Das Schweizer Geissenpeter-Syndrom

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Warum mag man in diesem Land keine Akademiker? Warum behauptet man so steif wie falsch, wir hätten schon genug davon – und holt sie dann im Ausland? Ich habe nachgedacht (das tun Akademiker, weil sie keinen Nagel einschlagen können) und tatsächlich den Grund gefunden, den ich unbedingt mitteilen muss (das tun Blogger, warum auch immer): Der Grund ist – der Geissenpeter. Nein, im Ernst. Er ist schuld.

Der Geissenpeter mit seinem blonden Strubbelkopf ist ein kerniger, ungezähmter Naturbursche. Die Schulstube ist ihm ein Graus. Er ist bockig und eifersüchtig – und total sympathisch. Eine Identifikationsfigur, ein nationaler Mythos. Dass er nicht schreiben und lesen will, ist kein Manko, sondern ein Akt des Widerstands gegen die Entfremdung, gegen das gehorsame Sitzen in der Schulbank. Das ist allenfalls etwas für die Heidis. In Geissenpeters Welt gibt es keinen Nutzen für theoretisches Wissen, seine Lehrmeisterin ist die Natur: Er kennt die Berge, das Wetter, die Tiere. Wohingegen die gebildeten Städter ahnungslos und krank ankommen und Klara erst dank ihm gehen lernt.

Zum gesunden Handwerkerstolz gehört ein wenig Akademiker-Bashing.

Politblog

Junger Appenzeller während eines Alpaufzugs. Foto: Keystone

Wir mögen den Geissenpeter, weil er dem Bildungssystem einen vielleicht kindlich naiven, aber unbezwingbaren Widerstand entgegensetzt. Er ist frei – und er hasst die Schule. In dieser Ambivalenz begleitet er die Schweizer Bildungsgeschichte. Gegen das Geissenpeter-Syndrom mussten schon die Bildungsreformer des 19. Jahrhunderts ankämpfen, als sie gegen den Widerstand der Bauern eine allgemeine Schulpflicht einführten. Verfolgt man die heutige Bildungsdebatte, zeigen sich verblüffende Ähnlichkeiten in den Haltungen und Argumenten. Zwar steht nicht mehr die Volksschule im Fokus, aber umstritten bleibt die nachobligatorische Bildung. Das Geissenpeter-Syndrom äussert sich damals wie heute in der Überzeugung, zu viel schulische Bildung sei letztlich überflüssig. Nicht die Ansprüche der Arbeitswelt hätten sich erhöht, sondern bloss jene der Schule. Also sei wenn schon die Akademisierung das Problem. Wir hätten zu viele und zudem die falschen Akademiker, heisst es. Genauer wäre: Von den einen brauchen wir einfach noch mehr als von den anderen.

Zum gesunden Handwerkerstolz gehört ein wenig Akademiker-Bashing, das ist schon okay. Doch das Geissenpeter-Syndrom führt zu einer unheiligen Allianz: Die Bildungselite bleibt gerne unter sich. Und die «Bildungsfernen» sind nicht unglücklich darüber, im Gegenteil: Vielen sind die Studierten sowieso suspekt. Dabei ist schulische Bildung gar nicht so nutzlos. Gerade weil sie über den unmittelbaren Nutzen hinausreicht, weil sie Distanz schafft zur Praxis, macht sie es möglich, diese Praxis zu hinterfragen und zu verändern. Das ermöglicht Neues, Innovation und Fortschritt.

Deshalb gilt es, nicht nur den Anteil an Akademikern zu erhöhen, sondern auch die schulischen Anteile in der Lehre. Heute vermittelt auch die Berufsmatura höhere Bildung, und studieren kann man auch an Fachhochschulen. Diese Errungenschaften gilt es auszubauen. Unweigerlich werden auch hier kritische Stimmen laut: Theoretische Bildung laufe dem praxisorientierten Profil der Lehre zuwider, heisst es. So viel Kritik setzte schon dem Heidi zu: «Dieser hartnäckige Widerstand gegen etwas, das gut und recht war und dem Heidi so sehr am Herzen lag, brachte es in Aufregung.» Und womit droht es dem Peter, der nicht in die Schule will? Richtig, mit noch mehr Schule.

59 commentaires sur «Das Schweizer Geissenpeter-Syndrom»

  • Heiner Hug dit :

    Mit Verlaub, das ist schon etwas weit hergeholt – etwas Freud, neuaufgelegt, mit schönen Sätzen niedergeschrieben. Der Punkt ist: Gibt es zu viele Akademiker, sinkt der Wert eines Bildungszertifikates: Bildungsinflation (Stichwort: Taxi fahrende Akademiker, siehe z.B. Spanien). Die Schweizer/innen mögen keine riskanten Investitionen und wählen im Zweifelsfalle etwas weniger riskantes. Wir haben nicht zu wenig Akademiker, sondern allenfalls die falschen. Lösung: Anreize setzen, dass jemand eher Ingenieurin oder Physiker wird, anstatt Historiker oder Psychologin. Davon gibt es schon genug.

