Schweizer Parlamentarier in Eritrea: Alles nur Fassade

Politblog

Regierungs-PR: Eritreer demonstrieren in Genf für ihren Führer und gegen die angeblichen Verleumdungen des Westens (22.6.2015). Foto: Magali Girardin (Keystone)

Seit dem Wochenende ist eine Gruppe von Schweizer Politikerinnen und Politikern in Eritrea, um sich vor Ort über die Lage der Menschenrechte zu informieren. Denn allein im vergangenen Jahr haben fast 10’000 Eritreer in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt.

Zur kleinen Reisegruppe gehören: die grüne Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli, CVP-Nationalrat Claude Béglé, SP-Nationalrätin Yvonne Feri und Nationalrat Christian Wasserfallen von der FDP. Vorbereitet wurde der Besuch vom Honorarkonsul Eritreas in der Schweiz, Toni Locher, der seit Jahren PR für das ostafrikanische Land betreibt, dem SVP-Mann Thomas Aeschi und der eritreischen Regierung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Gegen eine solche Reise ist per se nichts einzuwenden. Nur zu gerne würde auch Amnesty International im Land recherchieren. Doch Menschenrechtsorganisationen, selbst der UNO-Menschenrechtskommission, wird die Einreise seit Jahren verweigert. Auch ausserhalb des Landes, beispielsweise am UNO-Sitz in Genf, zeigt die eritreische Regierung keinerlei Gesprächsbereitschaft. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz darf zwar kommen, aber bitte nicht in die Gefängnisse.

Was also wird die Politikerinnen dort neben sommerlichen Temperaturen, Staatsempfängen, Botschaftsbesuchen und ausgewählten Begegnungen erwarten? Die Interessenlage ist klar: Die SVP möchte Asylsuchende aus Eritrea, in ihren Augen Wirtschaftsflüchtlinge, nicht mehr aufnehmen und strebt deshalb ein Rückübernahmeabkommen mit Eritrea an. Toni Locher unterstützt als Sprachrohr der Regierung die Charmeoffensive Eritreas. Die anderen haben sicher ein ehrliches Interesse daran, zu erfahren, wie es wirklich ist. Aber werden sie die Gelegenheit bekommen, beispielsweise die Strasse vor dem Präsidentenpalast zu überqueren und im gegenüberliegenden Agip-Gefängnis mit inhaftierten Journalisten zu sprechen?

Amnesty International weist immer wieder auf schwerste Menschenrechtsverletzungen hin: Junge Männer werden von der Schule weg zu oft jahrzehntelanger Zwangsarbeit verpflichtet. Dieser sogenannte Nationaldienst sollte laut Gesetz auf 18 Monate beschränkt sein, ist es aber nicht. Junge Menschen, die sich ihrer Zukunft beraubt sehen und fliehen wollen, landen im Gefängnis ohne Kontakt zur Aussenwelt. Dort werden sie körperlich misshandelt oder gefoltert. Willkürliche Verhaftungen sind sowieso an der Tagesordnung. Viele Gefangene «verschwinden» auch einfach.

Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 gab es keine Wahlen, Präsident Isayas Afewerki herrscht mit eiserner Hand, jede Opposition wird unterdrückt, Meinungsfreiheit existiert nicht. Journalisten oder Aktivistinnen, die es wagen, Kritik zu üben, werden ohne Anklage auf unbefristete Zeit eingesperrt.

Unsere Politikerinnen und Politiker werden in Eritrea von diesem Elend – selbst wenn sie wollen – voraussichtlich nichts zu sehen bekommen. Möglicherweise werden sie von lebensfrohen Menschen in einem veränderten Land im Aufbruch berichten. Auch wir würden das gerne tun. Sie tragen aber eine grosse Verantwortung, zwischen Augenwischerei und Realität zu unterscheiden. Ihre Beweise müssten handfest sein, wollten sie die harten Fakten Lügen strafen, die von renommierten internationalen Menschenrechtsexperten aufgrund Hunderter Zeugenaussagen zusammengetragen wurden. Diese sind jedenfalls zu erschreckend, als dass wir Menschen nach einer lebensgefährlichen Flucht aus Eritrea in dieses Land zurückschicken könnten.

