Für eine kantonale Lösung der Kontingente

Der Souverän hat entschieden, die Anzahl ausländischer Arbeitskräfte zu plafonieren. Diesen Entscheid müssen wir nun pragmatisch umsetzen. Das wird nicht leicht werden: Niemand will Höchstzahlen. Das ist unser demokratisches Paradox: Die Schweiz hat soeben ein System angenommen, das sie eigentlich nicht will. Zum Glück gibt es eine Lösung. Sie läuft über die Kantone.

Der Ursprung des Problems: Niemand will Höchstzahlen. Eine Mehrheit sprach sich für das Prinzip aus, aber niemand will es anwenden. Das ist mir am Dienstag klar geworden: Ich habe vorgeschlagen, die Zuwanderung für jene Kantone zu erleichtern, die die Personenfreizügigkeit befürwortet haben, indem ihnen Priorität eingeräumt wird. «Das wird alle zufriedenstellen: Diejenigen Kantone, die die Zuwanderung ablehnen, werden erfreut sein», dachte ich. Wo denkst du hin, sagte man mir. Man würde diese Kantone ja bestrafen: Denn die Kantone, die sich für Höchstzahlen ausgesprochen haben, werden letztlich auch darum kämpfen, ausländische Arbeitskräfte zu erhalten. So wie alle.

In den Kantonen gibt es Kontingente seit der Aktivierung der Ventilklausel durch den Bundesrat.

Im Klartext: In drei Jahren, wenn über die Abstimmungsdebatten Gras gewachsen sein wird, werden die Tessiner die maximale Anzahl von Bewilligungen erhalten wollen. Für ihre Baustellen, ihre Restaurants, ihre Spitäler und ihre Schulen. Und sie werden sie zum Nachteil der Waadtländer – zum Beispiel – erhalten, die sich nie für Höchstzahlen ausgesprochen haben. Unsere Pflicht als gewählte Volksvertreter ist es, Lösungen zu finden, die uns vor diesem zu nichts führenden und ungerechten Hickhack bewahren.

Alle werden Kontingente für ihre Baustellen wollen: Bauarbeiter in Bern.

Alle werden Kontingente für ihre Baustellen wollen: Bauarbeiter in Bern. Bild: Keystone

Was besagt der neue Verfassungsartikel? «Massgebende Kriterien für die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen sind insbesondere das Gesuch eines Arbeitgebers, die Integrationsfähigkeit und eine ausreichende, eigenständige Existenzgrundlage.» Die Kriterien setzen einen direkten Kontakt mit den örtlichen Akteuren voraus; dafür sind die Kantonsbehörden zuständig. Die Gemeinde wäre eine zu eng gefassteGrösse, um dem weiteren Wortlaut des Artikels gerecht zu werden: «Die jährlichen Höchstzahlen (…) sind auf die gesamtwirtschaftlichen Interessen der Schweiz (…) auszurichten». Die zuständige Behörde muss also eine Gesamtsicht haben. Die Kantone sind perfekt dafür ausgerichtet und kennen das System: In den Kantonen gibt es Kontingente seit der Aktivierung der Ventilklausel durch den Bundesrat.

Der Bund muss somit die Kontingentierung an jeden einzelnen Kanton delegieren. Zu Beginn einer Legislatur bestimmt der Gross- oder Kantonsrat die Höchstzahlen auf kantonaler Ebene, diese Höchstzahlen gelten dann für vier oder fünf Jahre. Auf dieser Grundlage legt der Regierungsrat die jährlichen Quoten fest, im Einklang mit den Investitionen, Budgets, dem örtlichen Wirtschaftsumfeld und der Aufnahmekapazität, die eine Region aufgrund ihrer Infrastruktur aufweist. Die Kantonsbehörden werden damit in die Lage versetzt, sämtliche lokalen, sozioökonomischen Entwicklungsparameter zu berücksichtigen. Es ist für sie völlig ausreichend, für jede Legislatur die Höchstzahlen und jedes Jahr die an die Aufnahmekapazitäten angepassten Quoten festzulegen.

Die Kantonslösung zeigt uns den Weg aus der Sackgasse. Sie bedient die Wirtschaft und verhindert bürokratische Entscheide, die in Bern gefällt werden, ohne Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Und sie vermeidet die Gefahr, dass bei der Aushandlung der Quoten Lobbying und versteckte Vetterliwirtschaft zum Zuge kommen.

