Archiv für die Kategorie ‘Messe’

Mit iPad und «digitalem Heiligenschein» verblüfft er die Art-Besucher

Joel Gernet am Mittwoch den 13. Juni 2012


Ohne schräge Vögel wie Claudio Di Bene wäre die Art Basel nur halb so schön. Ausgerüstet mit iPad, digitaler Brille, Elektro-Feder und einer runden Scheibe, die über seinen weissen Haaren schwebt, sticht der Italiener selbst unter den bunt gekleideten Art-Besuchern heraus.

Die Scheibe über seinem Haupt sei eine Art «digitaler Heiligenschein», erklärt Di Bene mit Handzeichen und in brüchigem Englisch. Er komme aus den Abruzzen und sehe sich als digitale Version des «Homo Technologicus». Mit seiner erlektronischen Feder zeichnet Di Bene Bilder in die Luft. Diese tauchen via Datenübertragung auf dem Monitor seines iPads auf. Dank seiner Space-Brille kann der Italiener die digitale und die reale Welt simultan sehen.

An die erstaunten Reakionen der Passanten hat sich Di Bene inzwischen gewöhnt, schliesslich ist er seit Jahren in dieser Montur an Kunstmessen unterwegs. Di Bene, der sich gerne als «digitalen Touristen» bezeichnet, kommt direkt von der Kunstmesse Documenta aus Kassel. Bereits 2005 war er mit Tablet-PC an der Biennale in Vendig anzutreffen – der Italiener ist also sozusagen ein Pionier im Umgang mit dem iPad und dessen Vorgängern. Und in deren kreativen Verwendung sowieso.

Mehr zu Claudio Di Bene gibts hier, hier und hier.

Ein guter Jahrgang für die junge Kunst

karen gerig am Sonntag den 19. Juni 2011

An der Scope freut man sich 2011 über neue Kontakte und gute Verkäufe.

Für den Berner Künstler San Keller lief die Woche wohl nicht so gut. Sein Kontostand, der am Mittwoch noch rund 980 Franken anzeigte, war am Samstag auf 470.- geschrumpft. Kann natürlich sein, dass er am Montag dann nach oben schnellt, wir werdens nicht mehr erfahren. Besser ging es für die Galeristen und Künstler an der Liste und der Scope, wie wir hören. An beiden Messen war am Sonntag nur Zufriedenheit zu spüren. Und Müdigkeit, aber das wundert uns nicht – unsere Beine machen schliesslich auch bald schlapp.

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Art-Snapshot: Google is King!

karen gerig am Sonntag den 19. Juni 2011

Simpel, diese Aufforderung. Also tun wirs, wir googlen «Lord Golden Goose». Und landen auf der Website eines Poeten und Künstlers aus San Francisco. Der hat offensichtlich noch keine Galerie gefunden, die ihn an die Art Basel mitnimmt. Also hat er sein Glück selbst in die Hand genommen und sein Gemälde selber platziert. Neben einer Treppe, auf einem Feuerlöschschlauch. Da siehts wenigstens jeder. Und Gold fällt sowieso sofort auf.

Das Fremdplatzieren von Kunst gibts übrigens jedes Jahr. Meist bleiben die Werke jedoch nicht lange vor Ort. Ein Künstler hat es heuer deshalb richtig gemacht: Er hat einen Pinsel genommen und sein Werk in einem Treppenhaus der Art gleich an die Wand gepinselt. Anonym allerdings – und das ist dann doch wieder etwas doof.

Art-Snapshot: Emptyness

karen gerig am Samstag den 18. Juni 2011

Er sieht schon komisch aus, dieser Messeplatz, so ungewohnt leer. Mit fehlen die Public Projects, irgendwie waren sie immer gut als Einstimmung auf das, was in den Hallen ist. Nun steigt man aus dem Tram und läuft erstmal einen gefühlten Kilometer durch den leeren Raum, bevor man vor den Art-Toren steht. Dies macht die Art Basel selbst vielleicht exklusiver, aber auch ein ganzes Stückchen langweiliger. Hoffen wir, dass nach Abschluss der Bauarbeiten dann wieder ganz gross(artig)e Kunst hier auf dem Platz stehen wird.