46 Kommentare zu «Schweizer Parlamentarier in Eritrea: Alles nur Fassade»

  • werner boss sagt:

    An den Rechtfertigungen sollst du sie erkennen! So gesehen hat dieses Reisli halt doch etwas gutes an sich, auch wenn das Resultat eigentlich zum Voraus bekannt war.Aber es gibt Organisationen die sind der Meinung dass nur sie wissend, und alle anderen dumm sind! Dabei ist völlig klar, es gibt nur wenige Länder auf der Welt, in denen die Menschenrechte eingehalten werden/ können! Viele machen locker Ferien in Ländern die die Todesstrafe kennen und auch ausüben! Niemandem käme es in den Sinn, all diese Millionen „bedrohten“ Menschen mit in die Schweiz zu nehmen!

  • Hans- Ulrich Vogt sagt:

    Mich freuts, dass sich PolitikerInnen selber ein Bild vor Ort machen. Betrachtet man die CVs der BernsitzerInnen stellt man fest, dass es (zu)viele weder in die Arbeitswelt noch zu einem längeren beruflichen Aufenthalt im Ausland gebracht haben. Trotzdem wollen sie uns BürgerInnen die Welt erklären. Frau Schick greift nur Herr Th. Aeschi von der SVP an, obwohl ParlamentarInnen anderer Parteien mitgereist sind. Sie will uns auf diese Art weismachen, dass die Ergebnisse deshalb nicht stimmen können. Obwohl Frau Hochuli GP zum Schluss gekommen ist, dass Eritrea. nicht Nordkorea sei. Sogar das BMF hat im vergangenen Jahr klammheimlich seine Politik im Bezug auf die Eritärer geändert. Frau Schick sieht die Deutungshoheit ihrer Organisation und damit deren Geschäftsmodell gefährdet.

    • Robert Walpole sagt:

      Genau so ist es, Herr Professor!
      Zu viele Interessierte sorgen sich um ihre (eigenen) Interessen. Das ist zwar legitim, die Hintergründe müssen aber immer wieder analysiert werden, wenn man sich anschickt, Motivationen Dritter zu beurteilen und das Ergebnis dann bei der Beurteilung von Lösungskonzepten zu berücksichtigen.

      • Ernst-August Dölle sagt:

        Deutungshoheit sollte in der Regel von bessern Argumenten abhängen und die wiederum sollten auf belastbaren Daten beruhen und nicht von Kurzzeiteindrücken. Man konnte auch tolle, staatlich organisierte Trips in der DDR machen mit viel Kulturprogramm. Das, was wirklich dort geschah, haben die Menschen aus Angst vor Repressalien selten geäussert. Die Reports von UNO, AI und anderen Organisationen beruhen dagegen auf eigenen, nicht staatlich organisierten, systematischen Befragungen von Hunderten von Betroffenen. Das ist für mich erheblich seriöser.

  • Margot sagt:

    AI glaube ich nix mehr und bin deshalb ausgetreten. Im Zuge des „arabischen Frühlings“ 2011 wollte AI und HRW in Eritrea einen Umsturz herbei führen unter dem Department Hillary Clinton und finanziert von G. Soros. Thomas C. Mountain lebte und berichtete ab 2006 von Eritrea: Blackagendareport Eritrea. Ich habe bei AI angerufen und sie direkt gefragt; das sollte die Medien auch tun. Natürlich haben sie das nicht zu gegeben, aber konnten es auch nicht abstreiten. Schlüsselpersonen von AI bei diesen Einsatz waren Kathryn Achilles, Catherine Price, Adams Subi Waitara. Nebenbei, auch Wikileaks hat aufgedeckt, dass unter der UN 2009 versucht wurde die Wirtschaft zu sabotieren, in dem man den Bergbau verhindern wollte.
    Das wäre ein Thema für investigativen Journalismus!

    • Anh Toàn sagt:

      @Margot:

      Sie sind also ausgetreten bei AI und glauben jetzt, wie Sie in vielen Kommentaren zeigten, dem Herrn Locher. Weil er Schweizer ist? Honorarkonsul Eritreas.

