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Rückblick #2: (Zu wenig) Zeit für Nostalgie

schlaglicht am Montag den 27. Dezember 2010

Für den Rückblick auf das Basler Kulturjahr 2010 haben wir verschiedene Persönlichkeiten aus der Region zu ihren Höhe- und Tiefpunkten aus dem sich zu Ende neigenden Jahr befragt. Regierungspräsident Guy Morin hätte gerne mehr gesehen, als seine Zeit zulässt.

Der Basler Regierungspräsident Guy Morin.

Herr Morin, was war Ihr kulturelles Highlight 2010?
Es gab so viele, ich kann nur einzelne herauspicken: «Hair» im Theater Basel (ich bin ein Nostalgiker), das Alexanderfest oder die «Macht der Musik» von Georg Friedrich Händel in Augusta Raurica oder «Andy Warhol» im Kunstmuseum.

Gab es auch einen kulturellen Tiefpunkt?

«Maldoror» von Philipp Maintz war mir zu düster.

Was haben Sie verpasst?
«Wien 1900: Klimt Schiele und ihre Zeit» in der Fondation Beyeler und viele Produktionen in der Kaserne wie «Spot 2010 Basel: Stadt Plan 2020», «Tag der hellen Zukunft» von Thom Lutz oder Aufführungen des Jungen Theaters wie «Punk Rock» oder «Scham» unter Uwe Heinrich.

Haben Sie etwas vermisst?
Zeit, um die vielfältigsten Kulturveranstaltungen und Produktionen unserer Stadt würdigen zu können.

Was sind Ihre Kulturwünsche fürs 2011?
Dass Baselland den zusätzlichen Beiträgen fürs Theater zustimmt, und dass wir mit Unterstützung unserer Bevölkerung die wunderbare Kulturstadt Basel weiterentwickeln können.

Es folgen unter anderem noch kulturelle Jahresrückblicke mit Sam Keller (Fondation Beyeler), Graffiti-Künstler Smash 137, Carena Schlewitt (Kaserne), Tobit Schäfer (Rockförderverein), Thomas Jenny (Radio X) und Galerist Stefan von Bartha.

Bereits erschienen: Angelo Gallina

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2 Kommentare zu “Rückblick #2: (Zu wenig) Zeit für Nostalgie”

  1. Lieber Guy Morin
    als ehemaliger Basler Grafiker kann, darf und will ich nichts gegen die Kulturangebote in meiner Heimatstadt publizieren. Einzig: die Relationen wie viel Bürger diese Angebote nutzen und wievel der Staat dafür einschiesst, sollte man schon im Auge haben…
    Und etwas ganz speziell an Sie als “pensionierter” Hausarzt: Subventionen für gesunde Angebote wie Wellness, Fitness, Sauna, Yoga, Sport (nicht Profi-Fussball!) wären für unser Gesundheitswesen förderlich. Private Institutionen haben in unserer Region Mühe, die Unkosten zu decken. Und viele Bürger haben Mühe, mit den hohen Kosten solcher Zentrren. Das wäre aber ein echter Beitrag an die Präventions-Medizin. Dass Reparatur-Medizin ein notwendiges Übel ist, wissen Sie als Mediziner so gut wie ich (als jahrzehntelanger Pharma-Werbe-Spezialist, kenne ich die Hintergründe bestens!). Und als regelmässiger Sauna-Gast in Rheinfelden, Laguna, Aquabasilea oder Bad Bellingen kenne ich auch die Probleme dieser Betriebe. Als ehemaliger FCB-Kicker habe ich auch nichts gegen den Oeri-Club. Aber auch im Sportbereich wird nach meiner Meinung zuwenig im Breitenspot investiert. Denke ich nur an die Polizieeinsätze bei Fussballspielen…! Nicht nur Sie, auch Christoph Eymann und Carlo Conti müssten sich extremer für die Förderung der Fitness unserer Bürger einsetzen. Und dazu wären Subventionen an diese Institutionen wichtiger als Kunstmuseum, Theater usw. Denn unser Gesundheitswesen ist ein Pulverfass – Gegensteuer ist dringend nötig. Schöne Bilder, Musik und Schauspiel hilft da wenig. Auch wenn die gute Laune auch zur Präventionsmedizin gehört. Aber Kulturangebote verhindern keine Krankheiten. Gesund leben schon – dazu gehört eben Wellness, Fitness – eben Bewegung.
    Liebe Grüsse von Hans J. Bolzhauser

  2. Schizophren ist zb. dass der luzernerring/wasgenring verengt werden soll, obwohl a) noch keine umfahrung besteht b) die autoschwemme trotz tunnel zugenommen hat. Jetzt sollen mit riesigem aufwand die kranken iv-benutzer wieder zum arbeiten angehalten werden. Dabei müsste doch das Grundübel bekämpft werden. Die Leute brauchen mehr Musse. Die Geldkrankheit ist das grösste Uebel.