Beiträge mit dem Schlagwort ‘Sigmar Polke’

«No english, no english!»

Blog-Redaktion am Mittwoch den 12. Oktober 2016

Die Frieze Art Fair in London, heuer im 13. Jahr, war immer die widerborstigere, intellektuelle Schwester der Art Basel (meine These). Erstens, weil die Engländer unter alles, was sie sagen oder tun, einen doppelten Boden legen – somit auch unter das Treiben am Kunstmarkt.

Und zweitens, weil die Messe aus dem Schoss von Kunstmenschen stammt, den Uni-Oxford-gebildeten Gründern des Kunstmagazins «Frieze» (nämlich den 2014 zurückgetretenen Amanda Sharp und Matthew Slotover), und nicht von Businessmenschen. Die Kunsties hoben das Messeformat mit ambitiösen Auftragsprojekten auf ein neues Level. Sie verleihen ihr «Edgyness».

Auch eine Neuauflage: Portia Munsons «Pink Project: Table» (1994/2016) an der diesjährigen Frieze in London. Munson zeigte das Werk zum ersten Mal 1994 an der legendären «Bad Girls»-Ausstellung. Foto: Andy Rain (Reuters)

Auch eine Neuauflage: Portia Munsons «Pink Project: Table» (1994/2016) an der diesjährigen Frieze in London. Munson zeigte das Werk zum ersten Mal 1994 an der legendären «Bad Girls»-Ausstellung. Foto: Andy Rain (Reuters)

Was: Kunstmessen Frieze und Frieze Masters
Wo: Regent’s Park, London
Wann: 6. bis 9. Oktober 2016

Frieze London: Sammler in Sneakers, Urs Fischers (mitte) und Picasso bei Helly Nahmad

Frieze London: Sammler in Sneakers, Urs Fischers verstörende Porträts (Mitte) und Picasso bei Helly Nahmad.

Aus der Anfangszeit bleibt mir in Erinnerung, wie ich in einer von Kultdesigner Peter Saville geführten Gruppe durch die Messekojen gelenkt wurde, als wären wir eine Vögele-Reisegruppe. Ästhetik-Guru Saville steuerte zielsicher Galeristen an und befragte die Verblüfften nach dem Einfluss ihres Outfits auf die Geschäfte. Ein anderes Mal versuchte Christian Jankowski eine 65-Meter-Superjacht mit einem Aufschlagpreis von 10 Millionen Pfund, wenn sie mit einem Kunstzertifikat erworben wurde, an den Mann zu bringen. (Der Versuch misslang; so blöd sind Supersammler nicht.)

Dieses Jahr drang Subversives noch  stärker durch die Ritzen der goldenen Kunstmarktkulissen. Das heisst, wenn man sich die Musse für die «Projects» (dieses Jahr kuratiert von Migros-Museum-Mann Raphael Gygax) und Live-Performances nehmen konnte – und nicht wie der Sammler in seinen kanarienfarbigen Sneakers auf der Pirsch nach käuflicher Kunst von Stand zu Stand hetzte.

kreativität der Klo-Ladys: Toiletteninstallation von Julie Verhoeven (links und Mitte), virtuelle Realität von Jon Rafman

Kreativität der Klo-Ladys: Toiletteninstallation von Julie Verhoeven (links und Mitte), virtuelle Realität von Jon Rafman.

Im inneren Eingangsbereich und im Gartencafé bemerkte ich deshalb dunkelhäutige «Verkäufer», die auf einem Tüchlein auf dem Boden gefälschte Louis-Vuitton-Taschen feilboten, eine Aktion des britisch-norwegischen Duos Ali Eisa und Sebastian Lloyd Rees. «No english, no english» antwortete mir einer der Verkäufer auf meine scherzhafte Frage, ob so ein Stück zu kaufen sei.

Das bunte Treiben setzte sich fort in den Toiletten, die Julie Verhoeven in eine durchgeknallte Bühne der sonst übersehenen, aber offenbar genauso kreativen Toilettenaufseherinnen umgemünzt hat – samt formschönen Stoffnachbildungen von Exkrementen, fantasievollen Tampon-Arrangements und bunten WC-Papierrollen. Ist nicht jeder ein Künstler, also auch die Toilettenaufseherin der Frieze? Der Parcours durch die Gegenwelt der Kunstmesse kulminierte in Sibylle Bergs und Claus Richters dystopischem Theater «Wonderland Ave»: In einer modularen Wohnbox sah und hörte man roboterhafte Maschinen sprechen, die die Kontrolle über Menschen gewonnen haben. Spitzenmässige Performance.

Algorithmen und Roboter beherrschen den Menschen in der dystopischen Vision von Sybille Berg & Claus Richter, «Wonderland Ave», 2016 /links und Mitte), Eichard Billinghams Familienfotos

Algorithmen und Roboter beherrschen den Menschen in der dystopischen
Vision von Sibylle Berg & Claus Richter, «Wonderland Ave», 2016 (links und Mitte), Richard Billinghams Familienfotos.