Höchstzahlen, die nicht vom Bund festgelegt werden, sondern von den Kantonen. So nahe wie möglich an den Bedürfnissen der örtlichen Wirtschaft. Damit respektieren wir den Volkswillen. Wort für Wort. Pragmatisch, nicht populistisch.

62 Kommentare zu «Für eine kantonale Lösung der Kontingente»

  • Roland K. Moser sagt:

    Doch Herr Derder, wir wollen Höchstzahlen!

    Und nachdem dann die Repatriierung der überzählligen 3 Millionen Einwanderer begonnen hat, wollen wir Mindestzahlen. Mindestens 100’000 p.a. müssen das Land verlassen.

    Sie haben es sicher verpasst:
    Mit den noch verbliebenen 1 Millionen Hektaren Landwirtschaftsland können wir 5 Millionen Menschen ernähren. 3 Millionen sind also überzählig. Ein Verstoss gegen die Bundesverfassung, deren Einhaltung leider nicht eingeklagt werden kann. Ebenso können die Lügen des Bundesrats nicht auf Einhalten eingeklagt werden.

    • Greutter Evelin sagt:

      Sehr, sehr gut – Ja, er hat es verpasst wieder zu gehen ! Was erlaubt sich Herr Derder, zu sagen, wir hätten über was abgestimmt, was wir nicht wollten – Die übriggeblieben Schweizer wollen ganz klar, dass diese ungebremaste Masseneinwanderung ein Ende hat – WER nicht mit Ja gestimmt hatm sind Ausländer wie Herr _Derder – Logisch, ich würde als Ausländer auch nein stimmen – Aber das Volk war toll, dass sie so abgestimmt hat.Nun kann man hoffen, das die SVP ihre Sachen durchbringt – auch dieser ganze Familiennachzug muss ein Ende habe-Das ist alles nicht normal und provoziert uns Schweizer

      • Nicholas Fliess sagt:

        Frau Greutter, wie kommen Sie darauf, dass die Neinstimmer Ausländer waren? Die sind doch gar nicht stimmberechtigt. Nein, es waren Schweizer, die nicht Ihrer Meinung waren, und nun?

      • Peter Specker sagt:

        würden die bestehenden Vorschriften konsequent angewendet werden, so gäbe es schon viel weniger Zuwanderung. Die Regierung hat dabei versagt und die Kantone haben die Regierung sitzen gelassen, weil es diese sind, die die Vorschriften über Zuwanderung nicht konsequent anwenden. Da nützen auch keine Kontingente, die dann doch nicht eingehalten werden. Das einzige was nützt, ist die Steuerbelastung der Firmen zu erhöhen, damit diese ziellose Steueroptimierungspolitik zulasten des Durchschnittsbürger und des Auslandes endlich aufhört.

    • Hedi Blumer sagt:

      Ein Agrarstaat ist ein Staat, dessen Wirtschaftsstruktur durch die Landwirtschaft dominiert wird. Historisch traf diese Definition auf nahezu alle Staaten zu. Vor Beginn der Industrialisierung arbeitete eine große Mehrheit der Bevölkerung in der Landwirtschaft oder war selbst Landwirt. Heute gelten die verbliebenen, vorwiegend agrarischen Staaten als wirtschaftlich rückständig. Industrie und Dienstleistungsbereich befinden sich, neben der Infrastruktur, meist in einem unterentwickelten Zustand. … Typische Agrarstaaten sind Moldawien oder die meisten Staaten Afrikas. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Agrarstaat

    • Markus Bieri sagt:

      @Greutter: Herr Derder ist Waadtländer und damit Schweizer. Er ist dazu noch Mitglied der Schweizerischen Nationalrates mit Sitz in Bern.

  • Beat Müller sagt:

    Und wie soll das gehen? Einwanderungsbewilligung, aber nur für Basel Stadt, ja nicht im Rest der Schweiz? Also das wäre ja erst recht diskriminierend gegenüber denen die da kommen sollen. Wollen die Kantone dann nicht auch gleich selber je eine Botschaft in allen Ländern unterhalten? Oder gar einzelne Städte?

  • Viktor Markus sagt:

    Wenn man weiss, wie im Kt. SO Bewilligungen ausgegeben wurden und werden, dem können sie diese Politplog dem Fährimann berichten.
    Noch besser, sich mal mit dem Stadtpräsi Flury in Solothurn in Verbindung setzen, der kann sie sicher bestens aufklären, wie die FDP das mal gehandhabt hat!

