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Die totale Erniedrigung

Fabian Kern am Mittwoch den 31. Juli 2013

Filmplakat

«Vénus noire» läuft ab 1. August im kult.kino Camera.

Sarah «Saartje» Baartman (Yahima Torrès) möchte das, was viele Frauen möchten: heiraten, Kinder kriegen, ein ruhiges Familienleben in ihrer Heimat führen – ein ganz normales Leben halt. Leider schreiben wir das frühe 19. Jahrhundert, und Südafrika heisst noch Kapland. Deshalb sieht sie leider Chance dafür in Hendrick Caezar (André Jacobs). In dessen Familie hat die Afrikanerin in Kapland, dem heutigen Südafrika, als Hausmädchen gearbeitet. Weil sie nach dem Tod von zwei unehelichen Kindern in ihrer Heimat nichts mehr hält lässt sie sich von Caezar sie mit Versprechungen von Abenteuer und Reichtum zur Reise nach Europa überreden. Denn Saartje hat etwas Seltenes zu bieten: ihren Körper.

Caezar und Saartje

Billige Show: Caezar und Saartje. (Bilder Xenix)

Saartje gehört zum Stamm der Khoikhoi, in Europa besser bekannt unter dem Namen «Hottentotten». Die Frauen fallen durch ein enorm ausgeprägtes Hinterteil auf, sowie durch sehr lange innere Schamlippen. Das verrät auch schon die Geschäftsabsicht von Caesar: Er lässt Saartje in einer Freakshow in London als «Hottentot Venus» auftreten. Dort präsentiert sie sich als nur schwer bezähmbare Wilde und wackelt mit ihrem Hintern. Als entwürdigenden Höhepunkt dürfen sich die Zuschauer durch Betatschen von der Echtheit des überdimensionalen Pos überzeugen. Kurz: Es ist die totale Erniedrigung.

Saartje

Abgestumpft: Saartje beim «Frühstück.

Réaux und Saartje

Leder und Peitsche: mit Réaux in Frankreich.

Diese Meinung vertreten allerdings auch bereits im London des Jahrs 1810 viele Leuten – schliesslich ist Sklavenhandel seit 1807 verboten. Deshalb muss sich Caezar vor Gericht für seine Show verteidigen, was ihm mithilfe von Saartje gelingt. Die Hauptdarstellerin erklärt, sie sei aus freiem Willen in England und spiele nur eine Rolle. Sie verrät nicht, dass sie zunehmend unter den Erniedrigungen leidet und immer öfter zur Flasche greift. Das wird auch nicht besser, als der skrupellose Dompteur Réaux (Olivier Gourmet) zur Truppe gesellt, der schliesslich Caezar auszahlt und in Frankreich allein mit Saartje auf Tour geht. In der französischen Oberschicht kommt die exotische Show, die zusehends ins S/M-Genre abgleitet, so lange gut an, bis es Réaux mit der Brutalität übertreibt. Er sucht und findet andere Einnahmequellen. Erst lässt er Saartje für viel Geld von Pariser Naturwissenschaftlern untersuchen und vermessen. Als sie sich weigert, vor den Gelehrten ihre Genitalien zu präsentieren, wird sie ins Bordell abgeschoben, wo sie langsam zugrunde geht.

Saartje in Paris

Katalogisiert wie eine Pflanze: Saartje in Paris.

Abdellatif Kechiche erzählt in «Vénus noire» eine tieftraurige Geschichte mit einer starken Hauptdarstellerin. Die 160 aufwühlenden Minuten sind nichts für Zartbesaitete und zeigen, dass Rassismus nichts mit Stand oder Bildung zu tun hat. Die Folgen der Kolonialzeit werden einem in nicht effektheischenden, aber sehr eindringlichen Bildern vor Augen geführt. Und das Traurigste an der Geschichte: Sie ist wahr. Sarah Baartman hat tatsächlich gelebt, 1815 wurde sie im Alter von nur 26 Jahren von ihrem freudlosen Dasein erlöst. Der Gipsabdruck ihres Körpers ist heute immer noch im «Musée de l’Homme» in Paris ausgestellt. Ihre sterblichen Überreste aber fanden den Weg zurück in die Heimat. 2002 wurde ihr Skelett nach jahrelangem Insistieren von Nelson Mandela nach Südafrika gebracht und dort in einer grossen Zeremonie beigesetzt. Für die arme Saartje war das aber kein Trost mehr.

«Vénus noire» läuft ab 1. August 2013 im kult.kino Camera in Basel.

Weitere Filmstarts in Basel am 31. Juli und 1. August: Gambit, Möbius, Die Schlümpfe 2, Plato’s Academy, Rebelle.

Ein echter Redford

Fabian Kern am Mittwoch den 24. Juli 2013

Filmplakat

«The Company You Keep» läuft ab 25. Juli im Küchlin.

