Unsere Entwicklungshilfe hat versagt

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Millionen von Menschen möchten aus Afrika und Asien nach Europa auswandern. Mit grösser werdenden Diasporagemeinden, mit der Verbreitung von Internet und Handys wird der Fluchtstrom anwachsen. Unsere Politik ist ratlos und zu fest auf die Versorgung der Flüchtlinge in Europa ausgerichtet, statt die Ursachen zu erkennen und anzugehen.

Der Hauptgrund für die Auswanderung ist die Perspektivlosigkeit jeglicher Weiterbildung und Verbesserung der Lebensbedingungen.

Spain Migrants

Ohne Perspektiven in der Heimat: Ein Migrant versucht, den Grenzzaun zur spanischen Exklave Melilla zu überwinden. (Bild: Keystone)

Eine solch exzessive Massenmigration schadet sowohl den Ursprungs- als auch den Zielländern. Wir können sie aber mindern, wenn es uns gelänge, die Zustände in den Herkunftsländern so zu verbessern, dass die Menschen keinen Grund mehr hätten, ihr Heimatland zu verlassen. Dann wäre es auch vertretbar, die bei uns angekommenen Flüchtlinge zurückzuschicken. Denn der Hauptgrund für die Auswanderung aus Afrika ist die Perspektivlosigkeit jeglicher Weiterbildung und Verbesserung der Lebensbedingungen.

Wir in Europa und den USA sind an dieser Perspektivlosigkeit vielfach beteiligt:

  1. Die von uns propagierte Globalisierung fördert vor allem die Interessen der Grosskonzerne. Lokale Kulturen und Lebensweisen werden von der Globalisierung nicht nur vernachlässigt, sondern unaufhaltsam zerstört.
  2. Wir (WTO usw.) zwingen den Entwicklungsländern Handels- und Zollbedingungen auf, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Jeder Versuch dieser Länder, eine eigene Industrie und Landwirtschaft zu entwickeln, wird von uns abgewürgt, weil wir dabei keine Profite machen.
  3. Es herrscht ein Mangel an Schulen und Ausbildungsstätten in den afrikanischen Ländern. Es hat kaum Berufsschulen und vor allem keine Handwerksschulen. Wer ein Handwerk erlernen will, muss sich eine Werkstätte suchen, wo ein Älterer dem Jüngeren einige Handgriffe beibringt. Ein theoretischer Unterricht fehlt. In der Demokratischen Republik Kongo, wo ich während sieben Jahren gearbeitet habe, kenne ich keine Schule, die systematisch Handwerker (Schlosser, Elektriker, Automechaniker, Maurer usw.) ausbilden würde. In dieser Beziehung hat die von uns propagierte Entwicklungshilfe versagt!
  4. Die Politiker der afrikanischen Länder sind nicht an der Ausbildung von praktischen Berufen interessiert. Die meisten Politiker sind korrupt, gefrässig und nur auf ihre Macht und ihre persönliche Bereicherung erpicht. Wir arbeiten mit ihnen zusammen, weil wir von ihnen profitieren.

Wenn wir die Lage in den Herkunftsländern der afrikanischen Flüchtlinge verbessern wollen, sollten wir junge Leute in beruflichen Fähigkeiten und im demokratischen Denken ausbilden. Das ist nur möglich, wenn von uns qualifizierte Handwerker, Techniker, Ärzte, Lehrer usw. für längere Zeit in diese Länder gehen, dort eine Ausbildungsstätte aufbauen, sie betreiben und autochthone Ausbildner anlernen, denen sie stufenweise die Verantwortung für die Schule übertragen.

In drei afrikanischen Ländern und einem südamerikanischen Land habe ich während zwanzig Jahren neben meiner Tätigkeit als Arzt und Chirurg im Gesundheitssektor Leute ausgebildet. Im Kongo (dem ehemaligen Zaire) habe ich während sieben Jahren auf einem Gebiet so gross wie die Schweiz den Gesundheitsdienst aufgebaut, organisiert und geleitet. Dazu gehörten drei Krankenhäuser, vierzehn dörfliche Gesundheitszentren, eine Pfleger- und Hebammenschule. Ich hatte dreihundert kongolesische Mitarbeiter: Ärzte, Pfleger(innen), Handwerker, Agronomen, Büropersonal. Kosten im Jahr, alles inbegriffen: ca. 800’000 Schweizer Franken. Für jede Berufssparte liessen sich analoge Projekte finden und durchführen!