Die digitale Welt hatte einen auch an den Kojen im Griff. Am Stand der Seventeen Gallery konnte man sich auf einer aus Metallelementen geformten Schlange niederlassen und sich eines dieser seltsam unförmigen Brillengestelle ins Gesicht setzen. Es stellte sich als Oculus Rift Headset von Amazon heraus, und es entführte in das rätselhafte Paralleluniversum des Kanadiers Jon Rafman.

Nicht weit davon war eine Art Go-go-Tanz-Plattform postiert, wo sich ein junger, bärtiger und sehr gut gebauter Mann im glänzend-silbernen Höschen vielversprechend vor dem Publikum produzierte. Allerdings nicht körperlich, sondern verbal: Der ägyptische Künstler Mahmoud Khaled rang sichtlich verzweifelt um Erklärungen, was die «neue Kunst von heute» in einer zunehmend gewaltdurchtränkten Gegenwart denn eigentlich sei.

Was ist Kunst? Was ist Kunst in Zeiten der Gewalt? ... fragt der ägytische Künstler hier. Mahmoud Khaled, Untitled (Go-go Dancing Platform) Speak, 2016, vor dem Eingan steht eine lange Besucherschlange

«Was ist Kunst? Was ist Kunst in Zeiten der Gewalt?», fragt der ägyptische Künstler hier. Mahmoud Khaled, Untitled (Go-go Dancing Platform) Speaks, 2016, vor dem Eingang der Messe steht eine lange Besucherschlange (rechts).

Bei Krisen empfiehlt sich bekanntlich ein Blick in die Vergangenheit, und so ist es kaum erstaunlich, dass seit einiger Zeit die Kunst der 60er- bis 90er-Jahre wieder evaluiert wird. Dazu kuratierte Nicolas Trembley eine Spezialsektion mit elf Galerien, die wegweisende Ausstellungen aus den 90er-Jahren wieder inszenierten. Das funktionierte wie in einer Zeitmaschine, und unversehens fand man sich in der ersten Soloshow von Wolfgang Tillmans in der Galerie Bucholz & Buchholz aus dem Jahr 1993 wieder, in der intime Bilder von Freunden auf Beifälligkeiten und unscheinbare Alltagsbilder stiessen; oder vor den Fotografien des desolaten Elternhauses des britischen Fotografen Richard Billingham bei Anthony Reynolds.

«The Nineties» – ach! Was waren das noch für Zeiten, als sich Künstler, ohne Superstudios und Superproduktionen, an der Realität rieben und in den Privatwohnungen ihrer Galeristen ausstellten!

9.Blick zurück in Nostalgie in der Spezialsektion «The Nineties», kuratiert von Nicholas Trembley: Wiederinszenierung von Wolfgang Tillmans Solo-Show aus dem Jahr 1993 (links), Tillmans im Talk, Tate-direktor Serota im Gespräch mit florian Berktold von Hauser & Wirth

Blick zurück in der Spezialsektion «The Nineties», kuratiert von Nicolas Trembley: Wiederinszenierung von Wolfgang Tillmans Soloshow aus dem Jahr 1993 (links), Tillmans im Talk (Mitte), Tate-Direktor Serota im Gespräch mit Florian Berktold von Hauser & Wirth.

Aber bekanntlich gehts bei Kunst auch um Transzendenz, und dafür bot die Parallelmesse Frieze Masters, eine eklektische Schatzkammer voller Preziosen von der Antike bis in die Gegenwart, Hand.

In das Angebot, das von Kunst vom Spätneolithikum über römische Marmorskulpturen bis zu megalomanen Picasso-Werken (bei Helly Nahmad) und James Rosenquist (Thaddaeus Ropac) und Sigmar Polke (Zwirner) reicht, fügten sich die Latex-Abzüge von Innenräumen der wiederentdeckten Schweizerin Heidi Bucher (bei Jean-Claude Freymond-Guth, neuerdings aus Basel) erstaunlich gut. Auffallend viele Kabinette und Wunderkammern begegneten mir, schon seit geraumer Zeit der Flavour of the Season. Tiepolo neben Georg Baselitz, William Blake neben Mariano Fortuny, Lucien Freud neben Goya und Ingres – das sprüht Funken!

Jäger und Sammler an der Frieze Masters: Am Stand von Hauser & wirth unter einem Arrangement von Werken von Francis Picabia bei Hauser & Wirth & Moretti

Jäger und Sammler an der Frieze Masters: Am Stand von Hauser & Wirth & Moretti unter einem Arrangement von Werken von Francis Picabia.

