Archiv für die Kategorie ‘Konzert’

Ab ins Pärkli zum Sommer-Jam

Joel Gernet am Freitag den 22. Juni 2012

Rock, Rap und ein Tanzbattle an und auf dem Rhein, dazu praktisch perfekte Wetterprognosen. Pünktlich zum Sommeranfang lockt der achte «Pärkli Jam» vom 22. bis 24. Juni drei Tage lang zum Gratis-Openair in den St. Johanns-Park.

Dazu präsentieren wir Euch ausgewählte aktustische Appetithäppchen aus dem Pärkli-Programm, das übrigens (fast) ausschliesslich mit regionalen Acts bestückt ist. Den Auftakt machen heute Abend zwei junge Rapper, welche der Stadt vergangenen Sommer zwei wunderbare Gutelaunetracks – die Basler Sommerhits 2011 sozusagen – beschert haben…

Kuzco (Freitag, 18:00 – 18:45 Uhr)

Fabe & Jules (Freitag, 19.00-19.45 Uhr)
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«…sonst würde mein Leben wohl im Gefängnis enden»

Luca Bruno am Mittwoch den 6. Juni 2012

Hier ein kurzer Reminder, woher man Sébastien Tellier kennen könnte: Da wäre zum Beispiel sein Album «Sexuality», welches höchstpersönlich von einer Hälfte von Daft Punk produziert wurde. Oder einer der besten Eurovision Song Contest-Auftritte der letzten Jahre. Oder halt dieser eine fantastische Popsong… den die meisten wiederum nur als Hintergrundgedudel zu McDreamy’s glatter Haut wahrgenommen haben.

Die unergründlichen Wege des Sébastien T. führen ihn heute Mittwoch (6. Juni 2012) nun auch in den Hinterhof, wo er sein erstes Gastspiel in unserer Stadt geben wird. Aus diesem Anlass haben wir uns mit Tellier über sein aktuelles Album «My God Is Blue», sowie die damit zusammenhängenden Fragen nach Spiritualität und Freiheit unterhalten… Diesen Beitrag weiterlesen »

Wichtig ist nur, dass niemand zuhause bleibt

Luca Bruno am Mittwoch den 23. Mai 2012

Aus Eins mach Drei. Neon Indian, Iceage, Stealing Sheep (Im Uhrzeigersinn).

«Basel ist einfach keine Stadt für Konzerte», wie oft haben wir diesen Satz jetzt schon gehört? Drei Basler Clubs – der Hinterhof, der 1. Stock und das Hirscheneck – blasen Morgen Donnerstag daher zur vorerst letzten Konzertoffensive vor der unausweislichen Sommerflaute und es liegt nun am Basler Konzertpublikum, allen Miesepetern und Schlechtrednern das Gegenteil zu beweisen. Der 24. Mai 2012 bringt mit Neon Indian, Stealing Sheep und Iceage drei ausgezeichnete Acts auf die Konzertbühnen der Stadt. Wichtig ist jetzt, dass niemand zuhause bleibt.

Denn wer sich als Teil der Popstadt Basel fühlt und trotzdem meint, ohne triftigen Grund morgen zuhause bleiben zu müssen, darf in Zukunft keine Leserkommentare mehr abgeben, wenn über irgendwelche Kulturleitbilder diskutiert wird, sich nicht mehr ins Thema «Kasernen-Öffnung» einmischen und erst recht nicht mehr am Konzertangebot unserer Stadt rumnörgeln. Diesen Beitrag weiterlesen »

Brückenangebot: Diagrams

Luca Bruno am Mittwoch den 16. Mai 2012

Einst war Sam Genders Sänger und Songwriter des ziemlich guten Londoner Folktronica-Duos Tunng. Da die Ideen jener Band seinerzeit von Album zu Album komplexer wurden, wurde sie von Release zu Release zahlenmässig grösser… bis sie schlussendlich über Genders’ Kopf hinauswuchs. Er verliess die Band, arbeitete fortan als Primarlehrer und brauchte einige Jahre, bis er sich wieder hauptberuflich der Musik widmen konnte.