    • Andreas M Müller dit :

      Wie, Heiner Hug, stellen Sie denn genau fest, dass wir « genug » Historiker oder Psychologen haben? Wie messen/beurteilen Sie dies? Ich bin ganz einfach der Meinung, dass Bildung noch nie geschadet hat und je mehr Bildung desto besser!

      • Markus dit :

        Erschütternd wie angeblich Gebildet selbst einfachste Logik nicht beherrschen. Bildung kostet, und schadet damit diejenigen die Bildung finanzieren müssen. Bildung ohne einen effektiven Nutzen ist in diesem Sinne volkwirtschaftlich schädlich. Viel hilft auch hier nicht unbedingt viel. Es gibt auch in der Bildung ein Optimum.

        • Andreas M Müller dit :

          Falsch, Markus, Bildung ist nicht endlich und ein zuviel an Bildung kann es gar nicht geben. Und zuletzt: Hören Sie mir doch auf mit « schaden denjenigen, die Bildung bezahlen müssen ». 1) Wie genau soll Bildung schaden? 2) Die mit höherer Bildung haben oft einen höheren Lohn, bezahlen mehr Steuern und demnach mehr an die Bildung. 3) Jeder hat in der Schweiz letztendlich die Möglichkeit an die Uni zu gehen, wenn er denn will. Aber ja, es verlangt Ausdauer, und sehr viel persönlichen Verzicht. Das ist eben nicht jeder bereit zu geben.

          • Anton Keller dit :

            Ich jedenfalls würde mich nicht vom besten und gescheitesten Historiker am Herz operieren lassen.

    • Christoph Bögli dit :

      Spanien in der Frage mit der Schweiz zu vergleichen ist unsinnig, nicht nur wegen der völlig unterschiedlichen Wirtschaft, sondern auch weil Spanien seit Jahren eine Arbeitslosenrate von über 20% (inoffiziell wohl weit mehr) hat. Dass in einer solchen Situation kaum noch der Qualifikation angemessene Jobs zu finden sind, ist leider klar – vermutlich betrifft das aber Bauunternehmer, Handwerker, etc. wesentlich mehr als Historiker. In der Schweiz hingegen herrscht eine gegenteilige Situation, in der Fachkräfte fast jeder Art generell fehlen..

    • Heiner Hug dit :

      Es kann nie genug hoch Gebildete geben. Fakt ist: Im Arbeitsmarkt gibt es X stellen für Personen mit einem Dyplom K, Y oder Z (z.B. Personen mit Kenntnissen in bestimmten, sich ähnlichen Wissenschaftsbereichen). Ist der Markt gesättigt, finden alle N-X Personen keine adäquate Anstellung. Sie arbeiten dann z.B. im Sekretariat. Hierfür hätte auch eine KV-Ausbildung gereicht. Das vom Steuerzahler investierte Studiengeld wurde somit ineffizient eingesetzt und die betroffenen Individuen sind möglicherweise frustriert. Das beobachtet man nicht nur in Spanien, auch in Deutschland.

      • luftibus dit :

        Nur greift ihre Argumentation eindeutig zu kurz. Der Markt ist zurzeit eben nicht gesättigt. Hierfür liegen zwie Hinweise auf der Hand: 1. Wir importieren nach wie vor en masse Akademiker aus dem Ausland. 2.Die Arbeitslosenquote der Akademiker ist unter dem Schweizer Durchschnitt, wobei das Einkommen der Akademiker 5 Jahre nach Abschluss weit über jenem der Sekretärin liegt.

        • Heiner Hug dit :

          Ja, aber wir importieren keine Psychologinnen und Historiker. Man müsste daher v.a. Anreize setzen, damit junge Leute eher Fächer wählen, bei welch wir wirklich Mangel haben. Auch in der Schweiz landen übrigens etliche Historiker, Psychologinnen etc. in Büroberufen. Da dies (noch) eine Randerscheinung ist, liegt der Lohn der Studierten im Mittel trotzdem noch höher. Würde man den Akademikeranteil unabhängig vom Fachgebiet weiter erhöhen, würde es in Fächern wie Psychologie oder Geschichte (oder anderen Fächern, wo wir sehr viele Studierende haben) schnell zu inflationären Tendenzen kommen.

        • Markus dit :

          Bei der akademischen Bildung von Markt zu reden ist schon sehr vermessen. Markt bedeutet keine künstliche Regulierungen, jeder müsste für die Unibildung zugelassen sein. Der Markt spielt aber auch sonst nicht. 1.) Diejenigen die Bildung konsumieren müssen nicht für die Kosten aufkommen, müsste der Arbeitgeber verursachergerecht die Ausbildung zahlen, würde bestimmt bedarfsgerechter ausgebildet. 2.) Akademiker sind Standesbewusst und ziehen ihresgleichen vor. 3.) Das Prestigedenken führt dazu, dass selbst eine Assistenz ein Unibildung braucht, um die Stellung des Chefs hervorzuheben.

  • Hugo Knüsel dit :

    « Warum behauptet man so steif wie falsch, wir hätten schon genug davon – und holt sie dann im Ausland? » Klassischer Denkfehler: die, die behaupten, sind nicht unbedingt die gleichen, die holen.

