«Bitte wählen Sie mich!»

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ich politisiere sehr gerne in Bern und bin eine Vollblut-Nationalrätin. Darum bedauere ich es sehr, dass ich mich wegen des Wahlkampfs in den nächsten sieben Wochen nicht voll derart wichtigen Dossiers wie der Herausforderung mit den Flüchtlingen widmen kann. Aber man muss kreativ bleiben und den Wählern etwas bieten. Für eine Wahlkampfspende von 1200 Franken lade ich Sie zu einer eintägigen Wanderung im Alpstein ein, da liegt auch ein kaltes Plättli oder ein alkoholfreies Bier drin. Für nur 600 Franken gibt es eine Nostalgie-Fahrt mit Picknick, für 290 Franken führe ich Sie durchs Bundeshaus.

Die politische Tätigkeit besteht aus viel Knochenarbeit hinter den Kulissen. Persönlich bin ich darum froh, dass ich die sogenannte Ochsentour absolviert habe mit Ämtern auf Gemeinde-, Kantons- und jetzt Bundesebene. Dabei konnte ich einen grossen Rucksack voller Wissen und Erfahrungen sammeln. Jetzt freue ich mich auf den Wahlkampf. Mir gibt das Energie. Ich kann die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Leute nutzen, um mit ihnen über politische Inhalte zu reden. Ich mache das gerne!

Es braucht keine schönen Worte. Gefragt sind ein Mentalitätswandel und Taten.

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Ballone im Wind: Nicht alle Aussagen im Wahlkampf verfügen über Inhalt und Gewicht. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Ich bin entsetzt über die falsche Politik in Bern. Jeden Tag werden in der Verwaltung 500 neue Beamtenstellen geschaffen. Die KMU werden erdrosselt von den Apparatschiks im Bundeshaus und ihrem Regulierungswahn. Wir müssen die da oben in Bern bremsen. Ich bin für mehr und bessere Arbeitsplätze. Für die Bilateralen und für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. Für eine pragmatische Lösung und den Kompromiss.

Die politisch Verantwortlichen in Bern sind mehr denn je gefordert zu spüren, was die Menschen in diesem Land bewegt. Wenn Züge immer voller, die Staus auf Autobahnen immer häufiger und länger und die Landschaft immer mehr verbaut wird, geht das nicht spurlos an der Bevölkerung vorbei. Die Anliegen der Bevölkerung müssen ernst genommen und es darf nicht erst gehandelt werden, wenn wieder einmal dem Bundesrat und dem Parlament eine Rote Karte gezeigt wird. Gemeinsam können wir Bewährtes erhalten und auch Neues wagen. In der Schweiz dürfen wir uns am Erreichten freuen, auf unser Land stolz sein. In diesem Bewusstsein gilt es nach vorne zu schauen und die Herausforderungen anzupacken. Gemeinsam können wir die gesteckten Ziele erreichen.

Aber denken Sie daran: Um das zu ändern, braucht es keine schönen Worte. Gefragt sind ein Mentalitätswandel und konkrete Taten. Wir sind alle Teil der Schweiz. Wer mich wählt, setzt ein Zeichen für ein reichhaltiges Zusammenleben und eine vielfältige Demokratie. Wer mich wählt, der wählt die Zukunft.

In diesem Sinne: Wählen Sie mich. Ich bitte sehr darum.»

Diese Rede wurde zusammengesetzt aus Zitaten von Elisabeth Schneider-Schneiter, Sarah Bösch, Gabi Huber, Anita Fetz, Roger Köppel, Christoph Buser, Johann Schneider-Ammann, Markus Ritter, Matthias Aebischer, Daniel Stolz, Philipp Müller und von so gut wie jedem Politiker, der «in diesem Land» gerne in den Nationalrat möchte.

5 Kommentare zu ««Bitte wählen Sie mich!»»

  • Gertrud Müller sagt:

    Sehr gut zusammengefasst. Der übliche Schleim eben. Und nach der Wahl entschwinden sie in den unendlichen Weiten im Bundeshaus, pendeln zwischen ihrer Villa und Arbeitsplatz Umweltfreundlich hin und her. Wohl bemerkt, nicht zu Stosszeiten, und fühlen sich, mindestens theoretisch, mit dem Stimmvolk verbunden. Könnten spielend mit dem Minimum von IV AHV oder Sozialamt leben, wenn sie wollten. Hoppela,- davon war ja gar nicht die Rede, während des Wahlkampfs.

  • Pesche Müller sagt:

    Genial Ihre Rede! Sie haben mir die Arbeit erleichtert, eine Wahlrede zu schreiben. Ich will zwar nicht nach Bern, aber in unseren Gemeinderat gewählt werden. Klar, da braucht der Text noch ein paar Anpassungen. Und mir ist auch noch nicht klar, ob sich Ihre Schreibe als Grundlage für eine 1. Augustrede 2016 eignen würde? Was meinen Sie? Wenn Sie in Ihrem nächsten Blog etwas für Gemeinderatswahlen zusammenstiefeln könnten, würde das mir sehr nützen – dann wäre ich schon fast sicher gewählt. Gruss vom Pesche, Gemeinderat in spe oder so…

  • Hanswerner Karrer sagt:

    Klasse Karikatur, treffend nachgezeichnet

  • Rolf Hefti sagt:

    Welche Parteifarbe man wählt ist egal, es handelt sich eh um privilegierte Menschen mit Redetalent. Wenn ich dieses Talent doch auch hätte! Ferien im Bundesdorf wäre schön und ist sicher sehr erholsam. Aber egal, gehen sie trotzdem wählen, sonst sind sie nur eine schweigende Mehrheit ohne jede Charakterschwäche. Langweilig! Vielleicht hat diese Mehrheit mit ihrer Abwesenheit zwar vielleicht schon Recht, die Folgen davon sind aber auch nicht gut. Wie nennt man eine Demokratie ohne Rückhalt in der Bevölkerung eigentlich? Demoliertkratie vielleicht?

  • Martin Cesna sagt:

    Ob es solche Textbaustein-Kästen auch im Internet zu kaufen gibt?
    Das wäre dann Vortrags-Karaoke, die man nur noch mit zwei Aktualitäten aufhübschen müsste.

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