      Warum glauben Sie, sind alle Hilfsorganisationen weg aus Eritrea? Als ich da weggeflogen bin, war das Flugzeug mindestens zur Hälfte besetzt mit abreisenden Mitarbeitern von Caritas, MsF, usw., die Regierung liesse sie nicht arbeiten. Aber der Herr Locher, der Held, wird von dem Afewerki zum Honorarkonsul ernannt?

      Ich würde mich schämen, von Isayas Afewerki geehrt zu werden!

      • Margot sagt:

        Bei all Ihren Antworten nehmen Sie keinen sachlichen Bezug auf die Inhalte, die Quellen werden ebenso ignoriert. Es sind auch nicht alle Hilfsorganisation weg, neben SUKE weiss ich noch von Medcare Eritrea, Archemed und Aktionregen. Sie beschreiben die Situation auf HP vollkommen anders AI und UNO.
        Im Bericht der NZZ „Besuch im Emigrationsland Paranoia und Pseudospitäler in Eritrea“ gibt es viele tief gründende Antworten. Besonder der von Moses zeigt die die geopolitischen Interessen auf. Das sind die eigentlichen Gründe.

        • Anh Toàn sagt:

          Meine „Quellen“ in Eritrea haben gesagt, ganz stolz: „In Eritrea darf man denken (!), was man will.“

          @Margot: Merken Sie den Fehler?

        • Hanspeter Müller sagt:

          Haben Sie sich erkundigt, wem die Hilfsorganisationen gehören, die Sie aufzählen? Der Präsident von Suke ist Toni Locher, der Honorarkonsul in der Schweiz. Für Medcare und Archemed von Peter Schwindtal gilt ähnliches in Deutschland. Es muss ja auffallen, dass grosse anerkannte Hilfswerke, die in mehreren Ländern aktiv sind sich zurück ziehen müssen, weil sie die Bedingungen vor Ort, respektive die Forderungen der Regierung nicht mehr bezahlen wollen und einzelne kleine Hilfswerke, die nur dort aktiv sind behaupten es gebe überhaupt keine Korruption und nur motivierte Regierungsbeamte. Sie verweisen ja selber auf den NZZ-Artikel mit dem Bericht über ein Spital, das man nur als Potemkinsches Dorf bezeichnen kann.

  • Christoph Immoos, Basel sagt:

    Die Voreingenommenheit von AI zeigt sich bereits anhand des dummen Spruchs im 2. Absatz des Beitrages von M. Schick. Hilfsorganisationen lassen nicht locker mit Behauptungen, wie schlimm die Situation in Eritrea sei und was für arme Teufel sich mit letzter Kraft zu uns in die Schweiz flüchten. Diese sind aber nicht dafür bekannt, sich hier zu integrieren oder zu arbeiten.
    Bereits im Januar 2015 flog SEM-VD Urs von Arb selbst nach Eritrea um Abklärungen zu treffen. Ein detaillierter Bericht über diese Sondierungsreise wird bis heute unter dem Deckel gehalten. Es wundert deshalb nicht, dass die Erkenntnisse der jetzt hingereisten Politiker ein anderes Bild von der Situation in Eritrea zeichnen, als uns Sommaruga weis machen will. Diese Bevorzugung von Wirtschaftsmigranten MUSS aufhören.

    • Margot sagt:

      Der ehemalige Mitarbeiter Pablo Loosli des Int. Roten Kreuzes in Eritrea hat im Nov. 2014 die CH zu Entwicklungsprogrammen in Eritrea aufgefordert. Allzu viel Hoffnung hatte er nicht: «Ich frage mich, wie ernsthaft sich die Schweiz bemüht, zu erfahren, wie es vor Ort wirklich ist». Okt. 2014 war Staatssekretär Yves Rossier u.a. in Kenia, Äthiopien und Somalia. Auch Frau BR Sommaruga war im Oktober 2015 in Äthiopien. Beide waren nicht in Eritrea. Das wirft doch Fragen auf!?!

      • Christoph Immoos, Basel sagt:

        Wie es wirklich ist, scheint unsere Behörden und speziell BR Sommaruga nicht zu interessieren. Sonst wäre der Bericht dieser Reise von Urs von Arb längst veröffentlicht worden. Die Problematik mit Eritrea besteht darin, dass Sommaruga und ihre Anhänger – realitätsfremd – schon viel zu lange behaupten, jeder der von dort komme sei ein Flüchtling und mit dem Leben bedroht. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass dem nicht so ist. Dass unsere Behörden diesen armen Wesen noch Ferienreisen ins böse Heimatland finanzieren passt gut zur allgemeinen Geldverschleuderung unter Anführung linker Sozialindustrieller und Anwälten.