Ist das nun ein Thriller oder nicht? Diese Frage muss sich «The Company You Keep» gefallen lassen. Die einfache Antwort: Egal, es ist ein waschechter Robert Redford. Und somit eine packende Geschichte um Ethik und Menschlichkeit mit politischem Hintergrund und starken Figuren. Die Hauptrolle hat sich der Altmeister gleich selbst auf den Leib geschrieben. Einmal mehr in seiner langen Filmografie ist der mittlerweile 76-Jährige, der im Alter nichts von seinem Charisma eingebüsst hat, der Gejagte. 30 Jahre lang hat er sich hinter der falschen Identität des Anwalts Jim Grant vor dem FBI versteckt und im New Yorker Hinterland ein beschauliches Leben geführt. Bis ihn seine unrühmliche Vergangenheit einholt.

Robert Redford

Ausstrahlung: Robert Redford. (Bilder: Ascot Elite)

Die Bewegung der «Weathermen» gab es wirklich. Die Widerstandsbewegung protestierte zu Beginn der 70er-Jahre gegen den Einsatz der USA im Vietnamkrieg. Nachdem die friedliche Hippie-Bewegung mit der Botschaft «Make love, not war» nichts bewirkte, griff der radikale Kern der Weathermen zu drastischeren Mitteln – Terroranschlägen im eigenen Land. «Durch den Gebrauch von Waffen begann sich die Bewegung selber zu fressen», sagte Robert Redford kürzlich in einem Interview mit der SonntagsZeitung. Die Weathermen machten sich angreifbar. So erging es auch Sharon Solarz (Susan Sarandon), Mimi Lurie (Julie Christie) und Nick Sloan (Robert Redford). Bei einem Anschlag auf eine Bank kommt ein Wachmann ums Leben, was das Trio zerschlägt und in alle Winde zerstreut.

Susan Sarandon

Hat genug vom Verstecken: Sharon Solarz.

Als 30 Jahre später Solarz dem schlechten Gewissen nachgibt und sich stellt, kommen die Ermittlungen erdrutschartig ins Rollen, zumal Jim Grant vom ehrgeizigen Lokalreporter Ben Shepard (Shia LaBoeuf) enttarnt wird. Auf den Vater einer elfjährigen Tochter wird vom leitenden FBI-Agenten Cornelius (Terrence Howard) eine unerbittliche Jagd eröffnet. Dieser aktiviert seine alten Kontakte, um Mimi Lurie ausfindig zu machen und die wahren Hintergründe der fatalen Ereignisse von damals aufzudecken. Dabei findet er Dinge über sich heraus, die er nicht einmal selbst wusste.

Terrence Howard und Shia LaBoeuf

Uneinig: Agent Cornelius und Ben Shepard.

Verschiedene Faktoren machen «The Company You Keep» sehenswert. Einerseits, dass die zwei Stunden Laufzeit beinahe ohne Actionszenen auskommt und trotzdem keine Länge aufweist. Andererseits fasziniert die Zusammenführung verschiedener Generationen von Schauspielern. Die Alte Garde von Robert Redford, Susan Sarandon, Nick Nolte und Julie Christie bis zu Chris Cooper, Richard Jenkins, Brendan Gleeson, Sam Elliot und Stanley Tucci bildet zusammen mit den angesagten Jungen Terrence Howard, Shia LaBoeuf, Anna Kendrick und Brit Marling einen hochkarätigen Cast, den nur ein Mann vom Format Redfords gemeinsam vor die Kamera bringt.

Robert Redford

Gewissensbisse: Jim Grant aka Nick Sloan.

Ebenfalls typisch für Redford sind die grossen Themen des Werks: Vergänglichkeit, menschliche Werte und philosophische Fragen wie in diesem Fall, ob man Terrorismus legitimieren kann. Das ist wieder einmal einer derjenigen Filme, an dessen Ende man sich fragen kann: Wie hätte ich gehandelt? Ob Thriller oder nicht – wenn er nicht zum Nachdenken anregen würde, wäre er kein echter Redford.

«The Company You Keep» läuft ab 25. Juli 2013 im Kino Pathé Küchlin in Basel.

Weitere Filmstarts in Basel am 25. Juli: The Wolverine, Frances Ha, La grande bellezza, Le fils de l’autre.

Ein süsser Abschluss

Fabian Kern am Dienstag den 16. Juli 2013

BuchcoverKrimiserien sind nicht nur im Fernsehen beliebt, sondern auch in Buchform. Unglaublich, welche Fülle von Polizisten, Detektiven und Hobby-Sherlocks sich bücherregalmeterweit durch den deutschen Sprachraum ermitteln. Bei manchen steht der jeweilige Fall im Vordergrund, bei anderen die persönliche Geschichte der Figuren, wieder andere gewichten beides gleich stark. Zur zweiten Kategorie gehört sicherlich Paul Lascaux mit seiner inzwischen sechs Bücher umfassenden Serie um die Berner Detektei Müller & Himmel. Es ist der letzte Fall des ungleichen Erfolgsduos.