Mit Tunng hat Genders also abgeschlossen, sein neues Hauptprojekt heisst jetzt Diagrams. Letztes Jahr erschien mit Hilfe von Mark Brydon, eine Hälfte des mittlerweile ebenfalls aufgelösten Duos Moloko (Ach, Erinnerungen…), eine selbstbetitelte EP, anfang dieses Jahr nun das erste Album: «Black Light». Und dieses Album, ein Konzeptalbum zwischen Gut und Böse, Hell und Dunkel, ist ein richtig wunderbar verschrobenes Werk geworden. Sam Genders’ Stimme siedelte sich ja schon zu Zeiten von Tunng ziemlich nahe bei Gruff Rhys an, nun können auch die Melodien mithalten. Mal komplex, mal einfach und eingängig: Die 9 Songs seines Debütalbums sind ein Lehrstück in Sachen Kurzweiligkeit und dementsprechend darf man auf seinen Auftritt vom Donnerstagabend, 17. Mai 2012, in der Hinterhof Bar gespannt sein. Ein Konzert für alle, nicht nur für diejenigen, die diesen Freitag einen freien Tag einziehen können (bzw. dürfen)… Diesen Beitrag weiterlesen »

Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space

Luca Bruno am Donnerstag den 26. April 2012

My Best Fiend

Dass ein neues Signing des berühmten Labels Warp Records, welches in den 90er-Jahren durch Namen wie Boards of Canada, Aphex Twin oder Squarepusher die Welt der elektronischen Musik prägte, heutzutage nicht immer gleich abstrakt-experimentelle Elektronik bedeuten muss, ist ja keine wirklich neue Erkenntnis. Bands wie Grizzly Bear oder Maxïmo Park haben während der letzten Dekade ihren Teil dazu beigetragen, dass man das Label aus Sheffield mittlerweile einfach als Adresse für gute Musik aller Art – und eben nicht nur elektronischer – zu schätzen weiss.

So überrascht es also nicht, dass My Best Fiend, welche morgen Freitagabend, dem 27. April 2012, in der Kaserne spielen, ganz ohne elektronische Klänge auskommen und stattdessen «herkömmliche» Gitarrenmusik versprechen, verwunderlicher ist da eher der Herkunftsort der Band… Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Kuppel wird klassisch

Joel Gernet am Donnerstag den 12. April 2012

Wer klassische Livemusik mag, geniesst diese oft für teures Geld in pompösen Sälen. Dass es auch anders geht, beweist die «Klassikkuppel». Am Sonntag startet im Nachtigallenwäldeli die zweite Ausgabe der Konzertreihe.

Am Anfang der «Klassikkuppel» steht eine Elektroparty. Es war zu fortgeschrittener Stunde am Heiligabend 2010, als der Basler Violinen-Virtuose Mathias Inoue und zwei Freunde an der «GameBoys Xmas-Party» in der Kuppel die Geige auspackten und den herzerwärmenden Pachebel-Kanon anstimmten. Das Publikum, welches kurz zuvor noch zu den Elektro-Klängen des französischen Trios dOP getanzt hatte, reagierte begeistert. Veranstalter Olivier Mueller schwärmt noch heute von diesem Moment: «Weihnachtsbaum, Kunstschnee und dann diese Geigenklänge – da flossen bei einigen die Tränen». Auch die Akustik in der Kuppel überzeugte. Beflügelt von diesem Weihnachtserlebnis beschlossen Mueller und Inoue, dass es mehr dieser Momente geben soll. Und zwar ebenfalls in der Kuppel – damit sich auch ein junges Publikum für Klassikkonzerte begeistern kann.

Initianten der «Musikuppel»: Mathias Inoue und Olivier Mueller.

Initianten der «Musikuppel»: Mathias Inoue und Olivier Mueller.