  • Hannes Müller sagt:

    Das erinnert mich an Morgensterns Palmström: „.. weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“

  • Martin Schroffenegger sagt:

    Es ist ja lobenswert, wenn Politiker sich vor Ort infomieren möchten. Aber wenn die Reise von derart offensichtlich einseitigen Interesseträgern organisiert wird, sollten sie zumindest ein Minimum an Sach- und gesundem Menschenverstand haben und ihre Naivität zügeln, sonst wird das Ganze lächerlich.

    • Helga Schmidt sagt:

      Herr Schroffenegger, was wollen Sie hier den Reisenden unterstellen?
      Wenn nur ein SVP-Grüppli nach Eritrea gereist wäre, könnte ich Ihren Einwand der einseitigen Interessenlage vielleicht nachvollziehen, aber wenn Politikerinnen und Politiker von Grünen, SP, CVP, FDP und SVP ins Land reisen und alle ähnliches berichten, erhöht dies für mich die Glaubwürdigkeit der Berichte enorm!

  • Helga Schmidt sagt:

    AI ist Teil der Asylindustrie, profitiert damit direkt vom Zustrom von Asylbewerbern und ist somit Partei. Die Behauptungen von Frau Schick haben also bestimmt keine höhere Glaubwürdigkeit, als jene von demokratisch gewählten Politikerinnen und Politikern.

    • Ernst-August Dölle sagt:

      Liebe Frau Schmidt, AI ist eine spenden-finanzierte Organisation. Sie kann also nicht von irgendeiner Art von „Industrie“ profitieren, sondern nur von vernünftigen, grossherzigen Menschen. Aussagen von AI beruhen auf systematischen Befragungen von Researchern über viele Jahre hinweg. Ist dann schon glaubwürdiger als ein kurzes, staatlich organisiertes Reisli…

  • Jane Weber sagt:

    Die Interessen der Eritraer sind klar, sie wollen mehr Freiheit, bessere Zukunftsaussichten und eine materiell stabilere Lebensgrundlage als zu Hause in Eritrea. Dem stehen die ebenso vitalen Interessen der Schweizer Steuerzahler gebenüber, nämlich möglichst wenig Steuern zu bezahlen sodass sie ihre eigenen Zukunftsaussichten und ihre eigenen Lebensgrundlagen stabil halten können. Diese beiden Interessenlagen beginnen sich je länger je mehr zu tangieren und dabei entstehen Interessenskonflikte. Von meiner Regierung erwarte ich das sie meine Interessen höher gewichtet als die der jungen Eritraer, tut sie das nicht, ist sie nicht mehr meine Regierung.

    • Anh Toàn sagt:

      @Jane Weber „Von meiner Regierung erwarte ich das sie meine Interessen höher gewichtet als die der jungen Eritraer, tut sie das nicht, ist sie nicht mehr meine Regierung.“

      Ihr Interesse an wenig Steuern geht also dem Recht auf Freiheit der Eritreer vor? Dann hatten ja die Engländer recht, die halbe Welt zu kolonisieren, was hat Victoria die Interessen der Inder interessiert? Die Interessen der Engländer gingen vor.

      • Jane Weber sagt:

        @Anh Toàn, Die Tatsache das ich von meiner Regierung erwarte das sie sich zuerst um meine Belange als Steuerzahlerin kümmert und erst danach um die Belange von zugewanderten Nichtsteuerzahler heisst nicht das ich eine agressive Kolonialpolitik und die Versklavung von anderen Völkern zur Bereicherung der einen Nation gutheisse. Ich bin gerne bereit Zuwanderer die hierzulande Schutz suchen eine Chance zu geben auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Erfolg zu haben und sich an unserer Wirtschaftsleben zu beteiligen. Aber ich bin in keinster Weise bereit jedes Jahr 20’000 neue Nutzniesser des Sozialsystems einwandern zu lassen um dann Ende Jahr aufgrund der gestiegenen Fallzahlen die zunehmenden „sozialen Kälte“ zu bejammern. Diese Menschen sollen hier eine Chance bekommen, aber keine Hängematte!

