Zurück in die Steinzeit

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Bastien Girod hat in seinem letzten Blogbeitrag die nach seiner Wahrnehmung häufigsten Falschaussagen im Zusammenhang mit der grünen Wirtschaft aufgegriffen und sich dabei verirrt – aber auch entlarvt.

Als Erstes muss man ja schon stutzig werden, wieso ein Initiant der Volksinitiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)» unglücklich ist, wenn ein Rat einen sogenannten indirekten Gegenvorschlag ablehnt. Käme die Initiative nächstes Jahr ohne indirekten Gegenvorschlag vors Volk, könnten die Grünen ja umso einfacher mit ihren Argumenten überzeugen. Der Grund für Girods Ärger ist einfach zu beantworten und hat nichts mit Economiesuisse zu tun: Der vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) ausgearbeitete indirekte Gegenvorschlag ist nämlich nichts anderes als die faktische Umsetzung der Initiative. Dabei hat das Bafu selbstverständlich auch gleich die nötigen Kompetenzen für sich respektive für den Erlass der Detailvorschriften vorgesehen. Konkrete Massnahmen sollen nämlich nicht im Gesetzgebungsverfahren diskutiert, sondern direkt auf dem Verordnungsweg eingeführt werden. Da können keine Referendumsdrohungen mehr stören.

Ein Unternehmen würde nicht mehr existieren, wenn es nicht bereits heute die höchstmögliche Effizienz im Umgang mit Ressourcen anstreben würde.

STAHLBAU, KUNSTSTOFFVERARBEITUNG, PRODUKTION,

Metallverarbeiter bei Tenconi: Energie- und Materialkosten sind nach den Löhnen die grössten Kostenfaktoren. Foto: Gabriele Putzu (Keystone/TI-Press)

Sowohl die Initiative als auch der indirekte Gegenvorschlag zielen dahin, unsere Wirtschaft und Gesellschaft in die Zeit kurz nach Fred und Wilma Feuerstein zurückzuführen. Gemäss den Vorstellungen von Girod muss die Schweiz ihren Ressourcenverbrauch um zwei Drittel einschränken, um genügend «grün» zu werden. Das ist unmöglich und könnte nur erreicht werden, wenn die Industrie abwandert. Aber natürlich brauchen wir dann weniger Energie und Rohstoffe, wenn wir nicht mehr in der Schweiz produzieren. Nur: Wird die Welt besser, wenn wir beispielsweise rezyklierbare Werkstoffe wie Eisenschrott, Altpapier oder Altglas exportieren, um dann die daraus hergestellten Güter künftig aus Rumänien oder China wieder zu importieren – wo sie zu günstigeren Energiepreisen, Tiefstlöhnen und unter viel weniger strengen Arbeits- und Umweltbedingungen hergestellt werden? Und wem das noch nicht reicht, der sollte spätestens bei den Umerziehungszielen kritisch werden. Big brother is not only watching but also judging you!

Girod geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft irgendwie grundverschwenderisch und dreckig produziere. Dabei wird fein unterstellt, das geschehe mehr oder weniger zum Zweck der Profitmaximierung. Er spielt in seinem Blogbeitrag geschickt mit diesem Unterton – sachlich nicht greifbar, emotional aber durchaus wirksam. To make a long story short: Der Mann hat offenbar noch nie Produktionsrealitäten in Polen, Rumänien, Italien, China, England, Brasilien, Indien – kurzum: in der Welt ausserhalb der Schweiz gesehen.

Die Vorlage ist nichts anderes als eine Ohrfeige für all jene Arbeitenden, welche sich täglich bemühen, die höchsten Umweltstandards zu erreichen und sich laufend zu verbessern. Sie tun das nicht aus naivem Gutmenschentum, sondern weil sie und ihre Familien hier leben und hier eine Zukunft haben wollen, die allerdings nichts mit Fred und Wilma zu tun hat. Energie- und Materialkosten sind schon heute nach den Löhnen – in energieintensiven Unternehmen sogar noch vor diesen – die grössten Kostenfaktoren. Ein Unternehmen würde nicht mehr existieren, wenn es nicht bereits heute die höchstmögliche Effizienz im Umgang mit Ressourcen anstreben würde. Es wäre wünschenswert, wenn das auch Wirtschaftsfremde und grüne Fantasten wie Girod zur Kenntnis nehmen würden.

