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Google prophezeit auch Engel Anna einen Absturz am Song Contest

Joel Gernet am Donnerstag den 28. April 2011

Noch bevor Anna Rossinelli am Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf abheben kann, werden ihr von Google die Flügel gestutzt: Das ESC-Prognose-Tool des Internet-Giganten sieht die Basler Sängerin am Donnerstag nämlich auf dem 33. Platz unter den 43 Kandidaten (edit: am Freitag stürzte Rossinelli ab auf Platz 43). Das wäre immerhin besser als das Abschneiden von Goldkehlchen Michael von der Heide, der 2010 in Norwegen mit seinem Song «Il pleut de l’Or» vom TV-Publikum auf Platz 39 versenkt wurde – bei 39 Teilnehmenden.

Schweizer Hoffnung: Die Basler Sängerin Anna Rossinelli. (Foto: Dirk Wetzel)

Obwohl sich die Schweiz und ihre Vertreter traditionsgemäss Jahr für Jahr am Eurovision Song Contest demütigen lassen, ist man auch 2011 wieder guter Dinge: Das grösste Schweizer Boulevardblatt etwa hofft, dass die europäische Gay-Community die schöne Baslerin weit nach vorne bringt – wegen ihrer attraktiven Musiker Manuel Meisel (Gitarre) und Georg Dillier (Bass).

Mit Anna Rossinelli hat man – so finden viele hierzulande – eine strahlende, bildhübsche Kandidatin, die sich vor Titelverteidigerin Lena Meyer-Landrut nicht zu verstecken bracht. Zudem haben nun ja auch die gmerkigen Schweizer ihre diesjährige ESC-Teilnehmerin vom Fernsehpublikum bestimmen lassen. Da kann ja nichts schief gehen. Oder vielleicht eben doch – gerade deshalb. Klar ist, dass die Schweizer ESC-Fans nach den Enttäuschungen der letzten Jahre umso mehr nach europäischer Anerkennung lechzen.

Und jetzt kommt das böse Google und macht alle Vorfreude und den letzten Funken (Zweck-)Optimismus zunichte mit seinem ESC-Tool. Dieses analysiert Suchanfragen an Hand von täglich aktualisierten Daten und zeigt, welche Punktzahl die Teilnehmer zum jeweiligen Zeitpunkt erreichen würden. Ähnlich wie bei den Telefonanrufen am tatsächlichen ESC, werden Suchanfragen für Concours-Teilnehmer aus dem eigenen Land nicht gezählt.

Heute würde Anna Rossinelli gemäss Google 10 Punkte einfahren. Das wäre gleichbedeutend mit dem 33. Platz – Tendenz sinkend. Die Frage ist nun, ob wir uns über dieses Zwischenresultat freuen dürfen, oder nicht: Immerhin stünde unsere Anna so um einiges besser da, als einige ihrer Vorgänger. Andererseits hofft man in der Schweiz dennoch insgeheim bis zur letzten Sekunde auf ein kleines Stimmwunder. An dieser Stelle sei jedoch ausdrücklich vor zu viel Optimismus gewarnt: 2009 sah das das Google-Tool den Norweger Alexander Rybak und 2010 die Deutsche Lena Meyer-Landrut als Sieger voraus – beide gewannen tatsächlich.

Der ESC-Halbfinal mit Anna Rossinelli findet am Dienstag, 10. Mai, in Düsseldorf statt. Der Final geht am Samstag, 14. Mai, über die Bühne – mit oder ohne Schweizer Beteiligung.