Bei Hauser & Wirth, der den Stand (zusammen mit Altmeister-Händler Moretti) in die Form eines Sammlerapartments goss, hingen florentinische Meister neben Picabia, Picasso neben Dieter Roth, Marlene Dumas neben Alexander Calder. Gemessen am Besucheransturm am VIP-Tag war der Stand ein Grosserfolg, und man sah Nicholas Serota, das Über-Ego der Tate, mit Florian Berktold smalltalken, derweil sich auf dem Sofa unter einem schönen Arrangement von Francis-Picabia-Werken Sammler wie der deutsche Flick-Erbe Christian «Mick» Flick ausruhten.

Der «wilde» Hauser & Wirth-Stand mit Skulpturen von Louise bourgeois, Hans Josephsohn und Paul McCarthy

Der «wilde» Hauser-&-Wirth-Stand mit Skulpturen von Louise Bourgeois, Hans Josephsohn und Paul McCarthy.

In witziger Entsprechung zum edlen Sammlersalon übrigens liess die global arbeitende Schweizer Galerie an der zeitgenössischen Frieze den Stand in die Messie-Höhle eines imaginären Künstlers verwandeln. Leere Bierflaschen neben millionenschweren Skulpturen von Louise Bourgeois und Paul McCarthy, an die Wand gepinnt Postkarten von Queen Elizabeth und Prince Charles neben Gemälden von Christopher Orr. Dazwischen standen dicht an dicht potenzielle Käufer.

Die Atmosphäre glich der eines Schlussverkaufs.

DSC_897700* Gastautorin Brigitte Ulmer lebt als freischaffende Kunst- und Kulturjournalistin in London und Zürich. Für die «Bilanz» berichtet sie über Kunst und verantwortet das jährliche Künstlerrating. Für Private View berichtet sie fortan regelmässig aus London. (Bild: Gian Franco Castelberg)

Scheitern, um zu gewinnen

Ewa Hess am Mittwoch den 11. Mai 2016

Seien wir ehrlich: Wir leben in einer Welt, in der nur das Gewinnen zählt. The winner takes it all, sang Abba. Das war eine Prophezeiung, auch wenn sich die Songzeile erst mal auf das Scheitern einer Liebe bezog.

Paradoxerweise haben sich die Gewinner der neuen ökonomischen Ordnung, die omnipotenten Multimillionäre, in eine Kunstrichtung verliebt, welche auffallend oft das Scheitern zum Thema macht: in die zeitgenössische Kunst. Diesen komplexen Sachverhalt machte das Auktionshaus Christie’s zum Thema einer Verkaufsveranstaltung – und gewann damit auf der ganzen Linie. Dies ist die Geschichte des «Bound to Fail»-Abendverkaufs von Christie’s, an dem am Sonntagabend in New York beinahe 80 Millionen Dollar umgesetzt und bis auf ein einziges alle Werke verkauft wurden.

Was: Evening Sale «Bound to Fail» von Christie’s
Wann: Sonntag, der 8.5.2016
Wo: Rockefeller Plaza, New York

Maurizio Cattelan, «Him» von 2001, verkauft für $17,189,000 (inkl. Käuferkommission). Das nur 1 Meter hohe Werk zeigt einen knienden Hitler, das Gesicht wie im Schmerz verzehrt. Bereut er? Bittet um Verzeihung? Oder bedauert er, nicht gesiegt zu haben? Cattelans Werk stellt wie immer viele Fragen, die mitten ins Gewissen zielen.

Maurizio Cattelan, «Him» von 2001, verkauft für $ 17’189’000 (inkl. Käuferkommission). Die nur einen Meter hohe Skulptur zeigt einen knienden Hitler, das Gesicht wie im Schmerz verzerrt. Bereut er? Bittet er um Verzeihung? Oder bedauert er, nicht gesiegt zu haben? Cattelans Werk stellt wie immer viele Fragen, die mitten ins Gewissen zielen. © Maurizio Cattelan (alle Werkabbildungen Courtesy Christie’s)

Früher war das so: Die Aktionshäuser verkauften, was ihnen gerade so an Kunst angeboten worden ist. Manchmal traf es den Nerv der Zeit und verkaufte sich gut, manchmal eben nicht.

Heute geht das oft anders. Begabte Auktionshaus-Kuratoren versuchen zu erahnen, was gerade ein wichtiges Thema sein könnte, und suchen aktiv nach Werken, die dazu passen. Dem Verkauf wird ein Titel verpasst, der die ganze Sache auf den Punkt bringt und eine Versteigerung in ein geschichtsträchtiges Ereignis verwandelt. Die erhöhte Intensität bleibt nicht ohne Einfluss auf die Kaufbereitschaft, wie gerade das Beispiel der «Bound to Fail»-Auktion zeigt.

