah. Die Technikfirma hatte unseren Technical Rider sehr grosszügig interpretiert. Nach kurzer Rücksprache reduzierten wir das Equipment aufs Nötigste und gingen dann zu einem Essen mit Mitarbeitern des Konsulats und assoziierten Studenten. Ein guter Abschluss eines langen Tages. Morgen steht ein Besuch in Boston an, am frühen Abend dann das Konzert im Swissnex.

Für den Schlaglicht-Blog berichtet die Basler A-capella-Band The Glue noch bis Ende März von ihrer Nordamerika-Tournee.

Irrlauf durch die unterirdische Stadt

the glue am Sonntag den 13. März 2011

Da Montreal, wie wir am eigenen Leibe erfahren durften, sehr oft und sehr schnell von Tonnen von Schnee bedeckt ist, haben sich die Stadtväter überlegt, dass es doch sinnvoll wäre, die wichtigsten Gebäude der Stadt unterirdisch miteinander zu verbinden. Daraus entstanden ist die grösste unterirdische Stadt der Welt. Über 30 Kilometer erstreckt sich das Labyrinth von Gängen, Rolltreppen und Plätzen. Das mussten wir uns natürlich anschauen, zumal es da anscheinend Menschen gibt, die im T-Shirt aus ihrer Wohung kommen und über die unterirdische Stadt ihren Arbeitsplatz erreichen. Nur erwies es sich als  nicht so einfach, diese unterirdische Stadt zu finden. Wir hatten uns natürlich auch eine futuristische Metropole à la Matrix vorgestellt. Die Realität war dann doch etwas ernüchternd. Über relativ karge Gänge sind die grössten Gebäude Downtown miteinander verbunden. Im Untergeschoss erstrecken sich Malls und Restaurants. Um die Sache etwas annehmlicher zu gestalten, wurde das Ganze in einen Art Walk verwandelt, so dass man von Kunstwerk zu Kunstwerk pilgert, während man sich von Gebäude zu Gebäude bewegt. Tatsächlich scheinen dort unten aber Menschen zu leben, denn es begegneten uns einige Leute im T-Shirt.
Fast interessanter erschien uns die oberirdische Stadt. Ein wilder Mix von klassischer Architektur und modernen Hochhäusern. Abends besuchten wir noch das Konzert unseres Gastgebers Michael Zaugg mit seinem St. Lawrence Choir. Zu Stücken von Hindemith, Debussy, Ravel und zwei zeitgenössischen kanadischen Komponisten entwarfen acht Künstler während des Konzertes Gemälde, die die Stimmung wiederspiegelten. Eine spannende Idee, die Ergebnisse schienen uns aber von unterschiedlicher Qualität.  Heute steht uns nächstes Konzert an. Wir spielen im  Centre des Arts KoSA in Montreal.

Kanada im Schnee und Essen mit der Kulturattachée

the glue am Freitag den 11. März 2011

Die letzten Tage waren wir viel unterwegs, es schwierig an eine Internetverbindung zu kommen, deshalb melden wir uns erst heute wieder. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verbrachten wir in Albany, der Hauptstadt des Staates New York. Glücklicherweise hatten wir eine andere Option als ein Motel und so verbrachten wir die Nacht in einem Best Western mit Pool und Sauna. Natürlich waren wir wieder ziemlich spät dran, weshalb unser Essen wieder einmal aus dem Üblichen bestand: Burger. Die waren aber sehr lecker und die Bedienung äusserst nett.

Am nächsten Tag erreichten wir nach weiteren vier Stunden Fahrt Montreal. Wir hatten ja damit gerechnet, dass es hier kalt sein würde, aber dass es so kalt wäre und dazu noch so viel Schnee liegen würde, hatten wir wirklich nicht erwartet. Der Grenzübertritt war erstaunlicherweise überhaupt kein Problem. Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet, doch als wir mit der Beamtin anfingen französisch zu sprechen, schien plötzlich alles gar kein Problem mehr zu sein. Unser erster Halt war bei Michael Zaugg, ein Chorleiter, mit dem vier von uns vor zehn Jahren ein Konzert zusammen mit den Voices aus Münchenstein gegeben hatten. Er lebt mittlerweile in Montreal, leitet hier einige höre und hat für uns die Konzerte in Kanada organisiert. Nach einem herrlich normalen Nachtessen (Risotto mit Salsicce) brachen wir zu unseren Gastfamilien auf, denn hier in Kanada sind wir nicht im Hotel, sondern bei Familien. Super Sache, so kommt man den Leuten viel näher.

Inzwischen hatte es heftigst angefangen zu schneien und wir beschlossen, uns nicht mehr gross nach draussen zu wagen. Ein zwei Bier in einem Pub namens Old Orchard war alles, was wir uns gönnten. Danach arbeiteten wir uns durchs dichte Schneetreiben nach Hause und schliefen erstmal einige Stunden. Als wir wieder aufwachten hatte es tatsächlich einen Meter Schnee gegeben. Was bei uns zu einem heillosen Chaos geführt hätte, bewältigen die Kanadier aber mit einer bemerkenswerten Souveränität. Riesige Lastwagen und Schneeschneuzen räumen die Strassen frei und bringen den Schnee aufs Land. Denn wenn der schmilzt, gibt es ganz schnell Überschwemmungen.