49 commentaires sur «Zurück in die Steinzeit»

  • Mark Keller dit :

    Der Zweck eines Unternehmens ist Gewinn zu erwirtschaften! Erwirtschaftet es keinen Gewinn, dann wird das Unternehmen verschwinden. Ein Unternehmen strebt nicht nach höchstmöglicher Effizienz im Umgang mit Ressourcen. Da wird schlicht noch ein Eigenschaftswort zur Effizienz unterschlagen: ökonomisch. Mit möglichst wenig Einsatz an (finanziellen) Mittel, den grösst möglichen Nutzen erzielen. Da bleibt das Wort Grün dann auch schon mal auf der Strecke (oder wie ist das Handeln von VW zu verstehen Hr. Frank R. Ruepp). Nur wenn sich Firmen ein besseres Image geben wollen, investieren sie in grün.

    • Omar dit :

      @ M. Keller: Das Handeln von VW könnte durchaus im Zusammenhang mit den zunehmend strenger werdenden Umweltrichtlinien und CO2-Vorgaben stehen. Nicht dass ich das Vorgehen von VW gutieren würde – bloss sehe ich keinen kausalen Zusammenhang, so wie Sie ihn darstellen.

      • Mark Keller dit :

        Wie kommt ein Unternehmen auf die Idee Umweltvorgaben mit Tricks zu umgehen? Um mit möglichst wenig Einsatz an finanziellen Mitteln (Software-Beschiss) den grösst möglichen Nutzen zu erzielen (Verkauf von « unsauberen » Autos). Um ein « sauberes » Auto auf den Markt zu bringen, braucht man eine gewisse Entwicklungszeit. Wenn nun die Mitbewerber mit dem « sauberen » Auto schneller am Markt sind, dann entgeht einem ein sehr grosser finanzieller Gewinn. Also muss man vor dem Mitbewerber am Markt sein, und zwar mit möglichst grossem Vorsprung. Da kann man schon mal auf solche Beschiss-Ideen kommen.

  • Otto Bircher dit :

    Danke für diesen Artikel ! Die kleine Schweiz soll den Gürtel trotz massiver Zuwanderung viel enger schnallen ? In Asien, Afrika und Amerika will die Bevölkerung nur eines: Mehr Wohlstand. Umweltaspekte spielen dort keine Rolle. Daher freuen sich diese Länder gewiss, wenn die Schweizer Wirtschaft zu ihnen auswandert und dort Jobs und Wohlstand generiert, während wir hier langsam aber sicher verarmen, wenn dieser grüne Spleen nicht endlich gestoppt wird.

    • Roman Meier dit :

      @ Bircher: Unsere heutige Wirtschaft generiert nicht nur materiellen Wohlstand und Jobs, sondern auch eine schleichende Zerstörung unserer eigenen natürlichen Lebensgrundlagen. Diesem Umstand wird sich letztlich niemand, in keinem Land der Welt entziehen können. Und die Rechnung für unser verantwortungsloses und egoistisches Wirtschaften wird uns präsentiert werden. Die Frage ist nicht ob, nur wann! Viele hier hoffen doch einfach nur darauf, dass sie diese Rechnung nicht mehr werden bezahlen müssen, sondern möglichst kommende Generationen. Eine richtige Nach-uns-die-Sintflut-Mentalität halt!

    • hasler dit :

      gehen Sie doch mal nach Peking. beim raushusten Ihrer Lunge werden Sie schnell merken, dass eine grüne Einstellung mehr als ein Spleen ist. auch in Asien findet langsam ein Umdenken statt.
      nicht bestritten werden kann jedoch, dass Grüne Politik ein Luxus ist. Jedoch einer, der sich lohnt.