Man gründete den Verein «Klassikkuppel», und vier Monate später startete in der Kuppel die erste Konzertreihe unter dem Motto «Barock». Das Musikexperiment fand auf Anhieb Anklang. Nach dem Überraschungserfolg von 2011 startet die «Klassikkuppel» am Sonntag in die zweite Runde. «Dieses Jahr liegt unser Schwerpunkt bei Stücken für Solisten», sagt Mathias Ionue. Das zigfach ausgezeichnete Basler Violinentalent spielt an den «Klassikkuppel»-Konzerten die erste Geige und ist für die musikalische Leitung des Events verantwortlich.

Gespielt werden technisch anspruchsvolle Werke von Klassik-Giganten wie Bach, Chopin oder Vivaldi. Dabei soll klassische Musik neu interpretiert werden, ohne dabei musikalische Einbussen zu erleiden. Auch Eigenkompositionen und unerwartete Übergänge stehen auf dem Programm. Das Ziel ist klar: Klassische Musik soll in einem ungezwungenen urbanen Rahmen den Weg zum jungen Publikum finden.

Dass diese Fokussierung funktioniert, haben die letztjährigen Konzerte gezeigt – der Altersschnitt lag irgendwo Mitte zwanzig. Womit sich Publikum und Musiker altersmässig in etwa auf Augenhöhe begegnen. «Am meisten überrascht mich, dass der Anlass bei den Musikern an Glaubwürdigkeit gewonnen hat», sagt Mueller. Es sei jedenfalls kein Problem gewesen, geeignete Musiker zu finden – im Gegenteil. Kein Wunder, verfügt Basel mit der Hochschule für Musik und der Schola Cantorum Basilensis über zwei führende Ausbildungsstätten in der klassischen Musik. Das betont auch Ständerat Claude Janiak in seiner Funktion als «Musikkuppel»-Schirmherr: «Ich weiss nicht, ob die Leuten wissen, dass Basel in der Schweiz auch Herz der Klassischen Musik ist». Selbstredend, dass alle Musiker, die von Sonntag bis Donnerstag in der Kuppel aufspielen, diese Basler Klassikinstitutionen durchliefen.

Auch für Kuppel-Betreiber Simon Lutz ist die klassische Konzertreihe in seinem Lokal ein Segen: «Das ist wie ein Geschenk des Himmels». Sein Lokal habe sich schon immer als Plattform für junge und neue Ideen verstanden. «Wir wollen ein Ort, frei von Begegnungsangst, sein.» Viele junge Menschen hätten Hemmungen, ein klassisches Konzert an einem «gesetzten Ort» zu besuchen. Diese Hemmschwelle soll mit der «Klassikkuppel» ebenso überwunden werden wie der Generationen-Graben. «Meine Grossmutter war begeistert von dem vorwiegend jungen Publikum letztes Jahr», erinnert sich Lutz. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sie auch heuer wieder auf ihre Kosten kommt.

Klassikkuppel – Solisten. So. 15.04. bis Do. 19.04. in der Kuppel Basel. Mehr Infos.
Gespielt werden Kompositionen von Bach, Bartók, Chopin, Dvořák, Kreisler, Ravel, Satie und Vivaldi. Tickets: 35.-, 20.- für Studenten, Schüler und AHV Konzertdauer: ca. 90 Minuten; Türöffnung: 30 Minuten vor Konzertbeginn.

On Stage: Konono Nº1

Luca Bruno am Donnerstag den 5. April 2012

«Congotronics»? «Bazombo trance»? Nur schwer lässt es sich mit Worten und Stilbezeichnungen be- bzw. umschreiben, wie es denn klingt, wenn afrikanische Rhythmen und Likembés (Umgangssprachlich: Daumenklaviere) auf Krautrock treffen und so sollte man Konono Nº1, oder mit vollem Namen das «Orchestre folklorique T.P. Konono Nº1 de Mingiedi» aus dem Kongo, sich nicht nur zuhause anhören, sondern vor allem auch an einem Konzert miterleben.

