Beiträge mit dem Schlagwort ‘Armie Hammer’

Superman wird Superagent

Fabian Kern am Mittwoch den 12. August 2015

«The Man from U.N.C.L.E.» läuft ab 13.8. im Küchlin.

«The Man from U.N.C.L.E.» läuft ab 13.8. im Küchlin.

Das Revival des Agentenfilms hat nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. James Bond wurde in den Neunziger-Jahren durch Pierce Brosnan entstaubt und später durch Daniel Craig ins dritte Jahrtausend katapultiert – beeinflusst nicht zuletzt durch die Jason-Bourne-Reihe mit Matt Damon. Dieser wiederum ist eigentlich schon längst zurückgetreten, nimmt nun aber Anlauf für ein Comeback und damit den Kampf mit Tom Cruise auf, welcher sich als Ethan Hunt bereits durch die fünfte Mission Impossible kämpft. Ist es deshalb nötig, dass nun auch noch Guy Ritchie seine Helden in dieses Agentengetümmel wirft? Brauchen wir das wirklich? Nach dem Genuss von «The Man from U.N.C.L.E.» muss die deutliche und unmissverständliche Antwort lauten: Ja!

Der Amerikaner: Napoleon Solo (Henry Cavill).

Der Amerikaner: Napoleon Solo (Henry Cavill).

Der britische Kultregisseur («Lock, Stock and Two Smoking Barrels», «Snatch», «Sherlock Holmes») ist einfach anders als die anderen. Er gräbt eine Serie aus den 60er-Jahren aus, übersetzt sie aber nicht in die Gegenwart, sondern inszeniert sie als altmodischen Agentenfilm, leichtfüssig, fast spielerisch inszeniertund mit seinem unvergleichlichen Humor gespickt. Ein Eyecatcher ist schon der interessant zusammengestellte Cast. Henry Cavill muss im Jahr 1963 als Superagent der CIA nach intensiver und genussvoll zelebrierter Feindschaft mit den Russen plötzlich mit seinem KGB-Pendant Armie Hammer Seite an Seite kämpfen, um das Gleichgewicht der Supermächte im Kalten Krieg zu halten. Super Man und Lone Ranger – eine gewagte, aber auch reizvolle Mischung. Das Einzige was nervt, ist der schwere schwedische Akzent von Alicia Vikander (sie ist halt Schwedin!), wenn sie deutsch spricht.

Die Deutsche: Gaby Teller (Alicia Vikander).

Die Deutsche: Gaby Teller (Alicia Vikander).

In Italien sich nämlich das grössenwahnsinniges Unternehmerehepaar Vinciguerra eine Atombombe, was weder Amerikaner noch Russen oder Briten toll finden. Also werden die beiden besten Männer der jeweiligen Geheimdienste als schlagkräftiges Team nach Ostberlin geschickt, um über Gaby Teller (Alicia Vikander, «Ex Machina»), die Tochter eines verschwundenen deutschen Wissenschaftlers, den Vinciguerras auf die Fährte zu kommen. Das zusammengewürfelte amerikanisch-russisch-deutsche Trio kann jedoch überhaupt nichts miteinander anfangen. Der US-Ladykiller und der von einem Vater-Komplex gehemmte Sowjet scheinen einfach zu verschieden. Vielmehr droht die Mission an den Eitelkeiten der Agenten zu scheitern – oder spielt gar die scheinbar unbeteiligte Gaby ein doppeltes Spiel?

Der Russe: Illya Kuryakin (Armie Hammer).

Der Russe: Illya Kuryakin (Armie Hammer).

Guy Ritchie ist nicht in eine Schublade zu stecken. Aus jedem Stoff macht er etwas Einzigartiges. Der Ex-Mann von Madonna zündet in «The Man from U.N.C.L.E.» kein Effekte-Feuerwerk in der Manier von James Bond, kein Stunt-Spektakel à la Ethan Hunt und keine atemlose Jagd wie jene auf Jason Bourne. Vielmehr unterlegt er die Action-Sequenzen mit Musik und nimmt ihnen so die Wichtigkeit. So liegt das Gewicht auf den Figuren und den witzigen Dialogen. Damit ist Ritchie ein entspannter und kurzweiliger Film unter zwei Stunden gelungen, an dessen Ende man sich darüber freut, dass das erst der Auftakt zu einer Serie ist.

«The Man from U.N.C.L.E.» läuft ab 13. August 2015 im Kino Pathé Küchlin in Basel.

Weitere Kinostarts in Basel am 13. August: Fantastic Four, Self/less, Anime Nere, Trainwreck.

Captain Jack Sparrow im Wilden Westen

Fabian Kern am Mittwoch den 7. August 2013

Filmplakat

«Lone Ranger» läuft ab 8. August im Capitol und im Pathé Küchlin.

