Mehr Solidarität in der Altersvorsorge

Innovation statt Eigeninteresse: Wir können uns eine ausgewogene Altersvorsorge leisten. (iStock)

Innovation statt Eigeninteresse: Wir können uns eine ausgewogene Altersvorsorge leisten. (iStock)

Der «Tages-Anzeiger» brachte es in der letzten Woche an den Tag: Die Zahl der Menschen, die über das Renteneintrittsalter von 65 Jahren hinaus arbeiten, hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Er fragte: Was sind die Gründe?

Viele der heutigen Rentner fühlen sich beim Eintritt in den sogenannten Ruhestand noch fit und haben Lust, weiterhin tätig zu sein. Andere sehen sich gezwungen, neben der nicht vollen AHV-Rente, neben einer kleinen Rente aus der zweiten Säule, der beruflichen Vorsorge, noch hinzuzuverdienen, damit sie sich über Wasser halten, die Miete, die Krankenkassenbeiträge und den Lebensunterhalt bestreiten können.

Es sind vor allem Frauen, Alleinerziehende, die oft in prekären Verhältnissen leben müssen, obwohl sie ihr ganzes Leben arbeiteten, sei es als Mutter, als Teilzeitangestellte oder als Mitarbeitende in den unteren Lohnstufen. Sei es, weil viele Beschäftigte 5, 10 Jahre vor dem 65. Geburtstag entlassen wurden und trotz guter Qualifikationen keinen Job mehr fanden, weil sie der Wirtschaft zu teuer, eben auch zu alt waren. Und jetzt irgendetwas unternehmen müssen, das nicht annähernd ihren beruflichen Fähigkeiten entspricht.

Ich schlug in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vor, dass die Politik innovative Ideen aufgreifen müsse, beispielsweise eine Lebensarbeitszeit von 40 bis 44 Jahren. Sodass ein Bauarbeiter, der mit 16 Jahren ins Berufsleben einsteige, mit 60 bei vollen Bezügen in den Ruhestand treten könnte, ein Arzt auf der anderen Seite, der spät, beispielsweise erst mit 32 ins Berufsleben einsteige, sich eben erst mit etwa 7O bis 72 Jahren bei vollen Bezügen zur Ruhe setzen könnte. Neben vielen positiven Reaktionen löste der Vorschlag auch harsche Kritik aus.

Erwin Rüegg aus Zürich schrieb in seinem Leserbrief an den «Tages-Anzeiger»:

Affront für Akademiker

Dem Präsidenten des Zürcher Seniorenverbands schwebt ein Solidaritätsfonds vor, ein Mechanismus, damit Leute nach 40 oder 44 Arbeitsjahren und nicht erst mit Alter 65 in Pension gehen können. Dabei erwähnt er: «Ein Bauarbeiter beginnt mit 16 zu arbeiten, ein Arzt beispielsweise erst mit 32.» Eine dumme Aussage von Anton Schaller! Damit impliziert er, dass weder ein Medizinstudium noch die sechs bis zehn Jahre dauernde Facharztausbildung als Assistenzarzt mit 50 bis 90 Wochenstunden eine Arbeit sind. Was denn: Spass und Hobby?

Eines macht die harsche Kritik deutlich: Je nach persönlicher Betroffenheit, je nach politischem Standort reagiert man anders, reklamiert eine für seine Verhältnisse möglichst gute Lösung. Das ist verständlich. Nur: An einer solidarischen Lösung, bei der alle aufeinander zugehen, an der eigenen Position Abstriche vornehmen, führt kein Weg vorbei.

Das 3-Säulen-Prinzip der schweizerischen Vorsorge ist das wichtigste Sozialwerk der Eidgenossenschaft, von unseren Vätern und Müttern erfunden und aus vielen politischen Kämpfen hervorgegangen. Es ist das beste Vorsorgesystem der ganzen Welt, sehr sorgfältig ausbalanciert. Darauf können wir stolz sein. Nur: In den letzten 10 Jahren konnte es nicht mehr der demografischen Entwicklung, den volkswirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst werden. Auch gelang es nicht, die langfristige Finanzierung sicherzustellen. Das Parlament war nicht in der Lage, sich zu einigen, einen gemeinsamen Weg zu finden.

Einzelinteressen bestimmen den politischen Prozess

Zurzeit berät das Parlament die grosse Vorlage «Vorsorge 2020» aus dem Hause Berset. Die Vorlage ist an sich ausgewogen, der Ständerat hat sie noch etwas aufgebessert. Der Vorlage fehlen aber innovative Impulse. Nun ist der Nationalrat dran. Die Vorzeichen lassen nichts Gutes erahnen. Statt gemeinsam neue Wege zu beschreiten, scheinen sich harte Auseinandersetzungen abzuzeichnen. Situative Betrachtungsweisen und vor allem Einzelinteressen der verschiedenen Akteure bestimmen anscheinend den politischen Prozess.

