Beiträge mit dem Schlagwort ‘Louise Bourgeois’

Beckmann sticht Bourgeois aus

karen gerig am Mittwoch den 7. September 2011

Louise Bourgeois, Max Beckmann. (© Pro Litteris)

Manchmal, da kommt es anders als man denkt. Welch Plattitüde, dieser Spruch. Und doch immer wieder wahr. Am eigenen Leib erfahren hab ich ihn vergangenen Freitag, als gleich zwei Medienkonferenzen anstanden. Um elf gings in Kunstmuseum zu Max Beckmann, um 14 Uhr in die Fondation Beyeler zu Louise Bourgeois. Nun war ich nie ein Beckmann-Fan, wenn ich auch seine Leistung anerkannte, den jeweiligen Strömungen der Moderne konsequent aus dem Weg gegangen zu sein und zu einem unverkennbaren eigenen Stil gefunden zu haben. Louise Bourgeois stand mir schon näher, was eine kleine Ausstellung in Kopenhagen mir diesen Frühling gerade wieder bewiesen hatte. So dachte ich am Freitagmorgen: Beckmann = Pflicht, Bourgeois = Kür. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückblick #5: Vermisste Freunde und eine James-Bond-Kulisse

schlaglicht am Donnerstag den 30. Dezember 2010

Für den Rückblick auf das Basler Kulturjahr 2010 haben wir verschiedene Persönlichkeiten aus der Region zu ihren Höhe- und Tiefpunkten aus dem sich zu Ende neigenden Jahr befragt. Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler, ist viel gereist und will weiter reisen.

Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler, vor Gustav Klimts «Tänzerin». (Foto Mischa Christen)

Herr Keller, was war Ihr kulturelles Highlight 2010?
Der Besuch bei Richard Serra in seinem New Yorker Atelier. Er ist einer der interessantesten Künstler unserer Zeit und seine Skulpturen ermöglichen unvergessliche essentielle Erfahrungen. Wir werden einige seiner besten Kunstwerke nächsten Sommer nach Basel bringen.

Gab es auch einen kulturellen Tiefpunkt?
Mit den Künstlern Louise Bourgeois, Robert Rauschenberg und Christos Partnerin Jeanne-Claude sowie den Kunstsammlern Ernst Beyeler, Rudolf Leopold und Conte Panza di Biumo hat die Kunstwelt einzigartige Persönlichkeiten verloren.

Was haben Sie verpasst?
Oh je, daran darf man gar nicht denken. Viele internationale Ausstellungen und Konzerte hätte ich auch noch gerne gesehen. Und auch gerne mehr Bücher gelesen und Kinofilme gesehen. Was ich am meisten bedaure ist wohl, die Caravaggio-Jubiläumsschau in Rom und die Ausstellung «the Sacred made Real» über barocke spanische Malerei und Bildhauerkunst in der National Gallery London verpasst zu haben.

Haben Sie etwas vermisst?
Ja, seit die wunderbaren Werke des kubanischen Künstlers Felix Gonzales-Torres unser Museum nach Ausstellungsende wieder verlassen haben, vermisse ich sie wie gute Freunde.

Hat Sie etwas besonders positiv überrascht?
Dass es Herzog de Meuron weiterhin gelingt, sich selber zu übertreffen: Mit dem Vitra Haus in Weil ist ihnen ein grosser Wurf gelungen, und in Miami haben die Basler Architekten das spektakulärste Parkhaus der Welt gebaut. Eine ideale Kulisse für den nächsten James Bond Film!

Was sind Ihre Kulturwünsche fürs 2011?
Beruflich hoffe ich, wir können viele Leute mit unseren Ausstellungen und Veranstaltungen in der Fondation Beyeler begeistern. Privat wünsche ich mir, eines der unglaublichsten Kunstwerke zu besuchen: den Roden Crater des Künstlers James Turell in Arizona, wo er seit vielen Jahren einen erloschenen Vulkan aushöhlt, um darin Lichtinstitutionen zu kreieren.

Es folgen unter anderem noch kulturelle Jahresrückblicke mit Carena Schlewitt (Kaserne), Tobit Schäfer (Rockförderverein), Hirscheneck-Booker Marlon McNeill und Galerist Stefan von Bartha. Bereits erschienen: Angelo Gallina, Guy Morin, Thomas Jenny, Smash137.