Unangebrachter Fatalismus

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Von Wetterkapriolen zur Existenzbedrohung: Landwirte leiden unter der anhaltenden Trockenheit. (Foto: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Es gibt sie seit je: Wetterkapriolen. Besonders hart können sie Menschen treffen, die von und in der Natur leben. Da kann bereits ein Hangrutsch oder eine Überschwemmung die Existenz eines Bauern bedrohen. Oft staunt man, mit welcher Fassung sie solche Schicksalsschläge hinnehmen. Sich aufrappeln, den angerichteten Schaden aufräumen und wieder aufbauen. Nur nicht zu viel nachdenken. Sonst kommt man noch ins Grübeln. Meist hilft auch eine Prise Fatalismus. Das mag einem geschundenen Landwirt dabei helfen, dass er nicht schwermütig wird oder den Bettel hinschmeisst. Wahre Lobeshymnen auf den Fatalismus stimmt der Theologe, Historiker und Germanist Matthias Drobinski an. Diese Geisteshaltung bedeute auch Gelassenheit. So viele Dinge könne man nicht ändern im Lauf der Welt – und man müsse dies auch nicht können: «Fatalismus macht cool.» Für die Bewältigung des eigenen Schicksals mag der Fatalismus ab und zu tatsächlich ein angenehmer Begleiter sein.

Mit einem Fatalismus übertreibt es in diesen heissen Tagen ein Schwyzer Bauer. SVP-Nationalrat Marcel Dettling kann dem derzeitigen Gejammer um Hitze und Klimawandel nicht viel abgewinnen. «Ich lebe lieber in wärmeren Zeiten. Es ist menschlich, dass immer Schuldige gesucht werden wollen. Früher waren die Götter verantwortlich oder der sündige Lebenswandel der Bewohner. Jetzt soll es einzig der Mensch sein.» Diese bemerkenswerten Sätze gab er im «Boten der Urschweiz» zum Besten. Der Mensch bestimme nicht alles, und es gebe halt Sachen, die man sich nicht erklären könne. Seine Weltsicht erinnert stark an das Stammtischgeschwätz des Wetterschmöckers Martin Horat, ebenfalls aus dem Kanton Schwyz: «Die globale Erwärmung hat ihren Höhepunkt erreicht. Glaubt mir, bald wird es kälter.» Die Umweltverschmutzung sei zwar ein Problem, aber sie sei nicht schuld am Klimawandel.

Es geht um den Schutz unserer Existenz

Dettling ist mit seinem Fatalismus, gepaart mit Zynismus, bei weitem nicht allein. Viele seiner bürgerlichen Kollegen in der Wandelhalle teilen seine Ansichten, auch wenn sie sich meist nicht getrauen, diese so klar zu formulieren. Was steckt dahinter? Es ist der Versuch, die eigene Ignoranz zu kaschieren. In diesem Fall ist es die Weigerung, den Tatsachen ins Auge zu schauen. Nämlich, dass sich die Erdoberfläche immer mehr erhitzt und dass der Mensch mit seinem Umweltverhalten diese Entwicklung forciert. Die Folge davon sind mehr als Wetterkapriolen. Diese Befunde schreien geradezu nach einem verstärkten Engagement. Das heisst ganz konkret: Wir müssen Umweltanliegen über rein wirtschaftliche Interessen stellen. «Das Ablenken von Herausforderungen ist schlicht verantwortungslos», mahnt Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich, völlig zu Recht.

Es muss sich die Einsicht durchsetzen, dass es nicht einfach um Umweltschutz geht. Die Umwelt liegt uns zwar allen am Herzen, hat aber auch ein bisschen einen grünen Anstrich. Und zu grün ist anstrengend und ideologisch schwere Kost. Es geht in Tat und Wahrheit nicht nur um die Welt um uns, sondern auch um uns selbst. Und insbesondere um diejenige unserer Nachfahren. Es sind Existenzanliegen und der Schutz unserer Existenz, die derzeit zur Disposition stehen – und nicht «nur» der Umweltschutz.

