Oje, das Pferd ist verschnupft 

Problem oder Überdosis Mitleid: Derzeit stossen wir auf seitenlange Berichte von verschnupften Pferden. (Foto: Getty Images)

Jetzt haben die Rösser also auch noch die Druse. Hat offenbar etwas mit Drüsen zu tun, verursacht grüngelben Schleim und ist – je nach Quelle – ganz schlimm, halb schlimm, gar nicht schlimm.

Die Druse ist schuld, dass wir auch heute, über einen Monat nach der zufälligen Entdeckung des Ortes namens Hefenhofen durch den «Blick», immer noch Schauergeschichten aus dem hinteren Thurgau hören. Beim «Blick» scheinen sie nun einen Pferderedaktor zu haben, der sich vollamtlich um das Schicksal der thurgauischen Rösser kümmert. Im Fernsehen ist der Kommandant des «Armee-Tier-Kompetenzzentrum» ein gern und oft gesehener Gast geworden.

Tierschutzorganisationen verschicken Medienmitteilungen mit schwer erklärbaren Anschuldigungen: Es geht um Zuchtreinheit und die Freiberger im Jura und natürlich auch um Hefenhofen. Wahrscheinlich gab es auch eine Extraausgabe von «Wendy», aber die haben wir verpasst.

Die grosse Druse-Aufklärung

Nach der schweizweit live übertragenen Verkaufsaktion der misshandelten Tiere dachte man: Okay, das sollte es jetzt wahrscheinlich gewesen sein mit den Nachrichten über Rösser.

Versteigerung der misshandelten Pferde aus Hefenhofen. (Foto: Keystone)

Doch dann kauften all die Tierschützer die Pferde, und das war auch nicht recht, und es gab wieder Analysen und Kommentare und Einschätzungen. Jeder, der schon einmal ein Pferd aus der Nähe oder aus der Ferne oder vielleicht auch nur auf einem Bild gesehen hatte, bildete sich eine Meinung und verbreitete diese.

Glückliche Lokalredaktoren spürten in ihrer Heimat jenen Hof auf, der tatsächlich zwei Pferde aus der Aktion ergattert hatte, und schrieben dann grosse Porträts über die «stattlichen Wallache», die nun «dankbar dem Stall entgegentrotten»: Du glückliches braunes Tier. In Leserbriefen wurde die Bibel bemüht: «Die Tiere sind den Menschen anvertraut. Wir sollen sie gut behandeln und für sie besorgt sein.» (Sprüche 12, 10) und jetzt, natürlich, die grosse Druse-Aufklärung. Was ist das? Was heisst das? Ist es heilbar?

Ganz ehrlich, liebe Öffentlichkeit: Es reicht mit diesen Pferden. Ja, es ging ihnen nicht gut, und die kantonalen Behörden haben nicht richtig gehandelt und ja, es war wahrscheinlich schon richtig, hat man all die «staatlichen Wallache» und die «schönen braunen Tiere» aus ihrer Not gerettet (für etwas ist die Armee ja schliesslich da). Doch nun ist es genug. Es sind Pferde. Es sind Nutztiere. Es sind Tiere. Es geht ihnen gut jetzt, die Druse wird sie nicht umbringen.

Fleischverzehr versus Mitleid

Lasst sie in Ruhe, die Pferde. Und uns genauso. Als die Krise noch eine Krise war, hat man das Dilemma zwischen unserem masslosen Fleischverzehr und dem Mitleid für die misshandelten Tiere noch glaubhaft ausblenden können. Jetzt ist es nur noch komisch, wenn uns seitenlange Berichte über Pferde serviert werden, die sich etwas verschnupft haben. «Wenn die Infektion nicht in Zusammenhang mit Hefenhofen stehen würde, würde das mediale Echo gegen null tendieren», sagte der St. Galler Kantonstierarzt Thomas Giger in einem Interview mit dem «St. Galler Tagblatt».

Was Giger auch sagte: Vielleicht wäre es schlauer gewesen, die Tiere nicht an die Meistbietenden zu verkaufen, sondern via private Grosshändler. Auf den Einwand, dass so nicht alle Tiere einen Abnehmer gefunden hätten, sagte er: «Dann hätte es aber immer noch den Schlachthof gegeben. Hätte es sich um Rinder gehandelt, wäre dies kein Problem gewesen.»

