Beiträge mit dem Schlagwort ‘Michael Zaugg’

Plattfon Calling

Luca Bruno am Freitag den 20. April 2012

Argumente für Plattenläden gibt es ja eigentlich genug: Vinyl fühlt sich nun mal einfach besser an als eine MP3-Datei und der langjährige Plattenverkäufer des Vertrauens bietet die um einiges kompetentere Beratung als automatisch generierte «Kunden, welche diesen Artikel gekauft haben»-Skripte. Und doch entscheiden sich immer wie mehr Musikliebhaber für Mausklicks auf Spotify oder Amazon und gegen den Gang in den Plattenladen. Die Zahl letzterer nimmt dementsprechend von Jahr zu Jahr ab.

Diesem Trend entgegen setzen möchte der 2007 vom Amerikaner Chris Brown ins Leben gerufene «Record Store Day». An diesem Tag wird seither einmal jährlich die Art des Plattenladens zelebriert und in Zusammenarbeit mit unzähligen Künstlern, welche ihrerseits den Tag mit Veröffentlichungen von exklusiven Tracks in meist streng limitierter Auflage unterstützen, wird (erfolgreich) versucht, die Musikfans wieder zurück in den Plattenladen zu bringen. Anfänglich nur in den USA, ein Jahr später auch in England durchgeführt, erreicht der Record Store Day mittlerweile die ganze Welt.

Der Record Store Day 2012 findet morgen Samstag, am 21. April 2012 statt und dank dem Plattfon ist dieses Jahr auch Basel an den Feierlichkeiten mit beteiligt: Von 12:00 bis 18:00 bietet der Plattenladen an der Feldbergstrasse nebst dem einen oder anderen zukünftigen Sammlerstück auch DJs, Getränke und Sandwiches an. Wir nehmen das grosse Portemonnaie mit. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zurück in die USA: Technik und Kniesalbe in Boston

the glue am Dienstag den 15. März 2011

Sonntag Abend spielten wir erneut ein tolles Konzert in Kanada, im Centre des Arts KoSA. Leider fanden an diesem kalten Sonntag Abend nicht so viele Leute den Weg zu uns. Die, die da waren, erlebten aber einer super Abend, wie auch der Schweizer Konsul in Montreal in seinem Kommentar bestätigt. (siehe Kommentar zu Kanada im Schnee und eine Kulturattachée). An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Michael Zaugg für die Organisation unseres Kanada-Aufenthaltes.

Am Montag verliessen wir Kanada wieder in Richtung USA. Nach sieben Stunden und einem kurzen Grenzproblem (Oliver hatte keinen Stempel in seinem Pass) erreichten wir dann endlich Boston und fuhren sogleich zum hiesigen Schweizer Konsulat Swissnex, um den stellvertretenden Konsul Andreas Rufer zu treffen, der für uns am Dienstag einen Auftritt an ihrem Tag der offenen Tür ermöglicht hat. Michis erste Frage galt einer heilenden Salbe für sein Knie, das er sich irgendwie nächtens in Montreal verletzt hat. Das war natürlich kein Problem. Auch dafür sind Konsulate da. Drinnen erwartete uns ein immenser technischer Aufbau, der nicht nur etwas übertrieben war, sondern auch optisch nicht gerade gut aussah. Die Technikfirma hatte unseren Technical Rider sehr grosszügig interpretiert. Nach kurzer Rücksprache reduzierten wir das Equipment aufs Nötigste und gingen dann zu einem Essen mit Mitarbeitern des Konsulats und assoziierten Studenten. Ein guter Abschluss eines langen Tages. Morgen steht ein Besuch in Boston an, am frühen Abend dann das Konzert im Swissnex.

Für den Schlaglicht-Blog berichtet die Basler A-capella-Band The Glue noch bis Ende März von ihrer Nordamerika-Tournee.

Kanada im Schnee und Essen mit der Kulturattachée

the glue am Freitag den 11. März 2011

Die letzten Tage waren wir viel unterwegs, es schwierig an eine Internetverbindung zu kommen, deshalb melden wir uns erst heute wieder. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verbrachten wir in Albany, der Hauptstadt des Staates New York. Glücklicherweise hatten wir eine andere Option als ein Motel und so verbrachten wir die Nacht in einem Best Western mit Pool und Sauna. Natürlich waren wir wieder ziemlich spät dran, weshalb unser Essen wieder einmal aus dem Üblichen bestand: Burger. Die waren aber sehr lecker und die Bedienung äusserst nett.