    • Anton Keller dit :

      Die Zuzüger sind jünger, billiger und flexibler. Die passende und aktuelle Spezialisierung kann erwartet werden und muss nicht firmenintern geschult werden. Bei den Informatiker sieht man es besonders gut. Wer nicht in der Freizeit und mit eigenem Geld sich weiterbildet ist nach 3-4 Jahren weg vom Fenster.

      • Hans Kohler dit :

        Bildung, der neue Weg zur (Selbst-)Ausbeutung und zum wirtschaftlichen Sklaventum?
        Hohe Bildung verlangt nach höheren Löhnen. Höhere Löhne bedeuten höhere Preise für die Konsumenten. Also braucht man eine Akademikerschwemme, damit die Preise unten bleiben. Gebildete Personen, die so abgehoben sind, dass sie nicht bemerken, wie sie ausgenutzt werden.
        Die Leute, die wirklich von diesem Modell profitieren, sind die Zunft der Lehrer, die Weiterbildungsinstitute und die Konzerne.
        Geissenpeter war/ist doch nicht so blöd, wie man denkt. Er lebt sein Leben ohne unnötigen Stress, Ressourcenverbrauch…

  • Andreas M Müller dit :

    Sehr schöner und treffender Text. Vielen Dank. Allerdings habe ich mich schon oft gefragt, warum zum « gesunden Handwerkerstolz … ein wenig Akademiker-Bashing [gehört] » und dies allerseits akzeptiert wird. Wehe aber, jemand mit Uni-Abschluss getraut sich mal was gegen Leute ohne einen selbigen zu sagen: Dann ist Feuer im Dach!

    • Christoph Bögli dit :

      Die latente Akademiker- oder gar Bildungsfeindlichkeit, die sich durch breite Schichten zieht, ist effektiv sonderbar. Zumal, wie Sie richtig erwähnen, kritische Äusserungen in die andere Richtungen weitgehend tabu sind. Allerdings ist dieses Phänomen ja keineswegs auf die Schweiz beschränkt, sondern ist fast überall ein Markenzeichen bildungsferner Schichten. Letztlich geht es wohl darum, den Stärken der Anderen etwas schandhaftes zu geben um deren Überlegenheit ins Gegenteil zu verkehren. Wie der Schulhof-Schläger, der sein Versagen kaschiert, indem er den Streber fertig zu machen versucht.

      • Blanche Wu dit :

        Vielleicht liegt es daran, dass sich die Gebildeten für etwas besseres halten als Ungebildete. Das löst halt gewisse Reflexe aus, was auch absolut verständlich ist. Denn ein Arbeiter ist genauso wertvoll wie ein Akademiker. Jetzt schaut man bsp. in Linke Kreise wo Akademiker (auch die RAF) mit Worthülsen schönredeten, sodass der normale Mensch gar nicht mehr wusste von was sie sprachen. Hauptsache es tönt extrem intelligent und gebildet, aber eigentlich könnte man die gleiche Botschaft auch mit einfacheren Satzkonstruktionen übermitteln. Vielleicht sind viele Akademiker selber schuld.

        • Andreas M Müller dit :

          @Blanche Wu, das ist nicht mal im Ansatz eine Erklärung. Von wegen « von oben herab behandelt ». So what? Wie steht es denn mit Ihrem Büezer-Stolz? An dem sollte dies doch einfach abperlen? Und wenn ich mir die Kommentare hier so ansehe, dann meinen ja sog. Büezer meist auch sie seien etwas besseres (mein Lieblingsirrtum ist jeweils, dass Akademiker « noch nie richtig gearbeitet haben »…)

          • Martin Richter dit :

            Herr Müller den « mit noch nie gearbeitet haben » scheinen Sie als Akademiker wohl falsch zu verstehen. Akademiker haben sehr wohl schon gearbeitet aber leider « nur » mit dem Kopf. Das fällt dann in der Industrie um so mehr auf. Ein Dr. trifft entscheide, welche in der Produktion nur unter schwierigsten Umständen umsetzbar sind. Aus der Praxis gäbe es viel einfacher Lösungen, doch die will Herr Dr. gar nicht hören, weil es sein Stolz nicht zulassen würde, dass ein einfacher Fabrikarbeiter eine bessere uns günstigere Lösung bereit hätte. Akademiker fehlt es meist an der Praxiserfahrung.

        • Giorgios Terzakis dit :

          Mir sind noch selten Akademiker begegnet, die sich für etwas Besseres halten – nicht mal alle von der HSG sind so. Das ist ein Mythos, der von unseren Medien geschürt wird. Hingegen existiert ein wahrer Dünkel bei denjenigen, die sich für Boulevard und Entertainment starkmachen, also dafür, was ohnehin breit akzeptiert ist. Sie behaupten dann von den Akademikern, dass sie in ihrem Elfenbeinturm die « einfachen Dinge » verachten. Es zeigt sich damit, dass die Verachtung aus Unkenntnis oder gezielter Verunglimpfung unterstellt wird.

