Nein zur Volksinitiative «Energie- statt Mehrwertsteuer»

Die Energiewende ist bekanntlich ein Herzensanliegen von vielen von uns. Zu recht. Die natürlichen Ressourcen unseres Planeten reichen nicht unendlich lange. Angesichts dieser Herausforderung verwundert es nicht, dass manche Kollegen beim Finden von Patentrezepten versucht sind, mit der ganz grossen Kelle anzurühren. Bestes Beispiel hierfür ist das angebliche Patentrezept der Grünliberalen: die Abschaffung der Mehrwertsteuer zugunsten einer Energiesteuer. Die Befürworter geben vor, damit die Energiewende erfolgreich möglich zu machen. Man meint, dass damit die richtigen Anreize für einen ökonomischen und ökologischen Verbrauch der nicht-erneuerbaren Energien geschaffen werden.

Grund genug also, die absehbaren Wirkungen einer Energiesteuer etwas genauer zu betrachten. Statt Güter und Dienstleistungen sollen künftig die nicht-erneuerbaren Energien besteuert werden. Das heisst, sofern die heutigen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer kompensiert werden sollen, müssten über die neue Energiesteuer über 22 Milliarden Schweizer Franken eingefordert werden können.

Alle werden ihren Teil zum Gelingen der Energiewende beitragen müssen.

Diese Systemänderung hätte gravierende Konsequenzen für unsere Wirtschaft, vor allem auch für die Wirtschaft in den Bergregionen.

Zapft die Falschen an: Die Initiative würde vor allem die Wirtschaft der Bergregionen treffen.  Foto: Keystone

Erstens würde die ohnehin schon abnehmende Bedeutung der produzierenden Industrie noch zusätzlich angetrieben. Industrielle Produktion heisst hohe Kosten für Energie und Rohstoffe. Angesichts der hierzulande sehr hohen Personalkosten können bereits heute viele Industriebetriebe ihre Arbeitsplätze nur mit Mühe in unserem Land aufrechterhalten.

Zweitens würde der Tourismus massiv in Mitleidenschaft gezogen. Bergbahnen laufen nicht mit kalter Luft, sondern mit Energie. Auch die Hotellerie würde zu den grossen Verlierern gehören, profitiert sie heute doch von einem Sondersatz bei der Mehrwertsteuer. Kommt hinzu, dass die meisten Gäste mit dem Auto anreisen und bei einem Benzinpreis von über CHF 4.- sich mehrmals fragen, ob sie wirklich für einige Tage in die Berge fahren wollen. Bedenkt man den immensen Wettbewerbsdruck im Tourismus, kann einem angesichts der Mehrkosten bei einem Ja zur vorliegenden Initiative nur angst und bange werden. Wie unter diesen Umständen selbst Politiker aus Bergkantonen hinter dieser Initiative stehen können, ist für mich ein Rätsel.

Drittens produziert nicht die Energiesteuer erneuerbare Energie. Zum von den Initianten gewünschten Zeitpunkt des Inkrafttretens ca. 2020 werden nicht genügend Kapazitäten vorhanden sein, um die durch die Energiesteuer bewirkte zusätzliche Nachfrage zu decken. Die Folge: Die Preise für erneuerbare Energien werden innert kürzester Zeit massiv steigen.

Fakt ist also, die Initiative der Grünliberalen schadet der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und vor allem unseren KMUs, dem Mittelstand und den Familien. Besonders schädlich ist die Initiative aber für das Berggebiet. Niemand wäre stärker negativ betroffen als die ländlichen Regionen.

Ich bin nicht gegen die Energiewende, im Gegenteil. Im Unterschied zu den Grünliberalen verstehe ich die Energiewende aber nicht als Eliteprojekt einer dienstleistungsorientierten Agglomerations- und Städtegesellschaft, sondern als ein alle gesellschaftlichen Gruppen umfassendes Gemeinschaftsprojekt. Alle werden ihren Teil zum Gelingen der Energiewende beitragen müssen und nicht wie bei der vorliegenden Initiative einige viel mehr als andere. Aus Überzeugung lehne ich deshalb die vorliegende Initiative ab.

