Vorbildliche Planung von Schweizer Kernkraftwerken

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Am 15. September war an dieser Stelle zu lesen, die Schweizer Atompolitik befinde sich «im Blindflug». Im Blindflug ist eher die unfundierte Polemik gegen die Kernenergie. Unter anderem wurde da der Grundsatz, die Kernkraftwerke (KKW) «laufen zu lassen, solange sie sicher sind», angeprangert. Mit dieser Regelung ist die Schweiz jedoch bisher sehr gut gefahren, und sie wird auch weiterhin davon profitieren. So steht die Sicherheit der KKW an erster Stelle, denn ihre Betreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Anlagen ständig zu modernisieren und auf dem neusten Stand der Sicherheitstechnik zu halten.

Der Ersatz von rund 40 Prozent der einheimischen Stromproduktion ist nicht über Nacht möglich.

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Die Sicherheit der KKW stehe an erster Stelle: Blick in den Reaktor des KKW Mühleberg anlässlich einer jährlichen Revision. Foto: Ruben Sprich (Reuters)

Solange kein fixes Abschaltdatum für KKW bestehe, fehle es in der Strombranche an Planungssicherheit, hiess es weiter. Im gleichen Text wurde eine rasche Stilllegung aller Schweizer KKW gefordert. Wer gleichzeitig die angeblich fehlende Planungssicherheit in der Stromversorgung anprangert und eine möglichst baldige Ausserbetriebnahme der KKW verlangt, widerspricht sich in höchstem Mass selbst. Der Ersatz von rund 40 Prozent der einheimischen Stromproduktion ist nicht über Nacht möglich und wird besser von langer Hand geplant. Die sicheren und zuverlässigen KKW ohne Grund abzustellen, bevor klar ist, woher der wegfallende Strom kommen soll, erschwert die Situation nur unnötig.

Dass in der Schweiz die Konsumenten von Atomstrom die Kosten für Rückbau und Entsorgung bezahlen, ist wahr – und fair. Wie bei einem im Laden gekauften elektrischen Gerät ist beim Strom aus Schweizer KKW im Preis eine Entsorgungsgebühr enthalten. Sie beträgt rund einen Rappen pro Kilowattstunde. Durch die konsequente Anwendung des Vorsorge- und Verursacherprinzips entstehen künftigen Generationen keine ungedeckten Kosten. Der Vorwurf der ungedeckten Folgekosten für den Rückbau der Werke und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist so haltlos, wie er alt ist. Mit ihrer vorbildlichen und vorausschauenden Planung hinterlassen die Schweizer KKW keine ungedeckten Checks.

Die Planung für die Zeit nach der Ausserbetriebnahme der KKW begann schon kurz nach Betriebsbeginn mit der Gründung der Nagra. Auch die Finanzierung wird vorausschauend sichergestellt, indem die dafür vorgesehenen Fonds schon während des Betriebs geäuffnet werden. Diese beiden Fonds sind auf Kurs. Sie haben seit ihrem Bestehen im Schnitt eine höhere Rendite verzeichnet, als für die Berechnungen angenommen wurde. Ein beträchtlicher Teil der Kosten fällt zudem schon während des Betriebs an und wird fortlaufend bezahlt. Die Fonds stehen unter der Aufsicht des Bundes, und die Kostenberechnungen werden regelmässig überprüft.

Vier Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima ist hinlänglich bekannt und von internationalen Experten bestätigt: Starke Erdbeben und Überflutungen wie beim Tsunami in Japan würden unsere Werke überstehen. Dafür sorgen verschiedene Massnahmen, die in den Schweizer Werken schon lange vor 2011 getroffen worden sind: eingebunkerte und überflutungssichere Notstromsysteme für die Reaktorkühlung, Anlagen zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen und zur gefilterten Druckentlastung.

In einem Punkt sind wir einig mit dem erwähnten Beitrag: Auch wir wünschen uns, dass Bundesrätin Leuthard und ihr Departement mehr mit sich über die Energiepolitik reden lassen würden – insbesondere über das ungerechtfertigte Verbot der Kernenergienutzung im Rahmen der Energiestrategie 2050. Das käme einem Technologieverbot gleich und würde nicht zum innovativen Industriestandort Schweiz passen.

