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Blutbad in der Ägäis

Fabian Kern am Mittwoch den 5. März 2014

«300 – Rise of an Empire» läuft ab 6. März im Rex und im Küchlin.

«300 – Rise of an Empire» läuft ab 6. März im Rex und im Küchlin.

Stahlblauer, wolkenloser Himmel und romantische Inseln in glattem, türkisem Wasser – so kennt und schätzt der durchschnittliche Mitteleuropäer die Ägäis. Von einer ganz anderen Seite lernt man das griechische Meer nun im Kinosaal kennen: Eine aufgewühlte schwarze See unter einer düsteren bleischweren Wolkendecke, die nur durch die stetigen Blitze aufgerissen wird. Für die einzigen Farbtupfer ist das spritzende Blut der fallenden Griechen und Perser besorgt. Das dafür in rauen Mengen. Was das für ein Streifen ist? Richtig geraten, wir befinden uns in «300 – Rise of an Empire», der von den Hardcore-Fans sehnlichst erwarteten Fortsetzung von Zack Snyders Kult-Splatterfilm aus dem Jahr 2006. Ja, so schnell vergeht die Zeit.

Der Pfeil der Provokation: Themistokles tötet Darius. (Bilder: Warner)

Der Pfeil der Provokation: Themistokles tötet Darius. (Bilder: Warner)

In den letzten sieben Jahren wurde oft diskutiert, wie man denn das Heldenepos um den spartanischen König Leonidas (Gerard Butler) und seine märtyrerische Mini-Armee weiterführen könnte. Comicautor Frank Miller hat die Antwort in seiner neusten Gothic Novel «Xerxes» gegeben, die dem neusten Film als Vorlage dient. Das Clevere am Plot: Die Handlung findet nicht, wie einer der Trailer suggeriert, als Anschluss an «300» statt, sondern überschneidet sich zeitlich. Held der Geschichte ist diesmal kein Spartaner, sondern ein Athener General. Themistokles (Sullivan Stapleton) sorgt mit der Tötung des persischen Königs Darius für die grösste Provokation der eroberungswütigen Asiaten. Der königliche Sprössling Xerxes (Rodrigo Santoro) sinnt auf Rache und schwingt sich, angestachelt von Darius’ rechter Hand Artemisia (Eva Green) zum gefürchteten «Götterkönig» auf. Die Griechen sollen nicht nur besiegt, sondern auch gedemütigt und ausradiert werden. Dem stellt sich Themistokles entgegen, der fest an die Vereinigung der griechischen Stadtstaaten zu einer starken Einheit glaubt.

Grausam und sexy: Die persische Befehlshaberin Artemisia.

Grausam und sexy: Die persische Befehlshaberin Artemisia.

Der Star des neusten Gemetzels ist wie schon im Vorgänger weder der Hauptdarsteller noch die Story, sondern die Optik. Den Wechsel auf dem Regie-Stuhl von Snyder zu Noam Murro («Smart People) merkt der Zuschauer nicht, die Schlachten kommen genau so gewaltig daher, nun sogar in beeindruckender 3D-Optik. Da möchte man sich nach jedem Schwerthieb das Blut vom Gesicht wischen, und angesichts des neuen Schlachtfelds, der hohen See, kommt vielleicht der eine oder andere empfindliche Magen in Aufruhr. Themistokles bietet mit seinen mickrigen 50 Schiffchen Artemisias 1000 Galeeren-starken Flotte die Stirn und kämpft zeitgleich wie Leonidas mit seinen tapferen Mannen. Während die zusätzliche Dimension des Meeres dem Werk einen frischen Anstrich verleiht, wird die Figur der weiblichen Befehlshaberin den ohnehin schon übermächtigen Anteil von männlichen Kinogängern noch weiter in die Höhe treiben. Eva Green verleiht der eiskalten Rächerin einen unglaublichen Sex-Appeal, dem auch der griechische Held nicht widerstehen kann. Ein Highlight ist der Geschlechtsakt zwischen den Widersachern: Man weiss gar nicht, ob man ihn als Sex- oder Gewaltszene einordnen soll.

Zerstrittene Stadtstaaten: Spartas Königin Gorgo und Athens General Themistokles.

Zerstrittene Stadtstaaten: Spartas Königin Gorgo und Athens General Themistokles.

«300 – Rise of an Empire» ist Testosteron-Kino in Reinkultur. Da stören nicht einmal die flammenden Reden von Themistokles, die immer wieder an Loyalität bis zur Selbstaufgabe appellieren. Schliesslich geht es um Ruhm und Ehre – und nicht zuletzt um die Freiheit, das höchste Gut eines Mannes. Wahre Hingabe und Leidenschaft besiegen die zahlenmässige, aber seelenlose Übermacht, Demokratie schlägt Tyrannei. Für solche Werte lohnt es sich schon mal, die Ägäis mit Blut und Leichen zu überfluten.

«300 – Rise of an Empire» läuft ab 6. März 2014 in den Basler Kinos Rex und Pathé Küchlin.

Weitere Filmstarts in Basel am 6. März: Saving Mr. Banks, The Grand Budapest Hotel, Tokyo Family, Bibi & Tina – der Film.

