Fetisch Effizienz

Keine Warnung vor B-Movies: Kennzeichnung des Energieverbrauchs auf einem Fernsehgerät. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Vor zehn Jahren begegnete mir im «Tages-Anzeiger» in einem Gastbeitrag zweier Energieökonomen erstmals ein Begriff, der seither eine bemerkenswerte Karriere erlebt hat: «Rebound». Damit bezeichnet die Energieökonomie Phänomene, die dazu führen, dass nicht automatisch Energie spart, wer die Energie effizienter nutzt. Werden Lampen doppelt so effizient, spart man deswegen nicht die Hälfte der Beleuchtungsenergie, sondern man lässt die Lampen länger brennen, da das Licht ja nun weniger kostet («direkter Rebound»). Oder man spart tatsächlich Energie und damit auch Geld, gibt das gesparte Geld aber für etwas anderes aus – was wiederum Energie verbraucht («indirekter Rebound»).

Umweltschutz trifft Kapitalismus

Dass es so etwas wie Rebound gibt, leuchtet sofort ein und ist keine neue Erkenntnis. Doch vor zehn Jahren war das Konzept selbst in Fachkreisen erstaunlich unbekannt. Die meisten Energieprognosen taten so, als liessen sich Effizienzsteigerungen eins zu eins in Ersparnisse umsetzen. Der Bericht des UNO-Gremiums für den Klimawandel (IPCC) von 2007 erwähnt Rebound zwar in Fussnoten, berücksichtigt ihn aber nicht in seinen Szenarien. Zu sehr kratzte das Konzept an einem Fetisch der Energiepolitik. «Energieeffizienz»: So hiess und heisst immer noch die grosse Verheissung, sparen zu können, ohne sich materiell einschränken zu müssen. «Faktor vier: Doppelter Wohlstand – halbierter Naturverbrauch» hiess ein Bestseller unter den Umweltbüchern der 1990er-Jahre. Beim Thema Effizienz trifft der Umweltschutzgedanke auf die kapitalistische Steigerungslogik. Heute wird Rebound zwar immer noch häufig ignoriert – allzu attraktiv ist die grosse Verheissung, um sie einfach aufzugeben –, aber unter Fachleuten ist das Konzept doch gut eingeführt.

Ich muss sagen, dass mich das Thema mittlerweile ein bisschen langweilt. Niemand bestreitet mehr ernsthaft, dass es Rebound gibt. Es gibt zahlreiche empirische Studien zum Thema, aber exakt wird man den Effekt nie messen können. Wie er sich verhindern liesse, ist simpel deshalb und etwas langweilig: Der Versuch, die Nachfrage zu senken, unterliegt dem Rebound; gelangt aber Energie, die nicht verbraucht werden soll, gar nicht als Angebot auf den Markt, kann es auch keinen Rebound geben. Man kennt das Kinderspiel mit den Brunnen, die aus mehreren Rohren Wasser speien: Hält man ein Rohr zu, speien die anderen Rohre umso mehr. Will man den Durchfluss drosseln, muss man am Hahn der Zuleitung drehen.

Was gegen Effizienz spricht

Es gibt andere – und wichtigere – Gründe als Rebound, den Fokus der Umweltpolitik auf Effizienzsteigerungen zu kritisieren:

  • Effizienz ist ein lebensfeindliches Prinzip. Gewiss soll man effizient erledigen, was man nicht gern tut. Aber das Leben selbst «effizient» zu leben: welch schrecklicher Gedanke! Jede Kultur kennt Rituale der Verschwendung – also der ineffizienten Ressourcennutzung –, und selbst Leute, die in Armut leben, schnallen lieber ihren engen Gürtel noch ein wenig enger, um dann dafür mal über die Stränge schlagen zu können. Eine Welt, in der man materiell auf nichts verzichten müsste, in der aber alles und jedes dem Effizienzdiktat unterläge, ist eine Schreckensvision.
  • Effizient ist es, genau das zu tun, was den höchsten Ertrag abwirft. Deshalb führt eine Effizienzmaximierung zu Monokulturen. Aber monokulturelle Systeme kollabieren bei äusseren Störungen leicht: Sie sind nicht resilient. «Resilienz» heisst die Fähigkeit von Systemen, auf Krisen zu reagieren. Angesichts ökologischer Krisen muss die Gesellschaft resilienter werden. Resilienz braucht Vielfalt und Redundanz. Vielfalt und Redundanz sind nicht effizient.
  • Sieht man die gegenwärtigen Umweltprobleme, so bewegt sich die Menschheit in vielem in die falsche Richtung. Steigert man nun die Effizienz, kann man etwas länger in diese Richtung gehen, bevor es knallt. Not tut aber eine gesellschaftliche Transformation. Dabei ginge es nicht zuletzt darum, zu einer Lebenshaltung zu finden, die es nicht als ein Ziel betrachtet, stets das Maximum aus allen Dingen herauszuholen.