Wir sind ein kleines, aber volkswirtschaftlich sehr starkes Land. Wir können uns eine ausgewogene, auf die Zukunft bezogene, ausbalancierte Altersvorsorge leisten. Wie die AHV, die erste Säule, darf sie auch insgesamt soziale Aspekte enthalten. Dabei müssen Einzelinteressen gegenüber dem Gemeinwohl zurückstehen. Es geht nicht darum, Bauarbeiter gegen Akademiker auszuspielen, sondern um den Ausgleich zwischen Privilegierten und denen, die es im Berufsleben nicht so gut hatten. Übrigens: Ein Arztstudium kostet die Volkswirtschaft, je nach Berechnung, gegen 1 Million Franken, zum grossen Teil aus Steuergeldern finanziert. Und auch das ist für unsere Gesellschaft.

57 Kommentare zu «Mehr Solidarität in der Altersvorsorge»

  • Martin Frey sagt:

    „Es geht nicht darum, Bauarbeiter gegen Akademiker auszuspielen…“
    Leider tut der Autor unverständlicherweise, aller noch so salbungsvollen Worte zum Trotz, genau das. Oder weshalb kapriziert er sich in einem Text, der um das 3- Säulen Prinzip geht, auf eine singuläre Berufsgruppe, die Ärzteschaft? Weshalb redet er zB nicht von den Journalisten, wenn schon? Auch diese werden von der Allgemeinheit alimentiert, die beim Fernsehen sogar ein Leben lang.
    Auch sonst gibt es im Text ausser Selbstbeweihräucherung nicht viel mehr als Schall und Rauch. Kein Wort zu den strukturellen Defiziten und den demographischen Problemen, dafür ausser dem altbekannten Konzept der Lebensarbeitszeit (welchem ich viel abgewinnen kann) nicht ein schlauer Vorschlag.

    • Sportpapi sagt:

      @Martin Frey: Haben Sie wirklich den gleichen Text, das gleiche Interview gelesen wie ich? Da ist nichts von „kaprizieren“ auf eine Berufsgruppe, da werden die Journalisten unter anderem explizit erwähnt. Und auf dem bisher politisch nicht mehrheitsfähigen Konzept der Lebensarbeitszeit basiert sein Vorschlag, was braucht es da noch mehr? Allerdings spricht er eigentlich von einem Solidaritätsfonds. Und vor allem, er führt all das sehr konkret aus. Durchaus vernünftig. Und würde auch eine vernünftige, von Argumenten begleitete Diskussion verdienen…

      • Martin Frey sagt:

        Also ich habe den Text gelesen, Sie auch, SP? Inkl. letzter Abschnitt („Uebrigens…“)? Weshalb bringt er überhaupt die Aerzteschaft ins Spiel, wenn es um das 3-Säulen-Prinzip geht? Wo er offenbar weder von der Ausbildung noch von den Arbeitsbedingungen sehr viel zu wissen scheint?
        Scheinheilig finde ich, das eine zu bemühen („Es geht nicht darum, Bauarbeiter gegen Akademiker auszuspielen…“) und dann genau das zu tun. Sie nicht? Was würden Sie denken, wenn er in dem Kontext über Lehrer, deren Ausbildungskosten und Privilegien herziehen würde? Einfach so, als einzige Berufsgruppe, wie wenn es keine anderen Akademiker geben würde, ohne irgendwie nachvollziehbaren Grund? Denn wenn es einen solchen nachvollziehbaren Grund geben sollte, können Sie uns den mitteilen. Ich sehe ihn nicht.

      • Martin Frey sagt:

        Notabene beziehe ich mich nur auf den heutigen Blogbeitrag, ich lese grundsätzlich nicht noch andere Interviews nach die ein Autor andernorts auch noch gepostet haben mag, nur um den Blogbeitrag besser erklärt zu bekommen. Ein Blogbeitrag sollte für sich selber sprechen.

      • Sportpapi sagt:

        „Notabene beziehe ich mich nur auf den heutigen Blogbeitrag“. Obwohl der sich sehr klar auf das Interview und die Reaktionen darauf bezieht. Gut, insofern ist ihre Empörung gerechtfertigt, aber letztlich ihrer persönlichen Einstellung/Leseverhalten geschuldet. Denn das Interview beginnt schon so: „Viele arbeiten aus Spass weiter, weil sie in einer privilegierten Situation sind und einen guten Job haben wie Arzt, Zahnarzt, Architekt, Rechtsanwalt oder Journalist.“ Und das eben im Gegensatz zu Unterprivilegierten, die vielfach längst vor Pensionierung nicht mehr arbeitsfähig sind. Aber das wissen Sie ja.

        • Martin Frey sagt:

          „Und das eben im Gegensatz zu Unterprivilegierten, die vielfach längst vor Pensionierung nicht mehr arbeitsfähig sind. Aber das wissen Sie ja.“
          Das weiss ich alles und sehe es auch ähnlich. Nur habe ich den Anspruch, vom Blogtext zu reden weil der singulär hier so steht, und unabhängig von irgendwelchen Links für sich selber stehen und sprechen muss. Und in diesem Text fehlen nun mal all diese „Ausgewogenheiten“ die andernorts stehen mögen.
          Ich bleibe dabei, ein Text, für dessen korrektes Verständnis man zuerst andernorts ein Interview nachlesen muss, ist das Papier nicht wert, meinen Sie nicht? Oder hat der Autor an dieser Stelle nicht genug Zeilen zur Verfügung, um seine Gedanken ausgewogen zu Papier zu bringen? An der sprachlichen Gewandtheit liegt es ja sicher nicht.