Welten-Hopping mit Chris Hemsworth

Fabian Kern am Mittwoch den 30. Oktober 2013

«Thor – The Dark Kingdom» läuft ab 31. Oktober 2013 im Pathé Küchlin.

«Thor – The Dark Kingdom» läuft ab 31.10. im Küchlin und im Rex.

Schneller, weiter, höher – Fortsetzungen müssen sich gegenüber ihrem Vorgänger steigern. Erst recht im Action- und Fantasy-Genre. Daran halten sich auch die Macher von «Thor», dem Erfolgsprodukt aus dem Hause Marvel. Dass die Geschichte um den Hammermann mit dem leuchtend roten Umhand aus dem Weltall eine Fortsetzung finden würde, war klar. Zu beeindruckend verkörpert Chris Hemsworth den unzimperlichen nordischen Gott, zu stark sind aber auch die Figuren Odin (Anthony Hopkins), Loki (Tom Hiddleston) und Jane Foster (Natalie Portman). Nur sollte man nicht zu viel in das Sequel packen: Ein bisschen Lord of The Rings, eine Prise Star Wars, vermischt mit etwas Stargate – «Thor – The Dark Kingdom» erfindet das Genre Crossover.

Zeigt, wo der Hammer hängt: Thor. (Bilder: Marvel)

Zeigt, wo der Hammer hängt: Donnergott Thor. (Bilder: Marvel)

Doch nicht nur die Kombination verschiedener Stile fordert den Kinobesucher, auch die Story ist zu Beginn etwas unübersichtlich. Dafür muss man etwas weiter ausholen. Die nordische Mythologie besagt, dass das Universum aus neun Reichen besteht, die vom Schicksalsbaum «Yggdrasil» getragen werden. Ähnlich wie unser Sonnensystem also. Ganz oben, in Asgard, sitzen die kriegerischen Götter um König Odin und beschützen Yggdrasil. Die Erde, Midgard, ist in der Mitte angesiedelt. Jedes Reich wird von einer anderen Rasse bevölkert, von Elfen, Zwergen und Riesen. In «Thor 2» probt eines dieser Völkchen, die schwarzen Elfen aus Schwarzalbenheim, den Aufstand. Unter der Führung des bösen Malekith (Christopher Eccleston) soll das Universum wieder in Dunkelheit gestürzt werden. Schlüssel zum erfolgreichen Umsturz soll die mysteriöse und mächtige Waffe «Äther» sein, die für immer gebannt geglaubt wurde – Herr der Ringe lässt grüssen.

Sinnt auf Rache: Loki.

Sinnt auf Rache: Thors verbitterter Bruder Loki.

Traumpaar zwischen den Welten: Jane und Thor.

Traumpaar zwischen den Welten: Jane und Thor.

Eine ganz besondere Sternenkonstellation begünstig die dunklen Pläne von Malekith und bringen Asgard in Aufruhr. Odin und sein Sohn Thor, der designierte Thronfolger, sind gefordert. So sehr, dass Thor über seinen Schatten springt und seinen hinterlistigen Adoptivbruder Loki aus seinem Verlies befreien und mit ihm gemeinsame Sache machen muss. An diesem Punkt hat «Thor 2» seine stärksten Momente. Die Frage, ob Thor seinem maliziösen Gegenspieler wirklich trauen kann, trägt die überfrachtete Story bis zum Schluss. Genau so wie der hervorragende Cast und derselbe trockene Humor, der schon «Thor» und «The Avengers» auszeichnete. Thors Welten-Hopping allerdings ist etwas nervig. Ständig beamt sich der Held zwischen seiner Heimat Asgard, seiner geliebten Jane Foster auf der Erde hin und her und muss nebenbei auch noch die anderen Welten beschützen – ein anstrengender Job, der sogar den Donnergott mit dem mächtigen Hammer bisweilen an den Anschlag bringt. Man würde ihm und nicht auch zuletzt sich selbst etwas mehr Beständigkeit und weniger Reizüberflutung wünschen.

Der Thronfolger und sein König: Thor und Odin.

Der Thronfolger und sein König: Thor und Odin.

Der Showdown aber hat es in sich und entschädigt etwas für den leicht übertriebenen Ehrgeiz der Crew. Aber eben: Schneller, weiter, höher ist nicht immer automatisch besser. Die Chance sich wieder zu steigern, wird sich wohl schon bald ergeben. Thors Zerrissenheit zwischen Kopf und Herz, zwischen Familienloyalität und Liebe, zwischen Asgard und Midgard, die einen richtigen Superhelden ausmacht, gibt noch viel Stoff her. Zudem hat man noch selten eine bessere Besetzung für eine Comicfigur gesehen. Chris Hemsworth IST Thor.

P.S. Für alle, die sich bei den Avenger-Filmen noch nicht so auskennen: UNBEDINGT BIS NACH DEM ABSPANN SITZENBLEIBEN!

«Thor – The Dark Kingdom» läuft ab 31. Oktober 2013 in den Basler Kinos Pathé Küchlin und Rex.

Weitere Filmstarts in Basel am 31. Oktober: The Fifth Estate, Les Grandes Ondes, La religieuse, Die Reise zum sichersten Ort der Welt.