Nach dem Brexit in Bildung und Bilaterale investieren

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«EU? Nein danke!» Die Briten verschliessen sich Europa. Foto: Phil Noble (Reuters)

«EU? Nein danke!» Die Briten verschliessen sich Europa. Foto: Phil Noble (Reuters)

Auch Tage nach dem überraschenden Ja zum Austritt Grossbritanniens aus der EU und den seither publizierten Kommentaren, Analysen und Interviews ist für mich nur eines klar: Das britische Nein zur EU-Mitgliedschaft ist eine historische Zäsur für Europa, vielleicht aber auch für die Schweiz. Ebenso klar ist auch: Die Gemengelage präsentiert sich derart komplex und schwierig, dass bis auf weiteres keine endgültigen und zuverlässigen Schlussfolgerungen möglich sind. Grundsätzlich neige ich zwar dazu, das Positive zu sehen. Aber im Brexit die viel zitierte Chance zu erkennen, die sich aus einer Krise ergibt, fällt mir schwer. Aus den folgenden Gründen:

  1. Im Erstarken des Nationalismus in verschiedenen europäischen Ländern sehe ich eine Gefahr für den Frieden und den Fortbestand der EU.
  2. Die zunehmende Polarisierung durch das Aufkommen rechtspopulistischer Parteien gefährdet den demokratischen Zusammenhalt und demokratische Grundwerte.
  3. Fällt die britische Volkswirtschaft in eine Rezession, wie dies die meisten Experten annehmen, schadet das Europa und auch uns: Für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie ist Grossbritannien der sechstgrösste Einzelmarkt.
  4. Der Austritt Grossbritanniens bedeutet eine Schwächung für den europäischen Integrationsprozess. Er wird die EU auf Jahre hinaus beschäftigen und lähmen. Bis die richtigen Lehren aus dem Brexit gezogen werden, dürfte (zu) viel Zeit vergehen. Die Möglichkeit, dass die EU auseinanderbricht, ist grösser geworden.
  5. Um der Gefahr des Auseinanderbrechens zu begegnen, wird die EU nach dem Brexit kaum zu mehr Zugeständnissen gegenüber der Schweiz bereit sein. Ein Kompromiss in der Frage der Zuwanderung ist damit in weite Ferne gerückt. Die bilateralen Verträge mit der EU sind deshalb gefährdet.

Schneider-Ammanns Optimismus überrascht

Natürlich: Hoffen, dass alles nicht so schlimm kommt, darf man immer. Aber das sich alles zum Guten wendet, dürfte wohl ein Traum bleiben. Dazu sind die Verwerfungen, die der Brexit zur Folge hat, einfach zu bedeutend und zu tief greifend. Entsprechend gross sind die Verunsicherung und die Ratlosigkeit – in London, Brüssel oder Bern.

«Insgesamt gut unterwegs»: Johann Schneider-Ammann. Foto: Thomas Hodel (Reuters)

«Insgesamt gut unterwegs»: Johann Schneider-Ammann. Foto: Reuters

Angesichts der schwierigen Ausgangslage überrascht mich der Optimismus, den Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zur Schau stellt. Er glaubt an eine baldige Verhandlungslösung mit der EU, rechnet höchstens mit «einem leichten Brexit-Dämpfer» für die Schweizer Wirtschaft und sieht die Gefahr einer weiteren Flucht in den Franken recht entspannt: «Die Nationalbank macht ihren Job», sagte er der «SonntagsZeitung».

Natürlich würde ich mir wünschen, dass Schneider-Ammann in den nächsten Monaten recht behält mit seiner Aussage, wonach wir «insgesamt gut unterwegs sind» und nicht «über eine Rezession reden». Aus den eingangs erwähnten Gründen beurteile ich die Situation jedoch um einiges kritischer. Aber wie erwähnt: Niemand kann wirklich voraussagen, wie sich die Dinge entwickeln und welche Dynamiken ausgelöst werden.