49 Kommentare zu «Fetisch Effizienz»

  • Thomas Jobs sagt:

    Seit wann ist das Sorgetragen um unsere Erde ein Fetisch?
    Nur weil ich seit Jahrzehnten ESL und seit Jahren LED einsetze heisst das doch nicht, dass ich das Licht deswegen länger brennen lasse, denn in meinem Kopf spielt es auch eine Rolle, dass das Licht nur so lange an ist, wie man es braucht! Wenn dies beim Autor und anderen nicht der Fall sein sollte gilt es, dies selbstständig zu eliminieren; sprich den eigenen Kopf zu überprüfen und nicht alle in einen Topf zu schmeissen!
    Die Energiewende findet zuerst im Kopf statt – Borniertheit hindert daran, es zu tun!

    • Leo Schmidli sagt:

      Wenn Sie aber über beispielsweise einen Wärmepumpentrockner verfügen, der deutlich effizienter ist als herkömmliche Tumbler, lassen Sie ihn vielleicht auch einmal bei Sonnenschein laufen, statt die Wäsche draussen aufzuhängen. Er ist ja viel effizienter.

    • Jens Otterbach sagt:

      Der Gebrauch von Energiesparlampen war noch nie energieeffizient, im Gegenteil. Und LED-Licht ist ätzend und bis dato erwiesenermaßen gesundheitsschädlich. Sie bestätigen mit Ihrem Post also genau den Autor des Artikels.

      • Matthias sagt:

        @Otterbach: Sie verwechseln die alten Leuchtstoff-Energiesparlampen mit modernen LED-Lampen, sowohl was das „ätzende Licht“ (bei Leuchtstofflampen eher kalt wie Neonlicht, bei LED in beliebigen Farben und Farbtemperaturen) wie auch die – angebliche – Gesundheitsschädigung durch elektromagnetische Strahlung betrifft. (Solche Strahlung geben nur Leuchtstofflampen ab, keine LEDs. Und ob die Strahlung tatsächlich gesundheitsschädlich ist, ist immer noch umstritten.)

      • Martin Cesna sagt:

        Eine Idee wäre, noch einen Bewegungsmelder dazu zu installieren, besonders im Flur und Treppenhaus.
        Dann geht das Licht nach Benutzung von alleine wieder aus.
        Auch auf dem WC ist das ganz praktisch.
        Ein kurzer Wink mit der Hand macht es wieder an, wenn man die Zeitung noch nicht fertig gelesen hat.
        Bei LED sollte man auf „warmweiss“ achten, dann fühlt man sich weniger wie auf dem OP-Tisch.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Jens Otterbach:
        natürlich sind ESL energieeffizient, was soll der Humbug! LED-Licht ist ätzend und gesundheitsschädlich? Da müsste ich schon lange tot sein…!

    • Stefan W. sagt:

      Ich bin gar nicht mal so sicher, dass der Krieg gegen die Glühbirnen ein sinnvoller Krieg war. Glühbirnen sind nämlich einen grossen Teil des Jahres gar nicht so ineffizient: Einen kleinen Teil der Energie setzen sie in warmes, strahlendes Licht um, den Rest in Wärme und tragen so zur Raumheizung bei. Die Umstellung auf Sparlampen führt zu sehr viel mehr Aufwand bei Herstellung und Entsorgung, und die nicht mehr von Glühbirnen abgegebene Wärme muss dann eben die Zentralheizung aufbringen.
      Natürlich sieht das im Sommer anders aus, aber die Heizperiode ist hierzulande ja nicht so kurz.

