Beiträge mit dem Schlagwort ‘Fauteuil’

Schlaglicht auf Woche 44

schlaglicht am Montag den 31. Oktober 2011

SHIFT überstanden und noch keine Ahnung, was kulturell läuft diese Woche? Wir helfen Dir bei der Planung Deiner Kulturwoche mit Hinweisen auf ausgewählte Kultur-Leckerbissen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlaglicht auf Woche 37

schlaglicht am Montag den 12. September 2011

Noch keine Ahnung, was kulturell läuft diese Woche? Wir helfen Dir bei der Planung Deiner Kulturwoche mit Hinweisen auf ausgewählte Kultur-Leckerbissen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlaglicht auf Woche 19

schlaglicht am Montag den 9. Mai 2011

Noch keine Ahnung, was kulturell läuft diese Woche? Unsere Rubrik «Schlaglicht auf Woche…» hilft Dir bei der Planung Deiner Kulturwoche mit Hinweisen auf ausgewählte Kultur-Leckerbissen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie viele Persönlichkeiten verkraften wir?

chris faber am Samstag den 26. März 2011

David Bröckelmann ist zurzeit als freischaffender Schauspieler, Regisseur und Autor tätig und mit seinem ersten Soloprogramm „Dr. Klapp hat Hunger – Oder warum man bei Wissensdurst essen sollte“ noch heute in Basel im Fauteuil zu sehen. Vor allem bekannt ist er aus der Satire-Sendung Giacobbo / Müller als genialer Imitator von Matthias Hüppi, Christian Gross, Hakan Yakin, Pascal Couchpin, Christian Levrat und Peter Bodenmann.

David Bröckelmann ist seit 15 Jahren Schauspieler und wird in seiner Figur als Dr. Klapp von Geheimdiensten aus aller Welt gesucht, weil er Menschen jeglicher Art verinnerlichen kann, um sie zu verstehen und zu studieren. Er bringt Prominente, Therapeuten, bachblütige Anthroposophen, Vorarbeiter und Politiker jeder Parteiausrichtung als multiple Persönlichkeit so zusammen, dass Ihre wahrer Charakter aus Ihnen rausgekitzelt wird. Möchten Sie wissen, was passiert, wenn Hakan Yakin, Matthias Hüppi und Christian Gross aufeinandertreffen und rappen? Was hat Kurt Aeschbacher in dieser illustren Runde zu suchen? Lassen Sie sich von seinen Erkenntnissen überraschen! Der erste Teil des Programms ist dabei etwas zu fussballlastig, der zweite Teil umso besser. Nur noch heute!

“Dr. Klapp hat Hunger” Samstag, 26. März 20 Uhr im Fauteuil Basel

Komm zu Fatih!

chris faber am Sonntag den 13. Februar 2011

Als Kabarettist mit türkischem Immigrationshintergrund hat Fatih Çevikkollu seine ganz eigene Art von Humor entwickelt. Das aktuelle Soloprogramm greift die zentralen gesellschaftlichen Themen des 21. Jahrhunderts auf, von kleinen erlebten Geschichten von nebenan bis hin zur Islamdebatte, als aufmerksamer Wanderer zwischen den Kulturen formuliert Fatih für die Zuschauer Einsichten pur, charmant auf den Punkt gebracht.

Schon früh hatte er den Wunsch, als Kabarettist auf der Bühne zu stehen und sein Publikum zum Lachen zu bringen. Heute hat er es geschafft, Fatih Çevikkollu ist ein erfolgreicher Schauspieler und Kabarettist.

Geboren und aufgewachsen ist er in Köln, wo er zusammen mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter lebt. Im Alter von 25 Jahren zog es ihn nach Berlin, um eine Ausbildung an einer renommierten Schauspielschule zu beginnen und abzuschliessen. Nach einem erfolgreichen Casting spielt er in der mehrfach ausgezeichneten Comedy-Serie «Alles Atze» eine der Hauptrollen. Nach seiner Arbeit beim Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er einige Spielzeiten verbrachte, begibt sich Fatih Çevikkollu auf die Suche nach mehr Selbstständigkeit und größeren Entfaltungsmöglichkeiten. Er hat viele Ideen und entwickelt eigene Konzepte. Er gründet den No Maganda-Club, eine ComedyClub-Reihe, die Fatih Çevikkollu ab 2005 regelmäßig in Köln, Aachen, Essen und Dorsten moderiert. Dort präsentiert er jeweils vier Newcomer aus der Comedy-Szene, und ich konnte dort viele Male sein Stand-Up-Comedytalent bewundern.

Parallel startete er Ende 2005 seine erste Solotournee mit «Fatihland», für das er den Prix Pantheon 2006 Jurypreis gewann. In der Laudatio der Jury heißt es: «Mit Fatih Çevikkollu zeichnet die Jury einen jungen Komiker aus, für den Integration Kabarettistensache ist. Er schafft mit Liebe und Selbstironie einen urkomischen Brückenschlag zwischen seinen beiden Kulturen: der deutschen und der türkischen. Seine Sicht der Dinge bringt die Zuschauer nicht nur zum Lachen, sie wirkt auch in deren Köpfen weit über den Abend hinaus.» Das Handelsblatt zeichnete Fatih Çevikkollu im April 2007 im Düsseldorfer Kom(m)ödchen mit dem Kabarettpreis «Sprungbrett 2007» aus, und lobte, wie «er den Wanderer zwischen deutschen Vorurteilen und türkischen Vorbehalten gibt». Er wäre zu wünschen, wenn sein Comedytalent und seine Ideen und Projekte noch mehr Menschen erreichen.