Keine Angst vor neuer Abstimmung

Umso wichtiger scheint mir, dass wir im Rahmen der Industrie 4.0 in die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und in die Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmer investieren. Nur so können wir dem Abbau und der Auslagerung von Arbeitsplätzen entgegenwirken. Und da die Schweiz auf stabile Beziehungen mit der EU angewiesen ist, erwarten die Angestellten Schweiz eine möglichst rasche Klärung des bilateralen Weges. Dabei sollte die Politik auch nicht vor einer neuen Volksabstimmung zurückschrecken, damit das Zufallsmehr zur SVP-Masseneinwanderungsinitiative vom 9. Februar 2014 korrigiert wird. Die von Schneider-Ammann favorisierte Lösung mit dem einseitigen, eingeschränkten Inländervorrang ist nämlich mit der SVP nicht zu machen.

34 Comments sur «Nach dem Brexit in Bildung und Bilaterale investieren»

  • Stevens says:

    Grundsätzlich kann man dem Beitrag nicht viel anfügen. Dies kann eine Ansicht sein, andere Ansichten sind auch nicht falsch.

    Aber etwas müssen sie mir erklären, Herr Studer:
    “1.Im Erstarken des Nationalismus in verschiedenen europäischen Ländern sehe ich eine Gefahr für den Frieden und den Fortbestand der EU.”

    Eine Gefahr für den Frieden? Ist das ihr Ernst? Glauben sie jetzt im Ernst, wenn die EU im Extremfall auseinanderfällt, dann gehen die Staaten wieder mit Panzern aufeinander los? Gibt es wieder Krieg zwischen den Staaten?
    Entschludigen sie, aber das finde ich persönlich wirklich absurd.

    Bitte spucken sie nicht grosse Töne (“Es geht um Frieden”) ohne zu sagen, was sie eigentlich damit meinen. Oder erklären sie es mir, was sie jetzt genau meinen.

    • Martin Frey says:

      “Grundsätzlich kann man dem Beitrag nicht viel anfügen. Dies kann eine Ansicht sein, andere Ansichten sind auch nicht falsch.”
      Sehe das sehr ähnlich, Stevens. Unter dem Strich ist sicher die Hälfte der Liste Ausdruck der Befindlichkeit des Autors, weniger faktenbasierte nüchterne Analyse.
      Man kann es auch so sehen: Das theoretisch demokratisch aufgebaute, faktisch zunehmend undemokratisch geführte EU-Gebilde wird durch ur-basisdemokratische Prozesse in seinem Kurs nun korrigiert. Und das kann nur im Interesse der EU wie auch der Demokratien in Europa sein.
      Denn provokativ gefragt: Würden all die populistischen bis extremistischen Parteien und Bewegungen in ganz Europa auch derart Zulauf haben, wenn die EU basisdemokratischer wäre und ihre Grundidee nicht aus den Augen verloren hätte?

      • Sportpapi says:

        “Denn provokativ gefragt: Würden all die populistischen bis extremistischen Parteien und Bewegungen in ganz Europa auch derart Zulauf haben, wenn die EU basisdemokratischer wäre und ihre Grundidee nicht aus den Augen verloren hätte?”
        Klar. Siehe Schweiz. Obwohl wir mit unserem Wohlstand eigentlich weniger Nährboden für solche Parteien haben. Ausserdem hat das mit der EU eigentlich wenig zu tun, sondern ist wenn schon eine Folge der Globalisierung und deren Verlierer. Und da möchten Sie sich als liberaler Mensch ja auch nicht abkoppeln, oder?

        • Martin Frey says:

          Das sehe ich anders, SP. Erstens mal ist die SVP, auf die Sie ja anspielen, verglichen mit einer FN, Jobbik oder Vlaams Belang eine Chorknabentruppe die (was wir nicht vergessen sollten) durchaus viele staatstragende basisdemokratische Elemente in sich weiss. Aller Vorbehalte zum Trotz. Und andererseits funktionieren die Checks and Balances in der Schweiz trotz des Vormarsches der SVP in den letzten 20 Jahren vergleichsweise hervorragend.
          Natürlich weiss auch eine SVP Aengste von Globalisierungsgegnern- resp. -verlierern gezielt zu bedienen. Aber diese Aengste haben auch in der CH mindestens ebenso viel mit den auch uns gegenüber oft unangenehm bis negativ spürbaren Auswirkungen des Grossmachtverhaltens der EU zu tun.

