Archiv für die Kategorie ‘Schlaglicht’

Ungeschliffene Momentaufnahmen

Joel Gernet am Donnerstag den 2. Februar 2012

The Weekend Session im Panorama-Format. (Bild: Pascal Brun & Matthias Willi)

Wenn sich 26 Musiker diverser Basler Bands zur «Weekend Session» treffen, ist das eine grosse Sache. Nicht nur organisatorisch. Die Essenz dieses Gipfeltreffens erscheint nun gepresst auf zwei Vinylplatten. 26 Songs, entstanden innerhalb von vier Tagen im One Drop-Studio Kleinhüningen. Schlaglicht hat sich mit den Initianten Luc Montini, Gitarrist bei der Reggae-Band The Scrucialists, und Olivier Joliat, Drummer bei den Surf-Rockern Lombego Surfers, getroffen, um sich kurz vor der Plattentaufe am Freitag (Kaserne Basel) über den Wahnwitz eines solchen Projekts zu unterhalten.

Olivier Joliat. (Bild: Matthias Willi)

Olivier Joliat, zuerst die Aufnahmen mit zum Teil völlig verschiedenen 26 Musikern und jetzt die Plattentaufe. Das klingt nach einem halsbrecherischen Projekt.
Olivier Joliat: Uns sagte auch jeder, dass es unmöglich ist, ein Album in vier Tagen zu schreiben, aufzunehmen und zu mischen. Wir wussten selber nicht, ob das funktioniert und waren dann überrascht, wie gut das geht. Im Studio haben wir nicht gross nachgedacht, sondern einfach Musik gemacht.

Wie lief das ab? Da mussten ja Musiker, die sich zum Teil vorher nicht kannten, quasi auf Knopfdruck miteinander harmonieren.
Joliat: Das war vielleicht besser so – unter Bandkumpels können ja schon einmal die Fetzen fliegen (lacht). Es gab immer jemand, der eine Idee hatte. Etwa für einen Rocksong mit Dancehall-Beat. Oder einer spielt ein Gitarrenriff und die restlichen Musiker fügen dann ihren Teil dazu bei – eigentlich das klassische jamen. Irgendwann hat man dann genügend Ideen und setzt diese zu einem Song zusammen. Dann wird aufgenommen und jeder probiert, keinen Fehler zu machen. Schlussendlich ist es ja auch ein Handwerk. Vieles haben wir absichtlich ungeschliffen belassen, weil wir erstens keine Zeit hatten, jedes Detail auszufeilen, und es zweitens nicht das Ziel des Projekts war, Perfektion anzustreben.

Inzwischen hat sich Luc Montini dazu gesellt. Zusammen mit Oilvier Joliat gehört er zu den Initianten der «Dessert Session», deren Name eine Anlehnung an die legendären «Desert Sessions» ist, welche der Amerikaner Josh Homme (Queens Of The Stone Age) in den neunziger Jahren angerissen hatte. Für die zweite Ausgabe haben die Basler ihr Projekt nun in «Weekend Session» umbenannt.

Luc Montini. (Bild: Matthias Willi)

Luc Montini, bei der zweiten Session waren nicht nur zehn Nasen mehr dabei, auch Musikalisch wurde das Projekt breiter. War das euer Ziel?
Luc Montini: Das geschah bewusst. Denn bei der ersten Session war man sich einig, dass alle Beteiligten Stoner-Rock (auch Desert Rock genannt, Anm. d. Red.) toll finden, dementsprechend klang dann auch die Platte. Der Elektro-Produzent Thom Nagy war da ja bereits dabei. Dieses Mal dachten wir, dass es toll wäre, wenn die Instrumentalisten dann mit den «Elektronikern» zusammen Session machen. Das hat allerdings nicht geklappt, weil deren elektronische Geräte halt nicht gleich einfach zu bedienen waren. So kam es, dass die Elektro-Fraktion selbstständig an Sound tüftelte und wir dann deren Musik anreicherten. Statt Samples zu suchen, konnten sie einfach einen Musiker aufbieten – das war ziemlich cool.
Joliat: Die Grundidee ist gescheitert, dafür ist etwas anderes daraus entstanden. Es kommt immer wieder anders – und trotzdem gut.

Gab es Momente im Studio, in denen alles besonders gut zusammengepasst hat?
Montini: Die Initialzündung gab es am Freitagmorgen, nachdem am Abend zuvor funky gejamt wurde – ich bin gar kein Freund, dieser Art Musik zu machen (Gelächter). Am Freitagmorgen herrschte dann eine positive Aggression. Da hatten wir innert kürzester Zeit einen Basslauf. Daraus entstand dann innerhalb einer halben Stunde, zäckzäckzäck, «Alone And Out Of Bliss». Das war cool, vor allem, als mit dem Sänger Emmi Lichtenhahn sogar noch ein unerwarteter Gast auf dem Song landete.
Joliat: Er wollte eigentlich nur kurz vorbeischauen, um zu grillieren. Aber auch die Disco-Hymne «Dance With Us» wurde super. Dort hat der Produzent Emil Tiger im Studiogang heimlich den Gesang der drei probenden Ladies aufgenommen und daraus einen Beat gemacht. Die haben das nicht einmal bemerkt. Und wie das bei einer Disco-Hymne so ist, reicht dieser eine Satz als Message, um sieben Minuten durch zu tanzen.