11 commentaires sur «Unangebrachter Fatalismus»

  • Werner Boss dit :

    Ein Satz stimmt nicht ganz. Wir müssen leider die Umweltanliegen über die Interessen der Menschen stellen, um als Menschen überleben zu können! Mit dem wirtschaftlichen Interessen, wollen sich bloss der grösste Teil der Weltbevölkerung wieder aus der Verantwortung stehlen!

  • Hans Hasler dit :

    Ich höre aber die Bauern laut jammern über die Ernteausfälle! Geht irgendwie nicht auf.
    Dettling liebt die warmen Temparaturen wohl, weil der Staat ihm die dadurch entstehenden Kosten übernimmt. Nicht alle haben diesen Luxus.

  • Grégoire Minder dit :

    Man könnte auch schreiben, wir müssen die Umweltanliegen zur Staatsreligion erklären. Früher ging man jeden Sonntag zur Kirche um Busse zu tun und um seine Sünden abzuladen. Heute nimmt man dafür das Vegi-Menü oder kompensiert den Flug in die Ferien mit dem Kauf von CO2-Zertifikaten. Die Klimawissenschaftler sind die neuen Prediger, welche ihre Schäfchen zum Guten bewegen wollen und gleichzeitig lieber Wein statt Wasser saufen. Was früher die Bibel bezweckte, übernehmen heute die Medien und verbreiten ziemlich undifferenziert, was nun gerade Stand des Wissens sei. Kritisches Hinterfragen von zur absoluten Wahrheit hochstilisieren wissenschaftlichen Modellen gilt bald schon als Blasphemie – das Plastikröhrli zur Todsünde. Schöne neue « aufgeklärte » Welt!

    • Martin Eigenmann dit :

      Gregoire Minder, noch viel schlimmer sind die selbsternannten Wissenschaftskritiker, welche aus lauter Bequemlichkeit die Tatsachen, welche die grosse Mehrheit der tatsächlichen Wissenschaftler proklamieren, in Frage stellen. Im Gegensatz zum Klerus im Mittelalter haben diese Wissenschaftler Beweise, welche ihr Anliegen untermauern. Was haben denn diese Wissenschaftler für Vorteile, wenn sie uns diese Tatsachen unterbreiten? Die Kirche konnte früher in Saus und Braus leben, indem sie Ablasshandel betrieb und die Menschen sich ihren Frieden mit Gott erkauft haben. Sehen sie nicht, wie erbärmlich ihr Vergleich ist? Was das Plastikrörchen betrifft, so ist das nämlich genau so ein Aushängeschild einer Gesellschaft, die nichts denkt und einfach konsumiert, ohne je etwas zu hinterfragen!

      • Gregoire Minder dit :

        Sie nennen es gebrainwashed « Beweise ». In meinen Augen sind es Hypothesen und Theorien. Natürlich ist die Erde dynamischen Prozessen ausgesetzt. Dies leider nicht nur zum Guten des Menschen. Ein Leben in Balance mit den Ressourcen können sich leider 95% der Menschen auf der Welt nicht leisten. Träumen Sie weiter, aber das Fressen kommt bekanntlich vor der Moral. Wollen Sie allen Chinesen, Indern und Afrikanern verbieten unseren Wohlstand anzustreben? Es wäre übrigens auch falsch alles Spirituelle des Glaubens als Humbuk abzutun – Theologen haben genauso ihre Berechtigung wie Klimawissenschaftler. Nur steht bei den gläubigen Followern der Grünern und Jusos die Aufklärung noch bevor und ich kann im Gegensatz zur CO2-Besteuerung frei wählen, ob ich Kirchensteuern zahlen will.