          • Sportpapi says:

            “Aber diese Aengste haben auch in der CH mindestens ebenso viel mit den auch uns gegenüber oft unangenehm bis negativ spürbaren Auswirkungen des Grossmachtverhaltens der EU zu tun.”
            Ich sehe dieses Grosssmachtverhalten der EU nicht. Im Gegenteil, ich wundere mich immer wieder, wie grosszügig man das Gebahren der Schweiz (und anderer Länder, muss man ehrlicherweise sagen) toleriert hat, zum Beispiel im Steuerwesen. Grossmachtverhalten und unverholene Erpressung habe ich eigentlich nur von den USA gesehen.

        • Martin Frey says:

          Der Systemfehler der EU, hinter deren Grundgedanke ich an sich absolut stehe, war die eigenmächte Weiterentwicklung der letzten Jahre, mit Brechung nahezu aller selbst auferlegten Regeln und Verträge. Der Gipfel der zunehmenden Entfremdung jedoch, der auch zu der zunehmenden Ablehnung der EU-Institutionen in nahezu allen EU-Ländern führte, war und ist in der aufoktroyierten, fehlerhaft konzipierten PFZ und dem Euro zu suchen.
          Gleichzeitig werden Abweichler und “Störenfriede” auf relativ undemokratische Art und Weise vor sich her getrieben. Was auch die Schweiz immer wieder spüren musste.
          Es ist wie bei anderen Befürchtungen in der Bevölkerung, SP. Sie werden nicht von den Populisten geschaffen, jedoch treffsicher aufgegriffen und systematisch bedient.

          • Sportpapi says:

            “Der Gipfel der zunehmenden Entfremdung jedoch, der auch zu der zunehmenden Ablehnung der EU-Institutionen in nahezu allen EU-Ländern führte, war und ist in der aufoktroyierten, fehlerhaft konzipierten PFZ und dem Euro zu suchen.”
            Sie gehen also davon aus, dass eine Mehrheit der Länder/der Bevölkerungen gegen den PFZ, gegen offene Grenzen, gegen den Euro sind?
            Lustigerweise möchten ja alle den Wohlstand, den die PFZ etc bringen, nicht aber die Nachteile. Deshalb Kontingente nach Massgabe der Wirtschaft (da kommen die MEI-Befürworter schön auf die Welt, wenn sie merken, dass zu heute nichts ändert!) und Inländervorrang, ohne eine Idee, wie das zu gestalten wäre. Es ist ja auch eine Frage des Lohnes. Und der soll ja nicht fixiert werden, also ersetzen billige Ausländer teure Schweizer.

          • Martin Frey says:

            “Sie gehen also davon aus, dass eine Mehrheit der Länder/der Bevölkerungen gegen den PFZ, gegen offene Grenzen, gegen den Euro sind?”
            Das muss man etwas differenzieren. Etwas pauschalisierend formuliert, ist der EURO weniger für die Nordeuropäer als vielmehr für die südeuropäischen Länder ein mittlerweile vitales Problem. Es hat die massiven Strukturdefizite dieser Länder demaskiert. Nur wurden dieses Gefälle damit nur noch zementiert bzw. verschlimmert, weite Bevölkerungskreise in Südeuropa sind mittlerweile verarmt.
            Die PFZ zeichnet sich ebenso durch Geburtsfehler aus. Mit der Idee, innerhalb der EU frei zu reisen, zu studieren und ggf. auch zu arbeiten haben die wenigsten ein Problem. Faktisch aber führte es in strukturstarken Nationen v.a. zu einer Einwanderung ins Sozialsystem.