  • Matt. Müller dit :

    Das Ressourcenproblem ist keines der Menge. Das Problem ist, dass Ressourcen un-intelligent eingesetzt werden – also zum Teil nicht wiederverwendet werden können. Und dass wir noch zu stark endliche, schadstoffreiche Energieträger einsetzen, um Materialien wiederverwendbar zu machen. Die Leistung der CH Industrie ist beeindruckend – aber vermutlich wird der Druck, in Einklang mit der Ökosphäre zu produzieren, weiter zunehmen. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich der genannte Produktions-Standort China weiter entwickelt.

  • Roman Meier dit :

    Wenn wir mit dem heutigen Wachstumskurs weitermachen und den grossen Rest der Menschheit dazu animieren, es uns gleichzutun, dann werden wir unseren lebensfreundlichen Planeten in einen für uns und die allermeisten Tier-und Pflanzenarten völlig lebensfeindlichen verwandeln. Verglichen mit dieser Perspektive wäre « das Leben von Fred und Wilma » das reinste Paradies! Unser heutiger Lebensstil ist nicht nachhaltig, sondern geht einher mit einer beispiellosen weltweiten Verschmutzung und Zerstörung unserer Umwelt. Er ist nichts weniger als eine Bedrohung für das Leben auf diesem Planeten!

  • Brigitte Müller dit :

    Das Hauptanliegen der Volksinitiative für eine Grüne Wirtschaft ist den Ressourcenverbrauch auf ein nachhaltiges Niveau zu senken. Heute haben wir jeweils im April die Ressourcen des ganzen Jahres verbraucht und leben dann 8 Monate auf Pump. Anders gesagt: Wir konsumieren die Ressourcen von 2.5 Erden – anstatt einer.
    Das erwähnt Herr Ruepp nicht und hat auch keinen alternativen Vorschlag, um den Verschleiss zu bremsen. Deswegen braucht es die Kreislaufwirtschaft dringend!

  • Anton Schenier dit :

    Herr Keller – VW ist absolut falsches Beispiel. Bei VW geht es in erster Linie um Betrug. Der Gesetztgeber wurde hintergangen, Gesetzte verletzt.
    Zudem kann man doch die « kleine » Schweiz und die Industrie nicht mit Vorschriften strangulieren?! Wir haben ja bereits jetzt die höchsten Lebenshaltungskosten und Löhne – die Industrie wird einfach 200 km in Richtung Osten ziehen, oder der Betrieb schliesst ganz und der Rumäne erhöht schicht die Produktion. Wem hilft das? Hilft das der Umwelt?

  • Bucher dit :

    Herr Ruepp. Sie können gerne über Herrn Girod herziehen, er hat trotzdem recht. Das einzige was Sie können müssen um dies nachzuprüfen ist Mathematik der 6 PS. Wie in der der FInanzbranche gibt es auch auf unserem planeten ein Bilanz, und diese heisst Energiebilanz. Wenn die Ausgaben grösser sind als die Einnahmen, dann sinken die Reserven… und diese sind irgendwann aufgebracht. Nachhaltig wäre, diese im Gelichgewicht zu halten. Das ist doch nicht so schwer zu begreifen. Jetzt rechnen Sie einfach mal den Engieverbrauch der Schweiz ( oder auch global) aus und dann können wir diskutieren.

    • Aerni Hans dit :

      Meine Güte, Sie werfen hier Ruepp vor, er könne nicht rechnen und werfen « Energiebilanz » in den Raum und das Energie « verschwindet ».
      -> Energie verschwindet nicht einfach, nämlich nie, sondern wandelt sich um… aber das ist eben nicht PS 6, sondern Gymnasium Quarta.
      Sehr wahrscheinlich meinen Sie Ressourcen…?