        • Anh Toàn sagt:

          ZU meinen Belangen als Bürger des Landes, zu meinen Interessen, gehört nicht nur, möglichst wenig Steuern zu zahlen. Mir ist ganz elementar wichtig, dass mein Staat meine Menschenrechte schützt. Und wenn er die Rechte anderer Menschen nicht schützt, wird er eines Tages meine eigenen nicht mehr schützen: Z.B. meiner Frau eine Aufenthaltsbewilligung verweigern, wenn sie ihren Job verliert und keinen anderen findet: Darf die Mutter unseres Kindes in der Schweiz bleiben, selbst wenn weder ich noch sie selbst für sie aufkommen kann, werden Ihre Interessen als Steuerzahlerin verletzt, das find ich gar nicht schlimm, und auch nicht, wenn es um den tunesischen Mann einer Schweizerin geht.

          • Jane Weber sagt:

            Oh, ich kann ihre Besorgnis um die Menschenrechte ihrer Frau voll verstehen. Aber hier geht es nicht um Familienangehörige von CH-Bürger, hier geht es um die Masseneinwanderung von 10’000 jungen tüchtigen Menschen pro Jahr die über sehr lange Zeit von der Sozialhilfe leben und nur schwer hierzulande Fuss fassen und eine Stelle finden. Wie lange kann das gut gehen und wo liegt Belastungsgrenze für unseren Sozialstaat wenn wir weiterhin jedes Jahr 10’000 Eriträer einwandern lassen? Ich bin eher bereit Steuern für die Unterstützung einer ausländischen Mutter eines CH-Kindes zu bezahlen als für Flüchtlinge über 2 Kontinente und zig Staaten bis zu uns geflohen sind. Wenn die Ressourcen knapper werden muss man Prioritäten setzen, oder wie sehen sie das?

          • Anh Toàn sagt:

            1. Es geht primär mal um MEIN Menschenrecht und das unseres Schweizer Kinder, mit unserer Frau/Mutter als Familie in unserem Heimatland zu leben, Heimatland!.

            Wenn die Ressourcen weniger werden, muss man halt Prioritäten setzen: Nöh, meine ich nicht: Wenn alle den Gürtel etwas enger schnallen, geht’s es besser, als wenn Prioritäten gesetzt werden, welches Leben über welchem Leben steht. Ist der Kuchen etwas kleiner, macht man kleinere Stücke am Kindergeburtstag, und setzt nicht Prioritäten, wer Kuchen bekommt.

  • Robert Walpole sagt:

    Was genau ist die Wahrheit? Der Kern der Wahrheit ist unverrückbar, deren Interpretation bilden die andere Seite der Medaille. Selbstverständlich handelt es sich bei Präsident Afewerki um keinen Absolventen der Akademie für Sonntagsschullehrer, sondern um einen Diktator afrikanischen Zuschnitts. Nur: Potentaten seines Kalibers sind auf dem Schwarzen Kontinent, eingeschlossen der arabischen Welt, nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Ausserdem herrscht in Eritrea seit rund zwanzig Jahren kein Krieg mehr. Objektiv gesehen gibt es viel schlimmere Länder. Natürlich setzt man sich mit dieser Äusserung dem Vorwurf der tendenziösen Relativierung aus. Sei’s drum.
    Fakt ist, dass sich Eritrea nicht einfach Richtung Europa entvölkern kann. Oder sollen sich die Schweizer Richtung Eritrea aufmachen?

  • Anh Toàn sagt:

    Dawit Isaak, ein schwedisch-eritreischer Journalist wird seit 2001 von der eritreischen Regierung eingesperrt, ohne Prozess, ohne Urteil, ohne Kontakt zu Anwälten oder Familie. Niemand (ausser die eritreische Regierung) weiss, ob er noch lebt oder was ihm vorgeworfen wird (er hat eine Zeitung gemacht in Eritrea). Er ging aus Schweden zurück um zu helfen, sein Land aufzubauen.