      • Reto Stadelman sagt:

        Das Argument der Heizung lässt mir jedes Mal die Haare zu Berge stehen. Wie kommt man darauf, es als einen positiven Nebeneffekt darzustellen, wenn ein Leuchtmittel 90% der verbrauchten Energie als Wärme abgibt? Zudem nutzen wir immer häufiger Klimaanlagen und leben in gedämmten Gebäuden in denen wir definitiv nicht auf diese „Zusatzwärme“ angewiesen sind, im Gegenteil benötigen wir Kühlung bzw. bessere Lüftung. Das Argument ist dermassen unlogisch und so leicht zu durchschauendes… Eben, es lässt mir die Haare zu Berge stehen.

        • Stefan W. sagt:

          Lieber Herr Stadelmann, ich weiss ja nicht, wo Sie leben. Da wo ich lebe, muss man etwa 7-8 Monate pro Jahr heizen, und die Raumheizung hat eine Steuerung, die bewirkt, dass sie soviel heizt, um die Temperatur auf einem voreingestellten Wert zu halten. Wenn man zusätzlich Wärme zuführt, egal ob das nun ein Cheminee, ein Ofen, Menschen oder ein paar Glühbirnen sind, dann läuft die Raumheizung entsprechend weniger. Wärme ist Wärme, egal woher sie kommt. Das ist nunmal Physik.

          Eine Glühbirne als Heizung hat einen sehr viel höheren Wirkungsgrad (nämlich gegen 90%), als eine Oel oder Gasheizung, die einen grossem Teil der Energie durch den Kamin bläst und die Umwelt wärmt.
          Es kommt natürlich darauf an, woher der Strom kommt. Bei uns aus erneuerbaren Quellen.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Stefan W.:
        über alles gerechnet sind ESL den Glühbirnen überlegen, v.a. wenn man noch die Stromproduktion in Europa betrachtet! Und eine Glühlampe als Heizung zu verwenden… nein ich sag jetzt nicht was ich denke…!

        • Stefan W. sagt:

          Lieber Herr Jobs, es geht natürlich nicht darum, Glühlampen als Heizung zu verwenden, sondern den Nebeneffekt einer ohnehin stattfindenden Verwendung korrekt zu interpretieren. Der Nebeneffekt der Wärmeabgabe ist eben zumindest in der Heizperiode kein Schaden, sondern ein Nutzen.

          Bei einem Blockheizkraftwerk verwendet man die Abwärme eines Generators, um das Haus zu heizen. Ist das genau so dumm, wie die Abwärme einer Glühbirne als Beitrag zur Heizung zu verstehen?

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Stefan W.:
            jaja, wir schaffen uns Energiefresser an, damit wir bei der Heizung sparen können… fürwahr ein Husarenstreich!!!

    • Rudolf Wildberger sagt:

      Herr Jobs, was machen sie mit Geld, das sie dank ihrem effizientem Energiemanagement eingespart haben? Wenn sie das Geld in den Mülleimer werfen und auf dem Sofa ausruhen, haben sie Hänggi mit seiner Reboudthese widerlegt. Wenn sie sich aber an den Computer setzten und Kommentare schreiben verbrauche sie Energie und Geld eben anderswo (Rebound)

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Rudolf Wildberger:
        im Vergleich zu ihnen bin ich sicher kein Stubenhocker und ein Rebound mache ich draussen mit dem Basketball!

    • Martin sagt:

      @Jobs: Ihre Energiewende in Ihrem Haushalt führt vor allem dazu, dass Sie weniger Strom verbrauchen, was sich primär auf Ihre Stromrechnung auswirkt und somit auf Ihren Geldbeutel.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Martin:
        und ich verursache weniger CO2, was uns wiederum zugute kommt und ich lasse somit auch weniger Energie erzeugen! Aber was wollten sie mir eigentlich genau mitteilen?