39 Kommentare zu «Nein zur Volksinitiative «Energie- statt Mehrwertsteuer»»

  • Daniel Oetsch sagt:

    weshalb sich so ins eigene Fleisch schneiden…? Das bisschen Luft über der Schweiz im Vergleich zu den grossen Umweltverschmutzern…? So lange nicht Weltweit einigermassen gleicher Standard ist…sehe ich nicht ein wieso wir die sauberste Luft haben müssen, und dafür natürlich noch tiefer in die eigene Tasche greifen müssen um das zu bezahlen…

    • Alois Eichenberger sagt:

      Sie argumentieren wie der Verfasser des Artikels. So im Stiel „Ich bin auch für die Energiewende und möchte auch meinen Kinder eine intakte Natur hinterlassen. Aber das will ich nicht nur gratis (Staatsquotenneutral) nein ich will daran auch noch etwas verdienen“.
      Ich hoffe auf die Annahme der Initiative, und die Schwätzer sollen weiter schwatzen. Ich habe auch kein Problem, wenn diese dann behaupten sie seien immer schon für die Energiewende gewesen.

    • xeno sagt:

      Solange die andern nichts tun, mache ich auch nichts?! So argumentiert meine kleine Schwester, sie ist 8 Jahre alt.

  • Michael Köpfli sagt:

    Martin Candinas schreibt, dass er für die Energiewende sei, führt aber nicht konkret aus, was seine Alternative zu einer staatsquotenneutralen ökologischen Steuerreform wie „Energie- statt Mehrwertsteuer“ ist.

    Man findet im Text nur Floskeln wie „alle werden ihren Teil zum Gelingen der Energiewende beitragen müssen“ oder „ein alle gesellschaftlichen Gruppen umfassendes Gemeinschaftsprojekt“.

    Konkret heisst das dann wohl: Noch mehr subventionieren und noch mehr regulieren. Das schadet – im Gegensatz zu einem marktwirtschaftlichen und liberalen Ansatz wie „Energie- statt Mehrwertsteuer“ – der Wirtschaft tatsächlich.

    Denn während bei „Energie- statt Mehrwertsteuer“ die Gesamtsteuerbelastung um keinen Franken steigt, müssen Subventionen über immer mehr Steuern und Abgaben finanziert werden.

  • Beat Felber sagt:

    „Die Energiewende ist bekanntlich ein Herzanliegen“ —- das gilt längst nicht mehr, Herr Candinas ! Die Bevölkerung hat längst durchschaut, welche enormen Energiepreiserhöhungen in Salamitaktik hinter diesem verharmlosend klingenden Schlagwort versteckt werden. Von der Verschandelung bisher naturnaher weiter Landstriche durch rotierende Monster, hässliche riesige schwarze Flächen inkl. Zuleitungen und Wartungsstrassen gar nicht zu reden. Würde mich nicht wundern, wenn BR D. Leuthardt ihre Meinung opportunistischerweise abermals ändern würde.

    • xeno sagt:

      Auch Sie wohnen in einem Gebäude mit einem Dach, richtig der Annahme? Gut. Dach…Solarzellen… könnte man da etwas draus machen?..

      Freundliche Grüsse

  • Hannes Müller sagt:

    Seien wir realistisch: Am Ende würde die Energiesteuer einfach eine zusätzliche Steuer.

  • tim meier sagt:

    Der Approach „Energie- statt Mehrwertsteuer“ kann nie und nimmer funktionieren. Schon heute fahren viele ins Ausland um günstiger einzukaufen. Nun tanken sie auch noch im Ausland. Der Rest der Bevölkerung bezahl immer höhere Energiesteuern damit die Einnahmeausfälle gedeckt werden können. Auch Energie sparen bringt gar nichts mehr, da die noch benötigte Energie wieder höher besteuert werden muss. Dieser Kreislauf lässt sich nicht durchbrechen.

    • Renata Rubina Rolischo sagt:

      Sie haben wohl vergessen, dass die MWSt entfallen/verringert werden soll, im Gegenzug. Deshalb:

      „Schon heute fahren viele ins Ausland um günstiger einzukaufen. Nun tanken sie auch noch im Ausland.“
      1. Wenn daheim die MWSt entfällt, wird das Einkaufen daheim wieder attraktiver.
      2. Tanken Sie halt im Ausland – Kühlschrank und Herd laufen dennoch daheim!

      „Auch Energie sparen bringt gar nichts mehr, da die noch benötigte Energie wieder höher besteuert werden muss. Dieser Kreislauf lässt sich nicht durchbrechen.“
      3. Wieviel mal wurde die MWSt erhöht, um Auslandeinkäufe zu kompensieren?