Wildschweingehege im Tierpark Dählhölzli

Tatort: Das Wildschweingehege im Berner Tierpark Dählhölzli.

Ein Banker wird im Wildschweingehege des Tierparks Dählhölzli in Bern gefunden. Verstümmelt und herzlos – wörtlich gemeint. Kurze Zeit später kommt ein talentierter Konditor in seinem eigenen Betrieb zu Tode, ebenfalls mit fremder Hilfe. Die beiden Morde scheinen zusammen zu hängen. Nur wie? Störfahnder Spring und seine junge Kollegin werden mit der Aufklärung betraut, doch wieder einmal kommt er nicht weit. Die Unterstützung der Detektei Müller und Himmel ist gefragt. Doch auch das bewährte Gespann hat seine liebe Mühe mit der Aufklärung. Die Motivationsprobleme von Nicole Himmel und Spring sind dabei auch nicht gerade hilfreich. Heinrich Müller ist zunehmend auf sich allein gestellt und muss sich zusammenreissen, um den Täter zu entlarven.

Paul Lascaux

Vom Bodensee an die Aare: Paul Lascaux alias Paul Ott.

Angefangen hat alles im Emmental. Vor fünf Jahren führte Paul Ott, seit 1974 in Bern wohnhafter Ostschweizer, unter dem Pseudonym Paul Lascaux seinen Detektiv Heinrich Müller in der Provinz mit der Ethnologie-Studentin Nicole Himmel zusammen. Weil die beiden auf Anhieb eine perfide Mordserie aufklärten, nahm Heinrich die aufgeweckte Nicole in seine Detektei auf. Seither hat das – rein berufliche – Paar praktisch im Jahrestakt einen Fall mit jeweils kulinarischem Hintergrund gelöst. War im ersten Fall Käse das bestimmende Thema, so drehte sich in der Folge alles um Wurst, Schnaps, Brot und Wein. In «Schokoladenhölle» findet die Serie nun ihren süssen Abschluss. Das Sujet Schokolade zieht sich konsequent durch das Buch. An allen Ecken und Enden knabbern die Figuren an der süssen Köstlichkeit. Und natürlich bewegen sie sich wieder in gemächlichem Tempo durch die Geschichte – passend zu Bern.

Lascaux hat sich entwickelt. Nach wie vor ist er in der vielfältigen Geschichte sehr fein in seiner Sprache, bietet treffende Vergleiche und Beschreibungen und vermittelt dabei viel Lokalkolorit. Im Gegensatz zum Debüt «Salztränen» steht aber nicht mehr der aktuelle Fall im Vordergrund, sondern die Figuren. Deshalb tut man gut daran, sich die Vorgänger zu Gemüte zu führen, bevor man den sechsten Fall liest. Für Einsteiger ist es schwierig – obowhl hinten im Buch alle vorgängigen Fälle kurz zusammengefasst werden. Der Ton ist sehr familiär, die Atmosphäre fast intim – vergleichbar mit einem Theaterstück. Wenn man nicht mit der Vorgeschichte der Figuren vertraut ist, fühlt man sich wie ein Eindringling an einem Familienfest. Denn nicht nur Lascaux hat sich entwickelt, sondern auch dessen Protagonist Heinrich Müller. Vom einsamen Detektiv hat er sich zum Inhaber eines Familienunternehmens gemausert. Ob er sich nach diesen sechs Fällen tatsächlich zur Ruhe setzt? Die Antwort kennt nur Paul Ott, respektive dessen Alter Ego Paul Lascaux.

Paul Lascaux: Schokoladenhölle. Ein feinherber Kriminalroman. Gmeiner-Verlag. Messkirch, 2013. 230 Seiten, Fr. 14.90.

Die weiteren Bücher der Serie von Paul Lascaux: Salztränen (2008), Wursthimmel (2008), Feuerwasser (2009), Gnadenbrot (2010), Mordswein (2011).

Bei Anruf Spannung

Fabian Kern am Mittwoch den 10. Juli 2013

Filmplakat

«The Call» läuft ab 11. Juli im Kino Pathé Küchlin.