Ich erachte es als wesentlich, an Ort und Stelle die Menschen auszubilden, um ihnen zu beweisen, wie gut man im eigenen Land arbeiten und leben kann. Die Leute müssen aufhören, zu meinen, es lebe sich anderswo besser und sie müssten deshalb auswandern. Es ist auch sinnlos, Leute für teures Geld in unser Land zu holen und hier auszubilden. Solches Vorgehen würde die Migration nur fördern.

Im Positionspapier «Entwicklung und Migration» hat Ecopop die Zusammenhänge und sinnvollen Massnahmen detailliert dargestellt.

51 Comments sur «Unsere Entwicklungshilfe hat versagt»

  • Heinz Frauchiger says:

    Andreas Steiner hat absolut recht, nur so kann die Völkerwanderung aufgehalten werden!
    Das “Übel” muss an den Wurzeln bekämpft werden, vor Ort, und nicht erst bei uns.
    Politiker denkt auch mal an die andern nicht nur an euer Wohlergehen, schaut einmal selbst über den Tellerrand, seht euch an von was die armen Menschen in ihren Heimatländern ohne jeglichen Perspektiven leben sollen!

    • Hans Georg Nägeli says:

      Was hier Herr Steiner erzählt ist richtig nur leider nichts neues. Jeder der sich in Sachen der sogenannten Entwicklungshilfe schon Gedanken gemacht hat weiss, dass diese angeblich humanitäre Tat eine Pleite bzw.Fehlkonstruktion ist. Nur wollen es die verantwortlichen Stellen – Politiker und Funktionäre – nicht wahr haben. Man sehe sich nur mal genauer den aufgeblähten Apparat DEZA genannt an. Ausser Steuergelder verschleudern und produzieren von warmer Luft geschieht in diesem Laden nichts von Bedeutung. Hauptsache ein Heer von Funktionären kann herumreisen und andere Länder kennen lernen.

      • Markus Eisenring says:

        Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie, Herr Nägeli, die Aussagen von Herrn Steiner dazu missbrauchen, so im Vorbeigehen die DEZA oder die Entwicklungshilfe generell abzuwerten. Das halte ich für billig, denn die DEZA macht punktuell durchaus Sinnvolles. Sie kommt aber – wie jede staatliche Entwicklungshilfe – nicht gegen die Ausbeutungs-Strukturen der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung an, die Herrn Steiner an erster Stelle – und das zu Recht – kritisiert hat. Ich empfehle die Lektüre von Jean Ziegler!

      • Rodolfo says:

        Natürlich gibt es auch Mängel in der Entwicklungshilfe.
        Der erste Mangel steckt bereits im Wort Entwicklungs-“Hilfe”.
        Dieser wurde aber inzwischen behoben: Das ganze nennt sich heute “Entwicklungszusammenarbeit”.
        Ich habe in den Philippinen selbst erlebt, wie einheimische NGO’s von Organisationen wie Helvetas, oder HEKS in ihrer Arbeit unterstützt wurden, Kleinbäuerlichen SelbstversorgerInnen Basis-Wissen zu vermitteln und Agro-Forst-Projekte voran zu treiben.
        Damit wird traditionelles Agrarwissen mit modernen Methoden kombiniert für eine Tropische Bio-Landwirtschaft.

      • Rodolfo says:

        In den Tropen gibt es Möglichkeiten, von der wir in der “gemässigten Zone” nur träumen können!
        Wärme und Feuchtigkeit sind in einem Uebermass vorhanden, was 3-Stufige Agro-Systeme mit zum Beispiel einem Dach aus Palmen, Kaffeesträuchern darunter und in Bodennähe Ananas ermöglicht!
        Es gibt eine unglaubliche Fülle an Pflanzen (z.B. stickstofffixierende Bäume), Fischen und Tieren!
        Aber für die Multinationalen Agrokonzerne mit ihren Monokulturen und ihrem Raubbau, der auf kurzsichtige Ausplünderung aus ist, für den Export in die reichen Länder ist eine solche Subsistenzwirtschaft bedrohlich…

    • S. Müller says:

      Ich war schon in vielen so genannten 3-Welt Ländern.
      Entwicklungshilfe ist westliche Arroganz und Respektlosigkeit gegenüber lokalen Kulturen!!

      Warum soll man aus Agrarstaaten mit Intakten Sozialen Strukturen Industrienationen mit verlotterten Sozialen Strukturen machen?
      Entwicklungshilfe besteht meistens aus politischen Ideologen welche in andere Länder gehen um stolzen Kriegern zu erklären, dass sie arme Neger seien. Etwas überspitzt ausgedrückt, ist aber so.
      Der Katalysator für Entwicklung ist Mobilität. Vom Fahrrad in Afrika, vom Roller in Asien und bei uns das Auto.