      • tim meier sagt:

        1. Stimmt bedingt. In D ’spare‘ ich 19% MwSt, in CH 8.5%. Einkaufen in D ist bekanntlich incl. 19% MwSt günstiger. Tanken ist noch teurer, würde sich aber ab einem CH-Preis von > 2.50/l lohnen.
        2. Kühlschrank ok, der Herd kann auf erneuerbares / steuerfreies Holz umgestellt werden.
        3. Die MwSt wurde natürlich nie erhöht um Steuerausfälle zu kompensieren.
        Nochmals: es funktioniert nicht. Die ganzen MwSt-Ausfälle können nicht durch zwangsweise laufend erhöhte Steuern auf nicht erneuerbarer Energie abgedeckt werden. Dann müssten neue Steuern erfunden werden (‚Gebrauch‘ von Luft,,Natur etc.)

        • Alois Eichenberger sagt:

          Genau, die Umstellung auf erneuerbare Energien soll ja gefördert werden. Und wenn wir dann mal den Verbrauch von fossielen Energien um sagen wir mal 50% Reduziert haben, können wir die MWST wieder einführen (oder sonst eine Steuer)

          • Christian Arber sagt:

            Die Idee der Energie- statt Mehrwertsteuer Initiative ist ja genau das die Energie besteuert wird. Diese ist ein absolut geeignetes Lenkungsinstrument um von den fossilen Energien auf Erneuerbare umzusteigen. Denn durch die Besteuerung wird derjenige belohnt, welcher nachhaltig handlet. Sollten die Erneuerbaren richtig Fuss gefasst haben werden auch diese mit höheren Steuersätzen gewichtet – dadurch wird ebenfalls wieder eine Lenkung provoziert im Sinne der Effizienz. Derjenige der am effizientesten mit der Energie umgeht wird beloht. Das System bietet die besten Rahmenbedingungen.

  • Philipp Rittermann sagt:

    mir ist ganz klar, wie das abläuft. einige wenige profitieren, (hauptsächlich in politik und wirtschaft), und der bürger wird kräftig zur kasse gebeten. und mit verlaub. für frau leuthard ist die ganze materie zu komplex – sie hat keinen durchblick.

  • Patrick Ryf sagt:

    Lieber Herr Candinas, ihre Argumentation greift sehr kurz. Sie sagen zwar, dass eine ressourcenschonender Umgang mit der Umwelt ein Herzensanliegen sei. Im selben Atemzug legen sie aber dar, dass wir unser Verhalten faktisch nicht ändern dürfen. Ihre Herzensangelegenheit ist es offensichtlich nicht. Sie legen aber auch nicht dar, wie ihre Alternative aussehen könnte, sondern hoffen einfach auf die Zukunft, dass es dann schon irgendwann und irgendwie besser wird. Nun wissen wir alle, dass wenn wir nichts tun, sich auch nichts ändert. Das Prinzip Hoffnung scheint mir keine Alternative zu sein

  • Die „Energiewende“ wird im neuen Energiegesetz festgehalten. Zurzeit wird dieses im Parlament noch im Detail bereinigt. Dann untersteht es dem fakultativen Referendum. Sowohl der Bundesrat wie das Parlament sehen es klar: Die erforderlichen 50’000 Unterschriften werden in kürzester Zeit zu einer Volksabstimmung führen. Deren Ergebnis steht heute noch nicht fest. Wer heute die Energiewende als Faktum annimmt, missachtet unsere demokratischen Regeln. Eine hohe Energiesteuer wäre zudem für unsere Volkswirtschaft und damit auch für uns alle sehr schlecht.

  • marc steiger sagt:

    So eine Angstmacherei!!
    Zwar werden die Herstellungskosten für die Produkte teuerer, dafür entfällt mir die MwSt (gut für CH-Bürger, weniger gut für den Export).
    Wenn ich weniger MwSt zahlen muss, habe ich dafür mehr Geld um mir die 4CHF für das Benzin zu leisten und doch die einheimische Hotellerie zu unterstützen!
    Und wie sieht es aus mit den nicht erneuerbaren, fossilien Energien aus. Werden diese nicht teuerer wenn sie stetig knapper werden?? Und werden Solaranlagen seit Jahren nicht günstiger und erreichen bald Gridparity??