    • Kurt Neuhauser dit :

      Dieses Bashing gehört halt dazu. Das wird nicht nur gegen die Akademiker gemacht, nur wenn, dann fühlen sich jene wohl als Hauptzielscheibe. Während es in Büezerkreisen dirket passiert, ist das wohl zwischen den Akademikern eher subtil und passiv-aggressiv. Was ist sagen will; es gehört halt leider dazu und man muss auch mal eine dicke Haut bekommen. Vor allem muss man sich in der Handwerkerschicht jahrelang hocharbeiten und kommt dann einer aus der Uni und wird direkt Vorgesetzter, dann sind einige schon genervt. Finde ich auch eine natürliche Reaktion.

    • maja dit :

      Nehmen sie zum Beispiel den Architekt = Bildungsnah und die Handwerker = « Bildungsfern » dann können sie es sich ja vorstellen warum die Handwerker über die Architekten schimpfen. Es gibt Architekten, die haben einfach den falschen Beruf gewählt. Die Planungsfehler, die ich ihnen von meiner gemieteten Wohnung aufzählen könnte reichen aus um meinen Worten glauben zu schenken.

      • Giorgios Terzakis dit :

        Architekten und Handwerker haben eine verschiedene Bildung. Wer das eine gegen das andere ausspielt, zeigt nur seine Vorurteile. Ich weiss ja nicht, ob ein Haus nur von Handwerkern gebaut werden könnte und Planungsfehler ausgeschlossen wären, wenn die Handwerker nicht mal wissen, wie man eine Parabel programmiert oder die Ausdehnung von Beton berechnet.

  • Martin Richter dit :

    Konkretes Beispiel aus der Industrie: Es gibt eine Stelle A, welche von einer Person A mit einer Berufslehre besetzt war. Diese Person A machte den Job über 20 Jahre lang. Die Person A geht in Rente. Person B (Lehre +HF) wird eingestellt. Die Stelle A hat sich in keiner weise geändert. Die Person B macht den Job während 5 Jahren und sucht sich danach eine neue Stelle weil er mit seiner Arbeit unterfordert ist. Person C (Master FH) wird eingestellt für die immernoch gleiche Stelle A. Es findet eine zunehmende unnötige Akademisierung in der Industrie statt!

    • Christoph Bögli dit :

      Welche Belege haben Sie dafür, dass 1. eine zunehmende Akademisierung in der Industrie stattfindet und diese 2. unnötig, ja evtl. gar schädlich ist? Fakt ist, dass gerade in der oft hochspezialisierten und -technisierten Industrie wie in der Schweiz eine Stelle, die wie in Ihrem Beispiel angeblich über 25 und mehr Jahre gleich blieb, vermutlich eine ziemliche Ausnahme darstellt. Die Realität ist, dass in vielen Branchen die Anforderungen stark gewachsen oder sich zumindest verändert haben – nur logisch, dass Firmen darauf reagieren und nach Arbeitskräften mit den nötigen Kompetenzen suchen.

      • Hugo Knüsel dit :

        Der geneigte Leser kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die angeblich stark « gewachsenen Anforderungen » oftmals einzig in pompösen Stellenbezeichnungen erschöpfen, das langweilige Bullshit-Jöbli dahinter ist aber in seinen Grundzügen immer noch das gleiche wie früher.

      • Martin Richter dit :

        Herr Bögli in der Industrie wird heute sicherlich einiges mehr automatisiert, da gebe ich Ihnen Recht. Aber es gibt heutzutage mindestens 100 Stellen in unserer Firma, welche durch « überqualifizierte » Akademiker besetzt sind! Leider kommen heute immer mehr Akademiker in die Industrie, am besten frisch ab Studium und aus der EU. Diesen Leuten fehlt leider jeglicher Bezug zur Praxis und es werden immer mehr in Projekten Leerläufe gestartet, welche von jemanden mit nur einem Funken Praxiserfahrung erst gar nicht angefangen worden wäre!

        • Christoph Bögli dit :

          Ihr Wort in Gottes Ohr. Allerdings bezweifle ich ein wenig, dass Unternehmen ihre offenen Stellen mit ungeeigneten Leuten besetzen, nur weil diese eine akademische Ausbildung haben, wenn angeblich so viele besser geeignete (und wohl noch billigere) Arbeitskräfte bereit stehen. Das geht für mich schlicht nicht auf. Wieso sollte eine knallhart kalkulierende, profitorientierte Firma so ineffizient agieren? Aus lauter Akademikerfreundlichkeit..?

          • Martin Richter dit :

            Herr Bögli dafür müssen Sie den ganzen Ablauf verstehen. Es wurden in vielen Unternehmen Fachkräfte aus der EU geholt für Kaderpositionen. Diese sind da um ein einiges billiger, als wenn sie einen Akademiker aus der Schweiz einstellen würden für die gleiche Position. Diese EU-Manager kennen das Prinzip einer Lehre nicht. Wer kein Titel hat, kann nichts. Darum werden immer mehr Leute aus der EU eingestellt mit FH oder Uni-Abschluss zum Preis eines gut ausgebildeten schweizer Berufsmannes! Die Lehre wird schon über Jahre abgewertet, da hilft dieser Artikel noch zusätzlich!

