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«Regionale» Räume #2: Kunsthaus Baselland

karen gerig am Donnerstag den 2. Dezember 2010

«Radikal subjektiv» soll sie sein, die Regionale-Ausstellung im Kunsthaus Baselland. Direktorin Sabine Schaschl hat sich dafür fremde Hilfe ins Haus geholt: Die Schau wurde kuratiert vom Basler Künstler Eric Hattan. «Mich interessiert, wie man mit Kunst umgeht», erklärt dieser. Und die Menschen hinter der Kunst, mehr noch als die fertigen Arbeiten, sagt er. Unter diesen Vorgaben hat Hattan, der in den Achtziger Jahren die Filiale mitgründete, eine Liste erstellt mit Kunstschaffenden, die er für eine Teilnahme an der diesjährigen Regionale anfragen wollte. Darunter waren einige alte Bekannte, aber auch neue Gesichter, für die Hattan auch die eingesandten Dossiers konsultierte. «Ich nahm dieses Engagement zum Anlass, Positionen kennenzulernen, die ich sonst vielleicht nicht entdeckt hätte», sagt er. Spannend sei es gewesen, vor allem auch die Reisen nach Karlsruhe, dem äussersten Rand der «Regionale»-Landkarte. Von dort hat er beispielsweise Karsten Födinger mitgebracht, der mit einfachen Baumaterialien wie Zement direkt in den bestehenden Raum eingreift und dadurch die Wahrnehmung auf Orte lenkt, die sonst kaum gesehen werden – metallene Trägerbalken etwa oder Deckenstützen.

Dank solch unauffälligen Werken werden dem Kunsthaus Baselland auch die 32 Positionen nicht zuviel. Auch die unaufdringlich verlängerten Geländer von Antoanetta Marinov belasten das Auge nicht. Manche Künstler erhielten im Zuge der Platzierung mehr Platz, andere weniger. «Das ergab sich manchmal einfach der Werkgrösse wegen», sagt Hattan. «Die grosse Leinwand von Renée Levi, die Graphitarbeit von Maja Rieder oder Jürg Stäubles Wandarbeit brauchen schlicht mehr Platz als beispielsweise Guido Nussbaums Weltkugel.»

Er habe kein inhaltliches Konzept verfolgt, sagt Hattan. «Ich wollte die Ausstellung ganz im Sinne einer Jahresausstellung konzipieren und das zeigen, was in einem Jahr entstanden ist; und in Erinnerung rufen, dass auch Künstler 365 Tage im Jahr arbeiten.» Trotzdem erscheint die Schau als sehr stimmig, so als hätte es stilistische Auswahlkriterien gegeben. Als Erklärung hat Eric Hattan nur eine Vermutung parat: «Die Ausstellung ist halt, was der Titel sagt: Radikal subjektiv.» Sein eigener Geschmack sollte durchscheinen und tut es auch. «Das Machen dieser Ausstellung hatte sehr viel mit Sammeln zu tun», sagt Hattan. «Und damit, dieses Gesammelte dann präzise in den Raum zu stellen.» Es sei besser herausgekommen, als er erwartet hätte, schliesst er. Das lässt sich schlecht beurteilen. Jedenfalls ist das Resultat gut, radikal subjektiv betrachtet.