      • Bucher dit :

        Oje Herr Aerni, von Energie verschwinden steht nichts in meinem Text, nur von einer Bilanz. Dies hat irgendwo ein Gleichheitszeichen und rechts und links eine Zahl, die eben identisch sein muss. Tatsächlich wird Wärme produziert und damit die nutzbare Energie (oder Ressource, wie sie wollen) verringert (Exergie eben). Aber egal, die Aussage bleibt. Immer mehr Ressourcen verbrauchen und meinen dies könne für alle Zeiten so weitergehen scheitert schon an trivialster Mathematik.

  • Willi dit :

    « Konsumgüter sollen langlebig und reparierbar sein », lese ich auf der Homepage der Grünen über die ‘Grüne Wirtschaft’. Da geht mir durch den Kopf: Gerade auch die jungen Grünen präsentieren sich gerne mit den neuesten Smartphone-Modellen, um in der Social Media-Welt ja nichts zu verpassen. Wie wäre es, wenn die Initianten mit gutem Beispiel vorangehen würden? Die Vorbildhaftigkeit war für mich immer von Bedeutung, so bin ich immer noch im Besitz eines alten Handys ohne Internet-Zugang. Mein Rat an die jungen Grünen: Mit gutem Beispiel vorangehen statt belehren wollen, ist angesagt …

  • Gerhard Engler dit :

    Hr. Ruepp hat es offenbar mit den Zahlen nicht so ganz im Griff: Im Jahr 1960 verbrauchte die Schweiz einen Drittel so viel Energie wie heute. War 1960 noch Steinzeit? Haben unsere Eltern und Grosseltern in der Steinzeit gelebt? Hat seither die Energieeffizienz nicht soweit zugenommen, dass man mit dem Energieverbrauch von 1960 inzwischen einen wesentlich höheren materiellen Lebensstandard erreichen kann?

    • Kurt Gsell dit :

      @ Engler: Und die Einwohnerzahl war 1960 etwa gleich gross wie heute? Ich denke eher Sie sehen die Zusammanhänge falsch.

      • Gerhard Engler dit :

        @Gsell: Ich hätte mir ja denken können, dass dieses Pseudo-Argument jetzt wieder kommt. Im Jahr 2010 war der Energieverbrauch pro Kopf 116 GJ. Im Jahr 1952 war der Verbrauch ziemlich genau ein Drittel davon. Ich liege also um 8 Jahre daneben, währenddem Hr. Ruepp mit seinem Steinzeitvergleich ein paar Tausend Jahre daneben liegt.

        • Roman Meier dit :

          @ Engeler: Hätte die Schweiz nicht immer Arbeitskräfte importieren können, wäre sie heute weniger reich, weniger zubetoniert und würde weniger Ressourcen verbrauchen, auch pro Kopf. Wie jeder weiss, ist es nicht in erster Linie Dummheit, sondern vor allem Reichtum, der zu Verschwendung verleitet. Armut hingegen ZWINGT Menschen zur Sparsamkeit!

    • Markus dit :

      Da muss ich Ihnen widersprechen. 1960 hatte die Schweiz wesentlich weniger Einwohner, hatte noch weniger energiefressende Firmen, die Privathaushalte hatten praktisch keine grossen Stromverbraucher und oftmals noch kein Auto. In den letzten 50 Jahren hat die Schweiz eine grosse Veränderung durchgemacht. Durch die neuen Technologien stieg der Enrgieverbrauch kontinuierlich an. Die Komfortansprüche der Bevölkerung sind gestiegen. Jeder hat ein Auto. Viele neue Firmen mit stromfressender IT-Infrastruktur, neue Gebäuden mit Klimaanlagen, mehr ÖV mit dichterem Fahrplan etc.

      • Gerhard Engler dit :

        @Markus: Es ist mir nicht ganz klar, in welchem Punkt Sie mir widersprechen. Im Wesentlichen weisen Sie genau auf die richtigen Punkte hin: Es wird heute viel mehr Auto gefahren und es laufen viel mehr Klimaanlagen. Es ist aber keineswegs so, dass wir uns 1950 oder 1960 mit einem Drittel des heutigen Energieverbrauchs noch in der Steinzeit befunden haben.