    • Cybot dit :

      Unnötig? Und was machen all diese tollen Praktiker in der Industrie 4.0? Heute verändern sich so viele Berufe so schnell, da muss man einen Vorsprung schaffen. In 10-20 Jahren laufen Dinge automatisch, von denen wir heute noch nicht mal träumen. Mit manuellen Fähigkeiten wird bald kein Blumentopf mehr zu gewinnen sein, das endet nicht bei unbedienten Migros-Kassen und fahrerlosen Taxis und LKWs.

      • Martin Richter dit :

        Also sollte man nach Ihrer Meinung gar keine Lehrstellen mehr anbieten? Oder wie soll man das Verstehen? Im Bereich Informatik oder so kann das gerne Stimmen was Sie sagen, doch auch ihre fahrerlosen Taxis /LKW’s etc. müssen gewartet und repariert werden! Oder machen das dann künstlich intelligente Roboter? Da wären aber auch unsere Theoretiker bzw. Akademiker überflüssig, weil das System dann selbst denken würde!

      • Markus dit :

        Auch einer dieser Widersprüche, zuerst wird behauptet alles wird komplizierter, um dann zu behaupten alles werde automatisiert, sprich einfacher. Beispiel Taxifahrer, führerlose Taxis wird es nicht geben, vielleicht fährt der Taxifahrer in Zukunft nicht mehr manuell, vielleicht ist er selbst nicht mal mehr im Taxi, sondern in einer Fernsteuerzentrale und vielleicht heisst sein Job dann System Engineer oder System Manager und « braucht » einen Bachelor. Aber ist der Beruf des Taxifahrers wirklich anspruchsvoller geworden oder am Ende sogar noch einfacher mit weit weniger Verantwortung?

  • Blanche Wu dit :

    Vielleicht liegt es daran, dass Akademiker nicht so sehr gemocht werden, weil viele Akademiker recht arrogant gegenüber Arbeitern auftritt. Ich habe nichts gegen Bildung und bin absolut für Förderung. Wenn ich aber danach von einem arroganten HSG Absolvent oder einem ex. Uni ZH Absolvent von oben herab behandelt werde, hört es bei mir mit dem Verständnis auf. Akademiker sind nicht bessere Menschen, noch sind sie zwingend gescheiter als bsp. ein Informatiker mit Berufslehre, aber viele Akademiker meinen sie seien de « Schöbi » und wollen mit Büezer nichts zu tun haben.

    • Reto Meier dit :

      Leider gibt es heutzutage sehr viele Büezer (eher Prolls) die echt das Gefühl haben, nur weil sie nicht « Verkopft » seien, mache es sie zum besseren Menschen. Ich bin kein Akademiker, habe höhere Ausbildung neben der Arbeit erlangt, und musst mir von « Büezern » schon manchmal recht üble Beschimpfungen weil ich etwas besser wusste (Besserwessi ist auch so was schönes) anhören. Im Stil von « vertublete Gschtudierte ». Ja es ist mehr der pure Neid dahinter, weil diese einfach gewisse Dinge echt nicht checken. Und das betrifft nicht nur Schulisches.Und aufgewachsen bin ich übrigens unter armen Büezern

    • Gerald Balzer dit :

      Warum nur erinnert Ihre Aussage mich so sehr an das Vorurteil Deutsche seien arrogant? Weder das eine stimmt, noch das andere. Im Grunde fällt die Aussage auf ihre Quelle zurück.

  • Markus Eisenring dit :

    Eines der gröberen Probleme für die kommenden Jahre liegt in der Roboterisierung breiter Teile der Arbeitswelt. Das bedroht die gesamte Unterschicht und ebenso die Mittelschicht. Erhalten bleiben werden zweierlei Arten von Arbeit: 1. jene Jobs, die man nicht automatisieren kann oder wo die menschliche Beziehung im Vordergrund steht (Pflege, Verkauf, Polizei etc.) oder die hochqualifizierten Fachkräfte- und die leitenden Jobs. Erstere werden aber immer prekärer bezahlt werden. Von daher drängt sich Bildung, Bildung…. auf! Allerdings wird und das nicht vor einer tiefen Systemkrise bewahren.

  • Heiner Hug der andere dit :

    Ach Blanche – Du mme gibt es auf allen Seiten. Viele Büezer, haben Minderwertigkeitsgefühle und machen diese mit einem « Stolz » wett und damit, dass man die anderen Vorverurteilt. Seeehr verbreitet.
    Natürlich gibt es auch Akademiker, die sich auf solch kümmerlichem Niveau bewegen.
    Es gibt immer Menschen, die ihr Selbstwertgefühl aufbauen, indem sie andere vorverurteilen und bashen. Etwas verquer, wenn man meint, das komme nur in einer bestimmten Menschengruppe, (Berufsgruppe, Bildungsebene, politische Gesinnung etc). vor.