        • Martin sagt:

          @Jobs: Das sie eben genau nicht weniger Energie erzeugen lassen. Sie verbrauchen bloss weniger. Wenn ihre Solarzellen ausfallen, greift ihr Haus trotzdem auf das öffentliche Stromnetz zu und der Strom sollte bereit stehen. Zudem: Insgesamt beträgt der Verbrauch durch Lampen ca. 11-12% vom gesamten Stromverbrauch eines Haushaltes. Also nicht besonders viel und es lässt sich auch nicht besonders viel Strom sparen mit LED. Aber sicher besser, als diese Energiesparlampen, die angeblich noch Quecksilber enthalten.

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Martin:
            da ich kein PV habe brauche ich mit meinem tieferen Verbrauch auch weniger und muss somit auch weniger produzieren lassen!
            Der Anteil am Gesamtverbrauch ist doch irrelevant, wenn man sowieso schon alles reduziert.
            ESL werden immer wegen des Quecksilbers verteufelt, dabei sind sie genau gleich, wie die Fluoreszenzlampen! Fachgerecht entsorgt stellen sie absolut kein Problem dar und wer es schafft ESL oder FL zu zerbrechen hat etwas falsch gemacht! Ich habe es definitiv noch nie geschafft.

  • stefan W. sagt:

    Ein ausgezeichneter Artikel! Dass das Maximieren von Effizienz die Stabilität verringert, kann man in vielen Unternehmen sehen. Zum Beispiel im Gesundheitswesen: Spitäler mit hoher Durchschnitts-Auslastung sind effizienter, aber eine unerwartete Krankheitswelle kann schnell zur Überlastung führen.
    Letztlich wäre es besser, Systeme von vornherein nicht auf maximale Effizienz auszulegen, dann muss man sich auch nicht dauernd von Krise zu Krise hangeln, weil immer irgendwo eine Störung ist.

    • Matthias sagt:

      Also wenn mein neuer PC nur noch die Hälfte des Stroms verbraucht als der alte, dann wird er dadurch _stabiler_, nicht instabiler er, da er sich im Betrieb weniger erhitzt! Ich denke, Ihr Beispiel aus dem Gesundheitswesen, wo es um _finanzielle_ Effizienz geht, lässt sich kaum auf Energie-Effizienz übertragen. Das sind doch zwei völlig verschiedene paar Schuhe.

      • Martin Cesna sagt:

        Man weiss, dass im Alltag eine Effizeinz von etwa 70 Prozent günstig ist, da so noch genügernd Reserven für Unvorhergesehenes bleibt.
        Was ständig an der Grenze der Überhitzung läuft, verschleisst viel schneller.

        • Matthias sagt:

          @Cesna: Was soll denn bei einem PC eine „Effizienz von 70%“ bedeuten!? Das macht doch keinen Sinn. Energietechnisch werden PCs immer effizienter (d.h. sie bringen höhere Rechenleistung pro Watt). Was soll denn da „70%“ bedeuten? „70%“ von was!? Was Sie meinen – zumindest wenn man einen PC betrachtet – sind doch „Reserven“. Die sind beim PC – was z.B. Rechenleistung betrifft – üblicherweise sogar viel, viel größer als nur 30%, da der PC meist im Leerlauf trödelt und nur 1 bis 2% der maximal möglichen Rechenleistung einsetzt. Aber mit Energieeffizienz hat das wenig zu tun, denn wenn der PC im Leerlauf ist, verbraucht er natürlich weniger Strom als unter Last. Das ist eben „effizient“. (Wobei der Wirkungsgrad bei geringer Last in Zukunft schon noch verbessert werden sollte! 😉 )

      • Stefan W. sagt:

        @Matthias: Es kommt darauf an. Wenn Sie den PC früher ersetzen, als es technisch nötig wäre, nur weil der neue weniger Strom braucht, dann kann es sein, dass Sie unterm Strich mehr Energie verbraten, als wenn Sie den alten noch ein paar Jahre (oder Jahrzehnte) behalten hätten.
        Oder wenn Sie den Computer so dimensionieren, dass er zwar weniger Strom braucht, aber immer am Anschlag seiner Leistung läuft, kann es sein, dass er ebenfalls unterm Strich mehr braucht als ein anderer, der einen höheren Anschlusswert hat, aber meistens nur einen Teil der Höchstleistung braucht..