    Ich war vor 6 Jahren 3 Monate lang in Eritrea (Massawa vor allem, aber auch Asmara), aber man muss nicht dorthin reisen, um sich ein Bild zu machen: Im Gewgenteil werde ich den Verdacht nicht los, die Reise wurde unternommen, um sich gerade kein Bild zu machen von den Zuständen, sich zeigen zu lassen, was die Regierung (seit 20 Jahren die gleiche) zeigen will.

    Fee Davit Isaak

  • Hans Würsch sagt:

    Dass Eritrea den ‚internationalen Organisationen‘ skeptisch gegenübersteht und deren Spiel nicht mitspielen mag kann ich verstehen.
    Ist es nicht so, dass sogar die Schweiz von irgendwelchen Uno-Menschenrechtsorganisationen regelmässig hart kritisiert wird ob der Menschenrechtslage in der Schweiz? Wohin können wir fliehen?
    Wie ernst kann man solche Organisationen noch nehmen?
    Und woher hat Fr. Schick denn ihre detaillierten Informationen zur scheinbar desolaten Lage im Land?

    • Anh Toàn sagt:

      Habe den Zöllner/Soldaten im Hafen von Massawa gefragt, in welche Richtung er wacht. Seine Antwort habe ich kommentiert mit: Dann passt Du ja auf, dass keiner abhaut, nicht dass der böse Feind nicht reinkommt? Hat er mir bestätigt.

      Ich mache mir die Sache einfach: Länder, bei denen die Grenzen dazu da sind, dass die einheimische Bevölkerung nicht abhaut, sind schlecht. In „guten“ Ländern werden die Grenzern kontrolliert, damit nicht jeder reinkommt.

      • Hans Würsch sagt:

        Na ja, allzu gut scheint er ja nicht zu wachen, der Zöllner/Soldat im Hafen von Massawa…die neuesten Zahlen der Asylgesuche aus Eritrea zeigen, dass er keinen guten Job macht.

      • Margot sagt:

        @AT. Das stimmt so nicht. Es ist bekannt, dass in den Sommermonaten die Flüge nach Asmara von Verfolgten ausgebucht sind. Herr Landolt, Gemeindepräsident von Freienbach, hat einen Fall im March Anzeiger geschildert. Ein Eritreer war 2006 als Flüchtling in die Schweiz eingereist, 2010 in Eritrea eine Frau geheiratet. Die Eheschliessung wurde von den eritreischen Behörden bestätigt. Der Flüchtling konnte sich dort unbehelligt bewegen und offiziell mit Ehefrau ausreisen. Oder die ARD Reportage, auf You Tube: „German Weltspiegel TV Report from Eritrea“. Ab der 3. Minute schildert eine Eritreerin, dass sie offizielle Ausreisepapiere zum Ehemann nach Deutschland hat. Dafür hat sie in Eritrea einen Sprachkurs besucht. Das ist nur ein Mosaikstück von mehreren. Überzeugen Sie sich selber!

        • Anh Toàn sagt:

          Wer genug bezahlen kann in Eritrea, kann vieles, sogar weggehen. Was glauben Sie haben die Ausreisepapiere gekostet?

          Übrigens darf aus Eritrea ausreisen, wer den Militärdienst geleistet hat, bis er aus der Armee entlassen wurde. Der Militärdienst dauert aber unbegrenzt und gilt für alle. Also darf nur Ausreisen, wem es bewilligt wurde.

        • Anh Toàn sagt:

          Aus der DDR durften manche ausreisen. Deswegen lässt sich aber der Schiessbefehl an der Grenze nicht leugnen. Auch nicht, dass die Mauer in erster Linie „Republikflucht“ verhindern sollte, und nicht die Nato abwehren.

        • Wedi Erey sagt:

          Liebe Margot, das was Sie sagen, stimmt alles. Ich bin selber Eritreer, der seit 1987 in Deutschland fuer mehr als 20 Jahren gelebt habe und zur Zeit fuer paar Jahren in Kanada lebe. Das groeste Problem in den Westen ist, dass -wie Sie wahrscheinlich schon kennen- die meisten Menschen/Buerger durch die falsche oder Doppelmoral geschleuste Berichte eingebildet sind. Keiner fragt warum, wie, wo, weshalb, usw. Wir haben ein Sprichwort in Eritrea, das etwa sagt „Ein Stab der Wahrheit koennte sehr duenn werden, geht aber nie und niemer kaputt“ heisst also, die Wahrheit kommt zum Tageslicht frueher oder spaeter. Benutzen Sie alle Moeglichkeiten die Wahrheit zu finden. Dankeschoen.