Loïc Gouzer, Deputy Chairman Postwar and Contemporary, Christie's

Loïc Gouzer, Deputy Chairman Postwar and Contemporary Art, Christie’s

Der kluge Kopf hinter dem Event war diesmal ein Schweizer, der nur 35-jährige Genfer Loïc Gouzer, Christie’s «deputy chairman postwar and contemporary art», also eine Art Sparten-Vizedirektor, oder was der Titel auch immer heissen mag. Gouzer hat schon «Looking Forward to the Past» orchestriert, die berühmt gewordene kuratierte Auktion vom Mai 2015, an der Picassos «Les Femmes d’Alger» von 1955 für fast 180 Millionen Dollar verkauft und so zum am teuersten verkauften Kunstwerk wurden.

Gouzer, der aus einer reichen Familie kommt (die ursprünglich mit Austernverkauf ihr Geld gemacht hat und der ein Teil Genfs gehört), ist befreundet mit einigen der Darlings der neuen Schickeria und weiss, wie sie ticken. Mit Leonardo di Caprio verbindet ihn nicht nur Freundschaft, sondern auch das Engagement für die Umwelt, sie haben schon gemeinsam Werke erworben (Private View berichtete hier).

Gab der Auktion den Titel: Bruce Naumans Gusseisenskulptur von 1970 mit dem Titel «Henry Moore Bound To Fail». Sie zeigt Bruce Naumans auf dem Rücken zusammengebundene Hände. Ein Bild für die Ohnmacht, aber auch für die Kraft eines Künstlers, der aus seinem Handicap seine Stärke bezieht

Gab der Auktion den Titel: Bruce Naumans Gusseisenskulptur von 1970 mit dem Titel «Henry Moore Bound to Fail». Sie zeigt Bruce Naumans auf dem Rücken zusammengebundene Hände. Ein Sinnbild für die Fähigkeit eines Künstlers, gerade seine Schwäche in Stärke umzumünzen.

Paris Hilton, die jetzt öfter in New York anzutreffen ist, seitdem sie das Kühestreicheln in Schindellegi aufgegeben hat, hauchte nach der Auktion am Sonntag den anwesenden Reportern ins Mikrofon, dass «Loïc ein sehr guter Freund» von ihr sei. Kelly Crow, die allwissende Auktionsberichterstatterin des «Wall Street Journal», twitterte zudem, dass sie den Hollywood-Beau Christian Slater in der Menge gesichtet habe. Dabei fand die Auktion ungewöhnlicherweise an einem Sonntag, und das schon um 17 Uhr, statt. Manche kamen ausser Atem, weil sie die letzten Cocktails der Kunstmesse «Frieze» noch austrinken mussten.

Bildersuche per Instagram

Bildersuche per Instagram.

Man kann nicht sagen, dass Gouzer nicht wusste, was er wollte. Er wusste es ganz genau. Nach Werken seiner Wahl suchte er unter anderem auf Instagram, vor aller Augen.

Zu Martin Kippenbergers Skulptur «Martin, ab in die Ecke und schäm dich» schrieb Gouzer auf Instagram etwa: «would kill to have it in #boundtofail auction and ready to offer significant money for it – any ideas?» Worauf die Sammlerin und Art Advisor Eleanor Cayre kommentierte: «Finde es, Loïc, ich gebe eine Garantie dafür!» Womit sie auf die Gepflogenheit anspielte, dass man den Anbietern einen Preis im Voraus verspricht, egal wie die Auktion dann läuft.

Nun, diesen Kippenberger fand Loïc nicht, dafür den schönen gekreuzigten Frosch «Zuerst die Füsse», der dann auch für 1,325 Millionen Dollar verkauft wurde, eine gute halbe Million höher als geschätzt.

Martin Kippenbergr, «Zuerst die Füsse»., mit Autolack bemalte Holzskulptur, 1990, verkauft für $1,325,000. «Fred the Frog», des Künstlers Alter ego, hängt häretisch am Kreuz. Was für grosse Entrüstung der Kirchekreise sorgte, ist im Grunde ein trauriges Selbstbildnis des Künstlers selbst, mit Bierkrug und Spiegelei. Kippenberger, der sich selbst nie ernst nahm, beeinflusst nach wie vor ganze Generationen von Künstlern.

Martin Kippenberger, «Zuerst die Füsse», mit Autolack bemalte Holzskulptur, 1990, verkauft für $ 1’325’000. «Fred the Frog» des Künstlers Alter ego hängt häretisch am Kreuz. Was für grosse Entrüstung der Kirchenkreise sorgte, ist im Grunde ein trauriges Selbstbildnis des Künstlers selbst, mit Bierkrug und Spiegelei. Kippenberger, der sich selbst nie ernst nahm, beeinflusst nach wie vor ganze Generationen von Künstlern.

Aus Schweizer Sicht höchst erfreulich: Natürlich hat der Genfer eine bessere Kenntnis der Schweizer Szene als die Amis. Und placierte in seiner illustren Verkaufsschau einige CH-Helden, die ein glorreiches Werk aufweisen, aber noch nicht die exorbitanten Preise der deutschen Grossmeister erzielen. So setzte «Bound to Fail» (oder, wie manche spotteten, «Bound to Sell») Marktrekorde für die helvetischen Stars John Armleder und Olivier Mosset. Höchste Zeit, dass ihr Werk auch preislich zum Weltniveau aufschliesst.