          • Martin Frey says:

            Eine Steuerung der Arbeitsmigration auf Basis des Bedarfs der lokalen Arbeitsmärkte analog gewisser angelsächsischer Länder wäre die Idee wohl gewesen, die Situation präsentiert sich jedoch völlig anders.
            Dass die mittlerweile massive Entfremdung der europäischen Völker von der europäischen Grundidee mit der PFZ und dem Euro zusammenhängen ist ja nicht meine Erkenntnis, SP. Plakativ gesagt ist in Südeuropa mehrheitlich der EURO und in Nordeuropa mehrheitlich die PFZ dafür verantwortlich.
            Die EU jedoch verweigert sich bekanntlich jeder Diskussion über ihre Dogmen.

          • Sportpapi says:

            “Die EU jedoch verweigert sich bekanntlich jeder Diskussion über ihre Dogmen.”
            Klar. Weil es sich um Grundsätze, Grundpfeiler handelt. Und weil sie den meisten tatsächlich auch Wohlstand gebracht haben.
            Ausserdem wird nicht die interne Diskussion verweigert, sondern es werden Ausnahmen abgelehnt. Aber wie man sieht, kann ja jedes Land auch einfach aussteigen. Und darauf spekulieren, dass es ohne Freihandel mit der EU, ohne PFZ, besser geht.

        • Rolf Zach says:

          Alles spricht von Basisdemokratie. Aha, jeder der Leserbriefschreiber, inklusive meine Wenigkeit, sind alles Experten für einen europäischen Binnenmarkt. Warum interessiert uns die Meinung der Herren Blocher und Köppel, wir können das als Basisdemokraten ebenso gut. Warum haben unsere Verfassungsväter 1848 den Ständerat eingeführt? Nationalrat und 51 % Mehrheit genügt für die Basisdemokratie. Dies ist der wahre Fortschritt.

    • Johanna Berger says:

      “Eine Gefahr für den Frieden? Ist das ihr Ernst? Glauben sie jetzt im Ernst, wenn die EU im Extremfall auseinanderfällt, dann gehen die Staaten wieder mit Panzern aufeinander los? Gibt es wieder Krieg zwischen den Staaten?
      Entschludigen sie, aber das finde ich persönlich wirklich absurd.”

      Warum finden Sie das absurd? Die Jugoslawen sind nach 70 Jahren zusammenleben in einem Bundesstaat auch aufeinander losgegangen.

      • Stevens says:

        @Johanna:
        Ich finde den Vergleich wirklich nicht passend.
        Erstens war Jugoslawien immer ein Pulverfass und nie wirklich ein Staat.
        Zweitens ist der Jugoslawien-Krieg 20 Jahre her. Seither ist einiges gegangen. Man ist ua via Social Media mobil, international vernetzt, reist selbstverständlich in Europa umher.

        Deshalb frage ich sie (ich frage auch den Autoren, leider hat er mir noch nicht geantwortet): Glauben sie das wirklich? WIRKLICH? In vollem Ernst? Nicht einfach so daher gesagt (man will ja Argumente für die EU haben)?

  • Swissgirl says:

    Danke, Sie schreiben mir aus dem Herzen. Ich finde dieser Zweckoptimismus unseres Bundesrates reichlich naiv. Als ob die Schweiz nun die grossen Ansprüche einfach so durchgewunken bekäme. Weil die Schweiz ist ja so wichtig. Ja, klar, muss ja so sein. Wird uns ja immer wieder von Rechts vorgebetet. Die Schweiz muss und soll selbstbewusst auftreten aber doch ab und zu noch einen Realitätscheck einlegen.
    Und was die Bildung angeht: Wie blöd kann die politische Rechte denn noch sein? In einem Land, das ausser seinen Ausbildungen keine Rohstoffe hat, dieses Gut auch noch überall zu beschneiden? In die Bildung zu investieren ist der einzige Weg, unseren künftigen Wohlstand zu sichern!

    • Dani Keller says:

      Zu Bildung gehört auch das Wissen, dass in Sachen Bildung NICHT gespart wurde und auch nicht gespart wird.
      Bildungsausgabenwachstum = es wird mehr Geld ausgegeben als im Vorjahr.
      Sparen bei Bildung = es wird weniger Geld ausgegeben für Bildung als im Vorjahr (=negatives Ausgabenwachstum)

      Bitte nennen Sie mir einen Zeitraum, wo weniger Geld für die Bildung ausgegeben wurde gegenüber Vorjahr. Oder nennen Sie mir geplante Budgets die ein negatives Wachstum ausweisen. Danke.