Art Snapshot: Express-Essen

karen gerig am Samstag den 18. Juni 2011

Mit der Lupe könnte mans sehen: Dort, wo die Menschenschlange rechts ansteht, hats ein kleines Schildchen. «VIP and Exhibitors Express» steht da drauf. Das ist so wie bei den Schnellkassen in der Migros: Wer hier arbeitet oder wichtig ist, soll schneller zu seine Verpflegung kommen.

Nur – die Schlange links ist gar nicht länger. Man fragt sich also, ob das Konzept aufgeht. Oder einfach nur lustig aussieht.

Art Snapshot: Art Kids

karen gerig am Freitag den 17. Juni 2011

Kinder sehen Kunst meist anders als Erwachsene. Da begeistert ein mechanischer Pinguin, der sich bewegt, mehr als der unbezahlbare Picasso. Videos, je langsamer geschnitten, sind desto langweiliger. Kunst, welche spielerisch ist oder die Sinne anspricht, ist bei Kindern gesucht. Vor einem Jahr war es an der Art Unlimited der mit schwebenden Kerzen gefüllte Kubus, in dem man sich in einem Sternenmeer wähnte. 2011 sind es der Riesenoktopus von David Zink Yi, der in seiner Tinte schwimmt, und die hängenden Backsteine von Kendell Geers, die faszinieren – natürlich nicht der politischen Bedeutung wegen. Und dann ist da noch die Lichtinstallation von James Turrell. Sie lädt so schön zum Schattenspiel. Wie ging gleich nochmal der Hund?

Let's do it again!

karen gerig am Freitag den 17. Juni 2011

Die überarbeitete Version der Installation der Invisible Heroes.

Manchmal scheitern Künstler mit ihren Ideen. Weil irgendetwas nicht so will, wie es soll. Oder weil das Resultat schlicht nicht überzeugt. Die Invisible Heroes sind der Beweis dafür, dass daraus dann doch noch etwas entstehen kann. Diesen Beitrag weiterlesen »

Art-Snapshot: Upside down

karen gerig am Donnerstag den 16. Juni 2011

Ob sie sich vielleicht auch auf den Kopf stellen würde, wollte ein Passant grinsend von der Securitas-Dame wissen. Diese lächelte nur. Sieht doch aber gar nicht so unbequem aus, was die beiden wächsernen, von Maurizio Cattelan gefertigten Kollegen da machen. Sorgt zumindest sicher für genug Blut im Kopf.

Art-Randnotiz: Der Apfel

karen gerig am Donnerstag den 16. Juni 2011

Die Accessoires der Art-Stände.

Zwei Dinge gehören an jeden Stand an der Art: Das hübsche Frolein als Lockvogel und – der Apfel. Nicht der Verführung wegen, und nicht in der vitaminspendenden Form zum Reinbeissen, sondern bereits angebissen als Logo. Kein Galerist ohne iPhone, iPad oder iBook.

Ist ja auch praktisch, alle drei verbinden die in der Halle festsitzenden Kunsthändler mit der Aussenwelt, und Kataloge werden ebenfalls überflüssig. Alles, was man über einen Künstler wissen will, eröffnet einem das World Wide Web. Auch dieses ist natürlich frei verfügbar. Und an den Galerieständen bleibt so mehr Platz für die echte Kunst.

Kasernenkunst

karen gerig am Mittwoch den 15. Juni 2011

Alex Frei, getoastet.

Rund ums Kasernenareal steppt täglich der Kunstbär. Im Rossstall toastet Gob Squad im Rahmen der Zap!-Performancereihe Alex Frei oder rettet die Welt. Jeden Abend etwas anderes gibt es auch beim K-eck zu beobachten. Das Artachment-Team veranstaltet dort «Art Entertainment & Desire» . Am Dienstag, dem zweiten von insgesamt sieben Tagen, hat die Berliner Galerie «Im Regierungsviertel» vergessene Arbeiten vieler vieler Künstler und Künstlerinnen vorgestellt. Heute Mittwoch geht es kunstmässig aber erst so richtig los: Die Scope eröffnet, heute zuerst für die VIPs, ab morgen dann fürs Fussvolk. Ab 9 Uhr heute Abend wird aber schon mal gefeiert – auch auf dem Kasernenareal, wo denn sonst?