Too big to forget: Bundesbern als Taktgeber für die ICT

Die Schweiz ist mitten in einem Paradigmenwechsel. Wir entwickeln uns von der Dienstleistungsgesellschaft zur Wissensgesellschaft. Wissen ist die Grundlage für Innovation und Innovation ist ein zentraler Produktivitätsfaktor, der unseren hohen Lebensstandard sicherstellt. Die Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) ist das zentrale Werkzeug, um Informationen wertschöpfend zu gestalten und so für die Wissensarbeit nutzbar zu machen.

Die Schweiz hat den Wert von Wissen und Innovation erkannt. Trotzdem schaffen wir es nicht, unsere im Ländervergleich hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung für die Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. In der IMD-Rangliste der wettbewerbsfähigsten Länder liegt die Schweiz auf Platz fünf, Tendenz rückläufig. Was läuft schief?

Bis 2013 werden 260’000 Schweizerinnen und Schweizer im ICT-Sektor arbeiten.

Mitarbeiterin im IBM-Forschungslabor in Rüschlikon (ZH).

ICT ist ein wichtiger Pfeiler für die Zukunft der Schweiz: Mitarbeiterin des IBM-Forschungslabors in Rüschlikon (ZH).

Bereits heute trägt ICT 5 Prozent zur Wertschöpfung der Schweiz bei. Sie ist auf bestem Weg, den Banksektor (7,5 Prozent) in den nächsten Jahren zu überholen. ICT ist ein wichtiger Pfeiler für die Zukunft der Schweiz und erhält trotzdem (zu) wenig Aufmerksamkeit in der politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Debatte. Es fehlt unter anderem das Bewusstsein für das Potenzial von ICT. Die Strategie zur Weiterentwicklung steht und ist in der «Digitalen Agenda» zusammengefasst. Für deren Umsetzung braucht es aber deutlich mehr Durchschlagskraft. Die besten Köpfe aus der Wirtschaft, Politik und dem Bildungssektor müssen ihr Umfeld fordern, ICT zu leben und in der tagtäglichen Arbeit konsequent zu nutzen. Konkret:

Die Wirtschaft ist gefordert, Innovation in Geschäftsmodelle umzusetzen und mit Unterstützung der ICT rentabel zu gestalten. ICT-gestützte Arbeitsprozesse fördern den dezentralen Wissenstransfer und eröffnen unter anderem berufstätigen Eltern neue Karrieremodelle. Die Volkswirtschaft profitiert, indem vorhandenes Wissen lebenslang genutzt werden kann.

Wirtschaft und Forschung müssen über alle Berufsbilder und Fakultäten hinweg lehren und lernen ICT produktiv einzusetzen und den Informatiknachwuchs zukunftsorientiert auszubilden. Das beginnt bereits in der Grundschule. Es gibt intelligente Programme für die mediengestützte Unterrichtsgestaltung. Schulen nutzen diese aber nur bedingt, wenn überhaupt. Dabei wäre es wichtig, bei jungen Erwachsenen das ICT-Interesse zu wecken, bevor sie ihre Berufs- oder Studienwahl getroffen haben. Die Medientechnologie fördert zudem Fähigkeiten wie integriertes und verantwortungsbewusstes Handeln, Selbstmanagement sowie Teamfähigkeit – alles Faktoren, um in der Wissensgesellschaft zu punkten.

Die Politik übernimmt im ICT-Orchester die Rolle des Dirigenten. Das Uvek sowie das Finanz- und Wirtschaftsdepartement sind Taktgeber für die Umsetzung. Wirtschaft, Politik und Forschung müssen gut geführt und eng zusammenarbeiten. Der Einsatz lohnt sich: Bis 2013 werden 260’000 Schweizerinnen und Schweizer im ICT-Sektor arbeiten – das sind viermal so viele Personen wie im historisch verankerten Landwirtschaftssektor (62‘000) und über doppelt so viele wie im viel diskutierten Banksektor (110‘000).

// <![CDATA[
document.write("„);
// ]]>