Schweizer Maximalismus und Minimalismus schliesst preislich auf. Links: John Armleder, «Chabasite» von 2003, Acryl auf Leinwand, verkauft für $221,000 . Rechts: Olivier Mosset, Untitled von 1969, verkauft für $137,000 .

Schweizer Maximalismus und Minimalismus schliesst preislich auf. Links: John Armleder, «Chabasite» von 2003, Acryl auf Leinwand, verkauft für $ 221’000. Rechts: Olivier Mosset, Untitled von 1969, verkauft für $ 137’000.

Auch einige Italiener profitierten von der dekadenten europäischen Stimmung (in der düstere Vorahnungen des Versagens gefeiert werden). Der kleine kniende Hitler von Maurizio Cattelan, eine Skulptur namens «Him», kroch langsam von den geschätzten 10 bis auf 15,2 Mio. Dollar (17,2 mit Käuferkommission).

Und eine fotografische Arbeit der 45-jährigen italienischen Künstlerin Paola Pivi ging für 227’000 Dollar weg, auch für sie ein Marktrekord. Es bleibt mir persönlich komplett unverständlich, warum ein sehr schönes Kartoffelfeld von Sigmar Polke nicht verkauft wurde – es war das einzige Werk, auf dem das Auktionshaus sitzen blieb. Ich hätte es sehr gern gekauft, wenn ich eine schwerreiche Sammlerin wäre (bin aber weder das eine noch das andere).

Paola Pivi, «Untitled (Donkey)», Fotoprint, 2003, verkauft für $227,000 . Mitten im blauen Ozean eine verlorene Kreatur. Wo gehört sie hin? Wird sie jemand retten? Eine simple Metapher, die viele unserer Ängste anspricht.

Paola Pivi, «Untitled (Donkey)», Fotoprint, 2003, verkauft für $ 227’000. Mitten im blauen Ozean eine verlorene Kreatur. Wo gehört sie hin? Wird sie jemand retten? Eine simple Metapher, die viele unserer Ängste anspricht.

Das war also der Anfang der Frühlingsauktion-Saison in New York. Obwohl die Preise angesichts des komplexen Themas moderat blieben (im Vergleich zu den exorbitanten Zuschlägen an anderen kuratierten Auktionen), muss man sagen, dass das Event alles andere als eine Niederlage war. Im Gegenteil, man müsste fast eine andere Songzeile, die von Bob Dylan, bemühen, der einst sang «there’s no success like failure» (wenn auch bei Dylan die Aussage sofort ins Gegenteil verkehrt wird, «but failure’s no success at all»).

Aber zurück zur Auktion – sie zeigte, dass eine Abkühlung des Kunstmarktes auch ihre guten Seiten hat. Sie erlaubt den Anbietern und den Käufern, die schwierigen Kunstwerke so richtig aufs Pedestal zu stellen, auch wenn sie nicht die absoluten Preiskönige sind. Richtig so, denn das Schwierige, das Dunkle und das mit der Welt Unversöhnte bleibt nun mal der Stoff, aus dem die beste Kunst schöpft.

Schweizer Qualität bei Sotheby's Auktion am 31. Mai in Zürich: John Armleder (OHNE TITEL (U 39), 1991, Lack, Bronzelack und Firnis auf Leinwand 300 x 180 cm) und Diego Giacomettis "Chat maitre d'hotel»

Überlegene Schweizer Qualität bei der Sotheby’s-Auktion am 31. Mai in Zürich: John Armleders wunderbares Werk von 1991 (Lack und Firnis auf Leinwand, 300 x 180 cm), Diego Giacomettis witzige Skulptur «Chat maître d’hôtel»

Post Scriptum: Für uns Schweizer war übrigens die Botschaft, welche diese New Yorker Auktion vermittelt hat, auch in materieller Hinsicht «good news». An den kommenden Auktionen der Schweizer Kunst in Zürich werden nämlich Ende Mai Werke von Armleder, Mosset und anderen angeboten, die qualitativ über den in New York verkauften stehen. Für die hiesigen Sammler ein nicht zu unterschätzender Hinweis aus Übersee.


Ein kleiner Einblick ins Auktionsgeschehen (Courtesy Christie’s).

Ähnlichkeiten und Wahlverwandtschaften

Ewa Hess am Dienstag den 15. Dezember 2015

An diesem Abend stimmte einfach alles. Es war Advent, doch blieb die Hektik vor der Tür. Das Wohnquartier öffnete sich ohne jegliche Anbiederung dem zeitgenössischen Kunstgeschehen. Der Galerist machte unaufgeregt die Honneurs, während dem kuratierenden Künstler die Freude über den gelungenen Coup aus den Augen leuchtete. Putzmunter wirkten die Werke – sie hatten es gut zusammen.  Aber erst mal der Reihe nach.

