«Auch der Kellner ist ein Deutscher»

Wenn Sie Ihrem Gegenüber ein gelangweiltes Gähnen entlocken wollen, dann bringen Sie das Gespräch auf das Thema Fachkräftemangel. Es folgen wahrscheinlich Sprüche im Sinn von «Erzähl mir nicht, dass nur hochqualifizierte Spezialisten aus dem Ausland kommen: Der Kellner hier im Lokal ist ja auch ein Deutscher.» Fachkräftemangel ist in aller Munde. Und der Begriff muss häufig herhalten als Deckmantel für eine eigennützige Unternehmenspolitik und Worthülsen aus Wirtschaft und Politik.

Es braucht Reformbereitschaft von allen Seiten.

Eine Kellner in Zürich. (Keystone/Christian Beutler)

Fachkräftemangel ist in aller Munde: Kellnerin in Zürich. (Keystone/Christian Beutler)

Es gibt aber auch ernsthafte Initiativen, die sich mit der Problematik auseinandersetzen. Zwischen Juni 2014 und Juni 2015 haben sich Vertreter aus Verwaltung und Privatwirtschaft aus acht Kantonen für die Verbreitung bewährter Massnahmen zur besseren Nutzung der inländischen Fachkräfte im Metropolitanraum Zürich engagiert. Unter der Leitung der Fachstelle Volkswirtschaft des Kantons Zürich wurden diese Massnahmen in einer Online-Umfrage zusammengetragen und ausgewertet.

Die Resultate sind sehr konkret: 70 Massnahmen aus den Bereichen Bildung für alle Altersstufen, Nachwuchsförderung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind mit Kontaktinformationen auf der Website www.fachkraeftepotenzial.ch abrufbar.

Hier ausgewählte Schlussfolgerungen:

  1. Die Nachwuchsförderung für Berufe mit grossem Fachkräftemangel wird mit vielen tollen Projekten gefördert. Eltern und Kinder im Alter von 6–12 Jahren sollten allerdings stärker in den Fokus dieser Bemühungen rücken.
  2. Fortschritte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind zentral für die Erhöhung des Angebots an Fachkräften. Die Erwerbsanreize für Zweitverdienende sind zu tief oder sogar negativ. Der öffentliche Sektor (Abgaben, Steuern, Kinderbetreuung) ist hier stark unter Zugzwang. Aber auch die Arbeitskultur in Unternehmen ist nicht förderlich, besonders in der Industrie. Überzeugende Massnahmen wurden fast nur bei grossen Unternehmen, die Fachkräfte im internationalen Wettbewerb anwerben müssen, erfasst.
  3. Für Fachkräfte über 45 Jahren wird der Konkurrenzdruck im Arbeitsmarkt immer härter infolge des rasanten technologischen Wandels und der Reformen der Bildungslandschaft, welche vorwiegend den jüngeren Generationen zugutekamen. Damit sich ältere Fachkräfte behaupten können, müssen sie sich adäquat um- und weiterbilden können. Adäquat heisst, dass sie nur das lernen müssen, was sie noch nicht wissen. Dazu braucht es ein transparentes Verfahren für die Anerkennung von im Berufsleben erworbenen Kompetenzen bei Ausbildungsgängen. Dies ist gegenwärtig nicht üblich. Eine höhere Bereitschaft der Fachhochschulen und höheren Fachschulen der Schweiz, dieses Anliegen aufzunehmen und ihre Ausbildungsgänge modular anzubieten, wäre wünschbar.

Zynische Sprüche verändern nichts, es braucht Reformbereitschaft von allen Seiten. Die Schweiz ist ein tolles Land mit grossen Chancen für Unternehmen und Fachkräfte. Sorgen wir dafür, dass alle diese Chancen nutzen können!

90 Kommentare zu ««Auch der Kellner ist ein Deutscher»»

  • Stefan W. sagt:

    Solange Fachkräfte über 45 Jahren keine Stelle mehr finden, ist das Jammern über Fachkräftemangel schlicht unglaubwürdig. Und wenn Jugendliche den Rufen der Lehrbetriebe folgen, und einen der Mangelberufe erlernen, dann müssen sie nach dem Lehrabschluss feststellen, dass der deutsche Mitbewerber automatisch bessere Anstellungschancen hat, weil er Abitur hat und sich besser verkaufen kann. Natürlich ist das nicht immer so, aber immer öfter.

    • Daniel sagt:

      Das mit der Abitur stimmt, aber es liegt leider auch oftmals daran, dass in der Schweiz das Abitur missverstanden wird. Es wird mit einem Hochschulstudium oder Bachelor verwechselt und das ist es mit Sicherheit nicht. Ich lebe jetzt seit 2 Jahren in DE; und für mich ist Abitur eher so etwas wie das Kollegium, von da aus geht man erst weiter ins STUDIUM. Das wird leider verwechselt. Aber das Missverständnis will ja niemand aufklären, schon gar nicht die zahlreichen Deutschen die in der CH arbeiten. PS: Nicht mal die Stellenvermittlungen und Berufsberatung in der CH blicken das ;o)))

      • Frank Rutishauser sagt:

        „Abitur“ wird in Deutschland die Matura genannt.

        • Rolf Zach sagt:

          Das Abitur ist aber leichter für die jungen Deutschen zugänglich als die Matura für die jungen Schweizer, sonst wäre der Anteil der Abiturenten in Deutschland nicht prozentual massiv höher als derjenige der Maturanten in der Schweiz. Natürlich will niemand so hohe Anteile von diesen Abschlüssen wie in Italien und Frankreich, aber die Maturitätszeugnisse in der Schweiz sind zu wenig vertreten gegenüber Deutschland. Ebenfalls fällt auf, daß Eidgenössische höhere Berufsdiplome von ausländischen Firmen als nichts betrachtet werden. Amerikaner sind hier Spitze und die Deutschen machen sie klein.