          • Anh Toàn sagt:

            Hunderttausende Eritreer leben im Ausland. Flüge gibt es zwei pro Woche nach Kairo (über Karthoum und Sana damals), einen nach Rom glaub, bestenfalls noch einen nach Paris und einen nach London. Sämtliche Landgrenzen sind geschlossen, Ein- und Ausreise geht nur über den Flughafen in Asmara, in den einzigen nicht rein militärischen Hafen kommen nur ein paar Frachter pro Jahr.

            Also, wie viele der hunderttausenden Eritreer fliegen heim im Sommer?

        • Anh Toàn sagt:

          @Wedi Erey

          Warum leben Sie denn nicht in Eritrea?

          Warum rennen denn so viele aus Eritrea weg?

          Schreiben Sie doch mal etwas anders, als dass die UNO lügt und alles toll ist in Eritrea? Was ist da toll? Wann waren die letzten Wahlen? Wie sin d die Internetverbindungen, Mobiltelverbindungen in die Welt?

          Warum ist Dawit Isaak im Gefängnis? Wann kommt er vor ein Gericht? Fragen Sie in Eritrea laut danach, mit einem Plakat z.B.?

          Berichten Sie die Wahrheit, Sie sagen nur, alles Lüge, mehr nicht.

      • Anh Toàn sagt:

        @Hans Würsch

        Übrigens hast der Mann seinen Job tatsächlich schlecht gemacht. Obwohl seit vier Jahren Soldat, ausgezeichnet, stand seine Waffe (weiss nicht, ob sie geladen war) vier Meter von ihm weg. Ich hab mich dazwischen gestellt, sie am Lauf genommen und ihm gereicht und gesagt: „Um Dich zu erschiessen, muss ich nicht mal ein Gewehr bringen. Du warst vier Jahre Soldat und das wichtigste hat man Dir nicht gelernt!?“

  • Nicolas Richard sagt:

    Grundsätzlich ist es so, dass Personen, die zweimal halbe Kontinente durchqueren, um ihr Ziel Schweiz zu erreichen, nach der Genfer Konvention nicht als Flüchtlinge („Bedrohung von Leib und Leben“) angesehen werden können. Was völlig logisch ist. Die andern Staaten sind viel restriktiver bei der Aufnahme von Eritreern bzw. lehnen sie ab. Das spricht für sich.

  • Ernst-August Dölle sagt:

    Die Aussagen von AI beruhen in allen Reports auf systematischen Befragungen von Menschen aus Ländern wie z.B. Eritrea über viele Jahre hinweg. Im Fall Eritrea decken sich die Ergebnisse mit den Reports von UNO, Human Rights Watch und anderen seriös arbeitenden Organisationen. Da ist es dann schon ein wenig vermessen zu glauben, dass eine staatlich organisierte Reise eines totalitären Regimes von wenigen Tagen Dauer einen besseren Einblick erlaubt. Wenn es Herrn Aeschli als Organisator so ernst gewesen wäre mit seiner Reise, warum reportiert er nicht an die verantwortlichen Stellen in der Schweiz (was seine Aufgabe als Nationalrat wäre), sondern schreibt ausgerechnet ein „Blick-Tagebuch“, wo er mit Kindern posiert? Das ist dann doch recht durchschaubare Stimmungsmache.

    • Wedi Erey sagt:

      Lieber herrn Doelle, sie galuben also, dass die UNO, Human Rights Watch und anderen serioes arbeitenden Organisationen, wie sie ausgeschielert haben, ohne Vorspanne oder Doppelmoral arbeite. Das ist das groeste Problem in den Westen herrn Doelle. Wenn es besonders um Eritrea angeht, dann geht es loss ohne die Wahrheit zu wissen, fast jeder sehr schnell zur Verurteilung verdammt. Warten Sie mal ein bisschen, Sie werden selber von den Tatsachen vorort sehr ueberrascht werden.

