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Stornoway «unplugged»

Luca Bruno am Donnerstag den 7. April 2011

StornowayIm Juli 2009 machte die britische Band Stornoway dank ihrer hervorragenden Debütsingle «Zorbing» zum ersten Mal von sich reden. Ende Mai 2010, rechtzeitig zum nächsten Sommer also, veröffentlichte die Band aus Oxford dann ihr ziemlich gelungenes Debütalbum «Beachcomber’s Windowsill». Um den Sommer 2011 einzuläuten, erschien die Band nun gleich persönlich in Basel und spielte vergangenen Dienstag ein Konzert im Parterre.

Wie so oft bei Konzerten im Parterre wurde der Abend dabei in zwei Sets aufgeteilt, leicht ungewöhnlich war dabei allerdings die Entscheidung der Band, die zweite Hälfte komplett «unplugged» zu bestreiten. Zuerst war es jedoch die erste, elektronisch verstärkte Hälfte ihres Sets, die daran erinnerte, wieso man sich letzten Sommer ins Debütalbum der Band verlieben konnte.

Die Studioversionen von «Beachcomber’s Windowsill» glänzen durch eine klare Produktion und besonders dann, wenn Stornoway mehrstimmige Passagen in ihre Songs einbauen, erreichen sie schon fast die orchestralen Qualitäten der Fleet Foxes. Die Akustik des Parterres machte eine exakte Umsetzung dieser Stücke zwar unmöglich, «I Saw You Blink» oder «Watching Birds» klangen allerdings auch in einer etwas leicht rumpligen Version ziemlich gut. Bisweilen unterstützt von Trompete und Geige erinnerten Stornoway an diesem Abend mehr an Bands wie die Wave Pictures oder Belle & Sebastian und klangen dadurch weitaus charmanter und spontaner, als es ihr Debütalbum erahnen liess.


«The End Of The Movie» – unplugged im Parterre

Für die zweite Hälfte grüsste die Band nun mit Kontrabass statt Bass und Cajon statt Schlagzeug von der Bühne. Das Konzept «unplugged» setzten sie jedoch vor allem durch den Verzicht auf Mikrophone wortwörtlich um. Die nun zurückhaltendere Instrumentierung und die damit verbundene punktgenaue Umsetzung der mehrstimmigen Passagen liess ihre ruhigeren Stücke erst recht zur Geltung kommen und begeisterte dementsprechend das Publikum. Spätestens für «Zorbing» aber, welches standesgemäss als letzter Song des Zugabenblocks gespielt wurde, hätte man sich gerne wieder ein bisschen mehr elektrische Power gewünscht.

Stornoway benannten sich nach einer Stadt hoch im Norden von Schottland und als Inspiration zu «Zorbing» diente eine obskure Sportart aus Neuseeland. Und genauso abenteuerlich wie die Referenzen, auf welche sich die Songs der Band beziehen, waren auch die sehr amüsanten Geschichten, die Sänger Brian Briggs zwischen den Songs erzählte. Geschichten über Hühner, die vom Teufel besessen waren, über das Verspeisen von Schnecken und Erlebnisberichte über wenig bekanntere Museen waren es, die das Konzert erst recht versüssten. Wir können nur hoffen, dass die Band bereits einen Plan hat, wie und wann sie uns den Sommer 2012 bringen will.

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