        • Martina Müller sagt:

          In Deutschland heisst es Abitur und nicht Matura

        • Martin sagt:

          Naja, das sollte mittlerweile bekannt sein. Interessant wird es dann bei den Noten: Eine 1 ist in D eine 6. Also 1 die beste, 6 die schlechteste Note. In beiden Ländern gilt die 4 als genügend. Nur: 1, 2, 3, 4, 5, 6. Während es in der Schweiz drei ungenügende Noten gibt, sind es in Deutschland bloss zwei. Es ist also einfacher in Deutschland eine genügende Note zu haben, als bei uns. Bei uns braucht es für eine genügende Note 50% richtige Antworten, in Deutschland bloss 32%. Von daher darf man sich von den ganzen „Super Abis“ nicht täuschen lassen.

  • Bunner . sagt:

    Wirtschaft beklagt schon seit Jahren den Fachkräftemangel – und leistet sich über 20000 Jugendliche nach der Ausbildung zum RAV zu schicken (gem. Seco August 015). Diese Junge sind aber die Fachkräfte von „Morgen“

  • Vogel sagt:

    Die Wirtschaft und damit vor allem der Arbeitgeber soll mehr Bereit sein den Anliegen und Wünschen der engagierten MA entgegenzukommen. Dies heisst zBsp. Weiterbildungen vorrangig zeitlich zu unterstützen. Viele Lehrgänge werden abends oder abends/tagsüber, Freitag/Samstag angeboten. Finanzielle Unterstützung ist zweitrangig. Muss aber steuerlich (Kanton)abzugsfähig sein. Viele AN wissen, was sie tun müssen um Ihre Arbeitskraft Marktfähig zu halten oder aber informieren sich bei den Beratungstellen um gute Entscheide zu treffen.

  • Martina Müller sagt:

    Es kann nicht sein, dass ältere Arbeitgeber immer mehr ausgegrenzt werden, oder sprichwörtlich keine Chance mehr haben eine neue Stelle zu bekommen, weil man die ganz Jungen vorzieht. Wir haben mit diesem Modell in unserem Bereich vermehrt schlechte Erfahrung gemacht, weil die Jungen mit keinerlei Erfahrung in das Berufsleben treten und sich das erst erwerben müssen. Es ist unglaublich, dass immer noch in deutschsprachigen Räumen wieder über die Deutschen, die hier in der Schweiz arbeiten diskutiert werden muss

  • Anton Keller sagt:

    So werden Steuergelder unsinnig ausgegeben. Die Mär von der mangelnden Weiterbildung der Schweizer wird durch die workschopmässige Aufbereitung nicht wahrer. Und an den tollen Projekten verdienen sich die Veranstalter ganz viel Geld. Wenn man einen Fachkräftemangel bei Freizügigkeit mit 500 Mio. EU-Bürger hat, da stimmt etwas bei den Firmen nicht oder es ist schlichtwegs gelogen, um die Personenfreizügigkeit zu erhalten. Statistiken gibt es zu ziemlich allem, ausser solche, welche die Einwanderung in die Berufe aufzeigen. Die Daten liegen den behörden vor, werden aber nicht ausgewiesen.

  • s.frei sagt:

    warum kommen dann nur ungebidlete und unsere kinder , trotz übertriebener ausbildung (kindergärtnerin 9 jahre!) keine stellen ? es geht nur um den preis – wir werden angelogen und ausgebotet – lesen sie beliebiges inserat und urteilen sie selbst !!! was wird verlangt und was stellt man effektiv ein ! die politik macht das spiel der industrie mit …

  • Richard Engler sagt:

    Bitte etwas mehr Respekt.
    Auch der Kellner ist eine Fachkraft.
    Und mit Lehre und Zusatzausbildung kaum zu finden.
    ok?

    • Knut N. sagt:

      Respekt ist den Schweizern ein Fremdwort und wird hier nur in Schriftdeutsch, zumindest korrekt, aufgeschrieben.
      Nicht nur, dass es ein deutsches Wort ist ( engl. respect ), was ja schon wieder problematisierend wirke, die hierzuländliche Interpretation dazu, wird real in Mobbing ( … ach was ) ausgeführt, was ja niemand wahrhaben will, insbesondere im Bildungswesen und nicht nur von alten, faulen, überforderten LehrkräftInnen, die mal nebenbei etwas unterrichten, zumal diese von ebensolchen EmporkömmlingInnen in Leitungsfunktion darin bekräftigt werden ( AG ). Sorry, aber das ist Realität.

      • Regina Bischof sagt:

        Respekt und der Wille zur Integration ist, wenn man die Sprache seines Gastlandes spricht. In Paris spricht ein Deutscher Französisch, in London spricht er Englisch und in Milano Italienisch. Wie sprechen die Deutschen in der Schweiz ? – „Sorry, aber das ist Realität“.

        .

        • Samira sagt:

          Die Deutschen sprechen deutsch – genauwie Sie. Oder sprechen Sie in St. Gallen St. Gallerisch, wenn Sie doch Baslerin sind? Spricht ein Engländer in Texas texanisch? Nein, aber man versteht sich.
          Ein hiesiger Deutscher muss schweizerdeutsch problemlos verstehen – das ist selbstverständlich (sollte es zumindest sein) – ein Deutscher,der Schweizerdeutsch versucht, wird in der Regel bemitleidet, ausgelacht oder schlimmer: Abgelehnt, weil er die Sprache verhunzt – Sympathien gewinnt er jedenfalls keine, es sei denn er ist sehr talentiert und schafft es innerhalb kürzester Zeit nahezu akzentfrei.