  • Max says:

    Endlich einer der das Problem erkannt hat und offen anspricht! Die Politiker müssen endlich lernen die Probleme an den Wurzeln anzupacken die Ursachen anzugehen als dauernd zu lavieren und Sympthombekämpfung zu betrieben.. Es ist nicht die hohe Anzahl der Projekten und die hohen Geldsummen die zählen, sondern die Qualität der Projekte. .

  • Andreas Müller says:

    Im Bezug auf die Entwicklungshilfe in Afrika stellen sich mir immer wieder die Frage. Warum kopieren die Afrikaner nicht? Die Japaner und Chinesen haben es uns deutlich gezeigt. Die haben abgeguckt, nachgemacht, verbessert und sind nun in für viele Produkte Weltmarktführer. Das einzige was die Afrikaner bisher freiwillig übernommen zu haben scheinen ist Jesus und Co. Aber das bringt nicht wie man sieht. Grad kürzlich habe ich wieder gehört, dass wieder ein Hilfswerk irgendwo in Afrika Brunnen baut. Warum können die das immer noch nicht?

    • Martin says:

      China war eine Hochentwickelte Kultur und hatte eine positive Handelsbilanz mit den Europäern. Einzig die Waffentechnik war nicht so gut, zudem ist Korruption dort traditionell ein Problem. Die Engländer haben dann mit Waffengewalt erzwungen, dass die Chinesen Drogen kaufen (Opiumkrieg). Japan war auch sehr hoch entwickelt und hat sogar gegen eine Europäische Grossmacht (Russland) kriege gewonnen.
      Im Südlichem Afrika war die Kultur auf Steinzeitniveau in Nordafrika wurde im Zuge der islamischen Expansion viel kaputtgemacht. Die Kornkammer der Antike wurde so zum Piratennest.

    • Konrad Schläpfer says:

      Andreas Müller
      Das zu beantworten wäre ganz einfach, darf man einfach nicht. Nur soviel, was ist der Unterschied zwischen einem Asiaten und einem Afrikaner? Alle die schon in Afrika gearbeitet haben wissen es.

      • Ronnie König says:

        Das stimmt so nicht ganz! Ich habe in Asien wie in Afrika Halodris, faule Säcke und falsche Bildung oder Aberglaube erlebt und die seltsamen gesellschaftlichen Vorstellungen die hemmen können! Die Frauen sind oft die besseren Arbeiter, haben leider wenig zu melden. Im Detail wirds komplizierter, aber davon schreibt der Dr. Steienr nix, denn es würde sein Weltbild und seine Vorurteile betreffen, er müsste nochmals über die Bücher. Und manchmal, da ist unsere Entwicklung genauso zu hinterfragen. Nicht alles ist Gold was glänzt. Und Bildung braucht auch entsprechende Lehrer. Sahs in Indien.

    • Marcel Peyer says:

      Diese Sicht teile ich. Wenn man bedenkt, wieviele Milliarden an Geldeinheiten in den letzten Jahrzehnten nach Afrika geflossen sind, ist es bedenklich, wie wenig es den Kontinent vorangebracht hat. Da stellt man sich die Frage, ob es am Nicht-Können oder eher am Nicht-Wollen liegt. Die Geschichte besagt, dass Nicht-Wollen der Grund und Nicht-Können nur der Vorwand dazu ist. Die Chinesen haben eindrücklich das Gegenteil bewiesen, ohne auch nur ansatzweise vergleichbare Entwicklungshilfe erhalten zu haben. Auch wenn diese Sicht nicht nett klingt, ist sie trotzdem Realität.

    • Kaufmann says:

      Natuerlich koennen die Brunnen bauen, aber hier im Senegal ist es so, dass unzaehlige Hilfs-Associationen Brunnen bauen WOLLEN, dann montieren sie ein Taefelchen hin mit “gespendet von …” . Sie beruhigen somit ihr Gewissen, nicht genug fuer die armen Afrikaner gemacht zu haben. Wer lehnt schon ein Geschenk ab?