Faitih Çevikkollu möchte die Menschen zum Nachdenken anregen und ist gleichzeitig überzeugt: «Kunst muss in erster Linie unterhalten.» Ich freue mich, Ihn in Basel auf der Bühne wiederzusehen: Fatih Çevikkollu spielt am Dienstag, 15.02.2011, im Fauteuil in Basel, Karten unter Tel. 061 261 26 10.

Mit dem Kind ins Theater: Freude oder Qual?

karen gerig am Montag den 27. Dezember 2010

Der berufliche Besuch einer Theatervorstellung für Kinder stürzt die Kulturjournalistin immer wieder mal in ein kleineres Dilemma. Grund dafür ist die Frage, nach welchen Kriterien man derlei Theaterstücke beurteilen soll – denn, sind wir ehrlich, mit den Vorstellungen, wie sie uns auf den grossen Bühnen der Welt geboten werden, haben Theaterstücke für Kinder meist wenig gemeinsam. Was also tun? Die Vorstellungen ganz ignorieren, wie es diverse Feuilletons und Kulturteile von Zeitungen inzwischen tun? Sie an grossen Vorbildern messen? Oder gar Kinder die Rezensionen verfassen lassen?

Kindertheater locken unbestreitbar die Massen. Tickets für Vorstellungen im Theater Arlecchino etwa oder im Fauteuil sind in Basel ein begehrtes Gut. Und der Applaus ist den Schauspielern immer sicher. Aber ist das ein Gütesiegel?

Heidi am Basler Schauspielhaus. (Foto Judith Schlosser, Theater Basel)

Im Moment wird der Unterschied zwischen grossen und kleinen Bühnen für den regelmässigen Kindertheaterbesucher besonders augenfällig. Das Schauspielhaus inszeniert diesen Winter Johanna Spyris «Heidi» als Familienstück – perfektes Bühnenbild, professionelle Schauspieler und echte Geisslein inklusive. Da können kleinere Häuser nicht mithalten. Oder?

Der bald sechsjährigen Tochter ist das ausgeklügelte Heidi-Bühnenbild egal. Soll sich der Holzberg doch zum Hüttendach wandeln. Sie will gleich am Anfang wissen, wann denn die Geisslein endlich kommen. Und warum die Tante Dete mitten im Publikum steht und nicht aufhört zu reden. Wann es denn endlich richtig losgehe. Und später vielleicht noch, ob der Schnee echt ist, der von der Decke fällt. Gefallen tuts ihr aber trotzdem.

Das Arlecchino zeigt über die Festtage den «Froschkönig». Mit klitzekleinem Budget. In einer einfachen, aber einfallsreichen Inszenierung, die manchmal mehr Klamauk ist als Theater, mag der Erwachsene vielleicht denken. Doch mit viel Liebe und Freude am Spiel aufgeführt, das wirkt ansteckend. Die Kinder auf ihren Holzbänken jauchzen und singen mit.

Der «Froschkönig», inszeniert vom Ensemble des Tamalan-Theaters, im Theater Arlecchino.

Ist das «Heidi» denn nun wertvoller als der Froschkönig? Oder als das «Tapfere Schneiderlein», das im Fauteil aktuell sein Unwesen treibt? Wichtig ist doch, dass unsere Kinder ins Theater gehen. Das Arlecchino wurde für sein Engagement für die Kleinen deshalb auch schon mit dem Schappo-Preis ausgezeichnet. Zurecht. Denn vergessen wir nicht: Wer dort auf, hinter und neben der Bühne steht, tut das, ohne eine Gage zu erhalten. Nur die leuchtenden Kinderaugen vor der Bühne winken als Lohn.

Im Praxistest zeigt sich zudem, dass das Theater Basel von den kleinen Theatern noch lernen kann. Das «Heidi» nämlich dauert stolze 110 Minuten. Am Stück, ohne Pause, von 3 Uhr nachmittags bis 10 vor 5. Um vier fängt der Bauch des Jungen links an zu knurren. Und alle drei Minuten frägt er danach seinen Vater, wann denn nun endlich Pause sei und er sein Zvieri essen könne. Auch das Mädchen rechts ist plötzlich überfordert und muss draussen beruhigt werden.

Es scheint, als müssten die theatererprobten Erwachsenen im Kindertheater ihre Ansprüche etwas zurückschrauben. Das sollte man gerne tun. Spass haben kann man überall. Und die Kulturjournalistin sollte weiter ein Auge zudrücken, wenns etwa um die Qualität der schauspielerischen Leistungen geht. Und auf die Tochter hören, die regelmässig sagt: «Super wars!». Und sich beim Rausgehen schon aufs nächste Mal freut.

Der «Froschkönig» im Arlecchino läuft noch bis 31.12. täglich um 14.30 Uhr, zusätzlich vom 29. bis 31.12. um 11 Uhr.
«Heidi» läuft im Schauspielhaus noch am 30.12. um 17.45 Uhr, am 2.1. um 15 Uhr, am 16.1. um 16 Uhr und am 17.1. um 11 Uhr.