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Ein randvolles Osternest in der Kaserne

Luca Bruno am Mittwoch den 20. April 2011

Die Frage, wieso uns an Ostern eigentlich ausgerechnet ein Hase die Eier bringt, konnten wir vorgestern nicht eindeutig beantworten, wenn er Basel allerdings so zahlreich beschenkt, wie die Kaserne dieses Jahr, akzeptieren wir das gerne und ohne weitere Rückfragen. Schlaglicht mit einer Vorschau auf die vielen bunten Eier, die in den nächsten vier Tagen im Osternest der Kaserne zu finden sind:

Am Gründonnerstag, dem Stiefkind der Osterfesttage, werden zuerst Wildbirds & Peacedrums für den gemächlichen Start ins Festwochenende sorgen. Seit drei Alben bezaubert das schwedische Duo mit ätherischen und ebenso mystischen Balladen, deren Herkunft eigentlich auch das noch nördlich gelegenere Island sein könnte. Unsere Blogkollegen von «KulturStattBern» waren von ihrem Auftritt letzten Oktober jedenfalls restlos begeistert und bezeichneten diesen als «akustischen und visuellen Konzerthöhepunkt».

Während am Donnerstag also noch «Zuhören» angesagt ist, wird es bereits einen Tag später von Vorteil sein, die Tanzschuhe besonders fest zugeschnürt zu haben. Am Karfreitag wird nämlich ein besonders eklektisches elektronisches Musikprogramm, angeführt vom Berliner Duo Modeselektor, die Wände des Rossstalls mit ordentlich viel Bass zum Vibrieren bringen. Als die beiden Berliner zum letzten Mal in Basel zu Gast waren, 2007 auf dem Schiff, hielt sich der Publikumsandrang noch in Grenzen, dieses Jahr wird das, wohl auch dank den Spezialgästen des Abends, garantiert anders sein.

Zum einen wäre da Moritz Friedrich, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Siriusmo, der heimliche Star des Lineups. Nach Jahren unzähliger EP- und Singleveröffentlichungen hat der gebürtige Berliner mit «Mosaik» endlich sein Debütalbum fertiggestellt. Der Titel dieses Albums und das dazugehörige Plattencover könnten dabei passender nicht sein: Über 17 Tracks verteilt, präsentiert uns Friedrich auf «Mosaik» elektronische Popmusik der besonders verspielten Art und verfügt mit «Einmal in der Woche schreien» darüber hinaus noch über einen der besten Tracks des Vorjahres.

Am Karfreitag wird jedoch nicht nur Berlin, sondern auch Bristol in der Kaserne zu Gast sein. Der britische Produzent Joker gilt seit mehreren Jahren als einer der interessantesten Dubstep-DJs und wird an diesem Abend in erster Linie die unteren Frequenzen der PA der Kaserne auf die Probe stellen. Seine fantastische letztjährige Single «Tron» ist uns auf alle Fälle noch immer noch in bester Erinnerung.

Tags darauf wird Cut Chemist, ehemaliger DJ von Jurassic 5 und einer der besten zeitgenössischen Turntablisten, sein Können an den Plattentellern unter Beweis stellen, bevor dann Architecture In Helsinki am Sonntag das Osterfestival der Kaserne abschliessen werden.

«Moment Bends», das neue Album des Quintetts aus Melbourne, deren Mitglieder übrigens weder Architekten noch Finnen sind, kann mit seinem hervorragenden Vorboten «That Beep», welcher bereits vor drei Jahren samt grossartigem Remix von Radioclit auf einer EP die Runde machte, leider nicht mithalten, allerdings hat sich die Band in den vergangenen Jahren einen Ruf als besonders schräge Liveband erarbeitet. Und mit ihren Vorgängeralben «In Case We Die» und «Places Like This» haben die Australier ja ohnehin genügend Hits in der Hinterhand, um das Osterfest stilgerecht abzurunden.

Donnerstagabend (21.4.): Wildbirds & Peacedrums, Combineharvester live. Doors: 22:00.
Freitagabend (22.4.): Modeselektor, Siriusmo, KRSN & Joker. Doors: 22:00.
Samstagabend (23.4.): Cut Chemist (AV-Set), Aim (DJ-Set), DJs Pun & Rainer. Doors: 23:00.
Sonntagabend (24.4.): Architecture In Helsinki, The Russian Futurists live. Doors: 21:00.