      • Peter Schwarz says:

        Wäre die Bildung besser, wüssten Sie, dass sich die Bildungsausgaben in den letzten 35 Jahren fast vervierfacht haben, bei rückläufiger Qualität. Die Kriminalität hat sich übrigens seit 1970 verzehnfacht, und die Staatsquote fast verdoppelt.
        Glauben sie nicht alle linken Märchen, überprüfen sie es.

  • Koller says:

    Unser Bundespräsident hat doch wie des öfteren und andernort’s nicht die leiseste Ahnung von der Sache!

  • Tiziana Rapelli says:

    1. Der aufkommende Nationalismus ist keine “Gefahr für den Frieden”. Nationalismus bedeutet nicht Aggression gegen andere Staaten. Grossbritannien z.B. hat seit mehr als 100 Jahren kein anderes Land angegriffen, im Gegenteil, GB hat Europa zweimal gerettet. 2. ASEAN (Asien) und NAFTA (Amerika) kennen weder Personenfreizügigkeit noch Einheitswährung. 3. Die EU will bzw. wollte zu viel. Es gibt keine europäische Identität, keine gemeinsame Geschichte, keine gemeinsame Sprache. Es gibt Schweden, Spanier und Tschechen, eine Vielfalt. “Europäer” sind Anhänger eines Superstaats mit einer Abneigung gegen direkte Demokratie und Föderalismus.

    • Maurizio Quadri says:

      Das hat man in früheren Zeiten auch schon gedacht. Es ist gescheiter sich mit anderen Nationen auf friedliche Weise zu verbünden. Wenn ich die rechtsradikalen SVP-Anhänger und andere Ultrarechte in Europa betrachte, sind die zu allem bereit.
      GB hat in Europa kein Land angegriffen aber Sie blenden die koloniale Vergangenheit aus.
      Die USA bilden schon fast den Kontinent Nordamerika, faktisch haben die fast eine Einheitswährung.
      Keine gemeinsame Geschichte? Liegen Spanien, Tschechien, Schweden ausserhalb von Europa?

      • Tiziana Rapelli says:

        GB hat sich im Frieden von seinen Kolonien getrennt, und das Commonwealth besteht immer noch, es gibt keine Absetzungsbestrebungen. Vergleichen Sie das mal mit Frankreich und seinen Kolonien: Krieg und Chaos heisst das Erbe.
        Und nein, jedes europäische Land hat seine eigene Geschichte.

      • Tiziana Rapelli says:

        Das EU-Musterland Frankreich hat übrigens immer noch etliche Überseegebiete, auch wenn die nun TOM (Territoires d’Outre-Mer) und DOM (Départements) heissen.

    • Maurizio Quadri says:

      Da muss bei der ach so demokratischen Wahl der Herrn Bundesrates Sch-A. etwas total falsch gelaufen sein.

  • Dani Keller says:

    @Stefan Studer: Ist es auch ein Zufallsmehr, wenn die Mehrheit (50.1%) in ihrem Sinne abgestimmt hat? Wären Sie konsequent, dann schon. Wenn nicht, sind Sie ein Polemiker.
    Sind wir ehrlich: selbst bei minimalster Umsetzung der MEI (quasi ohne Auswirkungen auf PFZ) wird aus dem Brüsseler Zentralbüro ein “njet” kommen. Daher bleibt nur eines übrig: Verfassung 1:1 (nottfalls einseitg) 2017 umsetzen, d.h. mit Kontingenten und Inländervorrang. Es bleibt der EU natürlich frei, dann die Bilateralen zu kündigen, wobei die Wahrscheinlichkeit äusserst gering sein dürfte.
    Generell hat der Mensch die Tendenz, immer vom worst case auszugehen. Der Schweizer im Besonderen. Die Realität “überrascht” dann immer positiv. Jüngstes Beispiel war die Aufhebung der Eurountergrenze.