Was: Gruppenausstellung «Interjektion». Künstler: Kevin Aeschbacher, Irene Düring, Markus Gadient, Lori Hersberger, Angelika Loderer, Clemens Wolf und Sigmar Polke. Kuratiert von Lori Hersberger.
Wo: Galerie Clemens Gunzer, Hottingerstrasse 44 in Zürich.
Wann: Vernissage 10.12.2015, bis 23. Januar.

Von links: Skulptur «Cola» von Angelika Loderer, Clemens Wolfs schwarzes Epoxy-Gemälde «Parachute Painting #9», Markus Gadients «Zyklus Wildenstein Nr. 277»

Von links: Skulptur «Cola» von Angelika Loderer, Clemens Wolfs schwarzes Epoxy-Gemälde «Parachute Painting», Markus Gadients Ölbild aus der Reihe «Wildenstein».

Meine früheste Erinnerung an ein Werk des Basler Künstlers Lori Hersberger sind natürlich die schwimmenden Teppiche im Arsenale während Harald Szeemanns unvergessener erster Venedig-Biennale von 1999. Szeemann hatte damals ein Werk des jungen Künstlers (Lori war damals 35 Jahre alt, er ist Jahrgang 1964) in Berlin gesehen und erkannte sofort das Potenzial. Er lud ihn ein, das soeben als Ausstellungsbühne entdeckte Arsenale zu bespielen, und der Künstler hat den bärtigen Visionär nicht enttäuscht. Seine monumentale Installation «Archaic Modern Suite» mit auf dem Kanalwasser floatenden Secondhandteppichen hat zum Glanz dieser berühmten Biennale beigetragen, mit der Szeemann das venezianische Event damals so gut wie neu erfunden hat. Seither haben wir viele Phasen im Werk von Lori H. gesehen. Eine Zeit lang malte er in leuchtendem Acryl (das Werk «Ghost Bayou» bei Gunzer stammt von 2003), dann gab es auch die Neonröhrenphase. Jetzt, soviel ich das überblicke, interessieren ihn grosse metallene Skulpturen, die er mit Vakuum verformt.

Lori Hersberger vor seinem Bild «Ghost Bayou» von 2003 in der Galerie Gunzer und 1999 vor seiner Arsenale-Installation in Venedig

Lori Hersberger an der Vernissage vor seinem Bild «Ghost Bayou» und 1999 vor seiner Arsenale-Installation in Venedig.

Der Salzburger Galerist Thaddäus Ropac hat Hersbergers künstlerische Neugierde als «dreidimensional» beschrieben, was in dieser Gruppenschau besonders gut zur Geltung kommt. Auch hier bringt Hersberger – als Kurator – Älteres, Jüngeres, Bewährtes, Intimes und auch Queres zusammen, und es passt. Das Tüpfelchen auf dem i ist das magische Werk «Interferenzbild» von Sigmar Polke: Ein intensiv leuchtender perlmuttartig schimmernder dünner Farbfilm auf schwarzem Tonpapier scheint sich darauf vom unteren zum oberen Bildrand zu bewegen. Das Bild hat der Galerist in die Gruppenschau eingebracht – es steht ebenfalls zum Verkauf. Für einen Preis unter einer halben Million ist es meiner Meinung nach hier günstiger zu haben, als ich ähnliche Werke auch schon an den Messen gesehen habe.

 

Galerist Clemens Gunzer vor Sigmar Polkes «Interferenzbild» (im vordergrund die Skulptur «Aschenbecher» von Angelika Loderer, ein Blick von Aussen in die Galerie am Hottingerplatz, Tobias Müller von der Galerie Bruno Bischofberger vor Polke

Galerist Clemens Gunzer neben Sigmar Polkes «Interferenzbild» (im Vordergrund die Skulptur «Aschenbecher» von Angelika Loderer), ein Blick von aussen in die Galerie am Hottingerplatz, Tobias Müller von der Galerie Bruno Bischofberger vor Polke.

Clemens Wolfs dunkles, massiges Gemälde «Parachute Painting», welches er mit schwerem, dicken Epoxy-Lack auf Fallschirmseide angebracht hat, war ein perfektes Gegenstück zum transparent-transzendenten Polke. Mich hat es allerdings einigermassen schockiert, dass ich die Malerei von Markus Gadient nicht gekannt habe – die Bilder sind wunderbar. Der 57-jährige Basler Künstler verbindet Figuratives und Expressives in seinen grossen Tableaus (Öl auf Baumwolle), die offensichtlich nach Natur gemalt sind und vor einer gefühlsstarken Pinselführung nicht zurückschrecken. Kevin Aeschbachers «geschnürte Wolke» war das verbindende Glied zwischen den malerischen Höhenflügen und den augenzwinkernd nüchternen Skulpturen Angelika Loderers, die etwas so einladend Unprätentiöses an sich hatten, dass alle Anwesenden am liebsten eine nach Hause genommen hätten (einige haben es auch getan, die grössere Skulptur etwa wurde für, soviel ich hörte, 7000 Franken verkauft).