    • Heinz Zimmerli sagt:

      Ein Artikel, der sich um Ausgewogenheit bemüht, hat es in der polarisierten Politlandschaft von heute schwer – zumal wenn das Thema so komplex ist!

      1. Akademiker verdienen heute (relativ) zu viel! Angeblicher „Grund“: man kann erst so spät anfangen zu verdienen. Allerdings hatte man vorher eine tolle Zeit… (nein, ich bin nicht neidisch sondern selber Akademiker)

      2. „Strukturelles Defizit“ und „demographisches Problem“ sind die eigentlichen Herausforderungen an die Solidarität – es ist das gute alte Verteilungsproblem: Wer bekommt wie viel von den Gewinnen – Investoren? Arbeitende? Rentner? Auf zum Kampf „alle gegen alle“!

      3. Ideologische Verhärtung: AHV (Umlage-Verfahren) gegen 2. Säule (Kapital-Anhäufung) – mit allen Vor- und Nachteilen…

      Usw. usw.

  • F. Meier sagt:

    Es redet der, der in vollem Umfang von besonders guten Renten profitiert und zu durchaus beachtlichem Honorar auch noch den kommenden Rentnern und Rentnerinnen erklärt: „Ihr müsst halt jetzt Verzicht leisten!“ Warum halten die nicht einfach den Mund, die zu den Profiteuren dieser Gesellschaft gehören? Es wäre für alle besser!

    • Marcel Maier sagt:

      Ausserdem arbeitet er mit 72 immer noch und leistet dadurch auch seinen Beitrag an die AHV

  • Paul Meier sagt:

    Anton Schaller hat recht – es müssen neue Lösungen her. Der Vorschlag mit 44 Jahren arbeiten macht absolut Sinn und ich vertrete den selben schon lange. Akademiker Rüegg sieht es aus der falschen Warte. Ich bin überzeugt es geht AS nicht darum, das Studium abzuwerten, sondern um eine rein finanztechnische Angelegenheit: Wer 44 Jahre arbeitet kann mehr ins System einzahlen die ihm später eine Rente bezahlt als einer der nur 30 Jahre einbezahlt! Und im finanztechnischen liegt doch neben der Demographie das grosse Problem: früher arbeitete man 40/45 Jahre und bezog dann 8/12 Jahre Rente; heute bezieht man 15/20 Jahre Rente – mit denselben Einzahlungen! Das kann doch einfach nicht aufgehen – es sei denn die Jungen zahlen grosszügig noch mehr ein oder erhalten später weniger!

    • I. Bachmann sagt:

      Mir ist vollkommen schleierhaft, wie das Konzept der Lebensarbeitszeit „einfach“ umgesetzt werden soll? Ich habe nach der Matur eine Stelle angetreten und zwei Jahre 100% gearbeitet. Dann habe ich mich für ein Studium entschieden und während der gesamten Studienzeit ein Teilzeitpensum von ca. 25% wahr genommen. Nach Abschluss des Studiums habe ich zuerst 100 %, nach der Geburt der Kinder noch 60 bzw. 80% gearbeitet. Ich werde mit 64 Jahren 44 Jahre in die AHV eingezahlt haben. Würde das dann bedeuten, dass ich mit 64 einen Rentenanspruch habe? Oder will man da die Teilzeiter entsprechend bis 80 arbeiten lassen? Gibt es einen Priviligierten-Malus bei der Anrechnung der Arbeitsjahre? Bin gespannt auf Ihre Antworten.

  • E.Thiersen sagt:

    Alle sollen Abstriche machen? Was ich als Aussendienstler in der Jahresabrechnung der PK von Angestellten sehe, bringt mich innerlich zum Weinen. Auf nicht wenige wartet die Alterarmut! Dann lese ich von Politikern in Regierunsämtern, die mit 51 Jahren ein Ruhegehalt von 130’000.- CHf bekommen und noch nicht wissen wie es weiter geht? So ein nicht-wissen-wie-es-weitergeht Geschenk der Steuerzahler wünschte ich vielen meiner Klienten, die jeden Tag dafür sorgen, dass Regierungsräte und andere auf sauberen Strassen gehen können, saubere Toiletten benutzen dürfen, keine Abfall vor der Haustüre vorfinden wie in Neapel. Es ist Zeit in der Verwaltung zu kürzen, keine Staatsgarantien auszusprechen für klamme PK und die Anzahl fragwürdiger PK (über 2000!!!) auf unter 200 zu bündeln!

    • will williamson sagt:

      Sie bringen es auf den Punkt!

    • peter wiesendanger sagt:

      Genau, es ist immer das gleiche. Ihr müsst Abstriche tätigen. Und mit Ihr sind gemeint, die eh schon über keine grosse Rente verfügen. Wie richtig erwähnt wurdre im Artikel von Herrn Schaller, viele von den Akademiker werden in ihrem Studium durch den Arbeiter (Steuern)unterstützt. Wo bleibt die Solidarität von denen die in ihrer Jugend durch den Büzer Unterstützung erfahren haben? Auf der anderen Seite, solange bei Wahlen immer die Untestützt werden die die Honigtöpfe bewachen wird sich nichts endern.