  • Markus Roth sagt:

    in der NZZ habe ich gelesen, dass der Bund jährlich über 3000 Eritreern Heimaturlaub in Eritrea bewilligt. Stimmt das ? und wenn es eine Diktatur ist, wie können Flüchtlinge flüchten und gleichzeitig Heimaturlaub machen ?

    • Wedi Erey sagt:

      Als Eritreer, ich kann ihnen aehrlich sagen, dass viele Eritreer und Eritreerinen besonders im Sommer (Juni bis ende August) unser Heimat Eritrea besuchen. Die meisten westlichen Medien sind leider durch Gehirnwaesche und Doppelmoral unterzogen und geblendet. Die Tatsachen vorort (in Eritrea) sind fast 180* umgekehrt als was in den Westen berichtet wird, daher werden Sie sehr frueh von ihren Politiker und Politikerinen, die zur Zeit Eritrea besuchen, etwas anderes (positives) hoeren. Dankeschoen.

    • Hanspeter Müller sagt:

      Es gibt zwei Sorten Flüchtlinge in der Schweiz. Jene vor 1993, die flüchteten vor dem Bürgerkrieg oder wurden her geschickt für eine gute Schulbildung und sind häufig Anhänger der jetzigen Regierung. Inzwischen haben sie einen B-Ausweis oder sind Schweizer. Klar können und dürfen die gefahrlos in die Ferien fahren. Dann gibt es jene von nach 1993, die flüchten vor der aktuellen Regierung, haben noch den Flüchtlingsstatus und dürfen deshalb nicht in die Ferien fahren und könnten auch nicht, weil sie verhaftet und drangsaliert würden wenn man sie dort erwischt.

  • Wedi Erey sagt:

    Aus welchen Gruenden auch immer, wenn es um Eritrea angeht, die westlichen Politiker und/oder westliche Organisationen sind sehr schnell zur Verurteilung verdammt. Eher sie das Land (Eritrea) kennen, versuchen sie (westliche Politiker) immer wieder nur schlechtes Bild zum Ausdruck bringen, weil die westliche Medien fast ausschliesslich durch negative Gehirnwaesche geblindet sind. „Sehen ist Glauben“, haben sie Mut, komm und besuch Eritrea vorort, dann wird man seinen eigenen Eindruck haben, zumindestens richtig beurteilen zu koennen. Ich gratuliere die mutigen Schweizer Politikerinnen und Politiker fuer ihren Besuch vorort.

    • Anh Toàn sagt:

      Warum sollten westliche Politiker Eritrea schlecht machen? Sie kennen ja auch keine, macht keinen Sinn, was Sie behaupten.

      Im Westen hat man sich gefragt, warum die Eritreer alle wegrennen, mehr als die Äthiopier, die Somalier sogar, die aus Mali oder dem Tschad. Erkennen denn die nicht, wie toll es ist in Eritrea?

    • Anh Toàn sagt:

      Warum muss man überhaupt „mutig“ sein, um Eritrea zu besuchen?

      Warum durfte Christoph Blocher Eritrea nicht besuchen? Das Visum wurde ihm verweigert. Ich bin kein Freund seiner Herrlichberglichkeit, aber bezweifle nicht, dass er gesehen hätte, auf welche Seite die Stacheldrähte an den Grenzbefestigungen geneigt sind. Ihm wäre aufgefallen, dass ganze Lastwagen voller „Soldaten“ nicht Soldaten wie bei uns sind: Keiner hat eine Waffe, ausser die Offiziere oder eben Wärter. Ihm wäre aufgefallen, dass die als Decksfracht übers offene Meer transportiert werden, kein Wunder nehmen die eine Fahrt übers Mittelmeer in Kauf, sind es gewohnt so. Er hätte nicht nur gehört, sondern verstanden, dass man ihm sagt, pass auf was Du sagst, die Wände haben Ohren hier.

  • Klaiver sagt:

    Naja. Heuchelei ist doch das tägliche Geschäft der PolitikerInnen. Von dem her bin ich gar nicht überrascht. Einzig etwas erstaunlich, dass nicht noch Vertreter aus dem Wirtschaftsdepartment mitgereist sind, um für Exporte von Schweizer Qualitätswaffen Werbung zu machen.

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