45 Kommentare zu «Oje, das Pferd ist verschnupft »

  • Martin Frey sagt:

    Haha, sehr schöner, absolut treffender Artikel, Herr Loser.
    Wissen Sie, das kommt mir ein bisschen vor wie im Zirkus Knie. Nach der x-ten Rösslinummer lehnen Sie sich irgendwann zurück, schnaufen durch und denken mit aufkeimender Hoffnung, dass muss es doch langsam gewesen sein. Jetzt kommt sicher mal was anderes, tolle Bodenakrobeten, Trapezkünstler oder so. Und dann, Vorhang auf… wieder eine Rösslinummer.

  • Georg sagt:

    Herr Loser hat, wenig erstaunlich, den Kern der Sache verpasst. Es geht in dieser Sache nicht um Rösser oder Schweine oder Kindergärtler oder Senioren. Es geht darum, dass eine Behörde nicht willens gewesen ist (ich sage nicht, sie sei nicht fähig gewesen), ihre Aufgabe wahrzunehmen: Irgend ein schreiender Bauer hat den Kantonstierarzt bedroht, der Regierungsrat zieht den Schwanz ein, statt durchzugreifen, die Kantonstierarztbesuche auf dem Hof des Brüllbauern werden an Externe vergeben, diese vereiteln die gesetzeskonformen Kontrollen durch Ankündigungen ihrer Besuche. Das ist das grundlegend Üble an der Sache, und das soll nur noch weiter stören.

    PS. Recht hat Herr Loser mit dem Begriff „massloser Fleischkonsum“.

    • Karl sagt:

      Sie haben einen sehr wichtigen Teil vergessen, den bis anhin noch KEIN EINZIGER Journalist aufgegriffen hat: Die Behörde hat den Pferdebauern in die Psychiatrie gesteckt (das mag gerechtfertigt sein). Dann hat sie seine Pferde verkauft. Das ist wohl auch in Ordnung, denn der Pferdebauer kann nicht mehr für seine Pferde sorgen. Das Geld aus dem Verkauf steht dem Pferdebauern zu – natürlich abzüglich der Kosten, die die Behörde mit der ganzen Sache hat. Nun hat sie aber Maximalpreise gesetzt, das heisst, wenn Sie und ich ein Pferd haben kaufen wollen, haben wir einander nicht überbieten können. Es ist ausgelost worden, ob Sie oder ich das Ross bekommen. Damit hat man die Preise gegen die Nachfrage tief gehalten, denn für die meisten Pferde …

      • Karl sagt:

        … hat es jeweils eine ganze Reihe von Anwärtern gehabt. Somit ist dem Pferdebauern ein wohl sehr beträchtlichter Schaden entstanden: Hätte man die Pferde versteigert, wäre der Erlös viel höher gewesen – und auch die gefürchteten Pferdemetzger hätten dann nicht mitgeboten, denn bieten keine Höchstpreise. Es ist sehr zu hoffen, dass erstens ein Journalist dieses Thema aufgreift und zweitens der Anwalt des Pferdebauern den Kanton Thurgau beziehungsweise seine Amtsträger vor Gericht zerrt. Auch wenn ich den Pferdebauern nicht mag: So was darf es in unserem Land nicht geben – denn so etwas schürt u.a. den Hass auf die Institutionen des Staates! Also, Herr Loser, machen Sie sich an die Sache!

        • Martin Mayer sagt:

          Ja das Vorgehen hat mich auch erstaunt. Im Vorteil waren Organisationen, die gleich mit mehrere Personen geboten haben. Dies war nur durch die hohe Obergrenze möglich und erklärt die hohe Zahl an Mitbietern.
          Um die Pferdemetzger fern zuhalten hat man alle Pferde mit Entwurmumgsmittel behandelt.

        • Hanspeter Niederer sagt:

          Bravo, ganz meine Meinung. Es geht hier um das totale Versagen von Behörden auf allen Ebenen, Zustände wie in einer Bananenrepublik wurden zutage gefördert und es kommt eben immer noch neues Versagen zum Vorschein. Der BLICK macht hier wertvollen Investigations-Journalsmus. Ist Herr Loser vielleicht eifersüchtig?

