Beiträge mit dem Schlagwort ‘Mode’

Das Schuhwerk der Art-Besucher

Joel Gernet am Donnerstag den 14. Juni 2012


Absätze, so hoch wie der Messeturm. Sohlen, so leuchtend wie manche Werke an den Wänden. Während der Art Basel tummeln sich am Rheinknie Menschen, die sich kleiden, als ob sie selber ein Kunstwerk sind. Besonders ins Auge sticht bei diesen Paradiesvögeln nicht selten das Schuhwerk.

Wir waren an der Art Basel auf Fotosafari und haben den Besuchern auf die Füsse geguckt. Von eleganten High Heels über gediegene Budapester Lederschuhe bis hin zu schrecklichen Plastiktretern war alles dabei – zu sehen in der Fotostrecke oben. Ende Woche gibts dann vielleicht eine Bildergalerie mit den geschundenen Füsschen der Art-Besucherinnen. Oder mit den besten Botox-Gesichtern. Oder mit sämtlichen Kunstwerken, die Geschlechtsteile zeigen. Vielleicht.

«Mode muss nicht unbedingt bequem sein»

Joel Gernet am Freitag den 25. Mai 2012

In ihrem Atelier am Vogesenplatz entwirft Yana Ryabenkaya (links) ihre Mode – zum Beispiel die aktuelle Sommerkollektion (rechts). Bilder: Joël Gernet / Ale Frigo

Keine Kleider – nur Hosen und Oberteile ohne Form! Yana Ryabenkaya kann nicht nachvollziehen, warum sich viele Schweizerinnen «wie Touristen» anziehen. «Ich verstehe die Mentalität der Frauen hier nicht», sagt die russische Modemacherin über ihre Geschlechtsgenossinnen in funktionaler Outdoor-Bekleidung. Wobei Letzteres perfekt zur Kreation passen würde, mit der sich Ryabenkaya in ihrem Basler Atelier gerade beschäftigt. Sie näht an einem Zelt.

Ein Kleid aus Yana Rays Sommerkollektion. (Bild: Eva Flury)

Die Frage, wer das anziehen soll – bei der heutigen Mode muss man sich ja über nichts mehr wundern –, beantwortet die blonde Russin mit schallendem Gelächter. Sie schneidert das Zelt für den Designermarkt des «Laufsteg Oslo», welcher am Samstag auf dem Dreispitzareal Mode, Markt und Musik zusammenbringt. Rund ein Dutzend Schweizer Jungdesigner und aufstrebende Labels werden ihre neusten Kreationen präsentieren – die Hälfte davon aus Basel.

Es wird also viele stilvolle Kleider zu kaufen geben für die in Ryabenkayas Augen zu oft zu bescheiden gekleideten Schweizer Frauen. Zugegeben, wer eine Modedesignerin auf den Kleidungsstil des Otto Normalverbrauchers anspricht, erhält eigentlich immer knackige Zitate. Erst recht, wenn diese wie Ryabenkaya aus Russland kommt, wo die Damen sich nicht so einfach mit ihrer naturgegebenen Schönheit abspeisen lassen, sondern diese mit entsprechender Kleidung und Schminke unter- beziehungsweise überstreichen. Dass aus der Russin die Basler Modemacherin Yana Ray wurde, ist dennoch aussergewöhnlich. Nicht wegen des Metiers, aber wegen des Weges dorthin. Diesen Beitrag weiterlesen »