Wie kam es eigentlich zu dieser Mammut-Session?
Montini: Die Ursprungsidee entstand vor Jahren in unserem alten Studio in Muttenz. Ich war der Meinung, dass ein Studio auch als Instrument genutzt werden kann. So wie die ganz grossen Bands früher, etwa Def Leppard, die sich für eine Album eineinhalb Jahre lang in einem Studio auf den Bahamas verschanzt haben, um Musik zu machen. Dass die Session sich über wenige Tage erstreckt, passiert in Anlehnung an die legendären Desert Sessions der ganzen US-Wüstenrockern. Aber weil wir nie Zeit hatten, dauerte es Jahre, bis wir diese Idee überhaupt umsetzen konnten.

Die Session fand im April statt. Warum erscheint die Platte erst jetzt?
Montini: Einerseits hatten wir alle viel zu tun. Andererseits war ich nach dieser Session ziemlich am Anschlag, Da brauchte es eine Zeit, bis sich das ganze Gesetzt hat.
Joliat: Zudem benötigten wir Zeit, um Geld aufzutreiben. Das Studio konnten wir zwar gratis nutzen, aber die Pressung und das Mastering kosten halt doch Geld – deshalb: danke Rockförderverein (lacht).

Warum erscheint die «Weekend Session» ausschliesslich auf Vinyl mit Download-Code?
Joliat: Das ganze ist aus Liebe zu Musik entstanden. Um diese Liebe wiederzugeben ist Vinyl einfach die schönere Form. Eine CD landet via Computer ja ohnehin auf dem Mp3-Player. Da kann man eben so gut einen Download-Code anbieten. Wegen der Fülle der Musik ist auch nicht mehr jeder Song auf der Platte, sondern nur eine Auswahl. Alle anderen gibts dann auch im Download. Auch für die Plattentaufe am Freitag haben wir selektioniert, um eine homogene Songabfolge zu haben. Das wird ein Querschnitt durch beide Sessions mit Schwerpunkt auf den neuen Sachen. Gerade, weil dieses Konzert wegen der Konstellation etwas einmaliges ist, fänden wir es schade, wenn wir einige Songs der Erstauflage nicht spielen würden – gewisse haben sich fast schon zum Klassiker gemausert.
Montini: Die Plattentaufe wird auf jeden Fall spannend, ein geordnetes Chaos. Es dürfte interessant werden, zu sehen, wie die Musiker wechseln und der Sound dennoch ähnlich bleibt. Zwei Stunden rocken!

Wer sich einstimmen will, kann sich einzelne Weekend-Sessions Songs auf Soundcloud anhören. Wer live via Webcam an der Bandprobe dabei sein möchte, kann sich heute Donnerstag ab ca. 12 Uhr unter diesem Link zuschalten.

Plattentaufe: The Weekend Session, Freitag, 3. Februar 2012, Kaserne Basel. Doors: 21 Uhr. Afterparty mit Weekend Session DJ-Team.

«Ferni – der Barzapper»

chris faber am Mittwoch den 1. Februar 2012

Kaum hatte ich die mittlere Brücke überquert, befand ich mich auch schon in dieser Shopping-bzw. Ausgehmeile, genannt die Steinenvorstadt, die mehr oder weniger pulsierende Ader von Basel! Wie dem auch sei, ich hatte keine Zeit zu verlieren, mein Wattcher zeigte nämlich mittlerweile den überaus bedrohlichen Wert von 3% an!!!!!!!! Und ENDLICH, endlich bekam ich meinen heiß ersehnten Batterieshot! Serviert wurde mir dieser Shot von einer von Kopfschmerzen geplagten und mit einem Magnumeis versehene Bedienung! Ich weiß bis dato nicht, was in diesem Shot war, aber ehe ich mich versah, befand ich mich auch schon im Geschehen dieser Bar!

So spannend sich das auch alles anhören mag, aber ich war nicht mehr ich selbst! Ich war völlig auf meine eigentliche Funktion als eine hundsgewöhnliche Fernbedienung reduziert worden! Was meiner einer nicht alles über sich ergehen lassen musste. Während meiner Zeit an der Bar, es waren immerhin drei Monate gewesen, fühlte ich mich jedes Mal, wie durch den Wolf gedreht! Etliche durchzechte Nächte und immer wieder das Ein-und Ausfahren der Markise gehörten zum Tagesprogramm. Zudem musste ich noch unfreiwillig Bekanntschaft machen mit diversen Stellen an dieser Bar! Üble Stellen, sag ich euch! Stellen, wie der Zigaretteneimer oder das Spülbecken! Ich denke, dass die Bilder für sich sprechen!