  • John Steiner says:

    Das wir in die Bildung investieren müssen, sollte wohl nicht erst und aufgrund des Brexit sein. Wenn man dann aber liest und hört wie z.B. der Kanton LU aus Budgetgründen bei der Berufsschule spart, fragt man sich was in der Schweiz abgeht.
    Den Optimismus von JSA würde ich schon eher als tragische Naivität bezeichnen. Man kann auch beide Augen verschliessen vor der Realität.

  • Markus Ackermann says:

    a) Der Artikel ist angenehm unaufgeregt … in D und Brüssel erleben wir aktuell das Gegenteil: die “Recht”-Gläubigen in D und Brüssel können mit dem Abfall vom Glauben durch England nicht umgehen.
    b) Die Thesen in Ziff. 3 + 4 halte ich für richtig (bzw. sehr wahrscheinlich).
    Ziff. 5 halte ich für pessimistisch, da diese Thesen implizieren, dass Vernunft (und damit Reformen) in der EU keine Chancen haben … die EU sich mithin als fundamentalistische Sekte verhalten wird.
    c) Ziff. 1 + 2 halte ich für falsch. Denn die €U ist
    – ANTI-demokratisch
    – imperialistisch
    – kolonialistisch.
    Dies führte in der Geschichte immer zu
    – ENT-Kolonialisierungskonflikten und
    – imperialistischen Kriegen.
    Die beste Friendensgarantie wäre DEMOKRATIE. Aber die “Recht”-Gläubigen wollen dies nicht

  • Sil says:

    An was die EU Krankt ist ganz klar die fehlende Selbstreflexion.
    “Die zunehmende Polarisierung durch das Aufkommen rechtspopulistischer Parteien gefährdet den demokratischen Zusammenhalt und demokratische Grundwerte.”. Man sollte sich endlich einmal fragen, warum nun plötzlich die “rechtspopulitischen Parteien” ÜBERALL in Europa so starken Zulauf bekommt. Das kommt nicht von ungefähr. Die Antwort der EU ist lediglich, dass dies alles dumme Bürger sind. Man sieht auch wie die EU mit dem Brexit umgeht. Täubelen und GB möglichst viele Steine in den weg legen, anstatt dass man sich zurück zieht, einen Plan ausarbeitet wie man attraktiver wird und somit die anderen Ländern in der EU behalten kann. Die EU versucht nun aber ein exampel an GB zu statuieren. Das ist die unsägliche Arroganz

  • Peter-Jürg Saluz says:

    Mir gefällt das Bild von Johann Schneider-Ammann. Endlich hat sich der Mann einmal an der eigenen Nase genommen….

  • M.Kalt says:

    Zitat: “Niemand kann wirklich voraussagen, wie sich die Dinge entwickeln und welche Dynamiken ausgelöst werden.”

    Aber direkt im Anschluss an obiges Zitat einen Forderungskatalog aufstellen. Aber wie oder was ist die Begründung dafür wenn keine verlässlichen Voraussagen/Entwicklungenfesthalten lassen?

    Wer sich über die Rechtspopulisten auslässt und diese als Gefahr sieht, sollte auch aktuelle Gründe dafür anführen können. Den das Pendant dazu, den Linkspopulisten, benutzt diesselben Mechanismen einfach mit umgekehrten Vorzeichen.

  • Rolf Zach says:

    Wenn wir in Brüssel für unser Land am meisten herausholen wollen, müssen wir jetzt der EU beitreten. Wir werden noch unsere Wunder erleben, wenn die 27 Mitglieder ihre Reihen geschlossen haben. Haben wir dann einen Winkelried, der uns eine Gasse macht in der Schlacht bei Brüssel. Natürlich werden in diesem Fall so wohlhabende Leute wie Herr Blocher tausendmal gerne mehr Steuern zahlen, damit wir vollkommen außerhalb der EU keine Nachteile erleben. Das ist eidgenössische Solidarität vom feinsten.