Gegründet irgendwann in den 1960er oder 1970er-Jahren und dank dem Release des fabelhaften Albums «Congotronics» im Jahre 2005 seit Mitte letzter Dekade auch auf Bühnen ausserhalb Afrikas unterwegs, sind die energiereichenden Liveshows des Orchesters rund um Bandgründer Mawangu Mingiedi mittlerweile weltweit ein Begriff und auch ihre genreverknüpfenden Veröffentlichungen, welche wir dem belgischen Label Crammed Discs zu verdanken haben, finden sich regelmässig auf Bestenlisten wieder. Nach umjubelten Auftritten in u.a. Luzern, St. Gallen, Düdingen oder Zürich kommt jetzt auch Basel zum Zuge: Heute Abend (Donnerstag, 5. April 2012) eröffnen Konono Nº1 unser aller Osterwochenende in der KaserneDiesen Beitrag weiterlesen »

On Stage: Dillon

Luca Bruno am Mittwoch den 28. März 2012

Dillon

Dominique Dillon de Byington – Last-Minute-Nachforschungen haben ergeben, dass dies tatsächlich ihr richtiger Name ist – ist prädestiniert dafür, die Geister zu scheiden. Das fängt beispielsweise schon beim Cover ihres Debütalbums «This Silence Kills» an. Möchte man sie darauf hinweisen, dass sie da irgendetwas unter ihren Augen hat oder sollte man sie doch viel lieber einmal kräftig in den Arm nehmen?

Auch die Musik, welche auf dem letzten November erschienenen Album enthalten ist, dürfte starke Reaktionen hervorrufen. Entweder lässt man sich von ihrem kompromisslosen Chamber Pop konsequent bezaubern oder lehnt ihn eindeutig ab – ein Dazwischen gibt es nicht. Ob man die mittlerweile in Berlin ansässige Singer-Songwriterin bald in einem Atemzug mit Soap & Skin oder Bat For Lashes nennen wird, darf Dillon heute Abend (Mittwoch, 28. März 2012) im Hinterhof gleich selbst unter Beweis stellen. Wir haben nun zwei Songs zum Vorhören bereit… Diesen Beitrag weiterlesen »

Nach der Party

Luca Bruno am Dienstag den 27. März 2012
I'm From Barcelona

I'm From Barcelona (Foto: Matt Hass)

Wir schreiben den 9. Mai 2007: Im Rossstall der Kaserne haben soeben zwölfunddreissig Schweden mit dem Publikum einen 90-minütigen Kindergeburtstag mitsamt Konfetti, haufenweise Ballons und abschliessender Bühneninvasion gefeiert. Auch der hinterletzte Zyniker verlässt an diesem Abend die Kaserne mit einem Strahlen im Gesicht.

Fünf Jahr später: Das Konfetti ist längst zusammengewischt, die Ballons sind geplatzt und mit ihnen ist auch der Hype um das schwedische Kollektiv I’m From Barcelona, welches heute Abend (Dienstag, 27. März 2012) erneut im Rossstall der Kaserne auftritt, längst verflogen. Auch die letztjährige Veröffentlichung ihres dritten Albums «Forever Today» war auf den Blogs höchstens noch eine Randnotiz wert – zu Unrecht eigentlich… Diesen Beitrag weiterlesen »

BScene '12: Die Sache mit den Ambitionen

Luca Bruno am Dienstag den 27. März 2012
BScene

BScene '12. Hier: Elephant Anthony in der 8-Bar

7000 Besucher waren es dieses Jahr. Das sind zwar tausend weniger als an der letztjährigen Ausgabe, diese 7000 BScene-Besucher sollten aber immer noch genügend Ticketeinnahmen generiert haben, um dem Organisationsteam die Fertigstellung des längst geplanten Wintergartens für ihre goldene 27-Zimmer Villa in der Karibik – welche sich das Team wiederum aus den Einnahmen der vergangenen Jahren finanziert hat – zu garantieren.

Spass beiseite: Die BScene erlebt man am besten hautnah und in Farbe, daher bieten wir anstatt ausführlichen «Think pieces» nun zufällig ausgewählte Eindrücke aus unserem BScene-Besuch. In den Hauptrollen: The Hoanhieu, Elephant Anthony und We LoyalDiesen Beitrag weiterlesen »