Irene Dürings Wandstickerei «I Wish I Had Known In That First Minute», Irene Düring und Niklaus Künzler, Kevin Aeschbachers «Charismalimboindiafoxtrottfuckface»

Irene Dürings Wandstickerei «I Wish I Had Known in That First Minute», die Künstlerin Düring im Gespräch mit Niklaus Künzler von Phillips, Kevin Aeschbachers «Charismalimboindiafoxtrottfuckface».

Auch die hauchdünne «Wandstickerei» von Irene Düring passte perfekt. Man hatte keine Lust, wieder nach Hause zu gehen, und kam ins Plaudern. Mit Tobias Müller, dem Direktor von Bruno Bischofbergers Galerie, unterhielt ich mich über die Ähnlichkeiten von Kunsthändlern und Schauspielern (ein Beitrag vom Februar 2015, nachzulesen hier). Nun, Tobias war mit meinem Vergleich zwischen dem charismatischen, zu früh verstorbenen Kunsthändler Thomas Ammann und dem «Mad Men»-Schauspieler Jon Hamm nicht einverstanden. Nein, nein, Thomas Ammann habe viel eher Jude Law, dem «Alfie»-Darsteller (dem zweiten, nach dem legendären Michael Caine, natürlich), geglichen. Liebe Leute, Tobias weiss es – er ist Thomas Ammanns Neffe. Akzeptiert bitte hiermit mein Korrigendum.

Michael Fassbender, Niklaus Künzler, Papa und Sohn Vito Schnabel

Michael Fassbender, Niklaus Künzler, Papa Julian und Sohn Vito Schnabel.

(Der ebenfalls anwesende Niklaus Künzler, der in Zürich tätige Fachmann des Auktionshauses Phillips, gleiche übrigens eher dem Hollywood-Beau Michael Fassbender, haben wir uns geeinigt.)

Am Samstag hat Galerist Clemens Gunzer (gleicht übrigens, meiner Meinung nach, Edward Norton) schon wieder eine Eröffnung – diesmal in Kitzbühel, wo der Österreicher auch eine Galerie unterhält. Was uns alle natürlich an die Zeit erinnerte, als Thomas Ammann Bruno Bischofbergers Filiale in St. Moritz führte. Und daran, dass in der gleichen Lokalität in zwei Wochen der junge Vito Schnabel seine St. Moritzer Venue eröffnen wird – er hat die Räume von Bischofberger übernommen. Den wiederum kennt er seit Kindesbeinen, weil sein Vater, der Maler Julian Schnabel, Bischofbergers hochgeschätzter Künstler ist.

Ach, ist diese Welt nicht klein?

 

 

 

 

 

Frieze. Spektakulär

TA Korrektorat am Dienstag den 21. Oktober 2014

Ein Gastbeitrag von Michelle Nicol*

Die Londoner Kunstmessen Frieze und Frieze Masters zu besuchen, heisst, die optimale Mischung zwischen erhebenden Inhalten und schnöder Unterhaltung zu erleben. Wobei die Ereignisse ausserhalb der Messen den mindestens gleichen Stellenwert einnehmen.

Was: Kunstmessen Frieze und Frieze Masters
Wann: 15. bis 18. Oktober
Wo: London, Regent’s Park und überall in der Stadt

Betrachten wir die Gewichtung: 162 Aussteller präsentierten sich an der Frieze London, deren 127 an der Frieze Masters. Die Frieze zeigt ausschliesslich zeitgenössische Kunst und dazu Frieze Projects, eine Serie von eigens in Auftrag gegebenen Kunstwerken, sowie Frieze Talks bestehend aus Diskussionen, Reden, Vorträgen. Neu dieses Jahr: Live. Live ist eine Reihe von performativen Installationen mit echten Menschen, und es war sehr amüsant, auf dem Rundgang durch die Messe immer wieder auf turnende und sich auffällig gebärdende Individuen zu stossen.

Bunte Messe: Wiederaufgeführte Performance Franz Erhard Walthers «Sehkanal» von 1968, Carsten Höllers Würfel bei Gagosian, Büchels «Sleeping guard» bei Hauser & Wirth

Bunte Messe: Wiederaufgeführte Performance Franz Erhard Walthers, «Sehkanal» von 1968, Carsten Höllers Würfel bei Gagosian, Büchels «Sleeping Guard» bei Hauser & Wirth.