  • Michael Berger dit :

    Es ist vielmehr ein Zeichen von politischer Reife, wenn man lieber einen Gegenvorschlag hat als keinen. Denn diese beinhalten ja immerhin einen Teil der eigenen Vorschläge. Ein Kompromiss ist also besser als gar nichts: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Leider ist eine solche pragmatische Einstellung nicht sehr häufig, Viele Politiker erinnern eher an trotzige Kinder, wenn eine Gesetz oder eine Initiative nicht völlig dem entspricht und genau so umgesetzt wird, wie sie sie selbst gerne hätten.

  • Otto Bircher dit :

    Es kommt ja nicht von ungefähr, dass die Grünen fast überall — vor allem in CH und D — rückläufige Wähleranteile haben: Für die Umwelt ist in den letzten Jahrzehnten genug getan worden. Hingegen werden wirtschaftliche Sorgen fühlbarer, weil wegen umweltistischer Reglementierung und drohenden Verschärfungen ( z.B. Verteufelung von Erdöl ) Teile unserer Wirtschaft abzuwandern beginnen. Wir wollen nicht auf das Wohlstandsniveau eines Entwicklungslandes zurückfallen !

    • Peter Pfrunger dit :

      Der Anteil an Wählerstimmen sagt leider nichts zur Richtigkeit und zur positiven Wirkung der Politik der jeweiligen Partei aus. Nur weil die SVP am meisten Stimmen bekommt heisst das nicht, dass es den Klimawandel nicht gibt.
      Ad populum werden weder Aussagen bewiesen noch Probleme gelöst.
      Ich bin mir sicher sogar sie werden das noch merken.

    • Schneeberger dit :

      Auch Sie wissen es: Es können nicht alle so verschwenderisch leben, wie wir. Also halten wir unseren « Wohlstand » und unterdrücken lieber weiterhin die andern. Wir hätten aber die Chance, uns freiwillig zu mässigen. Aus kollektiver Einsicht und in kollektivem Handeln. Wenn wir den Nationen mit weniger aufgeblähtem Fussabdruck als wir ihn haben verbieten, so zu werden wie wir, dann kommen sie eben zu uns und unser « Wohlstand » sinkt zwangsläufig. Es werden Dutzende Millionen kommen.

    • Roman Meier dit :

      @ Bircher: Wenn für die Umwelt in den letzten Jahrzehnten genügend getan worden wäre, dann hätten wir heute keine Umweltprobleme mehr! In Wirklichkeit sind sie jedoch grösser denn je! Unsere Erde wird mit immer mehr Chemikalien belastet, die Weltmeere mit Abfällen vermüllt, es werden in grossem Umfang Lebensräume vernichtet und Arten ausgerottet. Das Klima wird verändert. Das zur Verfügung stehende Kulturland geht laufend zurück, während die Bevölkerung immer mehr zunimmt. Und Sie reden davon, dass genug für den Umweltschutz getan worden wäre. Grotesk!

  • starfish dit :

    Girod macht andauernd denselben Fehler, dass er die Schweiz isoliert betrachtet und als Folge Alleingeänge fordert. Solcher Aktivismus nützt niemandem etwas, der Schweiz schaden solche Alleingänge durch Wettbewerbsnachteile und der Umwelt ist damit (fast) gar nicht geholfen. Grundsätzlich stimmt die Überlegung mit der Resourcenverschwendung natürlich, aber die Schweiz kann nicht als Musterknabe bzw. als Vorbild für die Welt agieren, da unterschätzt er den Einfluss unseres Kleinstaates.

  • Bruppbacher Max dit :

    Laut Initiative muss nicht der Ressourcenverbraucht reduziert werden sondern der Ökologische Fussabdruck! Der besteht zu einem grossen Teil aus den Treibhausgasen welche ohnehin reduziert wrden müssen..