  • Casimir von Arx sagt:

    Herr Candinas hat offenbar Angst um das wirtschaftliche Wohlergehen der Bergregionen, speziell wohl des Kantons Graubünden. Gleichzeitig schreibt er, die Preise für erneuerbare Energie würden nach Annahme der Initiative massiv ansteigen. Gerade in den Bergregionen werden aber erhebliche Mengen an erneuerbarer Energie produziert. Entsprechend müssten sie von dem Preisanstieg, wenn er denn eintritt, doch deutlich profitieren.

    Ein Problem von einseitigen Argumentationen ist, dass manchmal nicht alle der angeblichen Nachteile gleichzeitig eintreten können.

    • Rolf Bombach sagt:

      Wohin die Auswüchse der „Energiewende“ führen können, sieht man ja am Beispiel Deutschland. Der Normalverbraucher zahlt einen Strompreis von rund 3x dem, was man in Zürich-City zahlt (mehr als die Hälfte davon sind Abgaben) und damit werden die Erzeugerpreise kaputtgemacht; der Spotpreis geht ja gelegentlich unter Null! Leidtragende sind die ehrlichen und ökologischen Produzenten wie etwa die Wasserkraftwerke, welche dadurch in die Roten Zahlen gelangen. GR mit den nicht billigen und erst noch eher kleinen Wasserkraftwerken hätte das Nachsehen.

  • Stadelman Reto sagt:

    Die grösste Schwäche der Initiative ist dass die GLP bisher noch kaum Szenarien präsentiert hat. Dazu müsste die GLP konkretere Vorschläge zur Umsetzung machen. Das ist natürlich komplex, aber nur so kann man solchen Behauptungen wie Candinas (und etliche Kommentatoren) sie macht entgegentreten. Die Initiative ist also ein Kernanliegen? Dafür wurde sie bisher erstaunlich schwach verteidigt. Wobei man Candinas ebenfalls durchaus kritisieren kann. Er macht einfach mal ein paar Behauptungen die nicht mal auf Milchbüchliniveau sind. Denn dazu müsste man Soll und Haben sauber auflisten.

  • Josef Marti sagt:

    Den Grünliberalen geht es nur darum, die neoliberale Umverteilung von unten nach oben weiter einzuheizen indem in der Tendenz progressive direkte Steuern immer mehr abgebaut werden zugunsten Konsum- und Verbrauchsabgaben zulasten Mittelstand. Ziel dieser neoliberalen Agenda ist die vollständige Entlastung der leistungslosen Besitzeinkommen (Zins, Bodenrente, Profit) zulasten der arbeitenden und konsumierenden Untertanen unter dem grünen Deckmäntelchen.

    • Stadelman Reto sagt:

      Alle Menschen brauchen eine intakte Umwelt. Ganz egal ob sie reich, arm, gross, klein, schön, hässlich, dumm oder intelligent sind. Darüber hinaus führt langfristig nichts an Solarzellen und Windparks etc. vorbei da die Sonne DER Energiespender Nr. 1 ist für die Erde. Ihre Argumentation zielt also völlig am Thema vorbei.
      Aber eben, erst wenn wir unsere Geldscheine fressen müssen leuchtet das auch dem Letzten ein…

    • Reto Ris sagt:

      Lieber Herr Marti. Seit wann ist die MWSt eine progressive direkte Steuer? Ich glaube Sie haben bei „Energie- statt Mehrwertsteuer“ etwas noch nicht ganz verstanden.

  • Walter Bossert sagt:

    Wir sind wirtschaftlich auf Gedeih und Verderben von der Energie abhängig und werden es mit jedem Tag und jedem zusätzlichen Erdenbewohner , mehr! Das ist nun mal so, da hilft alles schönreden und nach den Sternen greifen nichts. Das einzige, was wir tun können, ist mit möglichst wenig Energie leben lernen. Wir sollten aber langsam damit anfangen, bevor wir die Reserven unserer Kinder auch noch blödsinnig verpufft haben! Steuern jeglicher Art sind reiner Blödsinn, kurbeln sie mit den grossen Geldumlagerungen die Wirtschaft doch zusätzlich an, was wiederum zu Mehrverbrauch an Energie führt.

