Archiv für die Kategorie ‘Besuch im Bandraum von…’

Kein Grund für Entschuldigungen – Zu Besuch bei Sheila She Loves You

Luca Bruno am Mittwoch den 19. Oktober 2011

This is where the magic happens... Sheila She Loves You: Tobija Stuker, Alain Meyer, Matthias Gusset, David Blum, Joachim Setlik (v.l.n.r.)

Im März 2010 erschien «Esztergom», das Debütalbum der Basler Band Sheila She Loves You. Ein Album mit zehn grösstenteils unbeschwerten Hits, welche sich durch erfrischende Jugendlichkeit und Ohrwurmpotenzial auszeichneten. Ein kurzer Blick auf den Konzertkalender der Band beweist, dass die Formkurve der Band seither stark nach oben zeigt: Im Sommer hatte die Band Auftritte sowohl am Paléo Festival, als auch am Openair St. Gallen und auch die Bühnen der BScene und des JKFs wurden während den letzten 18 Monaten abgeklappert. Kein Wunder also, ist die Indiepop-Band derzeit im Rennen um den Basler Pop-Preis, zu dem es auch ein BaZ-Voting gibt.

Wie wir bereits an der diesjährigen BScene festgestellt haben, spielt das Quintett an seinen Konzerten zahlreiche neue Songs, welche wiederum einige neue Facetten der Band zeigen. Und so arbeiten die Fünf seit geraumer Zeit nun auch im Bandraum und im Studio daran, diese neuen Songs für ein neues Album einzuspielen. «Sorry», das zweite Sheila She Loves You-Album, wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr erscheinen, was für uns Grund genug war, die Band in ihrem Proberaum zu besuchen und uns nach dem Stand ihrer Arbeiten zu erkundigen.

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Brachial und dreckig – Zu Besuch bei Navel

Joel Gernet am Mittwoch den 9. Februar 2011


Seit dem 4. Februar ist das neue Navel-Album im Umlauf. Diesen Freitag wird «Neo Noir» in der Kaserne Basel getauft. Bei den Kritikern kommt der Zweitling der Basler Rockband mit Wurzeln in Erschwil (SO) bisher sehr gut an: «Ein Koloss mit blutunterlaufenen Augen, dem man vom ersten Ton an eine Liebeserklärung machen will», schreibt etwa die Thurgauer Zeitung. Solche Kritiken freuen natürlich auch Navel-Drummer Steve Valentin, der sich durch das positive Feedback in seinem Gefühl bestätigt sieht (siehe Video): «Das neue Album ist besser, als der Vorgänger Frozen Souls.» Weniger vertrackt sei es, dafür düsterer, brachialer und dreckiger vom Sound her – «einfach Rock halt».

Nicht immer stand es so positiv um den neuen Tonträger des Trios um Frontmann Jari Altermatt: Vor rund einem Jahr musste Navel einen herben Rückschlag hinnehmen – das Berliner Label der Band ging pleite und man sass auf einer vollendeten CD, die nicht veröffentlicht werden konnte. Da nützten auch der wenige Wochen zuvor erhaltene erste Basler Pop-Preis und die damit verbundenen 15’000 Franken wenig. «Zuerst wussten wir gar nicht, wie´s weitergeht», erinnert sich Steve Valentin. Vom ursprünglichen Album seien rund 40 Prozent der Musik geblieben, der Rest entstand in den letzten Monaten.

Nun – noch bevor das neuste Baby getauft ist – denkt Navel bereits über eine neue CD nach. «Unser Ziel ist, dass wir keine drei Jahre mehr brauchen bis zur nächsten Platte», erklärt Valentin. Vorerst aber will er mit Navel so viele Konzerte wie möglich spielen – auch, damit genügend Geld reinkommt und man neben der Musik keinem Job mehr nachgehen muss. «Denn das macht viel kaputt im kreativen Prozess – ich kann nicht gleichzeitig arbeiten und Musik machen.» Ist sein Ziel, von der Musik zu leben, denn greifbar? «Jaja, für mich immer, irgendwie», grummelt Valentin, «ich bin ein ziemlich naiver Mensch».

In Deutschland war Navel bereits eine Woche mit «Neo Noir» unterwegs. Dass nach der Plattentaufe vom 11. Februar weitere Konzerte im Ausland – und am besten natürlich der internationale Durchbruch – folgen, darauf hofft die Band. Immerhin war sie 2007 bereits als Vorgruppe der Queens Of The Stone Age unterwegs und 2009 spielte das Trio am renommierten «South by Southwest»-Festival in Austin und in New York.

Eine ausführliche CD-Kritik zur Navels «Neo Noir» gibt es in der BaZ von Donnerstag.