«Gebt niemals ein Versprechen ab. Ihr werdet es nicht halten können.» Als Jordan Turner (Halle Berry) den grossäugigen Rookies in der Ausbildung zum 911-Telefonisten diese Worte einbläut, ahnt der routinierte Kinogänger schon, dass sie bald ihre eigene Regel brechen wird. Und tatsächlich: Einige Stunden später verspricht sie der jungen Casey (Abigail Breslin), alles werde gut enden. Die Teenagerin liegt gefangen im Kofferraum ihres Entführers und sieht einem unschönen Schicksal entgegen. Ihre einzige Hoffnung ist das versteckte Handy und somit die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. Für Jordan selbst bedeutet dieser Fall die Aufarbeitung eines Traumas. Bei einem ähnlichen Fall ein halbes Jahr zuvor wurde ein Mädchen umgebracht – weil Jordan falsch reagierte. Nun muss sie, die eigentlich nur noch als Ausbildnerin tätig ist, selbst einspringen und Casey betreuen. Damit ist der Puls an beiden Enden des Drahts etwa gleich hoch.

Jordan Turner

Bekämpft ihr Trauma: Jordan. (Bilder: Rialto)

Der Eindruck täuscht nicht: «The Call» bedient viele Klischees und erfindet den Entführungs-Thriller nicht neu. Dennoch ist der Indie-Film – Halle Berry steht nicht mehr für die grossen Studios vor der Kamera – sehenswert. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens baut Drehbuchautor Richard d’Ovidio, der selbst unter Klaustrophobie leidet, geschickt die Spannung auf. Man kann sich gut in Caseys ungemütliche Situation im engen, heissen Kofferraum hineinversetzen. Und da wären wir auch schon bei Grund zwei: Das Duo Berry/Breslin funktioniert hervorragend und beweist, dass auch in einem Thriller Charakterdarstellerinnen nicht schaden können. Besonders Abigail Breslin, die vor sieben Jahren noch als etwas pummlige «Little Miss Sunshine» verzauberte und nun zu einem attraktiven Teenager herangewachsen ist, liefert eine Glanzleistung ab. Sie wird uns in den nächsten Jahren wohl noch viel Freude bereiten.

Michael und Casey

Täter und Opfer: Michael und Casey.

Der letzte Grund schliesslich, der für gelungenes Spannungskino sorgt, ist der Bösewicht. Einmal mehr ist der Entführer ein psychisch gestörter Typ, den an einem schweren Kindheitstrauma leidet. Der mit dem absoluten Durchschnittsgesicht ausgestattete Michael Eklund spielt ihn sondern mit einem gewissen Realismus. Er lässt sich aus dem Konzept bringen, als Casey zu fliehen versucht und wird zunehmend hysterisch. Die Figur ist eine angenehme Abwechslung zu jenen berechnenden Über-Tätern, die trotz geistiger Verwirrung immer an alles gedacht haben. Allgemein verhalten sich die Personen zwar immer noch Kino-gerecht, aber auf glaubwürdige Art. Regisseur Brad Anderson hat somit genau die Vorstellungen des Drehbuchautors um, der die emotional unglaublich anspruchsvolle Arbeit der 911-Alarmzentrale ins Zentrum seiner Geschichte rücken wollte. Versprechen sollten die echten Telefonisten aber wirklich nicht abgeben – erst recht nicht in einer Millionenstadt wie Los Angeles.

«The Call» läuft ab 11. Juli im Kino Pathé Küchlin in Basel.

Weitere Filmstarts in Basel am 11. Juli: Despicable Me 2, Now You See Me, First Position, Sommerzeit, The Grandmaster.

Sandra Bullock: Back to the Roots

Fabian Kern am Mittwoch den 3. Juli 2013

Filmplakat

«The Heat» läuft ab 4. 7. im Capitol und im Küchlin.

Sandra Bullock ist eine starke Schauspielerin. Dies bewies sie nicht zuletzt mit ihrer Leistung Drama «The Blind Side», die 2010 zurecht mit dem Oscar prämiert wurde. Dennoch pflegt sie ihren Ruf, auf leichte Komödien abonniert zu sein und kehrt nach einem zwei Filme dauernden Ausflug ins Charakterfach zu ihren komödiantischen Wurzeln zurück. In ihrem jüngsten Film «The Heat» (zu deutsch «Taffe Mädels») bemüht sie sich gar nicht erst um eine differenzierte Darstellung ihrer Figur, aus dem einfachen Grund, dass das bei diesem Drehbuch schlicht nicht möglich ist. Zu sehr ist die Bully-Komödie auf Stereotypen fixiert. Deswegen sei auf die Tagline des Films verwiesen: «Guter Bulle. Irrer Bulle.» Das sagt alles.

