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Sandra Bullock: Back to the Roots

Fabian Kern am Mittwoch den 3. Juli 2013

Filmplakat

«The Heat» läuft ab 4. 7. im Capitol und im Küchlin.

Sandra Bullock ist eine starke Schauspielerin. Dies bewies sie nicht zuletzt mit ihrer Leistung Drama «The Blind Side», die 2010 zurecht mit dem Oscar prämiert wurde. Dennoch pflegt sie ihren Ruf, auf leichte Komödien abonniert zu sein und kehrt nach einem zwei Filme dauernden Ausflug ins Charakterfach zu ihren komödiantischen Wurzeln zurück. In ihrem jüngsten Film «The Heat» (zu deutsch «Taffe Mädels») bemüht sie sich gar nicht erst um eine differenzierte Darstellung ihrer Figur, aus dem einfachen Grund, dass das bei diesem Drehbuch schlicht nicht möglich ist. Zu sehr ist die Bully-Komödie auf Stereotypen fixiert. Deswegen sei auf die Tagline des Films verwiesen: «Guter Bulle. Irrer Bulle.» Das sagt alles.

Mullins und Ashburn

Schwierige Annäherung: Mullins und Ashburn. (Bilder: Fox)

Als FBI-Special-Agent Sarah Ashburn verkörpert Bullock genau jene arrogante Bundespolizistin, die bei der normalen Polizei so verhasst ist. Sie bemüht sich nicht um einen konstruktiven Dialog, sondern verweist immer nur auf ihre übergeordneten Befugnisse und hält sich streng an die Etikette. Und auch in der eigenen Truppe ist die Karrieristin unbeliebt: Sie ist besserwisserisch und sehr anstrengend. Um die angestrebte Beförderung aber dennoch zu erreichen, übernimmt die New Yorkerin einen Fall in Boston – und tritt dort der unzimperlichen Shannon Mullins (Melissa McCarthy) ins Gärtchen. Die übergewichtige Polizistin ist – natürlich – das pure Gegenteil der pedantischen Ashburn: schmuddelig, laut und ungehobelt. Die einzigen Attribute, die sie mit Ashburn, mit der sie – natürlich – zusammenarbeiten muss, sind die Unbeliebtheit bei den Kollegen und – natürlich – die Qualität als Ermittler. Das ungleiche Duo harmoniert – natürlich – wider Erwarten und rückt einem gefürchteten Drogenbaron auf die Pelle.

Mullins und Ashburn

Der Alkohol bringt alle zusammen.

Was man «The Heat» nicht vorwerfen kann, ist Inkonsequenz. «Bridesmaids»-Regisseur Paul Feig zieht das Konzept bis zum Ende durch und garniert es mit sehr derbem Humor. Die Überzeichnung der Figuren übertreibt er aber. Mullins’ Schimpftiraden werden ebenso bis zum Abwinken wiederholt wie jene Szenen, in denen sich Ashburn blamiert. Auch bei der unvermeidlichen Verbrüderungs-, pardon, Verschwesterungsabsturz in einer Bar wird die Geduld über die Massen strapaziert. Bullock und McCarthy hatten während der Dreharbeiten einen Heidenspass, es sei ihnen gegönnt. Was nicht heisst, dass man sich als Zuschauer während den etwas langen 118 Minuten von «The Heat» nicht amüsieren kann. Man hat dieselbe Geschichte einfach schon mehr als einmal besser erzählt bekommen. Aber Humor war schon immer Geschmackssache. Und Sandra Bullock bekommt für diese Leistung eher eine goldene Himbeere als einen Oscar.

«The Heat» läuft ab 4. Juli 2013 in den Basler Kinos Capitol und Pathé Küchlin.

Weitere Filmstarts in Basel am 4. Juli: When I Saw You, Who Killed Johnny, Les beaux jours.