41 Comments sur «Vorbildliche Planung von Schweizer Kernkraftwerken»

  • Roland K. Moser says:

    1.
    Radioaktive Abfälle müssen meines Wissen 1 Million Jahre sicher gelagert werden.
    Ist das Geld dafür beim Abstellen der AKW vorhanden?
    Stimmt die Zahl 1 Million Jahre, wenn nein, wie lautet sie dann?
    2.
    Die Atomlobby behauptet, ohne AKW wären 40 % Strom zu wenig vorhanden. Andere behaupten, man können die AKW sofort abstellen und wir hätten trotzdem genügend Strom, evt. durch Importe.
    Was stimmt?

    • Paul jenni says:

      Ihre Frage 2) Herr Moser, haben Sie gestern schon gestellt und beantwortet bekomemn. haben Sie die Antworten nicht gelesen oder nicht verstanden?
      Also noch mal kurz: Andere (Greenpeace) behaupten tatsächlich, man könne die AKW sofort abstellen. Das stimmt auch – allerdings nur gerade im Sommer, wenn wir wenig Energie brauchen und vor allem die Speicherseen schön voll sind. Im Winter sind wir entweder auf Atomstrom oder auf Importe angewiesen. Und da vorläufig niemand in Europa auch nur den Eigenbedarf mit sauberer Energie decken kann, können wir nur Atom- oder Kohlestrom importieren.

    • dieter knobel says:

      zu Ihrer ersten Frage:

      Die hochradioktiven Abfälle bestehen mehrheitlich aus Radionukliden mit einer eher kurzen Halbwertzeit (bis ca. 300 Jahre). Diese Radionuklide sind für die hohe Strahlung in den ersten 100 Jahren verantwortlich. Die Belastung nimmt hier mit der Zeit stark ab. Jene Abfallanteile mit langer Halbwertzeit strahlen nur sehr schwach, dafür aber tausende oder Millionen von Jahren.

      • Roland K. Moser says:

        Und wie lange muss das Zeug unterirdisch gelagert werden, bis sie es in einem Sperrholz-Kistli für Früchte unter ihr Bett stellen würden?

    • Hannes Müller says:

      Die Abfälle von heute sind die Triebstoffe von morgen. Kein Witz.

    • Marco Pfister says:

      Herr Jenni, bitte belegen Sie Ihre Behauptung zu Greenpeace, sie ist schlicht falsch. Greenpeace fordert die Stilllegung der Schweizer AKW innert 10 Jahren, die sofortige Stilllegung nur von Mühleberg und Beznau, des ältesten Reaktors der Welt. Letzteres ist tatsächlich problemlos möglich.

  • Franz Vontobel says:

    @Moser: Sie fragen den falschen. Bechtold hat an der HSG Volkswirtschaft, Politikwissenschaft und öffentliches Recht studiert und ist kein Naturwissenschaftler.

  • markus mueller says:

    «laufen zu lassen, solange sie sicher sind». Leere Worte! Dann müsste der Schrottreaktor Mühleberg mit seinen Rissen schon längstens abgestellt sein! Für Bechtold ist ein Reaktor dann nicht mehr sicher, wenns zu spät ist.
    Die Haltung erinnert mich an den Bauarbeiter, der vom obersten Stock eines Gebäudes fällt und sich bei jedem Stock sagt: “Bis hierhin ging alles gut.”

    • Stefan Hintermeister says:

      Herr Müller, dann zeichnen Sie mir doch bitte mal schematisch den Reaktortyp des KKM auf und kringeln Sie den Ort dieser Risse an und erklären Sie, weshalb und wie stark sich diese auf die Sicherheit auswirken!
      Sehen Sie – sie haben keine Ahnung. Ich schon, und ich kann Ihnen versichern, dass es sich bei Mühleberg keineswegs, ja nicht mal annähernd, um einen “Schrottreaktor” handelt! Aber Sie glauben ja sowieso viel eher den selbsternannten “Experten ” von Greenpeace & Co. …

  • Martin says:

    Ich bin kein Gegner der AKW’s aber ich kann nur hoffen, dass das stimmt, was Sie da schreiben! Die einen verteufeln die AKW’s, andere loben sie in den Himmel. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Auch ich hätte lieber etwas anderes als AKW’s, aber ganz sicher keine Windräder und überall Solarzellen. Das die Schweizer AKW’s einen gedeckten Fond haben, das war mir schon klar. Wenn es um Geld geht, ist die Schweiz immer vorne mit dabei.