    • Rodolfo says:

      Sie sind an Arroganz und Selbstherrlichkeit kaum noch zu übertreffen!
      Fragen Sie sich weniger, warum die Afrikaner etwas nicht übernehmen, sondern was die Afrikaner der Welt schon alles gegeben haben!
      Als Sklaven haben sie geschuftet!
      Und sie haben ihre wunderbare Musik in die “Neue Welt” mitgebracht!
      Was wäre unser Leben ohne den Jazz, den Blues, den Rock’n Roll, den Samba, den Salsa, den Rumba und so weiter!
      Eine öde Schlager- und “Guugelimusig”-Hölle!
      Also überlegen Sie sich DAS mal, bevor Sie wieder über die “dummen Neger” lästern! …

  • Hans Mustermann says:

    “Die meisten Politiker sind korrupt, gefrässig und nur auf ihre Macht und ihre persönliche Bereicherung erpicht.” Ist das denn in unseren Breitengraden so viel anders;) Mitursächlich für die Schwierigkeiten in Teilen Afrikas ist wohl auch ein Mangel an Selbstvertrauen angesichts der Kolonialgeschichte. Europäische Kooperation auf Augenhöhe hiesse auch, afrikanischen Eliten zu ermutigen, eigene Wege der Entwicklung zu beschreiten. Europa kann dabei Inspirationsquelle sein, nicht jedoch neo-neo-kolonialistische Kopiervorlage.

  • Marco Gallati says:

    Die Schweiz hat für 4 Jahre 11,3 Milliarden Franken Entwicklungshilfe gesprochen und will diesen Beitrag sogar noch erhöhen. In den letzten Jahrzehnten haben die westlichen Staaten hunderte von Milliarden Euro, Dollar und Franken in Kontinente wie Afrika gepumpt und gebracht hat es gar nichts. Die Afrikaner sind an ihrer Situation genauso selber schuld wie Muslime selber schuld sind, dass in den meisten islamischen Staaten weder Demokratie noch Frieden noch Meinungsfreiheit herrscht. Wir sind nicht Jesus, der die Schuld der ganzen Welt auf sich geladen hat..

    • Mark Keller says:

      Doch es hat sehr viel gebracht… Es ist nämlich fast das zehnfache der geleisteten Entwicklungshilfe an die Geberländer zurück geflossen.

      • Roman Meier says:

        Geld fliesst nicht von alleine aus Afrika in andere Teile der Welt. Ohne afrikanische Hilfe würde überhaupt keines abfliessen!

  • Daniel Staufer says:

    Nicht ”wir” haben versagt sondern wie üblich irgendwelche linke Fantasten mit Ihren zweifelhaften Organisationen die es nicht fertig bringen all die Milliarden an den richtigen Ort zu lotsen.Nun müssen wie immer alle leiden und anpacken um die Jahre langen Versäumnisse unsere ”sozialen” zurecht zu biegen. Der Auslöser für all das Chaos,das momentan in Europa abgeht, hat eine Gemeinsamkeit,die Linken!

    • Sportpapi says:

      @Daniel Staufer: Das war jetzt Ironie, oder? Aber ja, man würde sich gerne mehr gut bürgerliches Engagement in diesem Bereich wünschen. Aber die sind gerade mit anderem beschäftigt.

  • Martin Cesna says:

    “WIR”?
    Ich weigere mich, mich mit Strukturen in diesem Staat zu identifizieren, die klar gegen Menschlichkeit verstossen:
    – Die SNB investiert in Firmen, die Minen und Granaten herstellen.
    – Die hiesige Regierung betreibt einen exzessiven Protektionismus in Sachen Landwirtschaft, Umgang mit Fremden, etc.
    – In hiesigen Kantonen werden Firmen (per günstige Steuern etc.) gefördert, die in ihrem Arbeitsgebiet Menschen verarmen lassen.
    – Der Gewinn aus Waffenexporten auch in schwierige Länder übersteigt die Entwicklungshilfe bei weitem.
    …aber ich bin nicht diese Strukturen!

  • Ronnie König says:

    Die Entwicklungshilfe hat eben nicht versagt! Das erscheint jedoch so. Wenn mit jemand 10Fr. schenkt, dann sollte ich nicht 50Fr. minus haben dadurch. Versteht keiner auf den ersten Blick. Klar. Aber, wenn ich eine Infrastruktur aufbaue, dann brauchts nicht nur die Brunnen und Toiletten, es braucht auch Strassen, Schulen, Elekrizität usw. Dafür nehme ich zusätzlich einen Kredit auf. Da sind Zinsen zu bezahlen. Ich möchte mein Land schützen und brauche Geld für Polizei und Armee. Dazu brauche ich auch Geld. Wenn meine Wirtschaft noch unterentwickelt ist, dann fehlen jeweils die nötigen Steuern.