        • Martina Müller sagt:

          Das ist auch schon wieder Schubladendenken, ich kenne genug Deutsche die Schweizerdeutsch sprechen

      • Regina Bischof sagt:

        @Knut N. – Respekt und der Wille zur Integration ist, wenn man die Sprache seines Gastlandes spricht. In Paris spricht ein Deutscher Französisch, in London spricht er Englisch und in Milano Italienisch. Wie sprechen die Deutschen in der Schweiz ? – „Sorry, aber das ist Realität“.

        .

        • BSP sagt:

          Leider ist vielen Schweizern nicht bekannt, dass Hochdeutsch nicht die Sprache ist, die man in Deutschland als Kind sprechen lernt, sondern Dialekt. Hochdeutsch ist insofern auch eine Fremdsprache für fast alle Deutschen. Gerne wird darauf rumgehackt, dass Deutsche keinen Schwyzer Dialekt lernen, aber das ist einfacher gesagt als getan (Schreibt der Tagi Schwyzerdeutsch?). Und mir ist noch kein Schweizer in Deutschland über den Weg gelaufen, der meinen Dialekt dort gesprochen hat. Daher lasst doch dieses Rumhacken auf „die Deutschen“, es gibt doch so viele Weltoffene hier in der Schweiz.

          • Martina Müller sagt:

            Bravo, ganz genau die ewige Herumhackerei hört nicht auf und wird immer wieder von einzelnen Schweizern geschürt. Ich habe bisher weniger erlebt, dass Schweizer in Deutschland so ausgegrenzt werden

        • Joe Breitenberg sagt:

          @R Bischof:Ihr Vergleich hinkt! Zumindest so lange, bis in den Landesteilen ausserhalb des romanischen Sprachkreises die Amtssprache, Printmedien etc. neu definiert wird.Mundart ist schön und wertvoll, aber sie ist mit allen Eigenheiten, dennoch eine Färbung der dt. Sprache, auch wenn sie die wichtigste Bastion darstellt um sich von den DE zu unterscheiden.

      • Mark Keller sagt:

        Regina Bischof, die offizielle deutsche Amtssprache der Schweiz ist Deutsche Standardsprache! Genau die Sprache, welche Deutsche und Österreicher wie die Schweizer sprechen. Die deutsche Amtssprache der Schweiz ist nicht Alemannisch. Oder haben Sie schon mal einen amtlichen, in Alemannisch abgefassten Text gesehen?

        • Regina Bischof sagt:

          @Mark Keller. – Wen interessiert „die offizielle deutsche Amtssprache“ ? – Für die Integration zählt nur die gesprochene Sprache. Und das ist hier Schweizerdeutscher Dialekt. DAS ist die Sprache des Herzens. – Lernen Sie in Milano Italienisch und versuchen Sie sich damit in Napoli zu integrieren und „anzukommen“… Dann verstehen Sie, um was es geht. – Hochdeutsch in der Schweiz zu sprechen ist ein NoGo !

    • Hans Schmid sagt:

      Ja, Herr Engler, ein gelernter Kellner ist eine Fachkraft, aber längst nicht alle, die berufsmässig servieren sind solche.

      • Blanche Wu sagt:

        Man merkt auch die Qualität einer Servicefachfrau / -mann extrem im Unterschied zu Studenten oder anderen welche irgendwie in den Service gerutscht sind. Die einen haben diesen „Kellnerblick“ und die anderen haben ihn oft nicht. Daher wartet man in vielen Lokalen sehr lange bis man bedient wird oder zahlen kann. Der Kellnerblick fehlt.

    • Markus Meier sagt:

      Stimmt schon, es gibt ausgebildete Service-Fachkräfte. Nur finden sie diese in keinem 08-15 Restaurationsbetrieb mehr. Die können sich solche Fachkräfte schon lange nicht mehr leisten.

      • Mark Keller sagt:

        Es gibt im Gastgewerbe einen GAV. Darin ist genau festgehalten wie die Löhne für gelernte und ungelernte Angestellte sind.

  • Anton Schneider sagt:

    Allen von Frau Wirz gelisteten Punkte sind richtig. NUR: Auf Freiwilligkeit kann nicht gebaut werden. Die meisten (ausländischen) HR-Fachkräfte werden einen Teufel tun einem Ü45 CHer gegenüber dem 30jährigen EU-Bewerber dem Vorrang einräumen.
    Den Unternehmen fehlt der Anreiz, CHern den Vorrang zu geben.
    Die Unternehmen sollen klar Stellung nehmen: Ja, Nein und unter welchen Bedingungen. Dann gilt es sofort umzusetzen.
    Bei den Fachhochschulen hätte es der Bund in der Hand! Warum geschieht nichts, NICHTS?
    Solange die Arbeitslosenzahlen schön geredet werden, wird sich nichts tun – leider.

    • hans meier sagt:

      Die meisten HR Angestellten werden auch keinen über 45 Jährigen CH Fachkraft einem 25 jährigen CH vorziehen, wieso auch?

      Das Wort fachkraft wird zunehmend als pseudonym für gut ausgebildet verwendet was nicht stimmt. Wenn ein Land einfach zu wenige Krankenpfleger hat weil der Job unterirdisch schlecht bezahlt wird herrscht ein Fachkräfte Mangel da hilft es auch nicht dass im selben land 5000 top ausgebildete Chemiker arbeitslos sind. PFZ ist nicht einseitig vielleicht sollten sich einige unserer Fachkräfte mal überlegen ins Ausland zu gehen aber nein jeder will bleiben und einen topjob.

  • Dieter W sagt:

    “ Auch der Kellner ist ein Deutscher“, was soll diese Überschrift. In den 50/60 igern waren es Kelnerinnen aus Österreich und Deutschland. Was hat sich da geändert? Und Maurer/Maler/ Gipser/ Gleisbauer/Küchenhilfen waren aus Italien-Deutschland-Österreich. Ist das heute anders? Man ist halt noch immer zu bequem, den eigenen Dreck wegzuräumen, man ist zu bequem, um selber auszubilden. Und billig muss ja auch alles sein, besonders der Lohn. Vielleiicht sollte man sich einmal an der eigenen Nase fassen und nicht immer die Ausländer als Sündenböcke abstempeln.