    • Lea says:

      Wie hoch ist Fond momentan gedeckt? Und wie hoch wird er gedeckt sein, wenn die Atomkraftwerke abgebaut und mit der Endlagerung begonnen wird? Ich habe jedenfalls starke Zweifel, dass der Fond reicht.

  • hz. imBoden says:

    Energiewende 2050
    Der Wohlstand einer Industrie-Gesellschaft beruht auf preiswerter Energie. Die Kosten für alternative Energien sind viel zu hoch. Die Energiewende ist ein „unfassbar teurer Irrweg“ und schwächt den Wirtschafts-Standort SCHWEIZ ohne neues sicheres eigenes ERSATZ-KKW.
    Die „Energiewende“ ist somit in der heutigen Ausrichtung ein Flop. Offenheit für kommende Entwicklungen sowohl bei den erneuerbaren Energien wie bei der Kernenergie wäre die richtige Energiestrategie.

  • Lea says:

    Teil1:
    1. Nuklearanlagen sind üblicherweise sicher, bis etwas passiert. Die KKWs in Fukushima waren beispielsweise am 10 März 2011 die auf dem neusten Stand der Sicherheitstechnik.
    2. Die Politiker und Parteien die sich schon seit Jahrzehnten für eine sichere, einheimische und saubere Strom und Energie Versorgung einsetzen sind fast ausschliesslich auch AKW-Gegner. Die KKW-Befürworter setzen meist nur auf den unbegrenzten Energieimport (Uran, Öl, Gas).
    Deutschland hat es…

    • Lea says:

      Teil2:
      Deutschland hat es dank dem Burgdorfer-Modell innert 10-20 Jahren problemlos geschafft zusätzlich jährlich etwa 52TWh Wind-, 42TWh Biomasse- und 31TWh Solarstrom zu Produzieren (5 mal soviel wie die Schweizer KKWs (25kWh) produzieren)
      3. Dass der Ersatz sogar über Nacht möglich ist, war Mitte August 2015 gut sichtbar, da alle Schweizer KKW geplant und ungeplant gleichzeitig ausgeschaltet waren. Trotzdem bin ich wie einig AKW-Gegner für einen geplanten Schrittweisen Ausstieg über wenige Jahre.
      4. Die Vorgezogene Recyclinggebühr…

    • Lea says:

      Teil3:
      4. Die Vorgezogene Recyclinggebühr ist fair, da ich beim Kauf bezahle und nachher nicht mit Überraschungen rechnen muss. Zudem muss ich sie nur Bezahlen, wenn ich ein entsprechendes Produkt auch kaufe und hafte nicht solidarisch für meinen Nachbarn. Beim Rückbau und der Endlagerung, wurde erst ein kleiner Teil der vermuteten Kosten zurückgestellt und es ist noch völlig offen, wie hoch die Kosten tatsächlich werden. Falls die Kosten höher sind als erwartet, müssen alle Steuerzahler (auch solche die keinen Atomstrom wollten) bezahlen.
      5. Da die NAGRA…

    • Lea says:

      Teil4 (der Letzte):
      5. Da die NAGRA schon vor 30 Jahren behauptete das Endlagerproblem gelöst zu haben und heute keinen Schritt weiter ist, halte ich nicht viel von deren Planungsqualität.
      6. Die KKWs in Fukushima waren vor dem Tsunami sicherer als das KKW Mühleberg heute.

      Auf eine lebendige Diskussion hier, vor allem von Herrn Bechtold, würde ich mich sehr freuen.

      • Martin says:

        Lea sagt – viel! “Deutschland hat es dank dem Burgdorfer-Modell innert 10-20 Jahren problemlos geschafft zusätzlich jährlich etwa 52TWh Wind-, 42TWh Biomasse- und 31TWh Solarstrom zu Produzieren (5 mal soviel wie die Schweizer KKWs (25kWh) produzieren)” Diese Zahlen stimmen so ganz bestimmt nicht! 52 TWh durch Windenergie? Ganz bestimmt nicht! Wahrscheinlich nicht mal 52 GWh. Also diese Zahlen sind so ganz bestimmt falsch! Ein AKW in der CH produziert pro Jahr zwischen 1-3 TWh Strom. Nur eines! Ihre 25kWh sind sicher falsch. Da bist Du ganz bestimmt auf dem falschen Dampfer.