        • Brigitte Miller sagt:

          Karl
          Sie haben Recht. Die Leute, die sich mit Pferden auskennen und nicht nur ein Pferd von „weitem gesehen“ haben, monieren das ebenfalls. diese Art der „Auktion“ hat Schnäppchenjäger angezogen die Tierschützer haben dabei keine gute Rolle gespielt. Den ehemaligen Besitzer, bei dem man, wie oben von Georg erwähnt, längst hätte eingreifen müssen, hat man in meinen Augen bestohlen.

          • Hanspeter Niederer sagt:

            „Diese Art der „Auktion“ hat Schnäppchenjäger angezogen die Tierschützer haben dabei keine gute Rolle gespielt.“ Inwiefern haben die Tierschützer keine gute Rolle gespielt? Machen Sie Witze? Die Einzigen, die hier eine miserable Rolle gespielt haben, sind diese Totalversager-Behörden im Kanton Thurgau. Dass sich die Armee für diese Pferde-Verschacherung zur Verfügung stellte, setzt dem ganzen Desaster noch die Krone auf.

    • thomas sagt:

      Da hat sich der Staat aber sehr weit aus dem Fenster gelehnt.
      a) Enteignung
      b) Verkauf eindeutig unter dem Marktpreis
      c) Einweisung in die Psychiatrie
      Gerade bei einem der 2/3 aller Bundesgerichtsfälle zu seinen Gunsten wenden konnte, wird das gefährlich und angreibar für den Staat.

    • Cornelia sagt:

      Danke Karl!
      Du hast es auf den Punkt gebracht.
      Herr Loser hat wirklich das Thema verpasst.
      Es kommt dazu, dass ich mit meinem Steuergeld, auch in Zukunft, nicht freiwillig, verurteilte Tierquäler
      mitfinanzieren will. Sei es an Subventionen, Direktzahlungen usw.
      Ich erwarte, dass die dafür angestellten Behörden, ihren gut bezahlen Job auch wahrnehmen!
      Gesetze umsetzen und unser Steuergeld nicht aus dem Fenster werfen!
      Ansonsten ist es Diebstahl am Bürger!

  • G. Willi sagt:

    Gut geschriebener Artikel, nur zu schade der Fehler ganz zum Schluss – die Tiere wurden NICHT dem meistbietenden verkauft. Es gab einen Schätzpreis, und der konnte bis max 500.- erhöht werden. Da viele Leute ein Pferd wollten (tw über 70) entschied dann das Los über den Zuschlag.

    MfG
    G. Willi

  • Florian Keller sagt:

    „Es sind Nutztiere.“
    Sogenannte „Nutztiere“ unterscheiden sich in ethisch relevanter Hinsicht nicht von allen anderen empfindsamen und selbsthaften Tieren, inklusive der sogenannten „Haustiere“ und ebenfalls uns Menschen, die wir Tiere sind – genauer: Altweltaffen und Trockennasenaffen.
    Vor, während und nach der Aufklärung der „Missstände“ (als ob es eine vertretbare Art der Tierausbeutung gäbe) galt und gilt jedenfalls: Wer gegenüber nichtmenschlichen Tieren ein Mindestmass an Respekt aufbringen kann, lebt vegan, alles andere ist Heuchelei.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      „Wer gegenüber nichtmenschlichen Tieren ein Mindestmass an Respekt aufbringen kann, lebt vegan, alles andere ist Heuchelei“. Dazu passt mein Spruch aus Eigenproduktion : „Tierfreunde essen keine Tiere. Oder essen Menschenfreunde Menschen?“ Man stelle sich vor, wie gewaltig das schreckliche Leiden der „Nutztiere“ vermindert würde, wenn alle selbsternannten Tierfreunde konsequent wären und die Stimme ihres Herzens über die Gier des Magens die Oberhand hätte.