    • Knut N. sagt:

      Stimme Dir zu, Dieter, absolut.

    • Josef Marti sagt:

      Der Unterschied ist, dass damals derjenige der gelernt hat Schuhe zu verkaufen dafür auf die Bank arbeiten gehen konnte, während das heutige Migrationsschneeballsystem dank PFZ dazu führt dass der Inländer sowohl von unten wie auch von oben in die Zwickmühle gerät und zwischen Stuhl und Bank fällt.

  • Andreas Müller sagt:

    Von meinem Jahrgang an der Uni haben die 3 Besten Chemiker auch Jahre nach ihrem Abschluss keinen Job gefunden. Ein anderer Kollege, der seien Dissertation abgebrochen hat, sitzt nun im Management einer Bank, 2 weitere im Management von KMUs, 3 wurden Gymlehrer, 2 sind in die USA ausgewandert. So sieht die Realität im Schweizer Arbeitsmarkt aus. Wenn man bedenkt, dass die Ausbildung jedes einzelnen, den Kanton rund eine Million gekostet hat, dann kann man sich wirklich nur noch über den angeblichen Fachkräftemangel wundern…

    • Hansli sagt:

      Sie beschrieben Personen die einen guten Job gefunden haben. Wo ist das Problem? In der Chemie ist der Doktor Pflicht. Ohne einen Job in der Chemie zu finden war bereits früher schwierig bis unmöglich.

      • Werner sagt:

        Also Hansli, ich stimme zu – aber dem was Andreas Müller sagt noch viel mehr: die Leute studierten Chemie und wollten in der Branche arbeiten, was der Staat finanzierte (an sich prima – Stichwort „Wissensgesellschaft“). Nun finden sie nichts, obwohl Chemie/Pharma in der Schweiz top positioniert sind und es dort viele Arbeitsplätze gibt. Hier die kritische Warum-Frage zu stellen ist doch mal nur richtig – und passend zum Thema „Fachkräftemangel“. Derlei Beispiele finden sich übrigens in relevanter Zahl in sehr vielen Branchen (und westlichen Ländern); im D TV gab’s sogar mal eine nette Sendung.

        • Hansli sagt:

          Die Frage ist halt ob die CH-Bewerber den Anforderungen genügen. Ohne die Doktorarbeit in einem für die Industrie relevanten Bereich ist der Berufseinstieg im Fachgebiet Chemie oder Biologie schwierig. Und wer seien Diss abbricht, der kann eine Anstellung erst recht vergessen. Der gilt dann als Versager. Und den viel zitierten Film habe ich auch gesehen. Der zeigt wie Fachkräfte fehlen.

          • Andreas Müller sagt:

            Der Punkt ist ja gerade das der Absolvent ohne Diss. Einen Managerjob in einer Bank inne hat, während der Absolvent mit Diss. eben keinen Job gefunden hat. Die Chancen der an der Uni verbliebenen auf eine Professur sind nahezu null. Denn dafür stellen wir lieber deutsche Bewerber an, die dann wiederum massenhaft Chinesen als Doktoranden anstellen. Alles eine Frage des Geldes. Mit anderen Worten wir bezahlen Ausländer damit sie Ausländer ausbilden und benachteiligen systematisch unsere eigenen Leute. Traurig aber leider Tatsache.

          • Hansli sagt:

            @Müller An der Uni einen Job beziehungsweise Professur zu ergattern ist etwas anderes. Das ist so der brutalste Jobwettbewerb den es gibt. Das ist Einsatz am Limit und dazu muss noch wie immer das Glück auf der Seite sein. Da reicht eine Diss nicht, das muss eine Diss mit guten Publikationen sein, dann zwei drei PostDocs mit guten Publikationen, dann Assistenzprofessur mit natürlich wiederum guten Publikationen und ganz am Schluss muss hier auch noch eine Stelle frei werden. Das sind so gut 15 Jahre mit einer mindestens 60h Woche und kaum Ferien.

        • beat lauper sagt:

          Gute Diskussionspunkte. In der Schweiz verdienen wenig qualifizierte überdurchschnittlich viel aber hochqualifizierte unter Umständen kaum mehr als ein Busfahrer. Tatsache ist, dass sehr viele sehr gut ausgebildete Leute, inkl. Akademiker und Fachhochschulabsolventen, arbeitslos sind oder in Fremdberufen arbeiten, weil es keine andere Wahl gibt. Die Wirtschaft will sie nicht einstellen und sucht nach dem Fünfer mit dem Weggli, befristete Anstellung für ein paar Monate, Springer unter 30 Jahre, möglichst ohne Sozialabgaben. Bildungspolitik ist tatsächlich eine Worthülse.

          • Hansli sagt:

            Guter Punkt. Zumindest bei den Akademikern dürfte die Mehrheit in einem fachbereichsfremden Beruf arbeiten. Ein Studium ist grundsätzlich keine Berufsausbildung, einmal abgesehen von ganz wenigen Studiengängen. Und wegen dem Lohn muss in der CH niemand ein Studium beginnen. Auf der Baustelle verdient weder der Ingenieur noch der Architekt am meisten.

          • Martina Müller sagt:

            Ja, das stimmt, ich frage mich auch warum ich studiert habe und Leute in ähnlichen Branchen mehr verdienen, obwohl sie nicht die gleiche Ausbildung haben. Hier stimmt etwas nicht

  • Aka Keller sagt:

    Dieser unerschöpfliche Fluss von ausgebildeten Arbeitskräften führt auch dazu, dass es unmöglich wird, IV Bezüger wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Gleichzeitig jammern aber dann die Firmen über die hohen Kosten der IV und geben die Kosten gerne an die Allgemeinheit weiter.
    Gesehen in einem internationlen Firmensitz: 1’800 Mitarbeiter und kein einziger Behinderter.