Ferni - der BarzapperUnd dann, eeeeeeeeeeendlich war es soweit. Der Tag meiner Absolution war gekommen…Wir schreiben das Jahr 2011, es war am 28. Juni, an meinem Geburtstag, als ich wie durch einen Wink des Schicksals meine ersehnte Freiheit zurück erhielt. Ich werde nie den Moment vergessen als mich die Spaß-Community, sprich Bruno Banani unter anderem, an der Bar erblickte, mich seinem Kollegen, dem Kung Fu Panda, zeigte und ihm die alles und entscheidende Idee gekommen war…

Was glaubt ihr, geschätzte Leserschaft, was ist wohl anschließend geschehen?

Die ersten Zwei, die einen originellen Vorschlag an Fernis E-Mail-Adresse schicken: clickferni@gmail.com, dürfen sich wiederum über je zwei Kinogutscheine von
Pathé Basel freuen!

Text & Bild von Vero Kovacs, Die Spaß-Community

«Einer der Höhepunkte meines DJ-Lebens»

Joel Gernet am Dienstag den 20. Dezember 2011


DJ-Show mit Bazooka: Eindrücke vom «Thre3style»-Weltfinal in Vancouver.

Für DJ Bazooka ist es der grösste Triumph seiner DJ-Karriere: Am Samstag sicherte sich der 26-jährige Basler am Weltfinal des «Red Bull Thre3style»-Contest in Vancouver den zweiten Platz – gleich hinter Lokalmatador DJ Hedspin. Und vor sechzehn Konkurrenten aus aller Welt. Gekürt wurde der beste Partyrocker, der das Publikum während 15 Minuten mit Songs aus mindestens drei verschiedenen Musikgenres zum Ausrasten bringt. Kaum zurück in Basel und noch «voll verwirrt von der Zeitumstellung», schildert DJ Bazooka «die wahrscheinlich aufregendste Woche» seines Lebens, in welcher er zwei der legendärsten HipHop-Produzenten begeistern konnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Riesengrosse Mauerblümchen

Joel Gernet am Freitag den 2. Dezember 2011


Und er will es nicht begreifen! Geduldig erklärt Stefan Winterle, Kurator der Streetart-Ausstellung «Wallflowers», einem älteren Männlein, warum er die Gesichter der wenige Meter entfernt arbeitenden Künstler in der Carhartt Gallery Weil am Rhein (D) nicht fotografieren darf. Graffiti! Nachtarbeit! Doch der altgediente Lokaljournalist will partout nicht begreifen, dass sich viele dieser fleissig malenden Männer mit ihren Arbeiten lange Zeit in der Illegalität bewegten. Einige von ihnen ziehen noch immer Nachts um die Häuser, sind alles andere als Unschuldslämmer. Auch, dass die Werke erst kurz vor der Vernissage vor Ort entstehen, verblüfft den Oldie gewaltig. Diesen Beitrag weiterlesen »

Unvermeidliche Lieder im Parterre

chris faber am Donnerstag den 29. September 2011

Der grosse gemütliche Teppich auf der Bühne des Parterre war gestern Abend Sinnbild für die Atmosphäre, denn ein unvergleichliches Wohnzimmerkonzert mit vielen Zugaben verzauberte die ZuschauerInnen. Bild: Benno Hunziker

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Nun zum Spocht in Basel

chris faber am Freitag den 23. September 2011

Das Begehlager des Sportmuseums am Dreispitz lädt ab Heute 17 Uhr zum 48 Stunden-Marathon ein, mit vielen interessanten Gästen und 150.000 Objekten zum Staunen.

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Drachenparadies für Familien

chris faber am Freitag den 23. September 2011

Am Sonntag, dem 25. September 2011, findet in der Grün 80 ab 11 Uhr das 27. Drachenfest in Basel statt.

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Urban knitting

chris faber am Sonntag den 18. September 2011

Auch wenn der Winter für diesen glücklichen Baum kommen kann, wünschen wir uns noch einen langen goldigen Herbst. Welche Bäume in Basel werden so schön ummantelt?

Mitmachen kann er/sie auch bei: basel farbARTig verstriggt.

Zum Dreh mit Anna Rossinelli

schlaglicht am Donnerstag den 15. September 2011

Anna Rossinelli. (Foto Moritz Hager)

Seid live beim DVD-Dreh von Anna Rossinelli dabei und hört euch die neuen Songs exklusiv an. Die Basler Band verlost gemeinsam mit der BaZ zwei mal zwei Tickets zur Teilnahme an diesem speziellen Event am Dienstag, 20. September. Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des schönen Vintage-Möbel-Händlers Demosmobilia in Chiasso (TI) statt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Treibstoff – Die Kritiker – Rum Diary

chris faber am Samstag den 10. September 2011

Alkohol gegen die Tropenfäule von Cyril Werndli

Tumasch Clalüna inszeniert Hunter S. Thompsons Roman „The Rum Diary“ und vertraut dabei auf die Kraft von karibischer Atmosphäre und Salsa-Rhythmen. Was vielversprechend beginnt ermüdet über die Dauer und kann den dreieinhalbstündigen Abend nicht zusammenhalten. Diesen Beitrag weiterlesen »