  • Sergio Padovano says:

    Soso….unsere Verwicklungshilfe hat versagt

    Sagt Blocher das, was das Titelchen nun so überraschend vermeldet, dann nennt ihn die Lügenpresse: Rassisten, Ausländerhasser, Nazi Abschotter oder Hinterwäldler

    • Anne-Marie says:

      damit wären wir wieder bei den unsäglichen Verleumdungen von ECOPOP angelangt…
      Vielleicht hätte Herr Padovano noch ein bisschen mehr als den Titel des Artikels lesen müssen.

  • Andreas says:

    Die meisten Flüchtlinge glauben, dass Europa ein reiches Paradies sei…
    Ich finde es richtig und unsere christl. Pflicht allen Menschen in Not nach ihren Bedürfnissen zu helfen. Das heisst aber nicht, dass man sie für immer im Land lässt und für sie aufkommt. Nach der ‘Einladung’ Deutschlands, wurde es für uns Entwicklungshelfer im Nordirak zunehmend schwierig den Flüchtlingen zu helfen und sie von der Emmigration nach Europa abzuhalten. Solange Europa alle Flüchtlinge aufnimmt und sie integriert, ist jeder dumm der nicht auswandert. Mittlerweile gehen sogar die einheimischen Kurden…

  • Franz Süss says:

    Habe ich was versäumt oder nicht verstanden? Wir sprechen hier von Entwicklungshilfe – einer schönen und vernünftigen Sache. Aber gleichzeitig reden wir von den Flüchtlingsströmen. Hmmm….ich würde ganz sicher nicht in eines derjenigen Ländern als Entwicklungshelfer gehen, wo diese Flüchtlingsströme her kommen, nämlich dort wo Krieg und grausame Regimes und noch grausamere IS-Wahnsinnige herrschen. DAS ist das usrprüngliche Problem der Flüchtlingsströme! Wenn ein Regim stabil und menschenwürdig ist, dann rede ich sehr gerne wieder über Entwicklungshilfe. Also bitte nicht verwechseln!

    • Andreas says:

      Wissen sie, dass ca. 45% aller Asylanträge von Jan-Jul 05 in Deutschland von Menschen aus dem Balkan gestellt wurden? Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Milliarden wir und die EU in diese Länder für den Wiederaufbau gesteckt haben. Das Geld ist weg und nachhaltig gebaut ist dort wenig bis nichts!
      Die IS Flüchtlinge: kaum einer kommt direkt aus dem Krieg entflohen. Die meisten haben 1-3 Jahre in einem Flüchtlingscamp hinter sich oder haben sich sonst wie in einem der sicheren Nachbarländer durchgeschlagen. Sie kommen, weil sie die Hoffnung auf eine Zukunft in der Heimat verloren haben.

  • Fritz Weber says:

    Der grösste Teil der Entwicklungshilfe fliesst in die korrupte Staatsmacht in Afrika. Das ist auch immer ein Grund warum sich viele darin versuchen den aktuellen Staat zu zerstören, zu stürzen oder zu übernehmen. Es geht da meistens um Macht und das viele Geld das von anderen Ländern kommt. Wie überal in Politik und Wirtschaft will jeder davon so viel wie möglich für sich selber.

  • Olivier Röllin says:

    Grundsätzlich gebe ich Andreas Steiner absolut Recht. Das Ganze in der Praxis umzusetzen, ist aber nicht ganz so einfach und die Formel “die müssen halt das Gleiche machen wie wir” greift leider zu kurz. Es lohnt sich die Forschungsarbeiten und Versuche der Ökonomin Esther Duflo zu lesen. Hunger und Armut haben viele Ursachen und sowohl wir haben falsche Vorstellungen, was es heisst, in Armut zu leben wie auch die Menschen in Drittweltändern nicht wissen, wie das Leben bei uns funktioniert. Gut gemeint ist halt häufig leider das Gegenteil von gut gemacht.

  • Charles Neuer says:

    Hat unsere (jahrzehntelange) Entwicklungshilfe versagt oder haben die Empfängerländer versagt?
    Taiwan ist das perfekte Beispiel: Politisch war dieses Land lange Spielball der grossen Mächte und vor 50 Jahren war das BIP Kongos wesentlich höher als das Taiwans. Das sieht heute aber ganz anders aus…

  • Gion Saram says:

    Weshalb hat eigentlich die DEZA noch nie daran gedacht in Afrika solche handwerkliche Berufsschulen aufzubauen wie sie von Andreas Steiner gefordert wurden? Wenn die Fifa in afrikanische Fussballschulen investieren konnte, dann sollte so etwas analoges doch auch für die DEZA möglich sein?

