Die Zukunftsaussichten ohne Unternehmenssteuerreform

Müssen den Grossteil der Konsequenzen tragen: Jugendliche am Tag der Zukunft an der Expo. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Die Sozialdemokraten rufen nach der Wahl von Donald Trump zum Klassenkampf auf und versuchen damit, mit alten Rezepten neue Anhänger zu gewinnen. Dass sie den einzigen Ausweg aus ihrer Krise in einer ideologischen Schlammschlacht suchen, spricht für ihre Verzweiflung.

Das Getue der SP weckt die Lust, das ideologische Gefecht aufzunehmen und den Sozialdemokraten erneut und abermals zu erläutern, wieso der Sonderfall Schweiz so erfolgreich ist. Sozialistische Anliegen wurden in der Vergangenheit stets links liegen gelassen – freiheitliche Werte dagegen unterstützt. Heute geht es allerdings nicht darum. Während sich Levrat und seine Genossen im Klassenkampf austoben und darüber debattieren, wie sie den erarbeiteten Wohlstand ihrer Klientel besser umverteilen können, will ich über die politische Realität der ersten Abstimmung im neuen Jahr sprechen.

Konkret möchte ich die Folgen der Ablehnung der Steuerreform in den Vordergrund rücken. Wie müssen wir uns eine Schweiz ohne diese Reform vorstellen? Was sind die Folgen für uns – die junge Generation, welche die Auswirkungen dieser Abstimmung tragen muss?

Mangelndes Vertrauen in die Zukunft

Was brauchen wir Jungen, um optimistisch in die Zukunft zu blicken? Genau diese Investitionen in den Werkplatz Schweiz. Sie bilden die Basis für viele Lehrstellen, für erfolgreiche Studienabgänger und letztlich für einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Denn Investitionen, die heute getätigt werden, zahlen sich in den Folgejahren aus. Mangelnde Investitionstätigkeit bedeutet ein Mangel an Vertrauen in die Zukunft.

Die Geschichte des Erfolgsmodells Schweiz kann nur dann weitergeschrieben werden, wenn es seine Attraktivität nicht einbüsst. Dass die grössten Kritiker der bisherigen Steuerpraxis nun die grössten Gegner der Reform sind, lässt tief blicken.

Was ist das für ein Zeichen an alle Unternehmer, wenn der Stimmbürger die dringend nötige Steuerreform ablehnt? Nach Unsicherheiten infolge der Aufhebung des Euromindestkurses sowie der Umsetzung der Einwanderungsinitiative würde eine weitere, grosse Unsicherheit hinzukommen. Diese Unsicherheit schadet der Zukunft – genau jener Zukunft, auf die wir Jungen bauen müssen.

Wir brauchen die stabilen Rahmenbedingungen dieser Reform. Alle Leute in der Schweiz, die Arbeitsplätze schaffen und Wohlstand erarbeiten, sollen seitens der Politik Vertrauen erfahren. Sie stehen im täglichen Wettbewerb mit ausländischen Mitbewerbern, und es muss uns gelingen, ihnen die besten Voraussetzungen für diesen Wettbewerb zu ermöglichen. Ohne Steuerreform verunsichern wir sie und erschweren die Jobaussichten der Jungen in der Zukunft.

Wegzug internationaler Unternehmen

Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Aussagen meist mit einem Raunen quittiert werden. Doch sind wir uns bewusst: Unternehmen, die nicht auf den Standort Schweiz angewiesen sind, werden nicht lange zögern und ihren Sitz in ein anderes, steuertechnisch attraktiveres Land verlegen. Nicht umsonst tragen diese Unternehmen die Bezeichnung «mobile Gesellschaften». Was hätte ein Wegzug für einen Einfluss auf uns, auf die junge Generation?

Die Schweiz würde ohne die Steuerreform an internationaler Ausstrahlung verlieren. Genau diese Ausstrahlung ist für uns Junge aber entscheidend. Viele beginnen ihre erste Arbeit nach der Berufslehre oder dem Studium in einem Unternehmen, das international aufgestellt ist. Dies erweitert unseren Horizont und ermöglicht, auch einmal im Ausland arbeitstätig zu sein. Eine Erfahrung, die in einer globalisierten Welt nicht unterschätzt werden sollte.

Es muss uns gelingen, auch zukünftig gut qualifizierte Leute in der Schweiz zu halten. Internationalität und eine Vielfalt an Unternehmern garantieren uns die besten Voraussetzungen hierzu. Unser Wohlstand darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden!

Der Schweizer Schlüssel zum Erfolg

Falls die Steuerreform verworfen wird, kann dies zur Folge haben, dass die Kantone ihre Unternehmenssteuer massiv senken müssen, um für die mobilen Unternehmen attraktiv zu bleiben. Kurzfristig hätte dies grosse Folgen auf die Schatzkisten der Kantone.

Unsere Spitzenplätze in Bildung und Forschung würden dadurch gefährdet. Weniger Geld für Bildung und Forschung hat zur Folge, dass unsere Hochschulen nicht mehr in der Champions League mitspielen können. Unser duales Bildungssystem würde leiden. Das können wir auf keinen Fall wollen! Investitionen in Bildung und Forschung mit Steuergeldern, aber natürlich auch mit privaten Mitteln, sind unser Schweizer Schlüssel zum Erfolg!

Die Unsicherheit wird zunehmen, und Investitionen werden nach hinten verschoben. Die Unternehmen, welche nicht auf den Standort Schweiz angewiesen sind, ziehen weg. Investitionen in Bildung und Forschung sind gefährdet. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, welches die Klassenkämpfer der Sozialdemokraten mit der Bevölkerung spielen wollen.

Die Jungfreisinnigen spielen dieses Spiel nicht mit. Wir wollen künftig gesicherte Arbeitsplätze, einen florierenden Werkplatz, der uns allen Wohlstand garantiert und eine lebenswerte Zukunft. Wir sagen Ja zur Steuerreform am 12. Februar 2017.