  • Markus dit :

    Akademiker sind verhasst, weil sie glauben ihr Ausbildungsweg sei der einzige und alle anderen seien bildungsfern. Diese Arroganz darf nicht unbeantwortet bleiben. Ein Uni/FH Abschluss ist nur eine von vielen Ausbildungen und es ist noch lange nicht die beste und schon gar nicht die einzige Ausbildung. Wem das nicht klar ist, beweist gleich selbst, dass er geistig nicht überragend ist. Akademiker sind verhasst weil sie eine Kaste bilden und so nicht Akademiker schaden zu richten, wir befinden uns auf dem Weg zur Feudalherrschaft. Nur eine Aberkennung der Bildungsadelstitel wird uns helfen.

    • Michael Huber dit :

      Verhasst? Davon Schreiben Sie aber als erster. Nun, Ihre Arroganz lieber Markus darf auch nicht unbeantwortet bleiben. Ich finde es nämlich arrogant, wenn Sie vorgeben zu wissen, was alle Akademiker glauben. Keiner kann wissen, was andere denken oder gar was eine ganze Gruppe anderer denkt. Wem das nicht klar ist, der beweist, dass er nicht in der Lage ist zu differenzieren. Darum wählen diese Leute dann Köppels, Mörgelis, Matters usw. weil das ja die guten Akademiker sind. Und, nicht nur Akademiker bilden Kasten sondern auch Maurer, Chauffeure, Bauern. So what?

  • Karl Knaus dit :

    Herr Pfister, Sie verwenden das Wort Geissenpeter. Der schöne Appenzeller Sennenbub soll den Geissenpeter abgeben? Ja Geissen hat es im Hintergrund. Die kleine Photo unter « Bildungs-Politik » laufend, hat aber mit Ihrem Geissenpeter nichts zu tun.
    Das gehört auch zur Genauigkeit, zur Bildung, mit dem sich beschäftigen mit der Umwelt und den « verschiedenen Menschenschlägen ».
    Akademiker finden sich regelmässig schlauer und gebildeter. Oft ist aber ihr Horizont flacher und erstaunlichst eng und einseitig!

  • Darja Rauber dit :

    Das Akademiker-Bashing ist eine Neidsache. Genauso, wie man bei den Schönen und Reichen Fehler finden will, um sie vom hohen Ross runter zu holen, lästern die weniger Gebildeten / Intelligenten / Neugierigen über jene, die es dank ihrem Bildungsinteresse und/oder ihrer Intelligenz weiter gebracht haben. Allerdings gilt es zu sagen, dass eine gesamthaft hohe Bildung ein Volk resistenter gegen Verführung durch Volkstribune und billige Polemik macht. Gebildete sind weniger gute « Untertanen ». Diktaturen haben es mit einfachen Gemütern leichter! Und: Bildung macht das Leben intensiver!

    • chocolate dit :

      Stimmt genau, und gerade deshalb tritt die SVP regelmässig ein Akademiker-Bashing los.
      Ironischerweise sind das dann die studierten Herren in der SVP, die oft ‘unnütze’ Studiengänge studiert haben (Historiker Mörgeli, Köppel, Somm; Jurist Blocher, Vogt….).
      Wie man mit Kampagnen gegen Minderheiten die Mehrheit von den wichtigen Themen ablenkt, ist ja sozusagen die Kernkompetenz von populistischen Parteien.
      Bildung ist das einzige Gut, das sich vermehrt. Leider wird Bildung in gewissen Kreisen mit Ausbildung verwechselt, das liegt wohl in der Sache der Natur…

    • Rolf reuss dit :

      Sie kennen offensichtlich keine Nicht-Akademiker. Sonst würden sie nicht so abschätzig über diese Reden.

      Dass Bildung ein Volk resistent gegen Verführung macht, ist eine gewagte Behauptung. Zumindest Eugene Ionesco ist anderer Ansicht. Bitte berücksichtigen Sie, dass Bildung auch immer eine Verführung ist.

  • barbara seiler dit :

    Neues, Innovation und Fortschritt in der heutigen akademischen Welt? Aber nicht, wo die Gymeler hören « diesen Lösungsweg haben wir nicht behandelt, drum zählt er als falsch für die Prüfung » und der junge Germanist in seinen Arbeiten nur die Aussagen der Dres. Meier, Müller und Mustermann copy-pasten darf… wenn da noch ein bisschen lebendige Kreativität übrig bleibt nach alle den Jahren, kann man von Glück reden.

    Bei Ingenieurs ist das womöglich noch etwas anders.

  • Oliver Marfurt dit :

    Was die Schweiz wirklich vermehrt braucht sind Menschen, die ihre Arbeit mit Stolz und Freude ausführen! Egal ob Handwerker oder Studierter. Das ewige Ausspielen der Praktiker und Theoretiker gegeneinander finde ich mühsam und schadet der Ansicht von Wert und Stand. Herzblut am Arbeitsplatz sollte mehr Gewichtung finden als dutzende Diplome.

  • Jörg Bänninger dit :

    Bildung hat vor allem mit Fleiss und Neugierde zu tun, weniger mit Talent und Intelligenz. Deshalb ist Bildung in erster Linie ein Selektionskriterium. Die meisten Berufe haben sich in den letzen zehn Jahren massiv verändert und werden sich in Zukunft auch immer schneller verändern. Ausserdem gibt es eine Vielzahl von Berufen, für die es gar keine entsprechende Ausbildung gibt; man lernt sie auf dem Beruf selbst. Früher war eine Lehre bei einem guten Meister viel wert, heute werden Lehrlinge leider häufig bloss als günstige Arbeitskräfte für einfache Aufgaben herangezogen.