  • Bruppbacher Max dit :

    Wir verbrauchen momentan ca 5mal mehr Resourcen und Energie als der Planet für uns bereitstellen kann.. Weshalb sehen das die Herren der Wirttschaft nicht ein dass das nicht wirtschaftlich sein kann!
    Wenn sie als Unternehmen bereits im April ihr gesamtes Budget für das ganze Jahr verbraucht haben werden sie sich höchstens Kurzfristig halten können.. Ganz einfache Haushaltsrechnung.. Man kann nur soviel ausgeben was man auch einnimmt.. Bei Geld verstehen das alle aber wenns um Rohstoffe und andere Ressourcen geht bestreiten es dann die selben Leute

    • Severin Kälin dit :

      Mit der Energie haben Sie unrecht. Wir haben Enregie in Überfluss, um den gesammt Energiebedarf der Schweiz (Öl, Gas, Elektrisch etc. total 900’000 TJ) zu decken bräuchte es nur Solarzellen von einer Gesammtfläche von 40km x 40km, im nebligen Mittelland notabene. Im sonnigen Wallis gar nur 32km x 32 km. Zum Vergleich: In der Schweiz ist eine Fläche von 30.8 km x 30.8 km nur dem Verkehr alleine gewidmet oder eine Fläche von 37.8km x 37.8km sind Stehendegewässer also Seen, Teiche, Weiher etc.

  • Max Oppliger dit :

    Was bezweckt Ruepp mit seiner Aussage…zurück in die Steinzeit? Jeder vernünftige Mensch muss doch einsehen, dass wir eine ungeheure Verschwendung an Ressourcen betreiben, dass es nicht sinnvoll, wenn auch leider noch nötig ist, wertvolle mineralische Rohstoffe einfach zu verbrennen. Kein Wort davon. Will er uns sagen, dass wir damit einfach weitermachen sollen? Es zeugt nicht von besonders innovativer und verantwortungsvoller Unternehmerschaft. Selbst die einst so liberale und fortschrittliche FDP ist heute leider in die Rückwärtsstrategie abgerutscht. Geschäft um jeden Preis!

    • Luzia Keller dit :

      Ja, Gewinnmaximierung um jeden Preis. Das rächt sich nun in Flüchtlingsströmen, Entlassungen im Hire-and-Fire-Modus etc. Wir können das bei den Wahlen etwas umlenken, wenn wir es ernst meinen mit der persönlichen Einschränkung und es nicht länger Wirtschaftsführern und Lobbyisten überlassen wollen.

      Das ist die Stunde der Wahrheit, wem wir unsere Stimmen geben. Die Grünen kämpfen schon lange und sind Rufer in der Wüste seit den 1970er-Jahren! Nur wollte man nicht auf sie hören, aber immerhin gab es 4 autofreie Sonntage und bei Rot musste zwingend der Motor abgestellt werden. Steinzeit?!

  • Hans Käslin dit :

    Das ist gängige Politik der Grünen. Man reicht extreme Initiativen ein und bekommt über den von unserer aktuell sehr stark Links Grün angehauchten Regierung gratis einen Gegenvorschlag serviert. Dieser ist aber genau so schädlich weil es eine Verschlechterung ist. Auch ein abgeschwächter Blödsinn ist ein Blödsinn.

    • Bruppbacher Max dit :

      Inwiefern ist das denn eine Verschlechterung? oder besser Verschlechterung wovon? Verschlechterung der Resourcen ausnutzung? verschlechterung der ökologie? verschlechterung der Effizienz?

  • Lea dit :

    Lieber Herr Ruepp Zwei Drittel Enegie einsparen ist viel und ein sehr ambitioniertes Ziel, welches für die Wirtschaft schwer zu erreichen wäre. Allerdings würde uns das nicht in die Steinzeit katapultieren, sondern in die 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Was ich von Ihnen wissen möchte: Wie hoch sehen sie das Einsparpotential der Schweizer Wirtschaft? Das da kein Potential mehr vorhanden ist glaube ich Ihnen nicht. Jetzt haben wir 2 Maximalvorderungen auf dem Tisch. Gar nicht sparen versus 2/3 einsparen. Nun müsste doch die Diskussion anfangen, gut schweizerisch eben….

  • heinz kopp dit :

    ….und der Steuerzahler alimentiert dieses grüne Gequasel auch noch.