    • Nationless sagt:

      Fakt ist dass viele IV Bezüger, so wie ich, weder Bildungsabschlüsse noch Qualifikationen und so weder Erfahrungen vorweisen, noch sich weiterbilden können. Was soll man mit uns machen, wenn wir eh für nix taugen? Als Maschinen oder Fliessbandathleten am Fließband für 10 Cents pro Stunde? Nein Danke! Daher sollen wir entweder richtige Chancen auf vollwertige Bildung und Qualifizierung bekommen mit Lehre, Matur, Studium oder sonst soll man uns mit einer Vollrente versorgen.

  • Hansli sagt:

    Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann man nach dem Rekordergebnis der Rechtsnationalen vergessen.

    Anderseits werden wir langsam die die Ernte der rechtsnationalen Politik einfahren. Bis zur MEI hatten wir keien Arbeitsmarkt- Problem. Aber nun mit der ungewissen Zukunft der Bilateralen und des gewollt starken CHF (Sonst hätte man Hildbrand nicht rausgemobbt) ernten wird die Arbeitslosigkeit. Immerhin war das deklarierte Ziel die Dichtestressreduzierung. Auf die Nebenwirkungen hatten die Gegner hingewiesen.

    • Hugo Knüsel sagt:

      @Hansli: „Bis zur MEI hatten wir keien [sic] Arbeitsmarkt- Problem.“ Kann es sein, dass Sie Ursache und Wirkung verwechseln? Man könnte nämlich genauso gut argumentieren, dass die Annahme der MEI eine Folge der verfehlten Arbeitsmarktpolitik ist, nicht deren Ursache.

    • Adrian Bühlmann sagt:

      Ungewisse Zukunft der Bilateralen? Das glauben auch nur diejenigen, die vom Recht keine Ahnung haben. Die EU sagt einfach Nein zu Verhandlungen und die Sache ist erledigt. Ecopop wollte «nötigenfalls kündigen», das wurde zuverlässig abgelehnt. Bei der MEI steht nichts über Kündigung drin und Artikel 5 Absatz 4 der Verfassung verbietet nach wie vor den Vertragsbruch. Nach Artikel 190 gehen Bundesgesetze der Verfassung vor. Bundesrat und Parlament werden sich hüten, den Artikel 2 des Ausländergesetzes, der das FZA für EU-Bürger gültig erklärt, zu streichen.

      • Hansli sagt:

        Die Sache ist wie Sie beschreiben. Entweder die MEI wird umgesetzt und die Bilateralen sind weg, oder wir behalten die Bilateralen und setzen die MEI nicht um.

        Bei Nichtumsetzung wird aber eine Hetzkampagne der SVP das Resultat sein. Und das ist ebenso Gift für den Standort Schweiz. Vielen Ausländer die ich kenne haben einfach genug verunglimpft zu werde. Und das von der mit Abstand stärksten Partei der CH mit Regierungsbeteiligung. Da fällt halt der Entscheid halt immer öfters gegen die Schweiz.

        • Adrian Bühlmann sagt:

          Kampagnen der SVP haben wir sowieso. Es wäre deshalb wichtig, dass man genau versteht, was in der Verfassung steht und auch ehrlich darüber berichtet, anstatt die Leute für dumm zu verkaufen. Das ist schon am 9.2.14 in die Hose gegangen. Der Versuch, den Artikel 121a wieder zu streichen, wird am Ständemehr scheitern. Ich finde es ein Hohn, dass die Initianten der RASA-Initiative sogar noch mit rechtlich unhaltbaren Behauptungen (Der Bundesrat sei gezwungen, das FZA per Verordnung zu brechen) Unterschriften gesammelt haben. Den gleichen Stuss verbreitet übrigens Köppel. Falsch ist es trotzdem.

          • Hansli sagt:

            Ich bin kein Jurist. Aber die Aussetzung wichtiger Punkte eines Vertrages per Verordnung kann sehr wohl aus Vertragsbruch gewertet werden. ich denke das hängt dann an der Auslegung der EU ab.

          • Adrian Bühlmann sagt:

            @Hansli: Die Verfassung selber verbietet den Vertragsbruch klar. Umgekehrt enthält sie keinen Zwang zur Kündigung. Wie der Bundesrat schon selber hat verlauten lassen, ist er offensichtlich der Ansicht, dass er kündigen darf. Dürfen und müssen ist aber nicht dasselbe. Das Einzige was er gemäss Verfassung wirklich muss, ist verhandeln. Wenn die EU aber nicht will, bleibt das erfolglos. Darüber, was in diesem Fall zu tun wäre, schweigt die Verfassung. Ecopop wollte in diesem Fall kündigen, das wurde aber abgelehnt. Das Verbot des Vertragsbruchs gilt auch bei Erfolglosigkeit.

      • Paul sagt:

        @ Bühlmann: Ich glaube, Sie bringe da etwas durcheinander. Artikel 190 besagt lediglich, dass die Gerichte bei der Rechtssprechung sich an den Bundesgesetzen zu orientieren haben, selbst wenn diese im Konflikt mit der Verfassung stehen (Demokratie vor Rechtsstaat). Artikel 190 hat aber nichts mit der Job Description der Räte zu tun, deren Job es also tatsächlich ist, die Bundesgesetze der Verfassung und dem Volkswillen anzupassen (auch wenn der Volkswillen in diesem Fall nicht mein Wunsch ist, einfach, damit wir uns nicht msissverstehen).