      • Martin Frey sagt:

        Sie sollten bei Ihren Überlegungen nicht vergessen, dass Vielverdiener, darunter viele Akademiker, überproportional viel mehr als jeder Büezer in die Sozialwerke einbringen, auf jeden Fall sehe viel mehr als sie je daraus beziehen können. Obwohl sie erst 10 Jahre später mit der Erwerbstätigkeit beginnen. Insofern ist dieses ausspielen gegeneinander, welches vom Autor eingebracht wurde, müssig.
        Wenn schon müssten echte Profiteure des Systems sich rechtfertigen müssen. Leute die zB hochbezahlte Jobs beim Staatsfernsehen haben, dann für wenige Jahre im Parlament die Bank drücken und davon lebenslange fürstliche Privilegien beziehen.

        • Sportpapi sagt:

          „Wenn schon müssten echte Profiteure des Systems sich rechtfertigen müssen. Leute die zB hochbezahlte Jobs beim Staatsfernsehen haben, dann für wenige Jahre im Parlament die Bank drücken und davon lebenslange fürstliche Privilegien beziehen.“
          Dieser persönliche Angriff ist Ihnen nun gar nicht peinlich? Lassen Sie sich doch mal in ein Parlament wählen, wenn das so einfach geht. Oder lassen Sie sich vom Staat anstellen, in einen der hochbezahlten Jobs, die es auch für Ärzte gibt.

        • Martin Frey sagt:

          Wenn es eine privilegierte Situation gibt, dann ist es die des Autors. Das mag ich ihm gönnen. Es ist die Bigotterie die mich stört. Soweit sollten Sie mich kennen, SP.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Wenn ein ehemaliger Politiker politische Forderungen stellt, hat das mit seiner eigenen Situation hoffentlich wenig zu tun. Zumal Schaller hier ja gerade von seiner eigenen Gesellschaftsschicht spricht, die er mehr zu Zwangssolidarität verknurren möchte. Ich sehe nirgends, dass er bei sich eine Ausnahme machen würde, zumal er ja in hohem Alter noch überaus aktiv ist und vorlebt, was er erwartet. Wo sehen Sie da Bigotterie?
            Aber mich stört, wie Sie Staatsangestellte als Profiteure des Systems bezeichnen und Politiker als fürstlich privilegiert, als ob die nichts dafür leisten würden, als ob man ohne weiteres Tagesschau-Chef oder Nationalrat werden könnte. Als ob die keine wichtige Tätigkeit für die Gesellschaft ausübten, die einen hohen Lohn rechtfertigt.

          • Martin Frey sagt:

            Wenn ein Politiker politische Forderungen stellt, hat das mit seiner eigenen Situation in aller Regel sehr wohl zu tun. Mag sein, dass Ihnen nicht bekannt ist, inwiefern SRF-Kader wie auch Parlamentarier privilegiert sind. Aber das stört mich nicht per se, da jegliche Neiddebatten mir fremd sind. Nochmals, ich verorte die Bigotterie nur bei dem Umstand, dass der Autor ohne ersichtlichen Grund eine singuläre Berufsgruppe als Sündenbücke heranzieht, diffamiert und ihr implizit Partikularinteressen unterstellt, obwohl er selber deutlich privilegierter darsteht.
            Da Sie, SP, leider nicht auf meine Fragen eingegangen sind, sich stattdessen auf in Ihren (aber nicht in meinen) Augen wertende Begriffe wie „Profit“ und „Privilegien“ kaprizieren, wollen Sie das whs. auch nicht verstehen.

          • Martin Frey sagt:

            Persönlich bin ich jedoch überzeugt, dass Ihre Reaktion mit meiner vergleichbar wäre, hätte es sich dabei um die Lehrerschaft gehandelt, die ja auch gerne ab und an als Prügelknabe herhalten muss.
            Aber lassen wir das, es geht eigentlich ja nicht um Schaller sondern ums Thema. Meines Erachtens sollte man für die Bestimmung des Rentenalters die Beitragsjahre anrechnen und subsumieren mit Flexibilität nach oben und unten, und zwar für beide Geschlechter gleich. Dies dünkt mich eine faire und gangbare Lösung. Die strukturellen und demographischen Probleme sind damit jedoch noch nicht gelöst, und auch nicht das Problem der Entlassungen und Abschiebung älterer Arbeitnehmer ins Sozialsystem. Darüber sollten wir endlich zu sprechen beginnen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Wir machen dasselbe durch, was die USA bereits seit 20 Jahren erleiden: die jetzt 50 bis 80 – Jährigen sind die wirklich Wohlhabenden, alle jüngeren werden, weil sie für die Pensionieren nicht nur in Form von AHV-Renten, sondern auch wegen zu hohem Umwandlungssatz für die 2. Säule vermehrt aufkommen müssen, sowie die Hauptlast der Krankheits- und Heimkosten tragen. Die heutige Jugend (und ich zähle nicht dazu), wird von uns Alten ausgeblutet und wird es weit schwerer haben, als wir heute.
    Die Renten müssen herunter, die Gürtel müssen im Alter enger geschnallt werden. Heute können die Jungen kaum mehr etwas ansparen, während die Rentner jeden Monat zusätzlich Geld auf die Seite legen. Mehr Eselei geht nicht. Solidarität mit den Jungen! Das wäre ein Zukunftsmodell.