        • Lea says:

          @ Martin: Google selber oder schau zB. unter.
          http://strom-report.de/windenergie/

          • Martin says:

            Hab’s nachgeschaut, kann trotzdem nicht stimmen. 52 TWh entspricht 52 Mrd. KWh. Das geteilt durch ca. 25’000 Windrädli, ergäbe eine Stromproduktion von ca. 2.08 GWh pro Windrad pro Jahr. Meiner Rechnung zu folge, sind es in Wirklichkeit ca. 67,5 GWh, welche gesamthaft durch Windenergie in D erzeugt werden. Das grösste, mir bekannte Solarkraftwerk, das steht in Frankreich, les alpes de Provence les mées. Das ist ca. 200 Hektaren gross und hat eine Jahresstromproduktion von ca. 2.8 GWh.
            Solarkraft ist viel effizienter als Windenergie. Also 52 TWh Strom aus Windenergie, das glaube ich nicht.

          • Lea says:

            Deine Berechnung ist korrekt. Jedoch befinden sich unter den 25000 Windrädli auch viele grosse Windkraftanlagen mit bis zu 8 MW Leistung pro Turbine. Eine einzelne mittllere Windturbine mit 1MW Maximalleistung und 2800 Vollaststunden im Jahr (bei Flaute, Sturm und Revision produziert die Anlage weniger als 1MW oder nix) kommt auf die von dir berechneten 2.8 GWh.

          • Martin says:

            Selbst wenn diese Zahlen alle stimmen. Die Windkraft ist für mich in der Schweiz nicht geeignet. Man beachte auch, dass in D viele Windparks an der Küste stehen, wo es praktisch immer windet. Zudem ist D ziemlich flach. Wenn es nicht windet, ist einfach nix mit Strom. Solarzellen produzieren immerhin Strom, sobald es Licht hat. Das ist tagsüber der Fall. Somit ist es kalkulierbar. Aber Windenergie ist mir einfach zu unsicher. Um ein stabiles Stromnetz zu haben, ist es einfach nicht geeignet. Da muss man auf den Knopf drücken können und es hat Strom. Nicht, wann es der Natur passt.

          • Lea says:

            Nur wenige Menschen kochen und arbeiten wie ich um Mitternacht.
            Elektrische Energie wird vorallem Tagsüber besonders am Mittag benötigt. Deshalb wird nachts Atom, Kohle und Flusswasserenergie verbraucht indem Wasser in Pumpspeicher hochgepumpt werden, im Winter werden zudem ineffiziente Speicherheizungen nachts betrieben. Mittags werden die Pumpspeicher geleert, im Winter auch die Speichersseen.
            Deshalb wird die Versorgung stabiler, wenn wir deutlich mehr Solarstrom hätten. Erst ab einem Anteil von 30% wird es unstabiler, weshalb spätestens dann auch andere Einheimische Energien nötig sind.

          • R. Schönholzer says:

            Die durchschnittliche Leistung der Windkraftanlagen erstellt in 2015 beträgt 2.7 MW (onshore): https://www.wind-energie.de/sites/default/files/attachments/page/statistiken/20150730-halbjahreszahlen-windanland-2015.pdf
            Die durchschnittliche Leistung der Windkraftanlagen erstellt im Offshore Bereich beträgt sogar 4.1 MW:
            https://www.wind-energie.de/sites/default/files/attachments/page/statistiken/fact-sheet-status-offshore-windenergieausbau-jahr-2014.pdf
            Bei einem Ausnutzungsgrad von 40% entspricht das über 14 GWh pro Windkraftanlage.

          • R. Schönholzer says:

            Österreich ist ebenfalls ein Alpenland und hat bereits 2179 MW an Windkraftleistung installiert:
            https://www.igwindkraft.at/

          • R. Schönholzer says:

            Die Schweizer Wasserkraftwerke können mehr Strom produzieren, als die Schweiz maximal benötigt.
            Wenn’s windet bleibt mehr Wasser oben (in den Speicherseen) und wird gespart. Bei einer Flaute wird das Wasser turbiniert.