    • Brigitte Miller sagt:

      Empfehlenswert in diesem Zusammenhang:
      „Ethisch essen mit Fleisch“ von Lierre Keith. Gibt evt. einen etwas weiteren Blickwinkel auf den Gegenstand.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Ja sicher doch, den Blickwikel so weit öffnen, bis man seinen Fleisches-Gelüsten wieder ohne Schuldgefühle nachgeben kann. Ethik und Fleischkonsum schliessen sich in einer Überfluss-Gesellschaft gegenseitig aus. „Ihr“ Fleisch frisst zudem in 90% der Fälle den hungernden Menschen das Essen vor der Nase weg und ruiniert den Planeten mit höchster Effizienz.

  • Peter Hinderling sagt:

    Guter Kommentar.

  • Martin Pauli sagt:

    Die Verlogenheit dieser Situation zeigt sich auch darin, dass diese Geschichte wieder und wieder aufgewärmt wird (ja, sie war schlimm, sie war nicht akzeptabel, aber sie ist jetzt auch gelöst!), während gleichzeitig Menschen in grauenhaften Flüchtlingcamps interniert werden, Menschen als Sklaven gehalten werden, Menschen an der Rand der Gesellschaft gedrückt werden, weil sie nicht ganz der Norm entsprechen, Menschen auf irgend eine gemeine Art ausgenützt werden. Auch bei uns, mitten in der Schweiz. Aber das ist nach einer kurzen Pressemeldung schon wieder vergessen. Tierliebe in Ehren, Menschen sind mir dennoch näher!

    • Cordelia Lichtensteiger sagt:

      Herr Pauli,
      Ihrer Logik gemäss sollte sich niemand mehr um unsere „nichtmenschlichen“ Mitgeschöpfe kümmern, sie also leiden lassen, bis Menschen von ihren eigenen Artgenossen nicht mehr gequält, bekriegt oder ausgenutzt werden.
      Doch darin sind wir uns vielleicht einig: Tiere haben unsere Welt nicht in dieses Elend gestürzt, in der sie sich seit Jahrhunderten befindet.
      Etwas mehr Empathie für ALLE Lebewesen würde ALLEN sehr gut tun.

    • Brigitte Miller sagt:

      Das mag ja sein, dass Ihnen Menschen näher sind als Tiere , trotzdem bringt es nichts, die eine missliche Situation mit der anderen aufzurechnen. Ist Menschen in Flüchtlingscamps etwa geholfen, wenn wir miese Tierhaltung akzeptieren?
      Verhungert ein Kind weniger, wenn wir gefühllos sind gegenüber Missbrauch von Tieren in der Massentierhaltung?

    • Katrin Steinbeck sagt:

      Nein, da haben Sie etwas nicht ganz verstanden. Die Geschichte Kesselring ist leider nicht beendet! Zudem befinden sich noch weitere Pferde in Ställen und auf Alpen. Was wird mit diesen Tieren passieren? Werden diese Tiere medizinisch versorgt? Wer wird neben U. Kesselring die Verantwortung tragen? Mit den Flüchtlingen gebe ich Ihnen recht. Gehen Sie auf die Strasse? Zeigen Sie, dass Sie mit dieser scheinheiligen Flüchtlingspolitik nicht einverstanden sind? Mir sind neben den Menschen halt auch die Tiere wichtig.

  • Waeber Fungs sagt:

    Voilà, endlich!
    Vielen Dank Herr Looser

  • S.A. Artho sagt:

    🙂
    … und die Bewirtschaftung der Empörung führt letztlich zu einem Kommentar, noch einem Kommentar.

    Lieber Herr Loser … ich stimme Ihnen grundsätzlich zu, bin auch nicht so ganz unglücklich, wenn noch andere Probleme der Menschheit thematisiert wurden.
    Allerdings bin ich etwas verwirrt: sind es nicht die Medien, welche die Themen bewirtschaften – auch im Sommerloch? Das dieses Thema von der Leserschaft aber auch gerne aufgenommen wird, trägt ein übriges zur Auswahl bei: Weltverbesserung pur, da können wir die Guten sein, können uns Folgen-los aufregen
    Gerne freue ich mich auf noch spannendere Themen: beispielsweise ein kontroverser Bericht über die Enteignung (Verkauf fremder Pferde zu reduziertem Preis) und/oder Abgeltung hoheitlicher Leistungen durch Dritte.
    🙂

  • marie sagt:

    „Es sind Pferde. Es sind Nutztiere.“
    …der nutzen dieser tiere besteht praktisch „nur“ im reiten – die allermeisten wären nicht zum fleischverzehr verwertet worden aufgrund der medikamentösen behandlungen.
    .
    und ich bin vollkommen mit herrn loser einig! …apropos die schweine aus hefenhofen: was ist mit denen?