    • Guido Biland sagt:

      Da die Pensionierten in der Regel Kinder haben, profitieren diese indirekt von höheren Erbschaften, was natürlich nicht die Idee der Altersvorsorge ist. Die Eselei besteht v.a. darin, dass Personen eine AHV-Rente beziehen, die es gar nicht nötig haben, weil sie genug Renten aus 2. und 3. Säule sowie Vermögen haben. Man kann sich fragen, ob man diesen Personen etwas Ungerechtigkeit (Solidarität) zugunsten des sozialen Friedens zumuten soll.

    • Franz Kaufmann sagt:

      Das die heutigen Rentner (ich gehöre bei weitem noch nicht dazu) zu den Gewinnern des heutigen Rentensystems gehören, steht ausser Frage. Aber wie Volker Pispers schon sagte: Entweder lebst Du Jung gut oder wenn Du alt bist. Beides scheint im heutigen System nicht drin zu liegen. Die Alten haben damals verzichten müssen, wir wohl in Zukunft.
      Ausser man ändert das System, aber davon haben die meisten Angst.

      • Christoph Bögli sagt:

        Worauf genau haben „die Alten“ denn verzichtet? Mal davon abgesehen, dass solche Betrachtungen ja immer schrecklich pauschal sind, war es in den westlichen Ländern doch die Babyboomer-Generation, welche nicht nur zu den „Wunderjahren“ des wirtschaftlichen Aufschwung massgeblich beigetragen hat, sondern von diesem am stärksten profitierte. Diese Leute hatten selbst bei geringer Ausbildung fast durchwegs eine Jobsicherheit mit verträglichem Einkommen und Aufstiegschancen, also alles, wovon heute selbst sehr gut ausgebildete Junge nur träumen können. Diese doppelte Ungerechtigkeit ist ja genau das Problem: Die Jungen sollen die steigenden Lasten bei der Altervorsorge tragen UND können selber wegen temporären bis prekären Arbeitsverhältnissen nichts ansparen.

        • Löwe sagt:

          Es geht den Jungen gar nicht so schlecht. Man kann halt nicht alles haben: 2x Ferien im Jahr und sparen. Das ging schon damals nicht, als wir jung waren und Kinder zu versorgen hatten.
          Sparen „wäre“ auch heute noch möglich!

  • Guido Biland sagt:

    Danke für diesen klugen Beitrag, Herr Schaller. Man wünscht sich mehr von dieser Klugheit, vor allem im Bundeshaus. Doch Solidarität allein wird das Finanzierungsproblem langfristig auch nicht lösen. Denn während sich die Wirtschaft immer mehr aus der sozialen Verantwortung verabschiedet, steigt die Lebenserwartung weiter. Dazu kommt noch das Problem mit den Negativzinsen. Prämien und Steuern erhöhen will niemand. Also bleibt als einzige neue Finanzierungsquelle die Nationalbank. Sie hätte die Möglichkeit, mit ihren riesigen Assets volkswirtschaftlich sinnvolle Erträge zu generieren. Stattdessen bunkert sie einfach hunderte von Milliarden Devisen. Wieso werden hier die Politiker nicht endlich aktiv? Das Geld liegt quasi auf der Strasse, aber niemand bückt sich!

  • will williamson sagt:

    „Wir sind ein kleines, aber volkswirtschaftlich sehr starkes Land. Wir können uns eine ausgewogene, auf die Zukunft bezogene, ausbalancierte Altersvorsorge leisten. Wie die AHV, die erste Säule, darf sie auch insgesamt soziale Aspekte enthalten. Dabei müssen Einzelinteressen gegenüber dem Gemeinwohl zurückstehen. “
    Der letzte Satz ist trivial. Wenn es um das Gemeinwohl geht, müssen Einzelinteressen immer zurück stehen. Aber nicht die Einzelinteressen der Geringverdiener, sondern jene der Grossverdiener! Sonst geht es nicht um das Gemeinwohl, sondern eben um die Eigeninteressen.

  • Peter Krummbuckel sagt:

    Aus meiner Sicht kommt die Erhöhung des Rentenalters in Frage, das wäre Lebensdiebstahl an Handwerkern und Bauarbeiter. Der Schlüssel: Sukzessive Erhöhung der Abzüge für AHV und PK von Arbeitgeber, zu 30%, und von den Arbeitnehmer zu 70%. Die Altersvorsorge darf etwas kosten, bei den KK steigen auch immer die Prämien, da gibt es aber scheinbar keine Unzufriedenen, da sind alle einverstanden, warum nicht auch auf die Altersvorsorge.

  • Peter Krummbuckel sagt:

    Korrektur: Aus meiner Sicht kommt die Erhöhung des Rentenalters NICHT in Frage, das wäre Lebensdiebstahl an Handwerkern und Bauarbeiter. Der Schlüssel: Sukzessive Erhöhung der Abzüge für AHV und PK von Arbeitgeber, zu 30%, und von den Arbeitnehmer zu 70%. Die Altersvorsorge darf etwas kosten, bei den KK steigen auch immer die Prämien, da gibt es aber scheinbar keine Unzufriedenen, da sind alle einverstanden, warum nicht auch auf die Altersvorsorge.