  • Markus Steiner says:

    Wenn “rechtspopulistische” Parteien (es gibt auch Linkspopulisten mit hohem üSchaden- + Gewaltpotential) schuld sein sollen, dass wieder mehr nationales Bewusstsein aufkommt, ist zu fragen, wieso Rückbesinnung auf Eigenständiges seit langem im Gang ist. Zwar wird letzteres durch die Political Correctnes meist (Regierungen + Medien) torpediert. Die Fussball-EM ist ein glückliches “Gegengefäss” dafür: Dort geht jeweils beim Abspielen der Nationalhymnen die rechte Hand zur linken Brust geht, was genau das Gegenteil von dem ausdrückt, was selbsternannte Eliten, Internationalisten und (vor allem linke) Politiker uns einimpfen wollen. Die EU ist eine Institution, die glaubt, mit Geld sei alles zu machen: Gier nach Macht? Hände weg davor, lieber ein tieferer Lebensstandard, als Kontrolleure!

  • Renatus Omaga says:

    Die Betonung der eigenen Identität durch die grosse Mehrheit der Bürger ist ein Alarmsignal vor dem Zerfall einer Gesellschaft. Die Masse der Bürger habt mit Rechtsradikalen Parteien rein gar nichts zu tun. Der Familievater, Grossmutter, Studentin, fühlen sich in einem Meer fremder unverwurzelter Menschen mit einer fremden Sprache & Attitude, unkritischer Zurschaustellung der Religion eines kriminellen pädophilen Schöpfers dieser Religion.
    Drittklassige Politiker ohne Sinn und Verstand wie Juncker & Co entscheiden für 28 verschiedene Nationen. Durch den Brexit wird diese Situation auch der breiten Masse vor Augen geführt. Ein weiter so wird bald nicht mehr möglich sein. Die Briten bereiten den Zerfall der aktuellen EU und die Abschaffung der Knebelung von Nicht-EU Staaten vor.

  • Peter Schwarz says:

    Die Linken als Bewahrer der Demokratie ? Ein Witz ? Ausgerechnet jene, die Menschen die eine andere Meinung vertreten beschimpfen, zensieren, diffamieren, in die rechte Ecke stellen, oder als Dummköpfe hinstellen ?
    Ausgerechnet jene die aktuelle Fehlentwicklungen in Europa zu verantworten haben ? Genau, es gab da mal die grossen Demokratien der Linken, wie hiessen die noch mal ? Ist ihnen eigentlich bewusst, das es nur in Bürgerlich regierten Ländern also den Populisten, überhaupt je Demokratien gab, trotz Linker ?

  • Stadelman Reto says:

    Meiner Meinung nach lässt sich die Sache sehr schnell zusammenfassen. Es gibt die Globalisierung. Die EU ist aktuell das grösste Globalisierungsprojekt. Die zusätzliche Wertschöpfung der Globalisierung wird sehr ungerecht verteilt. Für sehr viele Menschen bedeutet die Globalisierung dass sie kürzer treten müssen. Das hat zu einem Ja beim Brexit geführt. Alles andere ist Beilage.
    Warum sollten die Arbeiter bei stagnierenden Löhnen, aber steigenden Mietkosten auch ein Ja einlegen? Weil sie noch günstiger chinesische Spielsachen kaufen können die sie nicht brauchen?
    Aber aus irgendeinem Grund wird das von vielen Kommentatoren ausgeblendet. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Meinung so unpopulär ist.

  • Zen says:

    Menschen heute denken wir sind so gebildet und haben alles im Griff. Ist das so? Die anhaltende Globalisierung, was nichts anderes als der schon über 100 Jahre dauernde Imperialismus, aus der Zeit wo der grösste Teil Europas noch Monarchien waren, macht uns de fakto doch einfach kaputt. Wenige sammeln das Geld ein, Territorienkämpfe führen zu globalem Terrorismus, Regierungen sehen darin Gründe unsere Freiheiten zu Beschränken. Wollen wir dass? Ziel muss doch sein Bevölkerungen in ihrer Heimat belassen zu können, lokale Produktionen und Handwerk zu fördern. Global zu denken wo es für die gesamte Menschheit besser ist. Weniger Gesetze und Regeln zu haben, zu lernen mehr und mehr selber Verantwortung den einzelnen zu überlassen. Zu investieren in besseres Leben für alle. BREXIT ist gut!

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