  • Christian Weiss sagt:

    Na ja. Effizienzssteigerungen ohne Komfortverlust sind in einem Bereich schon möglich: bei den fossilen Energien. Ein Umstieg von fossilen Verbraucher auf elektrische Verbraucher könnte in der Gesamtbilanz den Energieverbrauch wohl um gut und gerne 50% reduzieren. Der Verbrauch an fossiler Energie, der in der Schweiz rund 140’000 GWh im Jahr beträgt, würde gegen elektrische Energie in der Höhe von rund 70’000 GWh getauscht.
    Der Haken an der Sache: Heute beträgt der Schweizer Stromverbrauch lediglich etwa 55’000 GWh. Rund 22’000 GWh in Form von Atomstrom will man abschaffen.
    Wie die Unmenge von über 90’000 GWh Strom produziert werden soll, hat uns von den religiös verzückten „Energiewende“-Apologeten noch niemand erklärt.

    • Hans Hegetschweiler sagt:

      Sie haben aber schon den Artikel gelesen. Eine völlige Umstellung auf Kernenergie würde die Resilienz gewaltig senken. Atomkraftwerke sind a) von Uran abhängig, das wir in der Schweiz nicht haben, und b) anfällig auf Attentate etc. c) schaffen sie über Jahrtausende Entsorgungsprobleme. Ihre Effizienzsteigerung ohne Konfortverlust wäre also teuer erkauft

      • Rudolf Wildberger sagt:

        @Hegetschweiler: „Eine völlige Umstellung auf Kernenergie würde die Resilienz gewaltig senken.“
        Das stimmmt schon, das aber nicht wegen der Kernernergie, sondern wegen der völligigen Umstellung. Die völlige Umstellunng auf erneuerbare Energie senkt die Resilienz der Energieversorgung ebenfalls gewaltig, da sie abhängig von Wetterkapriolen wird. Das Wort Resilienz würde man übrigens besser mit Robustheit ersetzen. So versteht es jeder und es fällt schwerer mangelndes Verständnis durch aufgeblasenes Fremdwortgeschwurbel zu tarnen.

      • Christian Weiss sagt:

        a) Als Land der Rohstoffarmut importiert die Schweiz für fast alle Industriegüter Rohstoffe aus dem Ausland. Der Vorteil von Uran: Man braucht sehr wenig davon und kriegt es auch aus stabilen Demokratien wie Kanada und Australien.
        Setzt man in der Schweiz auch in Zukunft auf Brutreaktoren, welche den Brennstoff 60 mal besser verwerten als die bestehenden Kraftwerke, lohnt sich sogar der Uranabbau in der Schweiz. Denn es gibt hier sehr wohl Vorkommen.
        b) Haben Sie einen Beleg für diese Behauptung? Ich weiss von keiner einzigen Gefährdung durch Kernkraftwerke, die von Attentaten ausging.
        c) Die menschliche Zivilisation schafft jährlich Abfälle in weit grösseren Mengen, die weit giftiger sind als die Kernabfälle – zumal man letztere in Brutreaktoren noch für Jahrhunderte nutzen könnte.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Christian Weiss:
          a.) klar, wir machen uns statt von den Fossilen einfach vom Uran abhängig, sehr weise…!
          Brutreaktoren? Die Allesamt gescheiterten Prototypen oder die Papier-AKW?
          b.) vergleichen sie die Flugschneisen um die AKW im Kanton Aargau…
          c.) giftige Abfälle können neutralisiert werden, was (leider) aus Kostengründen nicht gemacht wird! Brutreaktoren produzieren immer noch Atommüll!

    • Martin Cesna sagt:

      Ungewöhnlich, aber am meisten energiesparend: Der Holzherd:
      1. Die Ursprungswärme wird voll genutzt (AKW etwa 25%)
      2. Deutlich billiger als Erdöl.
      3. Mit nachgeschaltetem Kachelofen eine fantastische Heizung mit Nachtspeicher.
      4. Die Asche düngt den Garten.

      • Oreg Meyer sagt:

        … nur leider mit massiven Schadstoff- und Feinstaubemissionen.