  • Martin Müller sagt:

    Mit Bauarbeitern wurde ein denkbar schlechtes Beispiel gewählt, verweilen doch viele im Winter auf dem RAV und beziehen Geld aus dem Sozialsystem. Kurzarbeit ist ebenfalls oft ein Thema in dieser Branche. Es gibt wohl keine andere Branche in der Schweiz, die so frech mit den Sozialsystemen umgeht (ausser evtl. den Bauern, die haben sogar ihr eigenes System).

    Grundsätzlich zahlen Vielverdiener (oft Akademiker) mehr ein, als sie beziehen. Den grossen Einzahlern deshalb unsolidarisches Verhalten zu unterstellen, ist weder fair noch solidarisch. Die AHV braucht GELD und nicht Beitragsjahre.
    Überigens bezahlen auch Studenten und Nichterwerbstätige einen Mindestbeitrag oder der arbeitende Partner.

  • Armin Koellner sagt:

    Analog zu den Krankenkassenprämien ist es auch bei der AHV nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung der als Nettozahler missbraucht wird. Die von der Gleichstellungsindustrie und Diskriminierungsfront gegen Männerrechte als durchaus „rechtsstaatliche“ Massnahme taxierte Verfassungswillkür bei dem AHV Alter für Männer, muss endlich ein Ende haben. Lifestyle Teilzeitarbeit ohne Steuererträge und ohne nennenswerte AHV Beiträge sind nichts anderers als eine moralisch verwerfliche Konsumkultur der Leistungslosen! Kinderlose Hausfrauen die weder bei der AHV (auch bei Vermögen von 100Mio zahlen sie nur 80.- Franken) noch bei den Steuerträgen jemals was zum Staat beigetragen haben (ausser dem freiwilligen gestrickten Pullover) müssen jetzt in die gesellschaftliche Verantwortung gezogen werden.

    • Guido Biland sagt:

      Das Bundesamt für Statistik hat berechnet, wie viel unbezahlte Arbeit die Schweizer Bevölkerung pro Jahr leistet. Es sind mehr Stunden als bezahlte Arbeit. Den wirtschaftlichen Wert dieser unbezahlten Arbeit beziffert das BFS auf rund 400 Milliarden. Sie haben richtig gelesen, Herr Koellner. Die Schweizer Bevölkerung leistet mehr unbezahlte Arbeit als bezahlte. Wenn Sie von „Leistungslosen“ sprechen, haben Sie offenbar keine Ahnung von der Wirklichkeit. Schlimmer noch: Sie entehren die Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich wertvolle Arbeit ohne Gegenleistung leisten.

      • Carl Oesch sagt:

        nun ist es halt so, dass bei unbezalter Arbeit auch keine AHV Beiträge geleistet werden. Bei dieser Zahl von 400 Mia. wären das immerhin 40 Mia. in die AHV Kasse. und damit wäre das Problem gelöst!

        • Annalena sagt:

          Wer soll diese Beiträge leisten? Die Enkel hütende Grossmutter, die es ihren Kindern erlaubt, werktätig zu sein? Die Eltern pflegende Tochter, die der Gesellschaft horrende Pflegekosten erspart? Die idealistin, die gratis Sprachkurse an Geflüchtete erteilt und sich um Obdachlose kümmert? Sollen die, die gratis arbeiten dafür auch noch bestraft werden, indem sie aus ihrem eh schon schmalen Budget AHV-Beiträge entrichten müssen?

  • Nico Meier sagt:

    Bei Revisionen der Altersvorsorge müssen wir aufpassen keine Generationenkonflikte aufkommen zu lassen.
    Wenn ich als Mann mitte 30 mitbekomme wie die heutigen Rentner zu hohe Pensionskassenrenten erhalten, weil der Umwandlungssatz nachwievor zu hoch ist und ich mir bewusst bin, dass diese zu hohen Renten aus der PK direkt von uns Arbeitstätigen finanziert werden müssen so graust es mir!
    Es ist sehr erfreulich, dass die Lebenserwartung immer weiter zunimmt, dies zusammen mit den tiefen Zinsen führt zu den viel zu hohen PK Renten. Der Umwandlungssatz muss dringend gesenkt werden um nicht uns Arbeitstätigen noch weiter zu belasten!
    Umwerteilung ist in der 2. Säule so nicht vorgesehen!

    • Carl sagt:

      Umverteilung ist in der 2. Säule aber auch nicht ausgeschlossen. Auch die 2. Säule funktioniert nur mit Solidaritäten.

      Letztendlich ist das die politische Frage: Wieviel Umverteilung bzw. Solidarität wollen wir in der 2. Säule? Jeder Umwandlungssatz, egal ob 4.8% oder 7.2% ist dann versicherungstechnisch umsetzbar.

    • Nico Meier sagt:

      Lieber Carl die einzige „Solidarität“, die in der 2.Säule vorgesehehn ist ist in meinen Augen der „Verlust“ des Restkapitals bei frühem Todesfall der Versicherungsnehmers!
      Eine Umverteilung von Jung zu Alt ist in der 2.Säule definitiv nicht vorgesehen und stellt in meinen augen ein klarer Missbrauch dar!

  • Löwe sagt:

    Die Politik hat uns seiner Zeit versprochen, dass mit AHV und Pensionskasse der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden kann. Jetzt soll die Politik sehen, wie sie das hinkriegt!!!!!

