Beiträge mit dem Schlagwort ‘Daniel Radcliffe’

Auch Magier können nicht zaubern

Fabian Kern am Mittwoch den 31. August 2016

«Now You See Me 2» läuft ab 1.9. in Basel.

«Now You See Me 2» läuft ab 1. September in Basel.

Fortsetzungen können eine Plage sein – nicht nur jene von Teenie-Filmen. Von jedem auch nur halbwegs erfolgreichen Hollywood-Film wird ein Sequel gedreht. Auch wenn es sich bei dem Original um einen wirklich gelungenen Streifen handelt, der intelligent unterhält. Jüngstes «Opfer» dieser unvermeidlichen Studio-Strategie ist «Now You See Me». Wobei man einräumen muss, dass wenn man die Chance hat, eine Besetzung mit Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo, Woody Harrelson, Dave Franco, Morgan Freeman und Michael Caine ein zweites Mal gemeinsam vor die Kamera zu bewegen, man dies unbedingt tun sollte. Und, bevor hier Missverständnisse aufkommen, das Resultat ist denn auch durchaus sehenswert.

Merritt McKinney steckt mal wieder in Problemen.

Merritt McKinney steckt mal wieder in Problemen.

Wie bei jedem Sequel kommt auch bei «Now You See Me 2» die Regel zur Anwendung, dass das Wegfallen vom Überraschungseffekt des Neuen wettgemacht werden muss durch mehr. Mehr und spektakulärere Twists, mehr Action, mehr Gags und mehr Figuren. Letzteres ergibt sich auf beiden Seiten. Die vier Reiter, wie sich die Robin-Hood-Magier Daniel Atlas (Eisenberg), Merritt McKinney (Harrelson) und Jack Wilder (Dave Franco) nennen, sind nur noch zu dritt. Dahinter steckt die Schwangerschaft von Isla Fisher, die aussetzen musste. Sie wird aber durch die vorwitzige Lula (Lizzy Caplan) ersetzt, was vor allem Atlas überhaupt nicht passt. Er plant sogar vielmehr noch die Absetzung von Dylan Rhodes (Ruffalo) als Chef des Quartetts. Dabei kommt ihm zupass, dass der erste Auftritt der Crew nach über einem Jahr gehörig in die Hose geht. Der jugendliche Technologie-Magnat Walter Mabry (Daniel Radcliffe) erpresst die Reiter, für ihn in Macau die mächtigste Software der Welt zu stehlen. Doch dessen Motiv ist nicht nur die reine Habgier, sondern er verfolgt auch noch ganz persönliche Rachepläne.

Drei der vier Reiter vor dem Hochsicherheitssafe.

Drei der vier Reiter vor dem Hochsicherheitssafe.

War beim ersten Teil des Magier-Thrillers die Doppelbödigkeit das stärkste Argument, so kommen bei der Fortsetzung noch ein bis zwei Böden hinzu. Bald weiss der Zuschauer nicht mehr, wem er noch trauen kann, ob die Guten wirklich alle gut und die Bösen wirklich nur böse sind. Jon M. Chu, der den Regiestuhl von Louis Leterrier übernommen hat, treibt die möglichen Wendungen an die Grenzen des Aufnehmbaren, bekommt aber meistens haarscharf die Kurve. Das liegt sicher an den starken Darstellern sowie am ausgewogenen Mix aus Ernst und Humor. Die Story ist dicht und dank der Verarbeitung von Dylans Kindheitstraumas abgerundet. Allein die zum Teil sehr mysteriösen Hintergründe der Tricks sind etwas unglaubwürdig.

Steckt Thaddeus Bradley hinter dem Ganzen?

Steckt Thaddeus Bradley hinter dem Ganzen?

Wer den ersten Film mochte, wird auch nach «Now You See Me 2» zufrieden aus dem Kino gehen. Dennoch hält sich die Vorfreude auf den bereits angedachten dritten Teil etwas in Grenzen. Das Schneller-weiter-höher-Prinzip lässt erahnen, wohin sich diese Serie entwickeln könnte. So gern man dieses Zauberer-Ensemble inzwischen gewonnen hat, verliert die Geschichte mit jedem Sequel ein Stück jener Magie, die das Original so stark machte. Dieser Gesetzmässigkeit sind sogar Magier unterworfen.

«Now You See Me 2» läuft ab 1. September 2016 im Kino Pathé Küchlin in Basel.

Weitere Kinostarts in Basel am 1. September: Ben Hur, Mike and Dave Need Wedding Dates, Fuocammare, Un homme à la hauteur.

Harry Potter hat das Lachen verloren

Fabian Kern am Mittwoch den 28. März 2012

The Woman in Black

«The Woman in Black» läuft ab dem 29. März im Kino Pathé Küchlin in Basel. (Bilder im Verleih von ASCOT ELITE)

Eben erst der Rolle des Harry Potter entwachsen, sieht sich Daniel Radcliffe im britischen Gruselfilm «The Woman in Black» schon wieder Auge in Auge mit übersinnlichen Kräften. Nur, dass er selbst diesmal nicht in Besitz von Zauberkräften ist. Im Gegenteil: Als Londoner Anwalt Arthur Kipps Ende des 19. Jahrhunderts zelebriert Radcliffe das Leiden. Das Hinscheiden seiner geliebten Gattin nach der Geburt seines Sohnes hat den jungen Vater derart aus der Bahn geworfen, dass ihn sein Sprössling nur mit den Mundwinkeln nach unten zeichnet. «Du siehst immer so aus», lautet die Begründung von Klein-Edward. In der Tat versprüht Radcliffe mit seinem bleichen, vergrämten Gesicht nicht gerade Lebensfreude.

Der Auftrag, die Erbfolge einer heruntergekommenen Villa im abgelegenen Küstendörfchen Crythin Gifford zu verkaufen, bringt Kipps die unheimliche Chance, etwas über das Leben nach dem Tod herauszufinden. Die Motivation zu erfahren, in welcher Welt sich die Seele seiner Frau  befindet, treibt den Witwer an. In jenem Haus mit dem nicht gerade einladenden Namen «Eel Marsh House» treibt die unruhige Seele einer toten Frau ihr Unwesen. Jedes Mal, wenn die «Frau in Schwarz» gesehen wird, treibt sie ein Kind aus dem Dorf in den Selbstmord, um ihren leiblichen Sohn zu rächen, der einst im Watt ertrank. Die Dorfbewohner wollen Kipps deshalb daran hindern, sich im verfluchten Haus weiter herumzutreiben, da es während seiner Anwesenheit zu weiteren tragischen Todesfällen kommt. Der Jurist aber lässt sich nicht beirren. Er stellt sich dem Geist und versucht gegen den Widerstand der Einheimischen, seiner Seele endlich Ruhe zu verschaffen. Diesen Beitrag weiterlesen »