    • Robert Karlen sagt:

      „Es sind Pferde. Es sind Nutztiere.“ Diese Aussage ist schlichtweg falsch und belegt das Unvermögen jener, die solche Texte schreiben, nachvollziehen zu können, dass zwischen Pferd und Mensch eine tiefe emotionale Beziehung besteht, „es ist eben nicht nur reiten“.

  • Robert Karlen sagt:

    Ein Versuch „Rösseler“ lächerlich zu machen, eigentlich an Peinlichkeit nicht zu überbieten. denn das Thema ist mit ein ganz anderes, die Tierschutzgesetze werden nicht vollzogen, es wird geschlappt, vertuscht, unwahre Auskünfte gemacht. Die mangelnde Durchsetzung wird von den Ämtern bestätigt. Das heisst, dass die Tierhaltung nicht ordnungsgemäss kontrolliert wird
    Wieviele Seiten füllte der Tagesanzeiger über „Banker“ die Gesetze verletzten, schlechte Produkte an Anleger empfahlen? Gab es da einen Blog, „lasst die Banker doch in Ruhe“. In beiden Fällen, gilt es korrektes Verhalten durchsetzen.

  • Helena sagt:

    Es gibt viele Menschen, die haben an der Stelle, an der Sie einen Stein haben oder allenfalls eine Rechenmaschine, ein Herz. Und damit meine ich nicht das Organ, das ich Ihnen selbstverständlich nicht abspreche. Wenn Tiere über längere Zeit hinweg geschunden und gequält werden, haben sie ein moralisches Recht auf ein besseres Leben. Ich war entsetzt, dass die Pferde so schnell wieder verkauft wurden und danach auf dem Parkplatz gleich nochmals an Metzger. Einige jedoch haben jetzt einen guten Platz gefunden und können die vergangenen Qualen vergessen. Das freut mich und davon lese ich gerne. Sie können sich ja den Auslandteil der Zeitung vornehmen mit den Kriegsgräueltaten und der aus dem Ruder laufenden Wirtschaft, wenn ihnen das mehr zusagt.

  • Peter Glarner sagt:

    Es geht nicht um eine unendliche Geschichte über Rösser. Es geht um die Handlungen einer Behörde, die im Auftrag der Bürger und unter dem Rahmen eines Gesetztes zuerst nicht gehandelt hat, weil sie „Angst hatte“. Als sie dann handelte, versuchte sie die ersten Verfehlungen mit weiteren fehlerhaften Handlungen zu überdecken. Als es nicht mehr anders ging, verkaufte man die Tiere, die wissentlich mit einem hochansteckenden Virus infiziert waren. Es geht schliesslich um die unabdingbare Transparenz bei Verfehlungen von Behörden, ohne die eine effiziente Kontrolle durch den Souverän nicht möglich ist.

  • werner boss sagt:

    Ja, wenn es um geliebte Tiere geht, dann kann es ganz gehörig“ menschelen“,wenn es aber um eher“alltägliches “ Gefiche wie Schafe , Kühe, Rehe oder Gamsen geht,dann ist dies einfach Futter für mehr oder weniger anständig essende Zeitgenossen! Der Mensch ist eben unfähig zu differenzieren und ein Polderi wäre vielleicht letzten Endes auch nur ein überlasteter Mensch Mensch, dem aus blossen Äusserlichkeiten oder aus Faulheit niemand helfen wollte.

  • Thomas Hartl sagt:

    Ich kann Herrn Loser nur recht geben. Das Problem liegt darin, dass sich unsere Empathie zu einer Zeit entwickelt hat, als wir in kleinen Stämmen gelebt haben, und leider absolut nicht mehr in eine globalisierte, vernetzte Gesellschaft passt. Das führt zu so absurdem Verhalten, seinem alten Hund Spitzenmedizin zukommen zu lassen, und gleichzeitig ohne Gewissensbisse ähnlich intelligente Säugetiere nach einem gequälten Leben in engen Boxen zu verspeisen. Oder sich dafür einzusetzen, dass ein paar Pferde aus dem Thurgau ein Asyl erhalten, gleichzeitig aber dafür zu kämpfen, dass gequälte Menschen aus Afrika dort bleiben wo sie sind.