Am nächsten Tag erreichten wir nach weiteren vier Stunden Fahrt Montreal. Wir hatten ja damit gerechnet, dass es hier kalt sein würde, aber dass es so kalt wäre und dazu noch so viel Schnee liegen würde, hatten wir wirklich nicht erwartet. Der Grenzübertritt war erstaunlicherweise überhaupt kein Problem. Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet, doch als wir mit der Beamtin anfingen französisch zu sprechen, schien plötzlich alles gar kein Problem mehr zu sein. Unser erster Halt war bei Michael Zaugg, ein Chorleiter, mit dem vier von uns vor zehn Jahren ein Konzert zusammen mit den Voices aus Münchenstein gegeben hatten. Er lebt mittlerweile in Montreal, leitet hier einige höre und hat für uns die Konzerte in Kanada organisiert. Nach einem herrlich normalen Nachtessen (Risotto mit Salsicce) brachen wir zu unseren Gastfamilien auf, denn hier in Kanada sind wir nicht im Hotel, sondern bei Familien. Super Sache, so kommt man den Leuten viel näher.

Inzwischen hatte es heftigst angefangen zu schneien und wir beschlossen, uns nicht mehr gross nach draussen zu wagen. Ein zwei Bier in einem Pub namens Old Orchard war alles, was wir uns gönnten. Danach arbeiteten wir uns durchs dichte Schneetreiben nach Hause und schliefen erstmal einige Stunden. Als wir wieder aufwachten hatte es tatsächlich einen Meter Schnee gegeben. Was bei uns zu einem heillosen Chaos geführt hätte, bewältigen die Kanadier aber mit einer bemerkenswerten Souveränität. Riesige Lastwagen und Schneeschneuzen räumen die Strassen frei und bringen den Schnee aufs Land. Denn wenn der schmilzt, gibt es ganz schnell Überschwemmungen.

Erholt fuhren wir am nächsten morgen nach Ottawa, wo wir unser erstes Kanada-Konzert geben würden. Wir hatten schon Angst, wir würden gar nicht ankommen, aber die Fahrt war dank oben beschriebener Massnahmen gar kein Problem. Gegen drei Uhr erreichten wir das National Arts Centre und machten unseren Soundcheck. Parallel dazu liefen die Vorbereitungen für die Genies, die Oscar Verleihungen von Kanada. Ausser William Shatner, den Captain Kirk aus Star Trek kannten wir aber niemanden. Wegen Diesem ganzen Trubel hatten wir schon Angst, es würde niemand an unser Konzert kommen, aber es war dann doch gut besetzt.

Neben einer Vertreterin der Schweizer Botschaft, kam auch eine Dame vom Goethe Institut und ein Herr von der Slowakischen Botschaft. Auch sonst waren einige deutschsprechende Gäste da. Natürlich bestritten wir aber das ganze Programm auf englisch und französisch, was teilweise zu herrlichen Szenen führte. Auf jeden Fall war das Publikum hellauf begeistert und die Kulturattacheéin (was ist denn die weibliche Form von Kulturattaché?) nahm das gleich zum Anlass, uns auf ein tolles Essen einzuladen, wo wir ausführlich über unsere Reise berichteten und interessante Einblicke in das Leben als Auswanderer gewannen. Auch hier sieht es so aus, als wären wir gerne wiedergesehen. Also schauen wir mal, wie lange es dauert, bis wir wieder hier spielen werden. Die Nacht verbrachten wir auch in Ottawa in Gastfamilen, wobei wir diese kaum zu Gesicht bekamen, weil es doch etwas spät wurde. Gegen Mittag traten wir dann die Rückreise nach Montreal an, wo wir den heutigen Abend in der grössten unterirdischen Stadt der Welt verbringen werden.

Für den Schlaglicht-Blog berichtet die Basler A-capella-Band The Glue noch bis Ende März von ihrer Nordamerika-Tournee.