    • Carl Oesch sagt:

      Einfach gesagt. Die „Politik“ sind wir, die bei Abstimmungen um Rentenaltererhöhung, AHV- und PK Beitragserhöhung oder Umwandlungssatzkürzung immer wieder Nein sagt!

  • Guido Biland sagt:

    Das Bundesamt für Statistik hat berechnet, wie viel unbezahlte Arbeit die Schweizer Bevölkerung pro Jahr leistet. Es sind mehr Stunden als bezahlte Arbeit. Den wirtschaftlichen Wert dieser unbezahlten Arbeit beziffert das BFS auf rund 400 Milliarden. Sie haben richtig gelesen, Herr Koellner. Die Schweizer Bevölkerung leistet mehr unbezahlte Arbeit als bezahlte. Wenn Sie von „Leistungslosen“ sprechen, haben Sie offenbar keine Ahnung von der Wirklichkeit. Schlimmer noch: Sie entehren die Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich wertvolle Arbeit ohne Gegenleistung leisten.

  • niki cazzetig sagt:

    man sieht hier wieder einmal wieviel hirn es in der zwischenzeit giebt. sollte es niemandem aufgefallen sein, wir steuern geradewegs in eine neu auflage des mittelalters. haben und nicht haben von seiner brutalsten seite. da das proletariat heutzutage die akademiker sind (zahlreich an der zahl), da ja jeder denkt er sei zu höherem berufen (was natürlich leider nicht stimmt) verkommt das handwerk (ja richtig wir importieren die handwerklichen leistungsträger! und maulen noch dazu) immer mehr. da trotz des technischen standes seit der Renaissance eine verdummung einsetzt ist es nicht absonderlich, beiträge dieser kaliber zu lesen. es bedarf weit mehr als umverteilung, es bedarf hier eine grundlegende mentalitäts änderung. aber keine sorge vielleicht wird es sich erüberigen ….armagedon

  • franziska sagt:

    Es müssen endlich die alten Zöpfe abgeschnitten werden!
    Zudem dürfen nicht Zahlungen von Männern deutlich mehr Renten auslösen als Zahlungen von Frauen.
    Da wäre z.B. die Kinderrente, die klar abgeschafft gehört.
    Es ist nicht einsichtig, weshalb männlichen (gutbetuchten) Rentnerinnen, das Kinderproduzieren auf Kosten der Allgemeinheit alimentiert wird (bis 900.- pro Monat von der AHV plus happige BVG-Zahlungen).
    Reicht das Geld nicht, kann entweder die Mutter (im erwerbstätigen Alter) oder eben der Vater sich um Einkommen kümmern.
    Ansonsten bleibt das Sozialamt, wie allen anderen, denen das Geld nicht zum Leben reicht.
    Solche unnötigen Geldverschwendungen, die bis in die 80er sicher ihre Berechtigung hatten, strapazieren die Solidarität der Zahlenden heute krass.

  • Bernhard Piller sagt:

    Ein Arzt hat bis zu seinem 32. Lebensjahr vielleicht so viel gearbeitet wie Anton Schaller in seinem ganzen Leben. Das diese nicht zählen sollten ist absurd.
    Dabei ist die Rechnung doch so einfach: Jeder kriegt so und soviel Rente, wie es seinen Einzahlungen entspricht – und dies unabhängig davon, ob er die Zahlungen ein Jahr vor der Pensionierung oder während 30 Jahren getätigt hat.

  • Eva sagt:

    Es wird nie erwähnt, dass bei den heutigen Rentnerinnen und Rentnern, welche in ihrem frühen Arbeitsleben die Stelle wechselten, die Arbeitgeberbeiträge der Pensionskassen (Freizügigkeitsleistungen) nicht obligatorisch weitergegeben wurden. Somit fingen die heutigen Rentner an dem neuen Arbeitsplatz mit einem sehr tieferen Pensionskassenkapital an. Auch war das durchschnittliche Einkommen von Frauen stets tiefer, was sich später erneut bei den AHV-Renten niederschlägt.

  • Charlotte sagt:

    AHV Beiträge sollten nur aus Arbeitsleistung bezahlt werden dürfen. Die effektiven Kosten der Soz ab dem Rentenalter werden kaschiert. Es kann nicht sein, dass jemand der/die sein ganzes Leben im unteren Eikommen, Detailhandel, Gastronomie, etc., gekrüppelt hat, gleich viel erhält wie jemand der/die sein ganzes Leben über die Soz einbezahlt hat. Es gibt immer mehr Menschen, die nur Leistungen beziehen ohne Leistungen zu erbringen. Diese dürfen nicht weiter bevorteilt werden. Diese Gleichmacherei zu Gunsten von Leistungsverweigerer darf nicht weitergehen.
    Folgende Rechnung: 200’000 Bruttoeinkommen über 10 Jahre mit 3 Kinder = z.B. 5 Jahre eine reguläre Arbeit für 3333.00/Monat, 5 Jahre Soz = AHV Rente 309/Monat, 5 Jahre Arbeit, 15 Jahre Soz = 561 AHV Rente. Noch Fragen?