  • Caraillo Gazzo sagt:

    „Energie- statt MwSt“ ist ganz klar ein unsoziales und ungerechtes Projekt. Eine klassische Umverteilung. Wer nicht ausweichen kann – so wie die gut verdienenden Städter – also in einem Randgebiet wohnt, zahlt mehr. Dann: Die Katze beisst sich in den Schwanz. Da ja die MwSt ersetzt werden soll (die wichtigste Einnahmequelle des Bundes!!!), muss die Energiesteuer zwangsläufig immer steigen. Kurz: Die Initiative ist eine saublöde Idee. Und ich finde es toll, dass die glp ihre blöde Idee jetzt vor den Wahlen dem Volk verkaufen darf.

    • Stadelman Reto sagt:

      Für Menschen die nicht reich sind wird das Leben ohnehin immer teurer. Immer mehr Menschen brauchen Energie. Früher oder später werden die Armen also so oder so den Gürtel enger schnallen müssen. Es sei denn… Ja es sei denn dass die Schweiz bis dahin bereits ein gut ausgebautes Netz erneuerbarer Energien hat. Wir können heute sanft mit dem Umbau anfangen, oder in 20 Jahren auf die harte Tour die Leute über massiv höhere Preise zum sparen zwingen. Was ist Ihnen lieber?
      Sehen sie es aus dieser Sicht. Die klassenkämpferischen Töne helfen uns nicht weiter.

      • Walter Bossert sagt:

        Früher einmal gab es einen Artikel im Strassenverkehrsgesetz welcher „unnötiges herumfahren“ unter Strafe stellte! Stellt euch vor dieser Artikel würde ( wieder) umgesetzt! Da könnten wir Energie sparen und die Sonntage wären auch für Nicht Motörler wieder geniesbar, und die Luft um einiges besser!

      • Caraillo Gazzo sagt:

        Lieber Stadelmann, das sind keine klassenkämpferischen Töne – sondern Realitäten. Die MwSt ist im Vergleich zur glp-Energiesteuer sozial, wenn auch nicht perfekt. Wenn Heizöl mehr als 3 CHF/Lt kostet, wer bezahlt dann die Rechnung? Mieter oder Eigentümer? Wenn unser Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen) keine Steuern mehr bezahlt, stattdessen nur noch Werkplatz und Gewerbe – gehen dann die Schweizer Büetzer an die Bahnhofstrasse arbeiten? Wunsch und Wirklichkeit – das klafft oft auseinander. Es wird Zeit, dass die Portemonnaie-Diskussion Eingang in die Energiedebatte erhält.

        • ToB sagt:

          Geehrter Herr Gaze, Sie schreiben dass „der Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen) keine Steuern mehr bezahlt, stattdessen nur noch Werkplatz und Gewerbe“. Sie vergessen jedoch, dass die MwSt. von allen Betrieben auf Ihre Dienstleistungen (sei es Finanzsektor- oder Gastgewerbe) zusätzlich erhoben wird und schlussendlich vom Kunden bezahlt wird.
          Eine Energiesteuer hingegen müssten alle Privathaushalte und Unternehmen entrichten. Hier kann es durchaus sein dass Banken und Versicherungen einen höheren Strombedarf haben (und somit auch mehr Steuern entrichten) als KMU-Betriebe.

  • Bernard Zappie sagt:

    Je höher der Energieverbrauch, desto höher die Steuern – die energieintensiven Betriebe haben damit keine Zukunft mehr hier, also auf nach Osteuropa. Umgekehrt gilt natürlich auch: je tiefer der Energieverbrauch, desto tiefer die Steuern, tendenziell gegen null. Was ist das jetzt: Umerziehung oder amtl. bew. Steuerentzug?

  • Die Initiative soll schädlich sein. Für Teile der Wirtschaft ja. Eben soviele Wirtschaftszweige würden sehr profitieren. Es entstünde grosse Motivation die eigen benötigte Energie selbst herzustellen und diese auch wieder selbst zu nutzen. ZB Autofahren mit eigenem Solarerzeutem Strom. Es würde motiviert effiziente Stromspeichertechnologien zu entwickeln, um das umzusetzen. Die technologielastige Wirtschaft würde profitieren vom neuen Steuer-Regime. Die Schweiz könnte eine Vorreiterrolle spielen. Technologie ist eine Schweitzer Stärke die verstärkt werden kann. Einträglicher als etw Tourismus.