        • Rudolf Wildberger sagt:

          Die Menschheit hat sich hustend vom Herdfeuer aus der Steinzeit gerettet um dann an Pollenallergie herumzulaborieren. Die Panik vor Feinstaub kann man auch übertreiben. Früher hiess das Rauch und das Mass der Belastung war husten und kratzenn im Hals. Heute heisst das abgeklärt wissenschaftlich Feinstaub unnd keiner wagt zu widersprechen.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Christian Weiss:
      jaja, der Atomjünger Weiss und seine Fake News!
      Wie es mit ihrem geliebten Atomstrom aussieht sehen wir jeden kühleren Winter in Frankreich, wenn trotz schlottern, sparen und mehr bezahlen die Energieversorgung immer knapp am Blackout vorbeischrammt!
      Keiner will mehr vom Uran aus dem Ausland abhängig sein, welches mit immer grösserem Aufwand und immer grösserer Umweltverschmutzung gewonnen werden muss!
      Sehen sie es ein Weiss: ihr denken ist so fossil, wie die AKW!
      .
      PS: Beznau 1 zieht ein paar MWh anstatt zu produzieren und die Rostlaube Leibstadt schafft nur noch 90%…!

  • Matthias sagt:

    Ich schalte das Licht ein, wenn ich es brauche und wieder aus, wenn ich es nicht brauche. Das war schon mit Glühbirnen so und hat mit LED nicht geändert. Anderes Beispiel: Ich betreibe seit vielen Jahren einen Heim-Server, der 24h/Tag läuft. Früher waren das aus Gründen der Leistungsfähigkeit sogar zwei Maschinen (mit einem Idle-Verbrauch von je ca. 60 Watt), welche ich später durch eine einzige (ca. 20 Watt) ersetzen konnte, die deutlich mehr Leistung bringt als die beiden alten. Mehr Leistung brauche ich einfach nicht.
    .
    Klar gibt es Rebound-Effekte, aber zu behaupten, die würden die Einsparungen komplett kompensieren wäre total übertrieben. Was das (wenige) eingesparte Geld betrifft: Dafür kaufe ich Solarstrom, so dass die Stromrechnung trotz sinkendem Verbrauch etwa gleich bleibt.

    • Rudolf Wildberger sagt:

      Solarstrom ist eben weniger effizient und darum teurer oder subventioniert. Und wenn sie dank Effizienz nicht mehr strom brauchen, was machen sie mit dem eingesparten Geld? Kaufen? Ferien? Wenn sie statt dessen weniger arbeiten, senken sie ihre Effizienz. und sparen so Energie, was nicht nur ironisch oder spöttisch gemeint ist.

      • Matthias sagt:

        @Wildberger: Inwiefern kann Strom verschiedener Herkunft verschieden „effizient“ sein, und warum sollte mich das interessieren? Es geht mir beim Kauf von Solarstrom einzig darum, meinen Strombedarf mit möglichst wenig fossilem CO2-Ausstoss zu decken, und zwar in einem Strommix, der für die Schweiz realistisch ist, auch wenn es alle so machen würden. (Ich könnte rein vom CO2 betrachtet natürlich auf 100% Wasserkraft setzen, aber wir können nicht genug davon produzieren, um alle Schweizer zu 100% damit zu versorgen.)
        .
        Was das eingesparte Geld betrifft: Das ist halt nicht sehr viel (da die Stromkosten insgesamt recht gering sind). Aber wenn, dann würde ich tatsächlich am liebsten mein Arbeitspensum auf 80% reduzieren, was im Moment finanziell leider nicht möglich ist.

      • Matthias sagt:

        PS: Nur falls Ihnen das nicht klar geworden wäre: Im Moment investiere ich eingespartes Geld durch geringeren Stromverbrauch, indem ich den Solaranteil an meinem Strommix erhöhe. Den kann man bei unserem E-Werk nämlich frei wählen. In der Praxis ist das ganz simpel: Ich habe seit Jahren einen festen, immer gleichen Betrag pro Monat für Stromkosten vorgesehen. Wenn ich nun feststelle, dass dieser (durch geringeren Stromverbrauch und/oder wie Anfang dieses Jahres durch Tarifsenkungen des E-Werks) unterschritten wird, dann erhöhe ich denn Solarstromanteil um einige Prozent, um wieder auf diesen fixen Betrag zu kommen. (Bei lange dauernder, deutlicher Überschreitung müsste ich den Solarstrom wieder reduzieren, aber das kam bis jetzt nie vor.) Aktuell sind es übrigens 25% Solarstrom.