          • Martin says:

            Noch was: 2800 Volllaststunden, das gibt ca. 116 Tage im Jahr, wo Strom produziert wird. Die restliche Zeit, da stehen die Windräder still. Wann diese Tage sind, weiss man nicht und auch nicht, ob überhaupt. Das wichtige bei einem Stromnetz ist, dass es eine konstante Stromversorgung garantiert. Also der Kühlschrank läuft die ganze Nacht über, ohne Unterbruch. Bei Pumpspeicherseen, da wird das Wasser wieder hoch gepumpt, um es nochmals zu verwenden und die Stauseen werden im Winter nur teilweise entleert, um im Frühjahr das Schmelzwasser aufzufangen. Die Wasserdichte verändert sich im Winter.

          • Martin says:

            @R. Schönholzer: Und jetzt wollen Sie in der CH alles mit Windräder zupflastern, um ein AKW zu ersetzen, damit es dann eventuell Strom hat? Ein AKW kann nicht durch Windräder ersetzt werden! Ich habe es schon geschrieben: Ein Stromnetz kann nicht solchen Schwankungen ausgesetzt sein. Das ist das Problem. Aber dank den ganzen Windrädli Enthusiasten, werden wir wohl in der CH bald ein Stromnetz haben, welches nach dem Zufallsprinzip funktioniert. Wenn Sie Strom sparen wollen, dann bauen Sie Solarzellen auf Ihr Hausdach und ersetzen alle Glühbirnen durch LED.

          • Lea says:

            Volllaststunden ist ein theoretischer Wert um den Ertrag abzuschätzen. Im Alltag laufen die Windanlagen selten mit 0% oder 100%, zudem lässt sich die Produktion von Solar und Windstrom gut vorausberechnen (Wetterbericht). Im Gegensatz zu grossen AKWs welche gelegentlich unangekündigt ausfallen und das Netz so extrem belasten.
            Erneuerbare machen das Netz sogar stabiler!
            Da Pumpspeicher nicht über eine Zeitschaltuhr sondern über Angebot und Nachfrage gesteuert werden, können diese problemlos an sonnigen windigen Nachmittagen hoch pumpen und an nebligen windstillen Tagen turbinieren.

          • Strom-Report says:

            @ Martin
            52 TWh pro Jahr: Das kann man glauben

            Offizielle Zahlen: http://www.unendlich-viel-energie.de/strommix-deutschland-2014
            51,2 Mrd. kWh Onshore und 1,2 Mrd. kWh offshore

        • R. Schönholzer says:

          Im ersten Halbjahr 2015 wurde sogar 40.5 TWh mit Windenergie in Deutschland produziert (auf’s ganze Jahr hochgerechnet sind das dann sogar 81 TWh oder 81’000 GWh): https://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/aktuelles/folien-stromerzeugung-aus-solar-und-windenergie-im-ersten-halbjahr-2015.pdf

    • Hannes Müller says:

      “Die KKWs in Fukushima waren beispielsweise am 10 März 2011 die auf dem neusten Stand der Sicherheitstechnik.”

      Stimmt gar nicht. Es gab keine Einkapselung der Pumpen, es gab keine Anlagen zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen und zur gefilterten Druckentlastung.

      Beide Massnahmen waren von französischen und schweizerischen Experten angemahnt worden.

      (Das Fehlen der Einkapselung führte zum Versagen des Kühlkreises und zum Schmelzen, das Fehlen der Druckentlastung führte zur spektakulären Explosion.)

      • Lea says:

        Am 10. März 2011 waren die Schweizer KKWbefürworter noch anderer Meinung und schrieben auf ihrer Webseite: „Durch sicheres Bauen und die sorgfältige Wahl des Baugrunds können Kernkraftwerke auch sehr starke Beben ohne wesentliche Schäden überstehen. Das belegen die Erfahrungen aus JAPAN und Kalifornien, wo vergleichsweise oft schwere Erdbeben auftreten.“
        “Stimmt gar nicht.” In Fukushima gab es Anlagen zur Druckentlastung um eine H.Explosion zu verhindern. Obwohl es im Block 1 gelang die Druckentlastung zu reparieren und einzusetzen, ereignete sich eine verheerende Wasserstoffexplosion.

      • Lea says:

        „Beide Massnahmen waren von französischen und schweizerischen Experten angemahnt worden.“
        Stimmt nur halb, die Firma Elektrowatt hat eine Offerte für den Einbau von passiven Rekombinatoren (Knallgas wird zu Wasser) gemacht, welche abgelehnt wurde. Beznau und Gösgen haben auch auf dieses System, wobei das ENSI die Sicherheitsmarge im KKG für unzureichend hält. Leibstadt (kontrollierte Verbrennung) und Mühleberg (Stickstoffflutung) setzen auf aktive Systeme, welche bei Ausfall der Steuerung oder beschädigtem Containment nicht mehr korrekt funktionieren.