  • Peter Vogler dit :

    @Barbara Seiler.Das wäre aber schlimm,wenn nur noch ein vorgekauter Lösungsweg akzeptiert würde.Das würde wohl heissen,dass so ein Oberlehrer dem 7-jährigen C.F.Gauss sagen würde,es sei zwar richtig dass alle Zahlen von 1 bis 100 zusammengezählt 5050 ergeben würde,weil aber der von ihm (Gauss) entdeckte Lösungsweg im Lehrbuch nicht vorgesehen sei,sei das zwar richtige Resultat trotzdem als falsch zu bewerten.Im Bologna-System würden so Leute wie
    Gauss,T.A.Edinson,Einstein und viele andere untergehen.

  • Walter Bossert dit :

    Die Akademiker, oder besser gesagt, die angehenden Akademiker verdienen sich ihren zweifelhaften Ruf eben auch mal selber! den sie unterschätzen die Treffsicherheit des Bauchgefühls eines Geisenpeters manchmal ganz sträflich. Denn wenn diese Akademiker einen Computerstudie benötigen um fest zu stellen das es zu einem Stau kommen KANN wenn auf 3 Fahrspuren Autos mit 120 km auf eine Verengung auf 2 Spuren mit 60 kmh Begrenzung, zufahren, dann tun mir diese Akas nur Leid!

  • Barbara Heeb dit :

    Danke. Danke. Danke für diesen kühnen Artikel. Das Problem: Geissenpeter wird ihn weder lesen noch etwas daraus lernen.

  • Dr. dipl Ing MBA dit :

    Ich frage mich, ob der Autor nicht die notwendige Ausbildung verwechselt hat mit der Zertifikatsgläubigkeit vieler HR Abteilungen. Die Ausbildungsindustrie hat natürlich ein grosses Interesse ihre Leistung zu verkaufen. Kompetenzen die Geissenpeter on-the-job erarbeitet hat, sind leider viel schwieriger zu beurteilen, als eine Liste von Zertifikaten zu überprüfen.
    Eine zu lange Liste von Zertifikaten könnte dagegen hindeuten, dass jemand lieber in die Schule geht als zu arbeiten.

    • giordano dit :

      @ Dr. Dipl Ing. Sie werfen einen Interessanten Punkt auf. Ich kenne Leute und der Tagi hat davon auch schon berichtet, die sich bewährt haben in ihren Beruf, ohne das entsprechende Diplom zu besitzen. Obwohl die Schule diese Lehrer sehr zufrieden sind und unbedingt behalten wollen, sind sie von den Behörden gezwungen, diese bewährten Fachkräfte zu ersetzen, den Aktionsraum einzuschränken oder ihnen eine Ausbildung aufzuzwingen. So erhält Papier mehr Wert als Fakten. Heute ist es undenkbar, dass jemand Professor für theoretische Chemie wird ohne Uni-Abschluss, wie es an der ETH der Fall war.

  • Mela dit :

    Mir gefällt das Wort: Geissenpetersyndrom.Es fasst so einige Tendenzen diese Landes zusammen im Umgang mit Nutztieren. Davon bekannt: Kuh, Ziege oder Geiss und Schaf.
    Auf das Hüten und Bewachen mit idyllischem Gebimmel letzterer Zwei will ich eingehen. Aber sie müssen bitte eine überschaubare Gruppe bilden, alle gleich weiss: Bewährtes herrscht über Ethik.
    Ja ich spiele auf das Schafplakat an, welches mich vor Jahren erschütterte. Ein Gedanke wurde angekaut und nicht fertig gedacht. Was für ethische, gesellschaftliche Konsequenzen haben solche Bilder? wäre tatsächlich eine sinnvolle Frage gewesen. Bilder, wo Volk als Schaf abgebildet werden kann, darf!!? da sage ich auch Geissenpetersyndrom!
    Soviel ist gut, soviel ist zuviel . So kommt mir dies auch in den Argumenten über das Zuviel der Akademiker vor.
    Schaf oder Geiss? Beide sind nützlich, aber nicht die « Hellsten ». Leute, die selbstständig, rebellisch denken braucht das Land, welche sich getrauen nicht Schaf zu bleiben, sich Schaf nennen lassen, nachblöken und mitlaufen! Leute, die Mensch werden, menschlich! Leute, die sich bilden, verbilden, ja bilden, ohne daraus einen Beruf zu kreieren, einfach aus Lust zu wissen und wenn es toll wird : zu erkennen. Beisst wieder mal in einen Apfel! Sorry für alle, die es nicht lieben den Geist zu erweitern und auch mal zu erschrecken, wenn das Bewusstsein vorauseilt und man sagen muss: ich habe meine Meinung geändert, bin selber überrascht. Ich glaube daran, dass Innovation nur aus der Bereitschaft zur  » Zeitverschwendung » entstehen kann. Zeit falsch zu lernen, zuviel zu lernen, « Sinnloses » zu lernen. Denn das gehört auch zur Bildung: Scheitern an der Auswahl. Wenn ich das Bild eines Bergfrühlings zum Geissenpeter setzen darf: lasst wachsen, mit Lust!
    Und dies war eine Argumentation für die Bildung! Also auch für mehr Schule, für alle….