    • Christian Weiss sagt:

      Sie sind ein klassisches Beispiel für diejenigen, die beim Energiesparen nur immer ihren eigenen Haushaltsverbrauch im Auge haben. Aber wenn wir in unserem Land unseren Wohsltandsgrad auch in Zukunft halten wollen, dann müssen ein paar von uns noch arbeiten gehen. Und die, die das tun, die brauchen ihren Arbeitsplätzen Geräte und Maschinen, die immer leistungsfähiger werden und deswegen trotz besserer Effizienz mehr Energie verbrauchen.
      Effizienzssteigerung geht nicht ewig weiter. Bei modernen E-Loks kommt z.B. gut 90% der über die Fahrleitung eingespeiste Energie am Rad an. Da passieren gerade bei einigen Grossverbrauchern keine Wunder mehr.

      • Matthias sagt:

        @Weiss: Der eigene Haushaltverbrauch (natürlich inkl. grauer Energie in Produkten) ist halt das, was ich ganz direkt beeinflussen kann. Und ich arbeite als Informatiker zu >95% Zuhause, so dass der Haushaltverbrauch gleichbedeutend mit dem beruflichen Verbrauch ist. Ausserdem haben meine Arbeitsgeräte in den letzten Jahrzehnten eine gewaltige Leistungssteigerung bei gleichzeitiger beeindruckender Verbrauchsminderung gezeigt, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Es ist schon klar, dass dies nicht unbedingt auch auf E-Loks zutrifft, aber durch mein Home-Office, sitze ich auch nur alle paar Wochen in einem Zug. Und natürlich bilde ich mir nicht ein, ganz alleine durch Sparen im Haushalt die Welt retten zu können, aber – sorry – ich möchte zumindest beitragen, was ich kann.

  • Nick sagt:

    Solange die Menschheit in Bezug auf Kopfzahl wächst, so lange wird es nichts nützen, Glühbirnen durch LED und Benzin- durch Elektroautos (oder Fahrräder) zu ersetzen. Und solange man (Politik, Aktivisten, etc.) diese Tatsache ignoriert, negiert oder zum Tabuthema erklärt, wird der Kollaps (wie immer er konkret aussehen mag) wahrscheinlicher. Die Einführung und „Optimierung“ von Energielabels und die Diskussion von Reboundeffekten ändert daran leider nicht das Geringste.

    • Oreg Meyer sagt:

      Im Gegenteil: Je mehr Köpfe umso wichtiger, den Pro-Kopf-Verbrauch zu senken. Es wäre zwar für den Einzelnen sehr bequem, einfach so weiterzumachen wie bisher, aber Ihre Rechnung geht nicht auf.

  • Rudolf Wildberger sagt:

    Mal ein Blogbeitrag von Hänggi, den ich unterschreiben kann. Effiziennz und einheitliche Lösungen sind lebensfeinlich. Die Moderne Landwirtschaft z.B. ist effizient und kann dank dieser Effizienz 8 Mia Menschen ernähren und hat Agrarwüsten zur Folge. Es dauert eben dank Effizienz ein wenig länger bis es knallt wegen der Überbevölkerung der Erde. Der Versuch die absehbare Katastrophe mit globalen Lösungen zu verhindern bewirkt nur dass die Katastrophe mit Sicherheit global sein wird.

  • Patrick Meier sagt:

    Den Rebound-Effekt gibt es wohl, aber deswegen Effizienz als „lebensfeindlich“ abzustempeln ist ja komplett gaga – alle Organismen dieser Welt sind so gemacht dass sie mit Energie effizient umgehen (weniger Nahrung nötig = bessere Überlebenschancen)…

    Ausserdem ist noch anzumerken dass der Stromverbrauch in der Schweiz pro Kopf seit dem Maximum im Jahr 2006 um 10% gesunken ist. Die vielen effizienten Geräte + Lampen haben hier eine Trendumkehr bewirkt, die seit 10 Jahren anhält, und die Effizienz ist diesbezüglich (mindestens in den letzten 10 Jahren) stärker als der Rebound-Effekt!