  • Jörg Wirz sagt:

    Eigentlich wollte der Autor formulieren: Es sind einfach „nur“ Nutztiere. Deshalb hat er auch genug vom grossen Interesse, der dieser Fall ausgelöst hat.

    Immer mehr Menschen erkennen aber zum Glück, dass Tiere Wesen mit Gefühl und einem Bewusstsein sind und unter solch misslichen Verhältnssen leiden und Schaden nehmen. Wer Erfahrung mit Haustieren hat, der kann dies einfach nachvollziehen, sofern sich die Person wirklich auf seinen Hund oder Katze etc. einlässt.

    Tiere sollten respetvoll als lebendige Wesen gesehen werden. Die Wissenschaft hat längst bewiesen, wie intelligent, fühlend, sozial, vorausschauend etc. Tiere sind.

    Deshalb ist es in Ordnung, wenn Tierquälerei ein grosses Echo auslöst.

  • End lich sagt:

    Danke Herr Looser Sie sprechen mir aus dem Herzen:-)

  • Peter sagt:

    Es reicht nicht ganz. Jetzt sind kranke Tiere in der ganzen Schweiz verstreut worden, einerseits unter dem Druck des ‚Blick‘, anderseits durch die Tätigkeit der VgT-Tierschützer. Formal gesehen ist der TG-Kantonstierarzt an beidem schuld (weil dieser alles angeordnet hat) und etwas weniger Eile, und weniger Druck der Oeffentlichkeit, wäre gescheiter gewesen.
    Das Armeekompetenzzentrum ist für seine Gefälligkeit auch bestraft, wie die Tierschützer-Bieter ebenfalls, und zu recht. Armee, Medien und Tierschützer waren Verstärker des Problems, anstatt Milderer. Der Tenor der Schweiz ist Härte, und soll es auch für entgegengesetzte Angelegenheiten sein.
    Zu bedauern ist nur noch, dass die Blick-Redaktion nicht selber das eine oder andere dieser Tiere erworben hat.

    • werner boss sagt:

      Das finde ich mit Abstand den besten Kommentar und zeigt zugleich auf, wie in der Schweiz regelmässig immer ein wenig am Ziel vorbei geschossen wird. Danke Peter!

    • Katrin Steinbeck sagt:

      Sind die Tierschützer jetzt dafür verantwortlich? Jedes Tier hätte einen guten Platz gefunden, gute Angebote waren vorhanden. Die Verantwortlichen des Kantons Thurgau haben die Verschleppung der Krankheit in Kauf genommen. Für die Armee war es eine sehr gute Werbekampagne….wobei sie sich ja auch gut um die Tiere gekümmert haben. Und hören Sie auf mit den Tierschützern, die alle Pferde aufgekauft haben. Das stimmt doch einfach nicht! Viele Tiere gingen an Händler, Züchter und Käufer, die einfach vom günstigen Angebot profitieren wollten. Solche Tiere gehören aber an sorgfältig ausgesuchte Plätze, zu Menschen mit Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Tieren. Zudem war es eine Lotterie, wer den Zuschlag bekam…und das wieder auf Kosten der Tiere! Eine traurigen Geschichte.

  • Cornelia sagt:

    Herr Loser
    Sie müssen die Tierartikel ja nicht lesen!
    Ich bin kein „Rösseler“, mich interessiert es aber auch was mit den anderen Tieren passier ist. Keine Sorge, ich weiss was mit den Schweinen, Rindern, Schafen, Lamas, Hühner, Hund und Katze passiert ist…
    Ich habe mich bei zuverlässiger Quelle informiert und nu so nebenbei, „Blick“ hat es auch noch veröffentlicht!
    Ich frage mich gerade, ob ich eine Zeitung weiterhin abonieren will, die am Thema vorbei recherchiert und informationsfehler enthält!
    Das Thema war und ist: Versagen der Behörden im Kanton Thurgau, das immer ein grösseres Ausmas annimmt!
    Also wenn das keinen interessiert….