    • Rolf reuss dit :

      Mit Verlaub: Nirgends ist der Mensch mehr Schaf als in einer Bildungsinstitution.

      Die bahnbrechendste Innovation wäre Heute: einzusehen, dass Innovationen Ausdruck von Not sind und nicht Mittel zum Zweck. Lesen sie mal Darwin.

  • Hans Käslin dit :

    Gott sei Dank wurde das etwas verstaubte gymnasiale System nicht ausgebaut wie andernorts.
    Der wieder einmal weltweit einzigartige Weg der Schweiz den Absolventen der Berufsmatur über eine einjährige Passerelle den Zugang zur Universität zu ermöglichen ist der einzig richtige Weg.
    Praktikanten sollen akademisch gebildet werden weil das andersherum nicht funktioniert.

  • giordano dit :

    Ich finde nicht, dass Gymnasiumsabgänger und Hochschulabsolventen zwingend mehr Bildung haben als, jemand, der sich das Wissen über Zeitung und Bücher anliest. Ich kenne viele Akademiker, die sich nicht Impfen lassen, homöopathisch und anthroposophisch behandeln lassen, keine Ahnung von logischen Fehlschlüssen und wissenschaftliche Methodenlehre haben oder diese einfach nicht verstanden haben. Irgend etwas läuft schief in der gymnasialen und universitären Ausbildung. Das ist der eigenltiche Skandal und nicht das Akademikerbashing.

    • Giorgios Terzakis dit :

      Apropos Bildung: Es soll auch Leute geben, die trotz Poppers Kritik an der Induktion damit fortfahren, von den Fällen, die sie kennen, auf alle Akademiker zu extrapolieren. Dass diejenigen, die sich das Wissen über Zeitungen und Bücher anlesen, eine Ahnnung von logischen Fehlschlüssen und wissenschaftlicher Methodenlehre hätten, ist wohl Teil Ihres Skandalisierungsversuchs.

      • giordano dit :

        Guter Einwand. Dennoch, sind sie nicht der Meinung, dass zumindest fast alle, die eine Matura und Hochschulabschluss haben, Popper kennen sollten? Ich sage nicht alle, sondern, sagen wir mal: mehr als die Hälfte? Schliesslich bietet Popper eine Entscheidungsgrundlage, was Wissenschaft und Pseudowissenschaft ist. Ich behaupte mal dass die Hälfte der Gymnasiasten nie etwas von Popper gehört haben. Das ist ein Behauptung und man müsste mal eine Umfrage machen. Aber nehmen wir mal an, dies wäre der Fall, würden sie dann immer noch finden, dass das Gymnasium ihren Auftrag erfüllt hat.

    • Rolf reuss dit :

      Paul Feyerabend, ein Schüler Poppers übrigens und dessen wichtigster Kritiker, ehemaliger Professor der ETH, Geissenpeter der Wissenschaftstheorie, verlangt, dass alle wissenschaftlichen Tätigkeiten von einem Gremium von (ungebildeten Laien) beaufsichtigt werden sollen.

      Warum verlangt er dies? Damit der wissenschaftliche Fortschritt nicht von weltfremden Dödeln behindert wird, sondern in Bahnen gelenkt wird, die eben diesen ungebildeten Laien, welche die Forschung finanzieren, auch tatsächlich etwas bringt.

  • S. Müller dit :

    Es geht um Bildung.
    Und wie bei einem Haus ist das Fundament am wichtigsten. Sprich Grundfertigkeiten.
    Der Königsweg ist die Lehre. Dann Akademie.
    Würden Lehrer, Psychologen oder Soziologen eine Lehre gemacht haben, würden sie auch verstehen für was sie Ihre Klienten auszubilden hätten. Diese Menschen leben in weltfremden Theorien ohne Bezug zum Alltag.
    Gerade bei den « Sozialen » herrscht die Unsinnige Annahme die Gesellschaft brauche sozialen, moralischen Konformismus. Die Schulen sind da ganz bitter. Die Industrie und das Gewerbe braucht aber Eigeninitiative und Selbstständigkeit.

  • S. Müller dit :

    Die Politik und Medienlandschaft ist Grundsätzlich Industrie und Gewerbe feindlich eingestellt.
    Bau, Industrie usw. ist auch eine Kultur. Die Schule ist nicht mehr darauf ausgerichtet.

    Eines der unwichtigsten Fächer für eine Berufslehre ist Englisch.
    Handwerk, Metalbauunterricht wären viel wichtiger. Für alle Schüler.
    Lieber ein Jahr mehr Schule machen, aber eine Grundlegende Ausbildung, bei welcher jeder Schüler herausfinden kann, was er gerne macht. Handwerk? Sprachen? Soziales? Rechnen?
    Gerade Handwerk ist Selbstständig handeln, das kann man nicht einfach per Frontalunterricht lernen.

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