        • Adrian Bühlmann sagt:

          @Paul: Ja, es ist Aufgabe von Bundesrat und Parlament, die Verfassung umzusetzen. Es gibt keine andere Instanz, die dabei dreinreden kann (kein Verfassungsgericht). Die Verfassung enthält nun einen Widerspruch zwischen einem bestehenden Vertrag und einer neuen Verfassungsbestimmung. Das Übergangsrecht dazu schreibt vor, diesen durch Verhandeln aufzulösen. Was zu tun ist, wenn diese Verhandlungen scheitern, steht nicht. Gemäss Artikel 190 der Verfassung sind für die rechtsanwendenden Behörden Bundesgesetze massgebend. Artikel 2 des Ausländergesetzes ist also nach wie vor gültig und anzuwenden.

    • Mark Keller sagt:

      Hugo Knüsel, die Zuwanderung hat NICHTS mit verfehlter Arbeitsmarktpolitik zu tun. Wenn innert rund einem Jahrzehnt in etwa 800’000 Arbeitsplätze geschaffen werden, müssen die Menschen, die diese Arbeitsplätze besetzen sollen, ja irgendwoher kommen. Dass dies der inländische Arbeitsmarkt nicht hergibt ist klar. Also wandern die Menschen zu. Die Menschen sind schon immer dort hin gewandert wo es Arbeit gab. Wenn etwas die Schuld an der Zuwanderung und der angenommen MEI trägt, dann wohl eher die verfehlte Steuer- und allenfalls noch Wirtschaftspolitik.

      • Paul Jenni sagt:

        Danke Herr Keller. Heute ist wohl die grosse Ausnahme, dass wir mal einer Meinung sind. Seit ich denken kann, lockt die Schweiz und insbesondere der Kanton Zürich die Konzernzentralen internationale Unternehmen hierher – befeuert von FDP und SVP. Und sobald die dann da sind, reibt sich der SVP-Wähler verwundert die Augen, dass die nicht nur Steuergelder bringen sondern halt auch Arbeitskräfte.
        Wer kein Bevölkerungswachstum mehr will, muss sich wohl vom ewigen Wirtschaftswachstum verabschieden. Und damit auch vom ewig steigenden Wohlstand. Für mich OK.

      • Josef Marti sagt:

        Die weltweit über die Politik regierende Finanzwirtschaft und damit die Kapital und Bodenbesitzer ebnen sich das Terrain indem Steueroptimierung kombiniert wird mit unerschöpflichem Pool an auswählbaren Lohnsklaven zum Billigtarif; damit hat man den Fünfer und das Weggli, sodass leistungslose Besitzeinkünfte sprich Zins, Bodenrente, Profit immer mehr zulasten der Lohnquote erhöht und zudem steuerlich noch privilegiert werden. Viele Büezer glauben, die grossen SVP Patrons werden sich schon um sie kümmern, das böse Erwachen kommt noch.

      • Hugo Knüsel sagt:

        @Keller: „Die Zuwanderung hat NICHTS mit verfehlter Arbeitsmarktpolitik zu tun.“ Hab ich ja auch gar nicht behauptet.

    • Blanche Wu sagt:

      @Hansli: So schlimm ist es doch nicht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann auch durch die Arbeitnehmer gepusht werden, dafür benötigen wir nicht immer den Staat welcher wie ein Mami die Wirtschaft zurechtweist. Nein Wir jüngeren Arbeitnehmer haben es in der Hand, Druck auf die Unternehmen auszuüben und unsere Work-Life-Balance einzufordern! Wir müssen einfach genügend sein und wollen, dann gibt die Wirtschaft auch irgendwann nach. Wenn sie ein guter Mitarbeiter sind, dann wird ihr Unternehmen sie nicht einfach missen wollen. Man kann Druck aufbauen…

      • Hansli sagt:

        Einen Unternehmen zu finden, dass einem entgegenkommt ist nicht das Problem. Etwas anders sieht dann die Kinderbetreuung aus. Die Kosten sind so hoch, dass sich arbeiten nicht loht. Ich kenne ein Parr wo beide jeweils auf 50% reduziert haben. So können die Kinder 1 Tag in die Krippe und den Rest können sie sich aufteilen. Das Beste dabei ist, mit diesem Modell haben sie am meisten Ende und können sogar etwas auf die Seite legen für Ferien. Würde nur einer mehr arbeiten, müssten massiv mehr Steuern bezahlt werden und mehr für die Krippe aufgewendet werden.

      • Hansli sagt:

        Arbeit wird also bestraft. Dem Staat entgehen Steuereinnahmen, AVI, IV und ALV Abzüge. Um die fehlende Arbeitskraft zu ersetzen wird dann auf Einwanderung gesetzt. Aber ich muss sagen, dass ich und mein Umkreis in eiern privilegierten Situation sind. Nicht alle können lohnmässig reduzieren. Dann gibt es halt weniger Kinder. Also noch mehr Einwanderung. Ich habe keine Ahnung wie man immer gegen Einwanderung sein kann, aber mit der nicht vorhandenen Familienunterstützung die Einwanderung fördert. Und zwar mit 25% Einwanderung pro Generation und das bei Nullwachstum.

        • Henri Brunner sagt:

          @Hansli
          Jetzt habe ich den Faden ein bischen verloren …..
          Ich soll also mehr Steuern bezahlen, damit der Staat damit Kinder-Rundumbetreuung finanzieren bzw. verbilligen kann.
          Die so befreiten Eltern arbeiten dann mehr, verdienen dann mehr und versteuern mehr, der Staat nimmt also mehr ein.
          Und da der Staat mehr einnimmt, kann er die Steuern senken, woraufhin ich dann weniger bezahle.
          Ein Perpetuum Mobile!
          Und am Ende bezahle ich vielleicht sogar noch weniger Steuern als heute?
          Da war doch schon mal einer, der auch so ein Mobile propagierte … hiess der nicht Reagan? Und der Erfolg ?