      • Lea says:

        Was du unter Einkapselung der Pumpen verstehst ist mir nicht klar. Ich vermute, dass du einen Pumpenausfall wegen Überflutung meinst.
        Im KKM stehen beispielsweise alle relevanten Pumpen im Torunsraum unter dem Reaktor und fallen bei einer Überflutung aus.

  • Franz Vontobel says:

    Diese beiden Fonds sind auf Kurs.

    Ach ja? Was heisst denn das genau? Wie viel Geld ist das? Wir wissen ja heute, dass der Rückbau von AKWs schnell die Milliardengrenze übersteigt…

  • boss werner says:

    …und zur gefilterten Druckentlastung…Haben es doch gläubige Theoretiker schön im Leben !

  • Daniel Moos says:

    Auf Haftungsfragen ist Herr Bechthold überhaupt nicht eingegangen, was mich eigentlich nicht erstaunt. In meiner Heimatstadt am Bodensee (21’000 EW) wird momentan für gesamthaft ca. 400 Mio Franken pro Jahr gebaut! Sollte es zu einem GaU kommen, einehrgehend mit grossflächiger Verstrahlung, müssten die Werte ganzer Städte abgeschrieben werden und zwar innert kürzester Zeit. Wer kommt für die hunderten von Milliarden auf. Im Kernenergiehaftpflichtgesetz Art. 12 steht, dass der Bund den Haftpflichtigen gegen Nuklearschäden bis zu einer Milliarde Franken je Kernanlage versichert……..

  • Anita Hofer says:

    Als Geschäftsführer muss Bechtold so schreiben…
    Aber ein Blick über die Grenzen genügt um festzustellen, dass das “Abbruchgeld” nie reichen wird. Dass ein allfälliges Hochwasser den hiesigen AKW’s nichts anhaben können ist Wunschdenken. Oder weshalb muss der Hochwassersicherheitsnachweis nochmal erstellt/verbessert werden? Ebenfalls ist die NAGRA sehr im Verzug mit dem Endlager. Und ob es das wirklich gibt ist mehr als zweifelhaft.
    Mit wenig Aufwand kann festgestellt werden, dass diese versuchte AKW-Werbung und -Schönfärberei nichts taugt!

  • Peter Müller says:

    Ob ein altersschwaches Schweizer AKW ein starkes Erdbeben übersteht ist eine sehr gewagte Aussage welche man nicht wirklich überprüfen kann. Was man beweisen kann, dass es neben Fukushima noch ein zweites AKW gab welches durch das Erdbeben beschädigt worden ist, wo es nur mit Glück und dem beherzten Einsatz vom Personal nicht zur Kernschmelze kam. Ein AKW Baujahr 1988 wo die Lobby uns immer als viel sicherer verkauft hat, wo es anscheinend auch noch Glück braucht um es betreiben zu können.

  • Bernd Frieboese says:

    Im ersten Absatz des Textes hier oben wird mal wieder behauptet, dass “die Sicherheit der KKW an erster Stelle” stünde.
    In der Praxis scheint allerdings bei den Schweizer Atomkraftwerken die Stromproduktion Vorrang vor der Sicherheit zu haben. Zweifellos ist das Atomkraftwerk Zwentendorf in Österreich sicherer als die Schweizer AKWs, denn es wurde nicht in Betrieb genommen, nicht mit Radioaktivität verseucht, lässt keine Radioaktivität in die Umwelt ab, erzeugt keinen Atommüll.
    Wenn die Sicherheit höhere Priorität hätte als die Stromerzeugung wären die Atomkraftwerke nie gebaut worden.

  • Luzia Keller says:

    Ich votiere für einen rechtsverbindlichen Vertrag, wo KKW-Befürworter wie Herr Bechtold sich verpflichten, im Fall eines Supergaus an vorderster Front beim KKW Nothilfe zu leisten. Ebenso dürfen KKW-Beförworter Land mit Haus erhalten im Radius von 200 km vom KKW entfernt. Dann diskutieren wir weiter.

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