Erholt fuhren wir am nächsten morgen nach Ottawa, wo wir unser erstes Kanada-Konzert geben würden. Wir hatten schon Angst, wir würden gar nicht ankommen, aber die Fahrt war dank oben beschriebener Massnahmen gar kein Problem. Gegen drei Uhr erreichten wir das National Arts Centre und machten unseren Soundcheck. Parallel dazu liefen die Vorbereitungen für die Genies, die Oscar Verleihungen von Kanada. Ausser William Shatner, den Captain Kirk aus Star Trek kannten wir aber niemanden. Wegen Diesem ganzen Trubel hatten wir schon Angst, es würde niemand an unser Konzert kommen, aber es war dann doch gut besetzt.

Neben einer Vertreterin der Schweizer Botschaft, kam auch eine Dame vom Goethe Institut und ein Herr von der Slowakischen Botschaft. Auch sonst waren einige deutschsprechende Gäste da. Natürlich bestritten wir aber das ganze Programm auf englisch und französisch, was teilweise zu herrlichen Szenen führte. Auf jeden Fall war das Publikum hellauf begeistert und die Kulturattacheéin (was ist denn die weibliche Form von Kulturattaché?) nahm das gleich zum Anlass, uns auf ein tolles Essen einzuladen, wo wir ausführlich über unsere Reise berichteten und interessante Einblicke in das Leben als Auswanderer gewannen. Auch hier sieht es so aus, als wären wir gerne wiedergesehen. Also schauen wir mal, wie lange es dauert, bis wir wieder hier spielen werden. Die Nacht verbrachten wir auch in Ottawa in Gastfamilen, wobei wir diese kaum zu Gesicht bekamen, weil es doch etwas spät wurde. Gegen Mittag traten wir dann die Rückreise nach Montreal an, wo wir den heutigen Abend in der grössten unterirdischen Stadt der Welt verbringen werden.

Für den Schlaglicht-Blog berichtet die Basler A-capella-Band The Glue noch bis Ende März von ihrer Nordamerika-Tournee.

Der Traum der Nordamerika-Tournee wird Wirklichkeit

the glue am Mittwoch den 2. März 2011

Nach intensivsten Wochen der Vorbereitung starten wir, The Glue, am Donnerstag zu unserer ersten Nordamerika-Tournee. An dieser Stelle berichten wir täglich über unsere Reiseerlebnisse.

The Glue Band ohne InstrumenteEs war im Oktober, als von Oliver Rudin, Manager und Bandmitglied von The Glue, die Nachricht kam: Wir sind an die Harmony Sweepstakes Regional Competition in New York eingeladen! Dass es sich dabei um den wichtigsten A-cappella-Wettbewerb Nordamerikas handelt, wussten wir anderen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht – aber New York klang erstmal super.

Als dann nach und nach weitere Termine klar wurden, wie z.B. ein Auftritt am Main Event des SingStrong Festivals in Reston bei Washington am 5. März (auch das eines der bedeutendsten Vocal-Festivals des Kontinents), war der Rahmen der Tour bereits abgesteckt. Zuerst Washington und zwei Wochen später New York.

Die Zeit dazwischen würden wir schon irgendwie füllen. Und sie füllte sich wahrlich. Mittlerweile spielen wir sieben oder sogar acht Konzerte vom 3. bis 20. März und reisen auch nach Ottawa und Montreal in Kanada und nach Boston.

Anfang Jahr stand das Tourprogramm und wir mussten uns langsam überlegen, welche Songs wir überhaupt singen. Und ob wir diese auf Deutsch oder mit übersetzten Texten präsentieren. Letzteres erwies sich als praktisch unmöglich, zumal die Veranstalter sich deutsche Songs wünschten. Und vor allem wünschten sie sich Eigenkompositionen, weil das auch in der nordamerikanischen A-cappella-Szene nicht sehr verbreitet ist. Deshalb singen wir unsere Songs grösstenteils in den Originalsprachen, versuchen mittels der Ansagen den Inhalt wiederzugeben und hoffen einfach nur, dass den Leuten da drüben unsere Musik gefällt.

Morgen früh geht es mit British Airways zuerst nach London, dann weiter nach Washington, wo wir gegen 20 Uhr ankommen werden. Viele von uns waren noch nie oder schon sehr lange nicht mehr in den USA. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet. Stimmen die Gerüchte? Sind die Einreisekontrollen so streng, wie immer behauptet? Die Vorfreude ist im Moment jedenfalls riesig und die Spannung steigt von Minute zu Minute. Jetzt noch letzte Dinge erledigen und los geht’s.

Unseren Flugbericht aus der Blackbox gibt es morgen an dieser Stelle.