        • Josef Marti sagt:

          Wirtschaftswachstum setzt sich immer zusammen aus Bevölkerungswachstum plus BIP pro Kopf Wachstum. Bereits daran ersieht man dass in der gegenwärtigen Situation höchstens ein stagnierendes wenn nicht gar fallendes BIP pro Kopf resultiert. Den grossen Reibach bei diesem PFZ Schneeballsystem machen dabei die Boden und Kapitalbesitzer, sicher nicht die Lohnsklaven.

  • Michael sagt:

    Solange Arbeitgeber sich uneingeschränkt günstigere Arbeitnehmer im Ausland besorgen können, solange wird es den inländischen Fachkräftemangel geben. Wer bildet denn noch aus ? Grosse Arbeitgeber wie CS und UBS beispielsweise besorgen sich ihre Fachräfte massiv in Indien, damit sind sie ein tolles Vorbild.

    • Mark Keller sagt:

      Aha… und wissen Sie wie viele Lehrlinge die CS und UBS ausbilden? Das Unternehmen in welchem ich tätig bin, hat in der Belegschaft gegen 10% Lehrlinge.

      • Blanche Wu sagt:

        Viele Lehrlinge können nach der Lehrzeit auch bei UBS und CS bleiben. Was nicht bei anderen so ist. Die bilden zwar aus, beschäftigen die Lehrlinge danach jedoch nicht. Dies auch in Gemeinde und Kanton.
        Die UBS ist ein guter Arbeitgeber und ich kenne einige ex-Lehrlinge welche dort jetzt noch arbeiten.

  • Joe Breitenberg sagt:

    “ Der Kellner hier im Lokal ist ja auch ein Deutscher“ Eine verfängliche , aber gewohnt unsachliche Überschrift zum Thema.Sie hätte ebenso lauten können: “ Die Putzequipe“ hier im Hotel besteht ja auch aus z.B Portugiesen“(meistens) etc. oder “ Die Olma Bratwurst mit Pommes Frites hier im Lokal kostet sfr 70- der Kellner ist Schweizer“

  • Hugo Knüsel sagt:

    Ist es Zufall, dass man neuerdings „nur“ noch von „Fachkräften“ spricht? Es ist noch nicht lange her, da hat man dem Stimmvieh weiszumachen versucht, die Zuwanderer seien fast ausschliesslich „Hochqualifizierte“, die dringend gebraucht würden, obwohl man sich an jeder Kasse und jedem Restaurant davon überzeugen kann, dass wohl weit weniger Professoren gekommen sind als behauptet wurde. Wie definiert sich eigentlich „Fachkraft“? Wie schon bei den „Hochqualifizierten“ darf sich offenbar jeder selber etwas passendes darunter vorstellen und so haben immer alle recht…

    • StefanW. sagt:

      Und noch ein wenig früher (aber auch noch nicht gar so lang her) hat man gesagt, die Zuwanderer würden nur solche Jobs machen, für die sich die Einheimischen eh zu fein wären.

      • Hugo Knüsel sagt:

        @StefanW. Die pauschale „zu fein“ Unterstellung ist auch immer so ein tolles „Argument“. Ich nehme an Sie selber haben sich ja bei der Stellensuche freiwillig für einen Job bei der Müllabfuhr entschieden, obwohl Sie dank einer Ausbildung mehrere andere besser bezahlte Angebote hatten, stimmts?

  • Amadio Clute sagt:

    Ja, immer mehr Ausländer bedienen immer mehr Auländer in der Hotellerie, Spitäler, Bau usw. bis die CH platzt vom Wachsen. Neben mir hier in Tessin ist gerade ein Bau fertig gestellt 40 Luxuswohnungen mit Seesicht und Seeanstoss. Gleich nach der Planung war alles verkauft. Einige Russen und Deutsche ansonsten Italiener. Gebaut von Arbeiter aus Italien. Verdient haben nur Rechtsanwälte und Notare. Die Tessiner haben verloren. Ausländer bringen ihr Geld nicht mehr in den Banken sondern investieren in Immobilien, das ist der Trend. Und es wird weiter gewaltig gebaut……..

  • Paul Kaegi sagt:

    Als Konsument ist die Nationalität eines Dienstleisters egal, Hauptsache, freundlich und fachkompetent. Da ist mir eine mürrische einheimische Bedienung das grösste Aergerniss. Diverse Dienstleister haben es immer noch nicht begriffen, dass der Kunde kein Störfaktor ist.

  • hauser sagt:

    Ist doch nur logisch. Vor 30 Jahren oder so arbeiteten Schweizer für Schweizer. Dann wanderten immer mehr Ausländer ein, die natürlich auch ihre Bedürfnisse mit brachten. Also schuf man mehr ÖV, Wohnraum, Läden usw. und merkte, dass es ja gar keine Schweizer mehr hatte. Also musste man noch mehr Ausländer holen, die die neuen Arbeitsstellen besetzten. Leider brachten aber auch diese Ausländer wieder ihre Bedürfnisse mit und so schuf man mehr ÖV, Wohnraum…merken Sie etwas?
    Ich frage mich schon viele Jahre wann wir diesen Teufelkreis endlich erkennen und daraus ausbrechen wollen.

    • Paula Mazzoni sagt:

      Genau das will doch niemand wahrhaben. Masseneinwanderung ruft nach noch mehr Einwanderung. Im Vergleich zur Grösse der Schweiz ist unsere Wirtschaft inkl. Staatsbürokratie viel zu gross geworden. Der andere Grund: Unser Arbeitsmarkt ist viel attraktiver als fast alle andern. Hätten die Einwanderer die gleichen Chancen und Bedingungen in ihrer Heimat, kämen sie nämlich nicht. Niemand zieht gerne aus seinem Land fort. Das war schon bei den Italienern so. Sie kamen nicht, weil wir sie unbedingt brauchten, sondern weil sie in Italien keine oder nur schlecht bezahlte Stellen fanden.