Frieze Masters übrigens, ebenfalls in einem Zelt im Regent’s Park lokalisiert, zeigt ausschliesslich Kunst, die vor dem Jahr 2000 produziert wurde. Dieser historische Aspekt gibt der Frieze Masters einen seriösen Anstrich, und schnell war klar: Die Frieze Masters ist die strenge ältere Schwester der ausgeflippten Frieze. Es ist kein Wunder, dass Victoria Siddall, Direktorin der Frieze Masters, neu auch für die Frieze verantwortlich zeichnet.

An der Frieze aufgefallen: Carsten Höllers farbenfrohe Präsentation für die Gagosian Gallery. Man weiss, dass der belgische Künstler Höller sich gerne über die urtümliche Menschenliebe für Kinder lustig macht. So war sein Stand einem fröhlichen Kinderpark nachempfunden – jedoch weiss der Kenner, dass es sich um ein Assortiment von Fallen handeln muss. Und dass der grosse Würfel, in welchen die lieben Kleinen durch die schwarzen Punkte hineinklettern können, mindestens einen Kinderschänder oder noch Wüsteres verbirgt.

Ebenfalls bunt und genauso beeindruckend: die Porträts von Nicolas Party bei Gregor Steiger, eine junge Galerie aus Zürich. Und nochmals Zürich: Bei Hauser & Wirth wähnte man sich in einem klassizistischen Salon, dank grün bespannten Wänden und kleinen runden Nummernplaketten, die jeweils ein Werk bezeichneten – das war so viel schicker als ein Namensschild aus Karton. Und da war der schlafende Wärter in der Ecke: einer der Live-Acts? Oder ganz einfach ein müder Wärter, übermannt vom Sandmännchen? (Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Werk des Schweizer Künstlers Christoph Büchel handelte.)

Der britische Künstler Mark Wallinger, neu im Hauser&Wirth-Stall, hat den Messestand der Galerie kuratiert im Stil von Sigmund Freuds Londoner Kabinett, Galerist Gregor Staiger im Gespräch mit dem Künstler Nicolas Party, Steigers booth mit Werken von Party

Der britische Künstler Mark Wallinger, neu im Hauser-&-Wirth-Stall, hat den Messestand der Galerie kuratiert im Stil von Sigmund Freuds Londoner Kabinett (links), Galerist Gregor Staiger im Gespräch mit dem Künstler Nicolas Party (Mitte), Staigers Stand.

Und dann die Auktionen. Auch sie ein gewichtiger Faktor im Kunstprogramm. Das Auktionshaus Phillips eröffnete einen neuen, imposanten Sitz direkt am Berkeley Square. Man sagt, er habe 100 Millionen Pfund gekostet. Zur Feier des Anlasses kuratierte Francesco Bonami eine Skulpturenausstellung im Erdgeschoss, es gab ein gewichtiges Dinner am Montag und je eine Auktion am Mittwoch und Donnerstag. Mein Lieblingswerk: zwei Zeichnungen auf Häuschenpapier von Sigmar Polke aus dem Jahr 1968. Schätzpreis: 25’000–35’000 Pfund. Verkauft für 30’000 Pfund.

Zwei wunderbare Zeichnungen Polkes bei Phillips, das neue Phillips-Headquarters am Berkeley Square

Zwei wunderbare Zeichnungen Polkes bei Phillips, das neue Phillips-Headquarter am Berkeley Square.

Besonders schön sind die charmanten Ereignisse am Rande der Messe. Zum Beispiel das traditionelle Dinner von Sammlerin Valeria Napoleone zugunsten des unabhängigen Kunstortes Studio Voltaire. Valeria empfängt jeweils bei sich zu Hause, und so kann man ihre Kunst – sie sammelt ausschliesslich von Frauen Produziertes – vor Ort bewundern. Als Italienerin ist sie selbst eine ausgezeichnete Köchin, und ihr Personal kocht ihre Rezepte in Perfektion. Nur das Dessert, das macht sie selber. Kim Gordon, Popstar, Penny Martin von «Gentlewoman» (aktuell das beste Magazin der Welt), Clare Waight Keller, Kreativdirektorin von Chloé: Sie alle kosteten davon.

Bei Valeria Napoleone: Turner-Preis-Gewinner Jeremy Deller im Gespräch mit Sarah Douglas, art editor von Wallpaper, die Gastgeberin begrüsst den Direktor des Studio Voltaire Joe Scotland, mit der Musikerin Kim Gordon (Gründerin von Sonic Youth)

Bei Valeria Napoleone: Turner-Preis-Gewinner Jeremy Deller im Gespräch mit «Wallpaper»-Redaktorin Sarah Douglas (links), die Gastgeberin begrüsst den Direktor des Studio Voltaire, Joe Scotland (Mitte), Valeria Napoleone mit der Musikerin Kim Gordon (Gründerin von Sonic Youth).  © Dafydd Jones

Michelle* Michelle Nicol ist Kunsthistorikerin und Gründungspartnerin der Kreativagentur Neutral Zürich AG. Kuratorin, Kritikerin und Werberin. Bringt Kunst, Architektur und Marken zusammen.