    • Bernd Steimann says:

      Werter Herr Saram, genau das tun die DEZA und ihre Partner seit Jahrzehnten. Sie und Herr Steiner sollten sich wenigstens die Mühe machen, mal auf die Website der DEZA zu gehen und zu schauen, was denn wirklich geleistet wird, Praxisnahe Berufsausbildung nach Schweizer Vorbild gehört seit langem zum Portfolio der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit – und hat beeindruckende Erfolge vozuweisen.

  • Jacques Zimmer says:

    Diese Carte Blanche von Herrn Steiner ist das Beste, was ich je gelesen habe zur Flüchtlingsproblematik. Wir (oder z.B. die UNO) müssten ein globales Ausbildungssystem aufbauen, statt dauernd Milliarden von Entwicklungsgeldern irgendwo versickern zu lassen oder die mutigsten und wohlhabensten der Flüchtlinge einfach bei uns aufzunehmen und durchzufüttern. Freiwillige gäbe es sicher genug. Man könnte in den hoch entwickelten Ländern einen solchen Ausbildungsdienst im Ausland z.B.auch als Alternative zum Militärdienst anbieten.

  • Eva Geel says:

    Stimmt: Es braucht bessere Berufsbildung in den armen Ländern. Und es gibt viele Organisationen, die genau das machen. Vielleicht nicht mehr lange, weil die Entwicklungshilfe ja zusammengestrichen werden soll. Dass die Berufslehre aber das Wundermittel gegen die anderen Probleme ist, die Herr Steiner nennt (Globalisierung, WTO, Korruption), bezweifle ich doch arg. Und sie ist schon gar keine Lösung gegen den Krieg. Die Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan brauchen humanitäre Hilfe: Vor Ort, in den Nachbarländern, die bereits Millionen von Flüchtlingen aufgenommen haben, und hier in Europa

  • Rolf Hefti says:

    Wenn Mächtige etwas bewirken, heisst es immer Wir wollen das so. Lustig, gleich wie im Mittelalter als die Könige befahlen, wie in Vergangenheit wird es so in Zukunft sein..

  • Margot says:

    Herr Steiner hat viel Wahres ausgesprochen, aber den wichtigsten Grund hat er ausgeklammert. Sahra Wagenknescht hat jetzt mit scharfen Worten auf die Kriegsverursacher USA hingewiesen und fordert ihnen die Rechnung zu präaentieren. Auch Putin sagt das die Flüchtlingswelle absehbar gewesen ist. Und das die USA, denen die EU im blinden Gehorsam folgte, kaum von dem Flüchtlingszustrom betroffen ist, trotz ihrer massgeblichen Rolle bei der Destabilisierung der Regionen. Jetzt brennt es schon in einigen europäischen Regionen, und das ist erst der Anfang

  • Flori Antha says:

    Der Artikel ist nicht sehr weiterführend. Migration hat es in der Menschheitsgeschichte immer gegeben und wird es auch immer geben. Die Vorstellung, dass man Menschen an einem Platz festhalten sollte (Nationalstaat), ist eine moderne Erfindung, die schlicht und einfach nicht der Realität der menschlichen Geschichte entspricht.
    Zudem sind auch die Schuldzuweisungen viel zu pauschal. Die entscheidende Frage ist doch warum bestimmte Länder sich industrialisieren und damit langfristig Wohlstand schaffen und andere Länder nicht. Auch in Afrika gibt es dafür Beispiele (Botswana, Mauritius).

  • Ruedi says:

    Zitat: “Wir können sie aber mindern, wenn es uns gelänge, die Zustände in den Herkunftsländern so zu verbessern, dass die Menschen keinen Grund mehr hätten, ihr Heimatland zu verlassen.”

    Wieso Wir? Wir können gar nichts ändern, das müssen die Betroffenen Länder selber wollen, und auch machen. Diese Länder sehen das zu recht als Einmischung in ihre Innerstaatlichen Angelegenheiten. Diese Staaten haben sich von der Kolonialzeit befreit und wollen Selbstverantwortlich sein. Sie nehmen gerne Entwicklungshilfe machen aber damit was und wie sie wollen. Was wir wollen interessiert sie nicht.