Mullins und Ashburn

Schwierige Annäherung: Mullins und Ashburn. (Bilder: Fox)

Als FBI-Special-Agent Sarah Ashburn verkörpert Bullock genau jene arrogante Bundespolizistin, die bei der normalen Polizei so verhasst ist. Sie bemüht sich nicht um einen konstruktiven Dialog, sondern verweist immer nur auf ihre übergeordneten Befugnisse und hält sich streng an die Etikette. Und auch in der eigenen Truppe ist die Karrieristin unbeliebt: Sie ist besserwisserisch und sehr anstrengend. Um die angestrebte Beförderung aber dennoch zu erreichen, übernimmt die New Yorkerin einen Fall in Boston – und tritt dort der unzimperlichen Shannon Mullins (Melissa McCarthy) ins Gärtchen. Die übergewichtige Polizistin ist – natürlich – das pure Gegenteil der pedantischen Ashburn: schmuddelig, laut und ungehobelt. Die einzigen Attribute, die sie mit Ashburn, mit der sie – natürlich – zusammenarbeiten muss, sind die Unbeliebtheit bei den Kollegen und – natürlich – die Qualität als Ermittler. Das ungleiche Duo harmoniert – natürlich – wider Erwarten und rückt einem gefürchteten Drogenbaron auf die Pelle.

Mullins und Ashburn

Der Alkohol bringt alle zusammen.

Was man «The Heat» nicht vorwerfen kann, ist Inkonsequenz. «Bridesmaids»-Regisseur Paul Feig zieht das Konzept bis zum Ende durch und garniert es mit sehr derbem Humor. Die Überzeichnung der Figuren übertreibt er aber. Mullins’ Schimpftiraden werden ebenso bis zum Abwinken wiederholt wie jene Szenen, in denen sich Ashburn blamiert. Auch bei der unvermeidlichen Verbrüderungs-, pardon, Verschwesterungsabsturz in einer Bar wird die Geduld über die Massen strapaziert. Bullock und McCarthy hatten während der Dreharbeiten einen Heidenspass, es sei ihnen gegönnt. Was nicht heisst, dass man sich als Zuschauer während den etwas langen 118 Minuten von «The Heat» nicht amüsieren kann. Man hat dieselbe Geschichte einfach schon mehr als einmal besser erzählt bekommen. Aber Humor war schon immer Geschmackssache. Und Sandra Bullock bekommt für diese Leistung eher eine goldene Himbeere als einen Oscar.

«The Heat» läuft ab 4. Juli 2013 in den Basler Kinos Capitol und Pathé Küchlin.

Weitere Filmstarts in Basel am 4. Juli: When I Saw You, Who Killed Johnny, Les beaux jours.

Der perfekte Ferien-Krimi

Fabian Kern am Donnerstag den 27. Juni 2013

BuchcoverDer weisse Sand rieselt durch die Finger und wird von der leichten Meeresbrise zerstreut. Salzwasser und Seetang würzen die Luft, die Wellen plätschern sanft auf den Strand. Jene Krimileser, die sich nach solchen Sinneseindrücken sehnen, aber vielleicht noch nicht gleich in die Ferien fahren darf, denen sei «Bretonische Brandung» ans Herz gelegt. Die Fans von Jean-Luc Bannalecs erstem Krimi aus der Bretagne, «Bretonische Verhältnisse», werden das Buch längst verschlungen haben.

Denn Bannalecs Beschreibung der «Glénan» ist atemberaubend. Glénan? Bretonischen Nicht-Kennern sei erklärt: Das ist ein Archipel vor der bretonischen Südküste, bestehend aus rund einem Dutzend kleiner und kleinster Inseln mit Traumstränden wie in der Südsee. Und weil an einem dieser Strände drei Leichen angespült werden, ist das ein Fall für den Hauptkommissar von Concarneau, Georges Dupin. Der Kommissar aus Paris, der auch nach Jahren im Département Finistère immer noch als Fremdling behandelt wird, muss sich somit einer seiner grossen Ängste stellen: Booten. Die faszinierende Umgebung der Glénan zieht Dupin aber von Beginn weg derart in ihren Bann, dass ihm die Ermittlungen auf hoher See erstaunlicherweise schon bald nichts mehr ausmachen.

Le Loc'h

Am Strand von «Le Loc'h» werden drei Leichen angespült.

Drei Tage nur dauert dieser zweite Fall von Dupin in Frankreichs Nordwesten. Dennoch ist er viel weniger schnell zu durchschauen als noch jener bei Bannalecs Erstling. Es stellt sich heraus, dass die drei Männer zwar ertrunken sind, dass aber jemand nachgeholfen hat. Dupin muss sich mit den speziellen Verhältnissen auf den Glénan schnell vertraut machen, damit die Spur nicht erkaltet und legt sich dabei wie gewohnt mit diversen Behörden und seinem Intimfeind, dem Polizeipräfekten, an. Trotz der intensiven Ermittlungen lässt sich der kaffeesüchtige Kommissar aber von der Landschaft und dem rauen Charme der Bretonen vereinnahmen – und mit ihm der Leser.

Les Glénan

Warme Südsee? Nein, kalter Atlantik!