    • Danny dit :

      Wieso? Ich finde es super. Alle leben im Wald sammeln Beeren und Wurzeln und erlegen ab und zu ein bisschen Wild oder einen Mitbewohner für den Grill, werden 30 Jahre alt. Also Problem gelöst. 😉 Wenn die Industrie over all schon zwei Drittel Ressourcen und Energie sparen sollte, sollte das die die Sozial Industrie ebenfalls tun. Ich würde meine Hütte auch mit einem Quantengenerator heizen, aber eben der wurde noch nicht erfunden. Um Solarzellen einigermassen dem Namen gerecht werden zu lassen, müsste ich Schatten spendende Bäume bei mir und beim Nachbarn fällen. Mein Dilemma im kleinen.

      • Roman Meier dit :

        Lieber nur 30 Jahre alt werden und dafür ein aufregendes freies Leben in der Natur führen, als ein « Leben » lang in einer Fabrik zu arbeiten, irgendwelche monotone stumpfsinnige Fliessbandarbeit verrichten zu müssen und am Ende daran noch krank zu werden oder die zwanzig letzten Jahre ins Altersheim abgeschoben dahinzuvegetieren.

  • Schneeberger dit :

    Die Initiative ist berechtigt und richtig. Aber deren Umsetzung ist tatsächlich eine Illusion, solange man die heutige, auf Ewiges Wachstum ausgerichtete « Wirtschaft » künstlich am Leben erhält und auf grün umstellen möchte. Jeder weiss es: Die heutige « Wirtschaft » (die den Namen Ökonomie nicht verdient) ist Raubrittertum, Versklavung von Natur und Mensch, ökologischer Selbstmord auf Raten. Aber die Werbung und 98% der Politiker machten jeden Einzelnen glauben, er könne Gewinner bei diesem perversen Schneeballsystem sein.

  • Peter Pfrunger dit :

    Frank R. Ruepp Präsident der Interessengemeinschaft Energieintensive Branchen (Igeb) kennt nicht einmal den Unterschied zwischen Ressourcen und Energie.
    Weiss er nicht, dass heutzutage viele Ressourcen (Boden, Luft, Wasser, Arbeitskraft in Entwiklungs., Energie, …) noch absolut gratis und viele spottbillig zu haben sind und deshalb verschwendet werden oder will er es nicht wissen? Seine Aussage « Ein Unternehmen würde nicht mehr existieren, wenn es nicht bereits heute die höchstmögliche Effizienz im Umgang mit Ressourcen anstreben würde. » verfängt deshalb nicht.

    • Patrik Peter dit :

      Lieber Herr Prfunger, kann es sein, dass Sie als sehr junger Mensch einfach Politparolen daherplappern? Energie ist eine Ressource für sich und wird auch in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung separat ausgewiesen. Jedes Unternehmen muss zwingend die effiziente Allokation seiner Ressorucen im Blick haben, sonst geht es Konkurs. Sobald Sie mal in einer Firma angesellt sind, werden Sie dies ohne weiters feststellen. Es erstaunt daher nicht wirklch, dass Sie oder auch ein Giord als Kantonsangestellter (LK 19) nicht wirklch wissen wovon Sie sprechen, aber exakt die Theorie dazu haben…

      • Peter Pfrunger dit :

        Sie sind ja ein allwissender … ausser, dass ich seit über 25 Jahren meinen eigenen erfolgreichen, produzierenden Betrieb besitze und deshalb keine Ahnung vom Umgang mit Ressourcen haben kann, haben sie besonders damit recht, dass ich noch jung bin – im Geist zumindest.

  • Guido Ziegler dit :

    Der von vielen hochgepriesene und vergötterte Wettbewerb mag Fortschritt und Errungenschaften hervorgebracht haben. Es ist jedoch in unserer Zeit genau dieser Wettbewerb, der ein nachhaltiges Leben auf unserem Planeten im Einklang mit der Natur und den gegebenen Ressourcen verunmöglicht. « Das System » wird erst reagieren, wenn es wohl schon zu spät sein wird. Unser heutiges Zuhause, die Erde, wird wohl einige Zeit benötigen, um die Krankheit Mensch nach dessen Verschwinden zu verdauen.