  • Stefan W. says:

    Nach den Ursachen zu fragen, ist absolut wichtig und essentiell. Nur, im Fall der jetzigen riesigen Welle aus Syrien fehlt die wichtigste Ursache: Westliche Waffenlieferungen an irgendwelche Konfliktparteien und Bombardierung irgendwelcher anderer Konfliktparteien. “Wir”, also die westlichen Politiker und Medien müssten endlich einmal einsehen, dass und Konflikte in anderen Ländern nichts angehen. Dass wir es einfach aushalten müssen, wenn andere Länder anders funktionieren, als wir, selbst wenn wir es grausam finden. Das Resultat unserer Einmischungen war jedesmal schlimmer, als die Ursache.

  • Ruedi says:

    Ich sehe in diesen Ländern Kinder die Kinder zeugen, völlig Verantwortungslos, produzieren Erwerbslose immer mehr Menschen. Dazu zwingt sie niemand, das machen sie so, weil sie es so wollen. Wenn sie das so wollen, müssen sie aber auch die Verantwortung dafür selbst übernehmen.

    Wenn sie aber jemanden (uns) finden der dieses handeln noch mit Entwicklungshilfe oder Sozialhilfe (Fluchtort) fördert, belohnt, gibt es keinen Grund dieses Verhalten jemals zu ändern, da ihnen ja die Verantwortung für sich und ihre Kinder zu sorgen, Familienplanung von uns abgenommen wird, indem wir das mit unserer Ich sehe in diesen Ländern Kinder die Kinder zeugen, völlig Verantwortungslos, produzieren Erwerbslose immer mehr Menschen. Dazu zwingt sie niemand, das machen sie so, weil sie es so wollen. Wenn sie das so wollen, müssen sie aber auch die Verantwortung dafür selbst übernehmen.

    Wenn sie aber jemanden (uns) finden der dieses handeln noch mit Entwicklungshilfe oder Sozialhilfe (Fluchtort) fördert, belohnt, gibt es keinen Grund dieses Verhalten jemals zu ändern, da ihnen ja die Verantwortung für sich und ihre Kinder zu sorgen, Familienplanung von uns abgenommen wird, indem wir das mit unserer Hilfe fördern.

  • Jan Stiefel says:

    Die Thesen von Andreas Steiner sind in weiten Teilen von Gewicht. Es ist nicht falsch, sie zur Debatte zu stellen, solange die Probleme nicht gelöst sind, sondern „wir“, sowohl als Land als auch als Einzelne, Teil dieser Probleme sind.
    Die etwas plakativ vorgebrachte Forderung nach „mehr Ausbildung“ wird zwar kaum alle davon lösen, aber immerhin wird hier die Frage nach wichtigen Ursachen der Migrationsströme ernsthaft aufgeworfen. Zu Recht wird zur Debatte gestellt, ob die offizielle Schweizer Entwicklungshilfe hier und in verwandten Bereichen das Richtige und auch genug davon tut.

  • Rodolfo says:

    @ Andreas Steiner
    Sie haben natürlich recht, dass die Ursachen der Migrationsströme in der Verehlendung und im Zerfall von Staaten durch Korruption und Misswirtschaft liegen und direkt angegangen werden sollten.
    Sie übersehen dabei aber, dass die Auswanderung eine zentrale Ueberlebensstrategie von Grossfamilien ist, die in verarmten Ländern des “Südens” leben. In dieser Ueberlebens-Strategie werden einzelne, möglichst gut ausgebildete Familienmitglieder ins Ausland geschickt, damit sie dort arbeiten und einen Teil ihres Lohns zurück schicken, um die Familie zu unterstützen.

  • Rodolfo says:

    @ Andreas Steiner
    Diese finanzielle Hilfe ist die direkteste, unbürokratischste Entwicklungshilfe, die es gibt.
    Ohne die Geld-Ueberweisungen von “overseas-workers” wäre beispielsweise der Philippinische Staat schon längst zusammengebrochen. Wir hätten es dann in diesem Südostasiatischen Inselreich mit einem weiteren “failed state” zu tun und mit einer weiteren Brutstätte des Terrorismus…
    Die MigrantInnen überweisen dieses Geld an ihre Familien, weil sie mit diesen emotional sehr stark verbunden sind.
    Von einer solchen Herzlichkeit können wir in der kalt berechnenden Schweiz nur träumen…

  • Rodolfo says:

    Als ich heute den Tages-Anzeiger gelesen habe, auf Seite 6 und 7, die Artikel “Deutschland Märchenland” und “münchen leuchtet”, kamen mir vor Rührung die Tränen!
    Europa ist noch nicht verloren! Europa hat ein Herz und dieses Herz hat einen überraschenden Namen: “Deutschland”!
    Die überglücklich strahlenden Flüchtlinge -nach ihren unvorstellbaren Strapazen mit den Kräften am Ende- müssen sich erst mal erholen, neu aufbauen und dann Fuss fassen in der für sie neuen Welt. Dann werden sie hoch motiviert arbeiten und ihre Familien in Syrien, oder wo auch immer unterstützen, als Ursachenbekämpfung.