Es gibt wenige Rollen, die das Image eines Schauspielers derart geprägt haben wie jene von Jack Sparrow. Johnny Depp hat den stets angetrunkenen, ungepflegten, egoistischen, aber dennoch charmanten Piratenkapitän nicht gespielt – er ist Jack Sparrow. Und auch wenn der fünfte Teil von Pirates of the Carribbean angekündigt ist, die Reihe hat sich langsam totgelaufen. Deshalb müssen neue Geschichten her und eine neue Rolle für Johnny Depp, denn der Mann ist ein Publikumsmagnet sondergleichen.

Nun ist Johnny Depp Tonto, der Indianer. Mit ihm ist die ganze «Pirates»-Produktionscrew um Jerry Bruckheimer von der Karibik in den Wilden Westen des Jahres 1869 umgesiedelt. Regisseur Gore Verbinski rührt wieder gross an, diesmal erzählt er die Legende des maskierten Helden «Lone Ranger». Dieses Abenteuer hat als Hörspiel das amerikanische Radiopublikum ab 1933 fast 20 Jahre lang in seinen Bann gezogen. Auch darin kam Tonto vor. Analog zur «Pirates»-Reihe spielt Depp auch hier nur den Sidekick des Helden, ohne den aber gar nichts laufen würde. Denn erst der schräge Indianer mit der toten Krähe auf dem Kopf hilft dem Lone Ranger erst auf die Sprünge.

Tonto und das Geisterpferd

Schau mir in die Augen, Kleines! Tonto und das Geisterpferd. (Bilder: Disney)

Tonto und John

Kannst du mich mal kratzen? Tonto und John.

Ohne Tonto hätte John Reid (Armie Hammer) in der texanischen Wüste als weibischer Staatsanwalt sein Ende gefunden. Weil er aber vom weissen «Geisterpferd» aus der niedergemetzelten Truppe von Aufrechten um seinen Bruder und Sheriff Dan (James Badge Dale) auserwählt und ins Leben zurückgeholt wird, hat Tonto keine andere Wahl, als aus dem weichen Juristen einen hartgesottenen Westernheld zu formen. John will Rache am ruchlosen Mörder Butch Cavendish (William Fichtner). Sein Plus ist, dass dieser ihn für tot hält, weshalb Tonto John mit einer schwarzen Maske ausstattet. Ganz nebenbei kommt das ungleiche Duo dem skrupellosen Eisenbahn-Unternehmer Latham Cole (Tom Wilkinson) auf die Schliche, der einen Krieg gegen die Indianer anzetteln möchte, um ein direktes Gleis nach San Francisco bauen zu können. Was Tonto seinem Partner aber vorenthält, ist, dass er noch ganz eigene Rachepläne verfolgt, die ihren Ursprung tief in seiner traurigen Vergangenheit haben und nicht ganz kompatibel sind mit den hehren Absichten des Lone Ranger.

John Reid

Mein Name ist Ranger, Lone Ranger.

Die epische Geschichte füllt die Kinoleinwand voll und ganz aus. Verbinski nutzt die ganze Bandbreite an Elementen, die ein Sommer-Blockbuster braucht. Action, schwarzer Humor, starke Figuren und ein Schuss Romantik machen «Lone Ranger» zu einem mitreissenden Abenteuer, bei dem aber im Gegensatz zu den «Pirates»-Filmen auch ernste Zwischentöne Platz finden. Wiederum drückt Depp mit seinem unvergleichlichen Spiel dem Film seinen Stempel auf. Er schafft die Verwandlung zum Indianer absolut mühelos. Zu beachten gilt es aber auch Armie Hammer, der dem breiten Publikum noch nicht bekannt sein dürfte. Der knapp 27-Jährige glänzte bisher erst als Nebendarsteller in «The Social Network» und an der Seite von Leonardo Di Caprio in Clint Eastwoods «J. Edgar». Nach seinem fulminanten Auftritt in «Lone Ranger» wird er wohl einige Angebote für weitere Hauptrollen bekommen.

Tonto

Hat jemand den Zugführer gesehen?

Bisher ist «Lone Ranger» aber erstaunlicherweise das Sorgenkind der Disney Studios. Ausgerechnet in den USA fiel der Streifen bisher komplett durch und spielte erst knappe 87 Millionen Dollar ein – bei Produktionskosten von 215 Millionen ein Disaster. Deshalb ruhen die Hoffnungen auf dem europäischen Publikum. Es wäre gelacht, wenn das rasante Abenteuer nicht noch in die schwarzen Zahlen käme, denn wer Johnny Depp mag und mit Western etwas anfangen kann, für den ist «Lone Ranger» Pflichtprogramm.

«Lone Ranger» läuft ab 8. August 2013 in den Basler Kinos Capiton und Pathé Küchlin.

Weitere Filmstarts in Basel am 8. August: Trance, Shadow Dancer, Cloclo.