  • Mia sagt:

    eine passende Umfrage zu diesem Thema:

    http://www.survio.com/survey/d/K7Q5R4N5F5Q4L3T3B

  • Matthias Bolliger-Mahler sagt:

    Das eigentlich interessante Thema wird (zufälligerweise?) totgeschwiegen. Der Pensionierungs-Zeitpunkt der Babyboomer steht seit mindestens 50 Jahren fest. Wo waren denn all die Versicherungs-Spezialisten, die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundesämter, die Politiker? Sie alle stellen die heutige Situation dar, als wäre eine unvorhersehbare Natur-Katastrophe über uns hereingebrochen. Damit versuchen sie abzulenken und sie tun dies sehr clever dadurch, dass Alte gegen Junge und Wohlhabende gegen weniger Betuchte ausgespielt werden. Die Situation ist Folge eines totalen Versagens der Politik, das sei mal deutlich gesagt. Schon seit Jahrzehnten hätte man Gegensteuer geben können/müssen, jetzt ist der Scherbenhaufen perfekt.

  • Joe Amberg sagt:

    Geradezu Realsatire: in der immer noch aktuellen Ökonomie 1.0, in der das ewige Wachstum nach wie vor als alternativlos deklariert wird, sprechen wir betreffend Altersvorsorge faktisch ausschliesslich von Verzicht, Abbau, Reduktion, Opfer bringen etc. pp. Wie absurd ist das denn? Wenn gleichzeitig drauf hingearbeitet wird dass die Lebenserwartung weiterhin steigen und steigen soll! Leute: wir müssen MEHR ANSPAREN für die Rente! So einfach ist das! Weil dummerweise Rentner, von denen es immer mehr geben wird und die immer länger leben werden, bei mangelndem Geld das Paradigma ganz oben gnadenlos killen werden!

  • Ralph Geh sagt:

    Und vergessen bleibt, dass die Politik mit ihren Liberalisierungsentscheiden die jahrelange Finanzmisere mit den nun notwendigen niedrigen Zinsen eingebrockt hat. Ich bin nicht bereit, dafür mit niedrigereren AHV-Beiträge oder längerer Lebensarbeitszeit den Kopf dafür hin zu halten. Die EZB buttert monatlich Milliarden in das marode System. Die Nationalbank kauft Euro bis zum Abwinken. Nur ist allen schleierhaft, wo all dieses Geld versickert bzw. ob es jemals einen positiven Effekt auf die Wirtschaft haben wird. Solange wir es mit einem solchen System zu tun haben, hat mir niemand meine Solidarität einzufordern. Allerdings stimme ich zu, dass man das AHV-System flexibler gestalten sollte – aber immer auf der Basis der Freiwilligkeit der einzelnen Bezüger.

  • Heinz Butz sagt:

    Herr Schaller hat absolut recht. Es ist sinnvoll eine Sollarbeitszeit festzulegen, damit eine Maximalrente erreicht wird – das ist übrigens heute schon so! Es gibt Berufe, die stärker an der Substanz zehren als andere, so ist ein Bauarbeiter schneller physisch kaputt als ein Verwaltungsrat und das sollte berücksichtigt werden.
    Viele Kommentarschreiber unterscheiden leider nicht nach AHV-Kriterien und BVG-Ansprüchen. Die BVG-Renten werden sinken und deshalb sollten wenigstens die AHV-Renten steigen, damit die alten Leute ein wenig Geld haben um die Wirtschaft in Trab zu halten und davon profitieren schlussendlich alle, auch die Jungen.

  • Heinz Walser sagt:

    Da wird einerseits vergessen, dass Akademiker schon während ihrem Studium AHV-Beiträge bezahlen wie jeder Lehrling, Arbeiter oder Büroangestellter. Es müsste also die Anzahl der Beitragsjahre gezählt und verglichen werden, was so viel ich weiss bereits gemacht wird.
    Andererseits bezahlen Akademiker später viel mehr Steuern, und zwar einiges mehr in ihrem ganzen Leben als das, was der Staat fü ihr Studium ausgegeben hat.

    • Carl Oesch sagt:

      stimmt so wohl nicht. Die gleiche Aussage könnte auch mit Personen, die nur die obligatorische Schulzeit absolviert haben, gemacht werden…

  • sepp z. sagt:

    Gemäss Statistik des Bundes gehen 60% der AHV-Gelder an Frauen, Männer erhalten bloss 40%. Es ist an der Zeit, dass die AHV-Gelder gerechter verteilt werden: Rentenalter der Frauen erhöhen oder die Renten der Frauen senken, bis beide Geschlechter je 50% der AHV-Renten erhalten. Alles andere ist in einer nicht-geschlechterdiskriminierenden Gesellschaft unwürdig.

  • Oleg sagt:

    Übersetzt: je weniger ausgebildet, desto früher in die Rente? Krasse Idee…

    Wäre einfach umzusetzen, denn ein Arzt, oder ein Uni-Professor, oder ein Ingenieur mit 70 immer noch, wenn nich mit den Händen, dann mit ihren Köpfen, das Geld verdienen können und ein 70-jähriger Bauarbeiter wird kaum gebraucht. Die Idee entspricht aber weder der Vernunft noch der Gerechtigkeit und führt zur Verdummung der Gesellschaft. (wieso Studieren, wenn man ohne früher auf die Weltreise fahren kann?)

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