Realität statt Träumerei!

«Energie-Sackgasse 2050 Nein»: SVP-Referendum zum Energiegesetz (19. Januar 2017). (Bild: Keystone)

Wenn man jung ist, darf man noch Träume haben. Man soll sogar Visionen haben dürfen, die sich nicht gleich verwirklichen lassen können. Mit solchen Worten wurde einem stets Mut gemacht, wenn man etwas in Angriff genommen hat, das wohl zum Scheitern verurteilt worden war. Mit dem Energiegesetz lebt es sich ähnlich: Man träumt, hofft und hat Visionen – und schreibt alles in einem Gesetz nieder, das so für die Zukunft nichts taugt.

Vor allem für Träumer und Visionäre lohnt es sich, ihre Pläne einem Realitätscheck zu unterziehen. Denn nur mit ein wenig mehr Sonne und Wind lässt sich nicht ein Drittel der Schweizer Energieproduktion ersetzen. Das Energiegesetz baut auf dem technologischen Stand von heute auf und orientiert sich an diesem über die nächsten 30 Jahre bis ins Jahr 2050. Eine solche Planwirtschaft verhindert Chancen für uns Junge und hinterlässt uns womöglich massive Mehrkosten, Verbote und Regulierungen.

Vorschriften und Subventionen hemmen die Innovation

Wir sind uns wohl alle einig, dass die Schweizer Kernkraftwerke ein Ablaufdatum haben und ein Neubau eines solchen ohne grossen technologischen Fortschritt nicht realisierbar ist. Dennoch, oder gerade deswegen, braucht es eine Strategie, die nicht einfach bestehende Stromerzeuger wie Sonne und Wind massiv subventioniert, sondern anpassungsfähig ist und dem Markt Platz lässt. Subventionen haben ihren Preis, und diesen werden viele Mieter in der Schweiz schnell zu spüren bekommen. Das sind Kosten, die gerade wir Jungen zu spüren bekommen, die in einer Mietwohnung leben. Diese Subventionsstrategie ist somit völlig kostenintransparent und bringt keine echte Wertschöpfung. Innovation entsteht durch Forschung und Entwicklung, nicht durch Vorschriften und Subventionen.

Mehr Markt in der Energielandschaft würde auch die Zukunftsaussichten von uns Jungen verbessern. Es würde in die Technologien investiert werden, welche in Zukunft am nachhaltigsten und günstigsten Energie produzieren würden. Wirtschaftliche Grundsätze wären dann die Grundlage für unsere energetische Zukunft und nicht politische Träumerei. Das heutige Energiegesetz schenkt der technologischen Entwicklung kein Vertrauen. Es würde zu einer Importstrategie verkommen, wenn im Winter das Wetter schlecht ist. Ist das sinnvoll?

Zurück in die 60er-Jahre!

«Nein zum Energiegesetz» (Bild: Keystone)

Was uns Jungen noch mehr Sorgen bereiten sollte, ist, dass der Staat uns vorschreiben will, wofür wir wie viel Energie zu verbrauchen haben. Selbstverständlich können auch wir bewusst Energie brauchen, und zwar ohne Zwang. Es ist aber ein Armutszeugnis für die liberale Schweiz, wenn die Politik den Bürgern vorschreibt, wie viel Energie sie verbrauchen dürfen. In Zukunft heisst es wohl: zurück in die 60er-Jahre! Das neue Gesetz gibt dem Bund über 80 neue Aufgaben, die letztlich den Konsumenten einschränken können. Es ist der falsche Weg, wenn die Generation, die in Freiheit und Verantwortung aufwachsen und leben durfte, meiner Generation nun vorschreibt, wie wir unser Leben zu gestalten haben.

Ein Energiegesetz, welches weder eine Lösung zur Reduktion des Gebrauchs von fossilen Energien noch Versorgungssicherheit mit sich bringt, aber mehr Kosten und Verbote für alle, kann getrost abgelehnt werden. Ein Nein gibt uns allen die Chance, ohne Zeitdruck und mit Einbezug der Wissenschaft ein neues Gesetz zu erarbeiten, das sich auf ökonomische Grundsätze stützt und so mehr Chancen als Kosten bietet.