Der unbekannte Autor – Bannalec ist nur ein Pseudonym – hat sich gegenüber von «Bretonische Verhältnisse» gar noch gesteigert. Er legt nicht nur einen zweiten Fall für Dupin vor, sondern entwickelt seine Figuren weiter. Man lernt das Team von Dupin etwas näher kennen. Riwal gibt einiges aus seinem Privatleben preis, und sogar der von Dupin gering geschätzte Kadeg vermag Sympathien zu wecken. Deshalb hat man etwas Mitleid mit den beiden Inspektoren, denn die Zusammenarbeit mit Dupin ist nicht einfacher geworden. Doch man versteht das Verhalten des eigenwilligen Kommissars etwas besser. Neben literweise Kaffee braucht er seine Ruhe, um seine Gedanken ganz auf den Fall zu konzentrieren, weshalb er die Recherchearbeit an sein Team delegiert. Ein kriminalistisches Genie braucht seinen Freiraum, um sich zu entfalten.

Bleibt zum Abschluss die Frage: Bekommt Bannalec eigentlich Geld von «Tourisme Bretagne»? Wenn nicht, könnte er das ungeniert verlangen. Denn wer von seinen Büchern keine Lust auf eine Reise in den faszinierenden Zipfel Frankreichs erhält, der ist ein unverbesserlicher Reisemuffel. Für den Strand oder Balkonien – «Bretonische Brandung» ist der perfekte Ferien-Krimi.

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Brandung. Kommissar Dupins zweiter Fall. Kiepenheuer & Witsch. Köln, 2013. 352 Seiten, ca. Fr. 25.-.

Das temporäre Streetart-Stübli beim Bahnhof

Joel Gernet am Mittwoch den 12. Juni 2013

Kunststübli mit Industriecharme: In der «Artstübli Pop Up Exhibition» treffen Werke wie jene von Rae Martini (rechts hinten) auf das stylische Interieur der Schleifferei. (Fotos: Joël Gernet).

Bröckelnde Wände, Eisenrohre, eine vom Rauch angeschwärzte Decke…mehr urbanen Industriecharme als die «Schleifferei» kann einem ein Ausstellungsraum kaum bieten. In Kombination mit wild durcheinander gewürfelten Kronleuchtern, Stehlampen und Sofas ergibt das den perfekten Ort für die kleine aber feine «Artstübli Pop-Up Exhibition». Die rohen, absichtlich abgefuckten Leinwände der französischen Graffiti-Ikone Tilt oder die vom Flammenwerfer malträtierten Plakatwände des Italieners Rae Martini wirken wie geschaffen für den Eventraum beim Gundeli-Seitenausgang des Bahnhof SBB. Diesen Beitrag weiterlesen »

24 trifft Die Hard

Fabian Kern am Mittwoch den 12. Juni 2013

Filmplakat

«Olympus Has Fallen» läuft ab 13.6. in den Kinos Küchlin und Capitol.

«Olympus has fallen.» Der Funkspruch eines sterbenden Secret-Service-Agenten sorgen für ungläubiges Staunen in der Einsatzzentrale. Das Weisse Haus, das vermeintlich sicherste Haus der Welt mit dem Codenamen «Olympus», ist eingenommen – in gerade mal 13 Minuten, wie der nordkoreanische Oberbösewicht Kang (Rick Yune) dem Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart) genüsslich unter die Nase reibt. Dieser ist nämlich im eigenen Bunker in Geiselhaft des Terroristen, leider in Gesellschaft der Verteidigungsministerin und des Oberbefehlshabers. Leider darum, weil damit alle drei Halter eines Codes für das «Zerberus»-System, das alle amerikanischen Atomsprengköpfe vernichten kann, in einem Raum vereint sind. Dumm gelaufen.

Secret Service Agents

Fallobst: Der Secret Service. (Bilder: Ascot Elite)

So dumm, dass man hofft, die USA hätten in der Realität ihre Lehren aus 9/11 gezogen und seien nicht so leicht zu düpieren wie im Actionthriller von Antoine Fuqua. Mit einem einzigen Flugzeug dringen die Nordkoreaner – amüsanterweise am 5. Juli, einen Tag nach dem amerikanischen Nationalfeiertag – ohne grosse Gegenwehr in den Flugraum von Washington D.C. ein und richten im Herzen der «Greatest Nation» ein Blutbad an. Beim folgenden Boden-Angriff scheinen sich dann die top-ausgebildeten Secret-Service-Leute gar nicht schnell genug ins feindliche Feuer werfen zu können. Kein Wunder, ist der Präsident mir nichts, dir nichts isoliert.

Mike Bannister

Die letzte Hoffnung: Mike Bannister.