  • Robert F. Reichmuth dit :

    Der GR-Forstexperte Dimitrakopoulos sagt: «Wir müssen entscheiden,
    wo Menschen leben sollen und wo es Wald und Natur geben soll, sonst schaffen wir immer ein Desaster.»
    Der CH-Landwirtschaftsexperte Dettling erklärt in diesen Tagen:
    Um den Schuldigen zu finden, müsse man nach oben blicken (.!.)
    «Ich bin überzeugt, dass es eine höhere Macht gibt. Wir Menschen
    bestimmen nicht alles, es gibt Sachen, die man sich nicht erklären kann.»
    Der HELLENE Dimitrakopoulos wie der HELVETIER Dettling entstammen
    (meines Wissens – sic!) dem gleichen indogermanischen Volk!
    FRAGE: Welcher von diesen beiden Zeitgenossen ist zuerst im
    21. Jahrhundert angekommen? Eine Antwort wird erwartet in der
    Herbstsession von Monsieur BP ALAIN BERSET anlässlich seiner
    ausserordentlichen REDE zur CH von 1848

  • Ezechiel Rosenkrantz dit :

    Der Journalist betreibt übliche Angsbeweritschaftung und denunziert dabei alle Andersdenkenden. Er ist im Besitze der Wahrheit, un der ist auf Mission. Seine Weltsicht erinnert stark an das WG-Geschwätz von Jusos, ebenfalls aus dem Kanton Zürich: «Die globale Erwärmung hat ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Glaubt mir, bald wird es noch heisser! Die Pole schmelzen, die Schweiz verödet.» Die Umweltverschmutzung und der Mensch ist allein schuld am Klimawandel.
    Es ist der Versuch, Indoktrioation und eigene Ignoranz zu kaschieren. Dumm sind immer nur die andern! So lautet das linke Credo. In diesem Fall ist es Angstmacherei und der plumpe Versuch, Themensetzung und Deutungshoheit zu beanstpruchen und daraus politisches Kapital zu schlagen.
    Wer’s glaubt wird selig.

    • Martin Eigenmann dit :

      Interessant, dass die Leute, aus der SVP und der redhten Ecke mit dem Schlagwort „Angstbewirtschaftung“ auftrumpfen, wo doch das seit Jahrzehnten die erfolgreiche Disziplin eben dieser Populisten ist. Wie einfach es sich diese Menschen machen, indem sie alles, was der Gesellschaft als unbequeme Tatsachen unterbreitet wird, als Lüge umd Angstmacherei abtut. Linke Schauermärchen, welche den Untergang verkünden.

      Wenn dem so wäre, dann bitte erklären sie uns den Zweck dieser Übung! Auch wenn die globale Erwärmung nichts mit uns Menschen zu tun hätte, wider allen Wissenschaftlichen Erkenntnissen, müssten wir dringend etwas dagegen tun und nicht einfach die unbeuemen Tatsachen leugnen! Es ist immer einfach andere bzw. anderes für die Probleme verantwortlich zu machen!

  • sophie dit :

    Von Klimatologen geschriebene Bücher zeigen dass es nun kein zurück mehr gibt. Mehere Jahrzente lang hat die Welt nichts unternommen gegen die Erwärmund. Nun ist es zu spät. Nichts aber gar nichts wurde getan gegen C02 und auch nicht gegen Uebervölkerung.

  • Werner Boss dit :

    Ich finde es ziemlich unwissenschaftlich ein so komplexes und riesiges Problem der vergleichsweise mikroskopisch kleinen SVP anhängen zu wollen! Das sieht auch nicht gerade nach Wille zur Lösung eines echten Problems aus!!

  • Egli Gerhard dit :

    Ich stimme voll und ganz zu.Diejenigen die uns einfachen Bürgern ein Vorbild sein sollten,ziehen sich oft mit fadenscheinigen Argumenten aus der Affäre.An die Klimakonferenzen reisen mit dem Jet?!

Commentaire

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