    • Hans Gerber dit :

      Der Earth Overshoot Day 2015 war am 13. August. Seit diesem Tag leben wir allesamt auf Pump. Soll heissen, wir konsumieren mehr, als die die Erde zu bieten hat. Im Jahr 2000 war Earth Overshoot Day noch der 1. November und 2010 der 21. August. Wenn wir so weiter wirtschaften, werden wir bald einen zweiten Planeten benötigen. Darum ist eine Initiative wie die der Grünen richtig!

  • Peter Krüsi dit :

    Massengüter werden seit Jahren praktisch nicht mehr in der Schweiz produziert exkl. Kaffeemaschinen und Luxus-Lebensmittel. Die Verschwendung von Resourcen mit immer neuesten trendy Modellen vom Auto bis zur Hose, das sind wahrscheinlich die wahren Katastrophen. Die Umweltschäden-Excesse in Osteuroa, Asien und China sind dermassen gigantisch wie wir das hier nie hatten. Teils weil wir besser waren, aber oft nur x-fach kleiner. Girods Beiträge dienen kaum der Sache da diese uns nicht weiterbringen, selbst wenn wir alle die ÖV’s benützten. Die Unterstellungen an die Unternehmer sind schamlos.

    • Mark Keller dit :

      Es geht nicht darum den ÖV zu benutzen. Es geht darum von der Wegwerfwirtschaft wegzukommen, und zur Kreislaufwirtschaft zu wechseln, um Ressourcen zu schonen. Davon sind wir noch weit entfernt.

  • Luzia Keller dit :

    Die Globalisierung hat schlafende Löwen geweckt, die wild herum streunen und sich bereichern, wo es noch genügend Beute gibt. Wer hat diese schlafenden Löwen geweckt? Wo sind sie und haben uns vorgegaukelt, dass die sich schon wieder in ihr Revier zurück ziehen würden? Klar, das ist nur eine Metapher. Ich sehe immer mehr, dass sich das gesicherte Grundeinkommen diesen streunenden Löwen annehmen wird und sie zu bändigen versteht. Denn wo weniger Kaufkraft, weniger Lust auf Shopping. Wo mehr Lebensqualität mit weniger Ressourcenverschleiss, weniger Umweltzerstörung. Simple Rechnung.

  • Alex Kramer dit :

    Zurück in die Steinzeit?
    Wenn wir uns nicht so oder so etwas einschränken in unserer Haltung, alles und jedes besitzen zu müssen, werden wir die selbst verursachte Steinzeit noch erleben, z.B. in weiteren Ressourcenkriegen um sauberes Wasser. Ist ja heute schon ein Thema in den USA, wo man den Clean Water Act de facto pro Fracking ausser Kraft gesetzt hat mit einem präsidialen Dekret (Cheney / GW Bush), wo nicht sein kann, dass man sich die eigene Erde nicht untertan macht und dafür importiertes Wasser aus Afrika(!) und EUropa konsumiert!
    Ob das im Sinne der Konzernvertreter sein sollte?

  • Sacha Meier dit :

    Um den Resourcenverbrauch in unserer postindustriellen Konsumwirtschaft einzudämmen, gibt es nur ein Mittel: Die forcierte Einführung der virtuellen Finanzwirtschaft auf breiter Front. Würden nur schon die Löhne, Renten und Sozialhilfen in fortschrittlichen Finanzprodukten, wie etwa CDS, Optionen oder synthetischen Aktien ausbezahlt, würde das einen nie dagewesenen Boom in der Finanzindustrie auslösen. Schliesslich wäre so jeder Lohn-, AHV-, ALV-, oder Sozialhilfebezüger gezwungen, seine virtuellen Werte aktiv zu bewirtschaften, damit er am Ende des Tages reales Buchgeld auf seinem Konto hat.

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