      • beat lauper sagt:

        Jein, die italienischen Gastarbeiter kamen natürlich auch aber nicht nur weil wir hier einen hohen Bedarf an Kräften hatte um unsere heutige Infrastruktur aufzubauen. Der Punkt wegen in Italien ist aber gut. Der Arbeitsmarkt dort ist hoffnungslos verkrustet, Junge werden nicht eingestellt, Alte dürfen nicht entlassen werden, auch Unfähige in der Privatwirtschaft haben eine Anstellung quasi auf Lebenszeit wie beim Staat. Über 80 Prozent der Uni Abgänger suchen Stellen ausserhalb des Landes!

      • Mark Keller sagt:

        Die Menschen gingen schon immer dorthin wo es Arbeit hatte. Und in der Schweiz hatte es meistens und hat noch sehr viel Arbeit. Ohne all die Zugewanderten könnte die Schweiz gar nicht existieren und hätte nie den heutigen Wohlstand erreicht. Und die Menschen werden auch weiterhin dorthin gehen wo es Arbeit gibt. Gibt es in der Schweiz weniger oder keine Arbeit mehr, dann werden die Menschen wieder abwandern. Wollen wir aber eine Land mit weniger Arbeit und Abwanderung? Das hat dann ganz andere – vor allem viel schmerzlichere – Konsequenzen, als die Zuwanderung.

        • Peter Schmid sagt:

          Immer dieses Märchen von „wir hätten diesen Wohlstand nicht“. Immigration von den wirtschaftsschwachen in wirtschaftsstärkere Länder und nicht umgekehrt! Der Verlust an Lebensqualität während den letzten zwei Jahrzehnten lässt sich kaum mehr zurückgewinnen, während der Wohlstand in derselben Zeit kaum gewachsen ist. Danke für Obst!!

    • Christoph sagt:

      Dieser Teufelskreis nennt sich (Wirtschafts)wachstum. Das wollen wir doch alle?

  • Andreas sagt:

    Ich steige morgens ins Postauto das jemand aus Kroatien oder Serbien fährt, die Wohnung putzt ein Team von Portugiesen, das Büro wird von Serben gereinigt, die Brezel kaufe ich bei der jungen Frau türkischer Herkunft; im Spital begrüsst mich ein deutscher Krankenpfleger, meine Kollegen sind Engländer, Albaner, Deutsche, Iren, Schotten, Schweizer, Österreicher, Deutsche, Spanier, Italiener, Japaner.. Alle machen ihren Job gerne und gut! und jeder kann was vom anderen lernen..
    Und: ALLE zahlen hier ihre Steuern hier und geben ihr Salär in der Schweiz wieder aus für Miete und Lebensmittel etc..

  • Hannes Müller sagt:

    Der Kanton Bern macht mit dem 3. Punkt – dem Weiterbildungsangebot mit Qualifikation – offenbar gute Erfahrungen.

  • Walter Meier sagt:

    Der Fachkräftemangel ist in der Tat nur ein schönes Märchen. Die Wirtschaft produziert solche Geachichten um weiterhin ungehindert billige Ausländer ins Land zu holen. Die Inländer verlieren dabei. Ältere Mitarbeiter werden entsorgt und dem Staat überlassen. Die Sozialkosten werden steigen und damit auch die Steuerbelastung. Die Wirtschaft weiß das und verschiebt schon heute Arbeitsstätten ins Ausland. Die Wirtschaft müsste mehr Vwrantwortung übernehmen und ihre benötigten Mitarbeiter ausbilden oder weiterbilden. Wenn dieses Vorgehen nicht ändert wird die SVP in 4 Jahren noch mehr Zulauf haben

    • Mark Keller sagt:

      Nichts als ein rechtsnationalistisches Märchen… Wo sind sie denn, all jene SchweizerInnen, die durch Zugewanderte aus der EU ersetzt worden sind?

  • Giacomo sagt:

    Schweizer wollen gar nicht im Service arbeiten. Also bleibt mal alle auf dem Teppich

  • Hans Müller sagt:

    „Eine höhere Bereitschaft der Fachhochschulen und höheren Fachschulen der Schweiz, dieses Anliegen aufzunehmen und ihre Ausbildungsgänge modular anzubieten, wäre“ meiner Meinung nach nicht nur „wünschbar“, sondern auch zu wünschen.

  • arnold gasser sagt:

    Es ist wieder einmal symptomatisch, wie im politischen Vokabular Worte allmählich andere ersetzen, obwohl sie etwas völlig anderes meinen. Vor nicht allzulanger Zeit, waren es noch die ‚Hochqualifizierten‘, die überall fehlten und die man unbedingt herholen musste – die Leute wurden beruhigt, dass nur nach Hochqualifizierten Ausschau gehalten würde. Jetzt sind darauf plötzlich Fachkräfte geworden, niemand mehr spricht von Hochqualifizierten. Es ist lachhaft. Werden in der Diskussion bald die Hilfskräfte die Rolle übernehmen?

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Altersvorsorsorge in der Schweiz „funktioniert“ so, dass für jeden der pensioniert wird, ca. 3 oder 4 einwandern müssen, damit die Renten gesichert sind. Nun kann man es zu Ende denken, wenn man es wagt.

  • Peter sagt:

    Die Kräfte fehlen auch deshalb, weil die Immigranten halt nicht nur arbeiten, sondern auch Leistungen benötigen.Der deursche Lokomotivführer befördert die deutschen serbischen albanischen und afrikanischen Kräfte, der srilankische Koch kocht für ihn und die US-Expats.
    Wir liefern gratis den Boden+die Luft, und fast gratis die staatliche Verwaltung und Sicherheit für diese fremden Leute, und zahlen Ihnen in Form der tiefen Steuerprogressionsstufe und Krankenkassen-Prämienverbilligung indirekt einen Teil des Lohnes.

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