  • yaro sagt:

    Hmm, dagegen kann man gerne sein. Nur, was schlagen SIE vor? „Jeder wird seinen Teil dazu beitragen müsse“ tönt nicht nach einer sehr konkreten Lösung. Nichterneuerbare Energie soll weniger ver(sch)wendet werden und wir funktionieren mehrheitlich über das Porte-monnaie, darum sollte man diese Art von Verschwendung minimieren. Also: was schlagen SIE vor?

  • Max Oppliger sagt:

    Wahrscheinlich ist Herr Candinas auch gegen die masslose Verbauung der Landschaft, gegen übermässigen Verkehr und für eine bessere Auslastung der kalten Betten aber einfach nie so wie es vorgeschlagen wird. Seine Argumentation zur Energiewende zeigen, dass er keine Ahnung hat. Ich bin auch gegen die Initiative aber wenigstens für erneuerbare Energien. Er wäre glaubwürdiger, gilt für die meisten Politiker, wenn er sagen würde er sei dagegen.

  • Horst Grüning sagt:

    Sehr geehrter Herr Candinas,
    bitte überprüfen Sie doch noch einmal Ihre semi-quantitativen Argumente.
    „Die Bergbahnen“ – die laufen doch ganz gut mit Strom aus Wasserkraft (und Kernkraft). Also weitgehend erneuerbar und CO2-frei.
    „Die Leute fahren nicht mehr mit ihren Autos in die Berge“ – ja, genau das ist doch das Ziel. Wir haben dafür ja die Bahnen.
    „Die Industrie braucht viel Energie“ – na: 1. viel Wertschöpfung geschieht bei uns durch Gehirnschmalz und 2. nur wenige Werke hier brauchen Kohle und Oel (z.B. die Zementwerke)
    … und nach dem Check versuchen Sie’s doch bitte noch einmal.

  • peter von blass sagt:

    Rätsel: Was sind die wahren Motive, wem nützt der Nachvollzug der DDR- Merkelschen Energiewende?

    Der 2. Petrusbrief warnt vor falschen Lehrern, die verderbliche Sekten einführen und die Gläubigen aus Habsucht mit betrügerischen Worten ausbeuten (2Pt 2,1-3).

    Nick Beglinger als falscher Lehrer und dessen Sekte Cleantech mit der CO2- Lüge

    • Michael Schwyzer sagt:

      Wer mit einer wohl sehr allgemeinen Prognose (siehe Bauernregel) aus der Biebel gegen Sekten argumentiert, wirkt in meinen Augen nicht gerade überzeugend. Für div. Behauptungen dieser „Sekte“ gibt es logische Argumentationen, die aus Fakten hervorgehen, während die, die warnen, sich auf meist nur eine fragwürdige Quelle verlassen.
      Nichts für ungut, ich respektiere ihre Ansicht trotzdem…

  • Schneeberger sagt:

    Wir lernen einmal mehr:
    Saubere Energie ist wirtschaftsfeindlich.
    Also ist das heutige Wirtschaften ein einziges Drecksgeschäft und schlicht menschen- und umweltfeindlich. Punkt.
    Hauptgrund ist der innere Wachstumszwang unseres perversen Wirtschaftsmodells. Davon sollten wir loskommen, es trägt den Keim der Zerstörung in sich.
    Eigentlich wäre die Hoffnung, dass ein kulturbeflissenes Wesen wie der Mensch fähig ist, sich freiwillig zu ändern. Hr. Candinas, lesen Sie Hänggi im Link oben! Die „Alternative“ ist globales Desaster, Krieg und Untergang aller Zivilisationen.

  • Beat sagt:

    Unter dem Strich kann diese Initiative ja gar nicht Wirtschaftsfeindlich sein, da sie offenbar kostenneutral oder wenigstens staatsquotenneutral sein soll. Das Problem besteht einzig und allein in der schwierigen Umstellungsphase. Falls rechtzeitig Rechtssicherheit bestünde, d.h. wenn z.B. 5 – 7 Jahre vor Einführung alle demokratischen Hürden weg wären, könnten sich die Betriebe die heute noch viel fossile Energie benützen grossteils rechtzeitig umstellen. Eine Einführung um 2020 ist jedoch nicht gut wenn erst heute die Diskussion anfängt. Ansonsten: Hausaufgaben machen Hr. Candinas!

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