  • Brigitte Miller sagt:

    @Hanspeter Niederer

    sollten Sie hier noch lesen: Die Tierschützer haben vor dem Eingang Leute angesprochen, sie sollten doch bitte helfen, mitzubieten. ( Aussage Schweiz aktuell Katharina Steinbeck , das sei richtig so, „denn was den Pferden blüht, wenn sie an einen Händler, Züchter oder den tollen Freibergerverband gehen, “ zeugt ausser beim Händler von Unkenntnis ) Da wurden dann Pferde gekauft von Leuten, die kein Ahnung haben und vor dem Eingang weiter verhökert, womit die Chance auf einen guten Platz für das Pferd nicht gestiegen ist. Was nichts kostet ist nichts wert, leider. Dass der Zuchthengst jetzt bei einem Züchter gelandet ist und einen guten Platz hat ist reiner Zufall und Glück für beide. Soviel dazu.

    • Katrin Steinbeck sagt:

      Eben auch falsch, aufpassen! Das Pferd wurde für Tierschutzorganisation erworben. Das Fersehen lässt dann den halben Kommentar weg…und schon tönt alles ganze anders. Dachten Sie ich packe das Pferd ins Auto und stelle es auf meinen Balkon? Weit gefehlt, das Tier hat Glück gehabt und lebt heute an einem guten Platz zusammen mit Artgenossen. Es war übrigens die selbe Sendung, die bei Bekanntwerden des Falles den Hof besucht hat und auch d, alles war ok. Der Gemeindeammann kam ja per Zufall auch noch grad vorbei…und auch ihm waren diese Zustände nicht bekannt. Also Reportagen im TV bitte nicht blindlings glauben!

    • Katrin Steinbeck sagt:

      Und betreffend Züchtern, daran möchte ich gerne festhalten Es waren ja Züchter dieses Verbandes, die mit Kesselring zusammen gearbeitet haben. Auch diesen Züchtern waren die schlimmen Zustände auf dem Hof bekannt und auch sie haben geschwiegen. Diesen Züchtern geht es nicht um das Tierwohl, es geht Ihnen um die rare Genetik….und schlussendlich nur um das Geld. Genau diese Züchter habe ich damit gemeint. Charly wäre bestimmt lieber zu wahren Tierschützern gezogenda bin ich mir ganz sicher.

  • Hansjürg sagt:

    „Neben einem Katarrh der Nase mit schleimig-eitrigem Nasenausfluss, Husten und hohem Fieber kommt es häufig zu einer Vereiterung der zugehörigen Kopflymphknoten. Bei Befall der Kehlgangslymphknoten kann die Erkrankung auf den Luftsack übergreifen und zu einer Vereiterung des Luftsacks führen. Durch Übergreifen auf die Lunge kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Streuung der Abszesse in andere Organe wie Leber, Milz, Nieren, Gehirn und Darmlymphknoten kommen. Die Erkrankung ist ohne Behandlung nicht selten tödlich.“
    So viel zur Druse in Wikipedia.
    Ich habe schon ein Pferd durch die Druse verloren und erwarte von den Behörden und Medien, dass sie ihre Pflicht tun, die Ausbreitung der Krankheit verhindern und die Pferdebesitzern informieren!

    • Sybille sagt:

      Genau. Ein Freund, der sich wirklich gut auskennt mit Pferden (hält selbst 30 dieser schönen Tiere) sagte mir, dass diese Krankheit oft ausbricht, wenn das Tier in andere Hände bzw. in eine andere Umgebung kommt, wobei oft der ganze Bestand erkranken kann. Keine harmlose Sache.

      Im Übrigen bin ich erstaunt über die Aussage „dann hätte es immer noch den Schlachthof gegeben“…Was sollen wir denn jetzt glauben? Dass die Tiere doch so gut genährt waren, dass man sie gleich hätte schlachten können? Um ein mageres Pferd aufzufüttern, braucht es nämlich mehr als ein paar Tage!

  • Laura Lila sagt:

    Vielen Dank Herr Loser

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