    • Roman Meier says:

      @ Rodolfo: Ach was Sie nicht sagen! Glauben Sie allen ernstes, dass in Deutschland die Wirtschaft geradezu darauf wartet, dass diese Leute loslegen können? Was für eine weltfremde Vorstellung! Warum gibt es wohl in Deutschland schon heute soviele islamistische und gewaltbereite Extremisten (Salafisten)? Weil es dort Arbeit im Ueberfluss für Einwanderer gibt? Und denken Sie ernsthaft, dass dies nun das Ende des Einwanderungsstromes ist und nächstes Jahr niemand mehr kommen wird? Bei so viel Naivität kann ich wirklich nur noch den Kopf schütteln!

      • Rodolfo says:

        Meine Vorstellungen sind nicht naiv, sondern wegen Erfahrungen entstanden.
        Meine Frau ist als “Wirtschafts-Migrantin” aus den Philippinen in die Schweiz gekommen, um in unserem Gesundheitswesen mit zu helfen, so dass dieses nicht wegen Personalmangel verlottert.
        “Entwicklungshilfe” sage ich dem!
        Und dann hat sie auch mir geholfen, indem sie so tolerant war, mit mir eine Familie zu gründen.
        Heute gehöre ich zu ihrer auf der ganzen Welt verstreuten Grossfamilie und bin froh darum.
        Natürlich sind auch sie keine Heiligen, aber sehr herzlich!
        Und das genügt mir, zusammen mit dem Schweizerpass…

  • andersen says:

    Nun, ich denke, viele Schweizer blicken extra nach draussen, aber was ist mit die flankierte Massnahmen, wie zum Beispiel :Lohnschutz und Wohnungsbau?
    Die Schweiz hat selber ein grosser Fachkräftemangel und allein in der Kanton Zürich wurde 7500 Lehrstellen nicht besetzt.

  • S. Müller says:

    Bei uns wird die Regionale Kultur und Lebensweise ebenfalls zerstört.
    Die letzten Jahre hat sich eine ganze Kaste Linker Politiker in der Schweiz/EU damit beschäftigt, die Lebensweise der Einwohner zu reglementieren. Mit eindeutigem politischen Motiv. (So wie in den USA…).
    Bloss jeder Mensch ist unterschiedlich und jede Gegend ist unterschiedlich. Das war mal schön in Europa. Durch die ganze Gesetzgebung und Standardisierungen werden regionale Kleinunternehmen durch Konzerne verdrängt, da die ganze Rechtsprüfung ist heute derart aufwändig dass sich nur noch Grosskonzerne dies leisten können.

  • Richard says:

    Vielleicht kennt noch jemand von der Sonntagsschule her das grosse Standbild im Traum von Nebukadnezar, das der Prophet Daniel im 2. Kapitel ausführlich deutet und erklärt:
    Am Ende der Menschheitsgeschichte ist von einem Weltreich, bestehend aus Eisen und Ton die Rede. Die beiden Elemente stehen für ein Gemisch von 2 inkompatiblen Kulturen.
    Aus diesem Grund haben die Menschen, ohne zu Wissen, alles unternommen um den Süden in den Norden zu integrieren. Die Folgen dieser Entwicklung kann der Interessierte im besagten Kapitel des Propheten Daniel nachlesen.

  • Roman Liechti says:

    Vielleicht ganz zuerst mal eine Korrektur. Entgegen der Aussage des Autors haben sich durch die Globalisierung Armut und Kindersterblichkeit massiv reduziert (Quelle: UNO-Report 2014). Hässliche Ausnahmen existieren, keine Frage. Allerdings: nach Jahrzehnten und Hunderten von Milliarden Entwicklungshilfe stehen wir vor einem Desaster. Warum hat die Hilfe zur Selbsthilfe nur insofern geklappt, als die Leute jetzt ein Smartphone bedienen und die Schlepper bezahlen können? Der Aktivismus der Politik, die jetzt einfach noch mehr Geld in Entwicklungsmassnahmen reinpumpen will, zeigt auf, wie hilflos diese Leute sind. Angesichts der Millionen-Bewegung wurd Europa um eine Abschottung nicht herumkommen, das ist (leider) Fakt.

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