Aber noch ist nicht alles verloren im Land der Tapferen und Freien. Das Sternenbanner wird zwar, vom Kugelhagel zerlöchert, von den Besetzern vom Dach des arg ramponierten Weissen Hauses geworfen, aber die bösen Asiaten haben die Rechnung ohne Mike Bannister (Gerard Butler) gemacht. Der zum Bürogummi degradierte ehemalige beste Leibwächter von Asher wirft sich ebenfalls ins Getümmel und wütet sich als Ein-Mann-Armee im Weissen Haus durch die feindlichen Linien. Er soll zuerst Präsidenten-Sohn Connor finden und aus der Gefahrenzone bringen, der das einzige Druckmittel darstellt, das Asher zur Herausgabe seines Zerberus-Codes bewegen kann. Damit erhält er die Chance, seine Mitschuld am Tod der First Lady wieder gut zu machen. Auch kein ganz unbekanntes Muster.

Kang und Asher

Präsident am Wickel: Kang und Asher.

Man hätte etwas mehr erwartet vom gefeierten «Training Day»-Regisseur. Fuqua beweist, dass er trotz seines unamerikanischen Namens ein Patriot reinster Güte ist. Schon mit dem pompösen Soundtrack zur Begrüssung wird einem im Kinosaal bewusst, worum es geht: um die Huldigung der amerikanischen Werte. Dass er das amerikanische Verteidigungssystem nach intensiven Recherchen beim echten Secret Service als Haufen von Dilettanten darstellt, ist allerdings bedenklich. Handwerklich ist an «Olympus Has Fallen» nichts auszusetzen. Die Kampfszenen sind eindrucksvoll inszeniert, der Spannungsbogen hält bis zum Schluss. Auch die Besetzung ist top. Neben Gerard Butler, quasi einer Kreuzung aus Jack Bauer («24») und John McClane («Die Hard»), überzeugt Aaron Eckhart ebenso wie Routinier Morgan Freeman und Angela Bassett.

Das Weisse Haus

Eine Nation unter Feuer: das Weisse Haus.

Das ist aber erst der erste Actionstreifen, der im Weissen Haus spielt. Bereits im September soll «White House Down» von Roland Emmerich mit verdächtig ähnlichem Plot in unsere Kinos kommen. Während Fuqua mit Butler einen Schotten als einzige Hoffnung des Präsidenten in die Schlacht schickt, tritt dann «Sexiest Man Alive» Channing Tatum zur Rettung des wichtigsten Manns der Welt – gespielt von Jamie Foxx – an. Wir sind gespannt, ob Emmerich ebenfalls auf die Karte Pathos setzt. «Independence Day» lässt grüssen.

«Olympus Has Fallen» läuft ab 13. Juni 2013 in den Kinos Pathé Küchlin und Capitoö.

Weitere Filmstarts in Basel am 13. Juni: The Big Wedding, The Purge, Les invisibles, Une Estonienne à Paris.

Tanzende Flaschengeister an der Volta 9

Joel Gernet am Dienstag den 11. Juni 2013

Seit heute Dienstag ist auch die Kunstmesse Volta 9 in der Dreispitzhalle für jedermann zugänglich. Bei einem ersten Streifzug sind wir unter anderem tanzenden Flaschengeistern von Gabriel Barcia-Colombo (USA), einem Hamsterrad für Menschen von Hartmut Stockter (D) und einer Hochhausstadt im Miniaturformat von Rik Smits (NL) begegnet.

Die tanzenden Flaschengeister «Animalia Chordata» (2006/2013) des New Yorkers Gabriel Barcia-Colombo werden von hinten mittels eines Projektors in die Gefässe projiziert. Gesehen bei der Muriel Guépin Gallery.

Senf? Nein, BrainDrain! Specta aus Kopenhagen (DK) zeigt die Skulptur Brain Drain (2013) von Andreas Schulenburg.

«Das gibt doch Löcher in die Wand», meint das Töchterlein zur Installation «Crossfire» (2012) von Sanell Aggenbach, ausgestellt bei Brundyn + Gonsalves aus Kapstadt (SA).

Das «Wiesenpfad Menschenrad» (2009) von Hartmut Stockter, präsentiert bei der Larmgalleri aus Kopenhagen (DK)

«Fuck The Poor» – auch provokante Installationen gehören an der Volta 9 zum Ausstellungsprogramm. Das geht wohl unter die Rubrik Gesellschaftskritik.

Porzellan und Gummi: Die Skulptur «I don’t want your freedom» von Nadine Wottke. Dahinter die imaginäre Miniaturstadt «Capital 1» (2013) von Rik Smits. Alle Häuser hat er eigenhändig aus Styropor ausgeschnitten.

Basserboxen: Die mit Wasser gefühlten «Volume»-Lautsprecher von Serge Baghdassarians und Boris Baltschun weisen je nach Vibration ein aussergewähnliches Muster auf ihrer flüssigen Membran auf.

Wieder dominiert Blau: Die Bilder von Ritums Ivanivs der Gallery Bastejs aus der lettischen Hauptstadt Riga.