  • martin mayer sagt:

    Eine Monokultur ist nur unter gewissen Voraussetzungen effizient. In der Landwirtschaft durch Dünger und Schädlingsbekämpfungmittel. Früher hatte man Fruchtfolgeflächen in Zukunft vielleicht mehr Permakulturen.

    Reboundeffekte sind begrenzt. Man kann nur ein Auto fahren und irgendwann ist man auch genug gefahren obwohl noch Geld fürs Benzin vorhanden wäre.

    Global wird es Effekte geben zum Beispiel können sich immer mehr Leute in Entwicklungsländern Kühlschränke, Klimaanlagen und Flugreisen leisten. Diese Entwicklung gäbe es aber auch ohne gesteigerte Effizienz.

  • Greg sagt:

    Das Kernproblem ist, dass „jeder“ glaubt, es gäbe ein Menschenrecht auf einen ungezügelten persönlichen Verbrauch von Ressourcen. Das ist falsch!
    .
    Rationierung und Preissteuerung liessen eine Verbesserung der Verhalten zu. Es fehlt aber die Bildung oder Einsicht dazu, es wäre aber eine durchaus mögliche Variante.
    .
    Ersetzen der Konsumgesellschafts Fetisch Eigendümmer – gegen ideelle Werte. (der „Tiefenstaat“ lässt aber seit Jahrzehnten kein anderes System zu ….)

  • Felix Rhein sagt:

    Wenn einer Zeitung keine Schlagzeilen mehr einfallen …

  • Martin sagt:

    Ich persönlich finde Effizienz gerade in Energiefragen sehr sinnvoll. Ein heutiger Kühlschrank verbraucht viel weniger Strom, als einer von vor 20 Jahren. Das heisst, ich und alle anderen, verbrauchen viel weniger Strom damit, unsere Lebensmittel kühl zu halten. Was man dafür tun muss? Einen neuen Kühlschrank kaufen. Ich habe ansonsten keinerlei Einbussen. Weshalb die Wärme bei der Kehrrichtverbrennungsanlage verpuffen lassen, wenn man damit die Fernwärme erhitzen kann? So kann man Energie sparen und der Verbraucher merkt es nicht einmal – ich finde das spitze. Verschwendung ist es, wenn man Windräder mit einem Wirkungsgrad von 15% errichtet und dafür das halbe Land überbauen muss, ohne Garantie auf Strom. Aber das will in der heutigen Zeit niemand hören.

  • werner boss sagt:

    Wir könnten die ganze Problematik auch einmal von einer ganz anderen Seite betrachten. Auch von einer , von der Natur vorgegebenen Seite. Nehmen wir an das es in einem abgegrenzten Gebiet, was die Erde letzten Endes ist, eine bestimmte Anzahl Huftiere hat, welche einer begrenzten Menge Raubtiere als Nahrungsgrundlage dienen. Wenn sich nun die Raubtiere übermässig vermehren,ist das nun der sichere Tod beider Parteien, da ist Effizienz bloss das Alarmzeichen, der sich im Quadrat verschlechternden Bedingungen.
    Ach so ein Negativdenker? Schauen Sie doch bitte auf das Mittelmeer!

  • Alex Schneider sagt:

    Wenn wir weniger Geld ausgeben für unnötige Waren, sparen wir Geld. Was machen wir damit? Wir geben es anderweitig für Konsumgüter aus, was wiederum Energie und Ressourcen braucht, oder wir bringen es den Banken und Versicherungen als Spargeld und ermöglichen diesen, Kredite für Güter zu geben, deren Produktion und Unterhalt wiederum Energie und Ressourcen brauchen. Das einzige Mittel gegen zu hohen Energie- und Ressourcenverbrauch ist die Reduktion des Einkommens für jene, die sich das leisten können oder wollen. Weniger Einkommen, dafür mehr Freizeit ist auch eine Lebensperspektive.! Die materialistische Gesellschaft wird einen anderen Weg gehen müssen, freiwillig oder aufgrund von Verteilungs-, Ressourcen- oder Umweltproblemen, die wir zwangsweise lösen müssen.

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