Städtchen im Häuser-Boot: Dieses Werk von Bo-Christian Larsson steht bei der Christian Larsen Gallery aus Stockholm.

Blick in die Koje von Andreas Binder aus München.

Volta 9, Dreispitzhalle, Dreispitz Areal, Tor 13, Helsinki-Strasse 5, Münchenstein. Di. 11. Juni bis Sa. 15. Juni 2013, 10-19 Uhr.

Kesse Strassenkunst aus Rom

Joel Gernet am Freitag den 7. Juni 2013

«In der Nacht sprayen? Ich doch nicht – ich bin eine Frau!», sagt Alice Pasquini und lacht. Die Römer Streetart-Künstlerin zieht es vor, auch ihre unbewilligten Wandmalereien bei Tageslicht anzubringen. In Italien ist das mit etwas Erfahrung, Fingerspitzengefühl und einem chicen Auftreten kein grösseres Problem. Im Gegenteil: Es kommt immer wieder vor, dass die kesse Künstlerin bei ihrer Strassenarbeit neue Aufträge reinholt.

Dieses Wochenende ist Pasquini nicht auf den Strassen Roms, sondern in Weil am Rhein (D) unterwegs: als ausstellende Künstlerin an der «Public Provocations». Die fünfte Ausgabe der Ausstellungsreihe präsentiert ab Samstag unweit des Rheincenters zehn internationale Urban-Art-Künstler.

Frau mit Apfel: Pasquinis Werk in Weil am Rhein. (Foto: Jessica Stewart, RomePhotoBlog).

Vor zwei Jahren war Alice Pasquini das erste Mal in Weil am Rhein. Als Begleiterin des französischen Streetart-Stars C215 hinterliess die Römerin damals bei der Carhartt Gallery ein kunstvoll verziertes Verkehrsschild. Inzwischen heisst die auf Urbane Kunst spezialisierte Galerie Colab Gallery – und Pasquini ist nicht mehr Anhang, sondern geladene Künstlerin.

Als wir Pasquini während der Gestaltung ihrer Ausstellungskoje treffen, beschäftigt sich die Italienerin mit der Hintergrundgestaltung ihres Bildes. Es zeigt eine junge Frau mit Apfel und Blumen in den Haaren. Naturfarben wie Braun und Grün dominieren das Motiv. Dass es daherkommt, als hätte es die Patina einer kunstvoll verwitterten Statue, ist kein Zufall. Pasquini mag alte Motive: «Ich habe mich von einer amerikanischen Zeitschriften-Werbung aus dem Jahr 1902 inspirieren lassen.»

Die Römerin beschäftigt sich seit jeher mit Malerei und Bildgestaltung. Nach Abschluss der Kunsthochschule arbeitete sie als Illustratorin, was ihr aber ziemlich rasch verleidete: «Ich war gar nicht mehr am malen», erinnert sie sich. Als sie daraufhin in Madrid Freizeitparks für Kinder gestaltete und deren Begeisterung sah, realisierte Pasquini, dass sie Kunst machen will, die unmittelbar auf den Betrachter trifft. Deshalb brachte sie, die immer schon eine Affinität zur HipHop-Kultur hatte, ihre Bilder vor rund sechs Jahren auch auf die Strassen. Inzwischen blicken ihre Motive – mit Vorliebe sanfte Frauen- und Kindergesichter – an fast allen Ecken dieser Welt von den Fassaden.

Wenn Pasquini ausserhalb Italiens tagsüber ungefragt Wände umgestaltet, geht sie dabei allerdings vorsichtiger vor. Die Passanten reagieren nämlich überall anders, wie folgende Episode aus dem norwegischen Oslo zeigt: «Ich mag, was sie machen», habe da eine Frau zur malenden Pasquini gesagt, «aber jetzt mache ich ein Foto und rufe die Polizei». Kunst im öffentlichen Raum – wir reden hier nicht von Schmierereien – wird halt in gewissen Kreisen immer noch als Provokation wahrgenommen. Daran soll auch der Ausstellungsname «Public Provocations» erinnern. In Weil am Rhein wurde Pasquinis Kunst bis jetzt allerdings noch nicht als störend empfunden – im Gegenteil. Das von ihr verzierte Strassenschild wurde vor zwei Jahren nach wenigen Wochen von einem kunstaffinen Dieb abgeschraubt.

Public Provocations V, Colab Gallery (früher: Carhartt Gallery), Schusterinsel 9, Weil am Rhein. Vernissage Sa. 8. Juni ab 20 Uhr. Die Ausstellung läuft bis Oktober 2013.

Künstler: Alice Pasquini (I), Amose (F), Case (D), Chris Stain (USA), Gris1 (F), Michael Grudziecki (PL), Orticanoodles (I), Robert Proch (PL), Wolfgang Krell (D). Mehr Infos.