    • Viktor Markus sagt:

      Hinzufügend:
      Was wollen sie echt damit bezwecken?
      Mehr vom grossen Kuchen im Bundesbern und deren Lobbyisten, der Vetternwirtschaft in den Kantonen zu schanzen?
      Dass an Hand der Aussagen von Blocher und Co, schon mal geklärt ist, dass sich nicht viel ändert und der Lohndruck noch grösser zu Lasten der CH Arbeitnehmern gehen soll, ist nun eindeutig.
      Die initiative ist ein Schuss nach hinten für die SVP, weil sie als PR und Stimmenfang für die SVP lanciert wurde, jedoch nie damit gerechnet wurde, dass dies angenommen wird.
      Nun geht es darum, wie man die Kaufkraft stärken kann!

  • marie keller sagt:

    diese lösung vermeidet diese gefahr definitiv nicht – lobbying und vetternwirschaft wird auch nicht vor den kantonen halt machen. weshalb nicht die lösung in kontingentierung von lobbying suchen?

  • Kobler Sascha sagt:

    Die Kontingente müssen einfach viel tiefer sein als jetzt. Das ist entscheidend !!!

  • Daniel Müller sagt:

    Dies war nur eine Protestabstimmung. In einpaar wird das Volk selber seinen Entscheid zurücknehmen. Ihr werdet sehrn!

    • Greutter Evelin sagt:

      Toll, diese Antwort kann nur von einem Deutschen sein. Die Tante Merkel ist jetzt einfach sauer, weil sie die ganzen Arbeitslosen nicht mehr in die Schweiz abschieben kann. Wenn sich die , ca. 50% richtigen Schweizer, getraut hätten, wäre die Abstimmung mit mind. 80% angenommen worden.Ob das nun den Deutschen passt oder nicht.

      • Markus Bieri sagt:

        @Greutter: Was soll hier die Schimpftirade über unsere nördlichen Nachbarn, ich sehe den Zusammenhang nicht. Ich kenne viele hochanständige Deutsche, denen es nie einfallen würde ein dermassen geschmackloses Pauschalurteil, wie Sie es tun, über ihre Nachbarn abzugeben. Bitte irren Sie sich nicht über die Zustimmungsrate – es war ganz klar ein Zufallsmehr. Der anderen Hälfte müssen Sie auch eine Meinung zugestehen.

      • Peter Specker sagt:

        Nein Frau Greutter, ich glaube auch dess es ein Protest war gegen die Regierung und die Kanton, welche die Vorschriften nicht vorschriftsgemäss anwenden und viel mehr Zuwanderung zulassen als geboten wäre. Im Zweifel immer für den Gesuchsteller, weil mein keinen Aerger auf dem Amt will mit Einsprachen und Rekursen. Unser Aemter sind einfach viel zu lasch.
        Ersten Gebot wäre es jetzt die Standort- und Steueroptimierungspolitik von Bund und Kantonen aufs Eis zu legen.

  • Peter Frei sagt:

    Die Gesamthöchstzahl für die CH muss eben doch der Bund festlegen und auf die Kantone verteilen.

    • Guido Meier sagt:

      Der Bund hat drei Jahre Zeit – diese Zeit der Unsicherheit hat die Wirtschaft nicht. Des Weiteren wird die EU-PFZ im Sommer auf Kroatien ausgeweitet und die darf die CH gegenüber der EU nicht diskriminieren.

      Lösung: Kantone entscheiden selber: Die Nein-Sager, bleiben weiterhin Opfer der Masseneinwanderung. Die Ja-Sager-Kantone müssen den Willen ihrer Bevölkerung beachten und versuchen, die Masseneinwanderung zu bekämpfen (z.B. keine Erntehelfer aufnehmen). Nach drei Jahren hat man dan eine Einwandungszahl.

  • Paul Verstrepen sagt:

    Sehr geehrter Herr Derder. Das delegieren von Kontingentierung vom Bund an den Kantonen würde eher den Kantönligeist fördern (Abschottung), als wenn eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit der Behörde auf Bundes und Kantonale Ebene realisiert wird. Nicht so lange her wurde auf Bundesratebene erwähnt, dass Innenpolitik gleich Aussenpolitik ist. Eine gut koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund und den Kantonen wäre die Gelegenheit ebenso die zukünftige sozioökonomische Zusammenarbeit mit den europäischen (Nachbar-)Staten zu üben und so das Verständnis für Verträge und den Umgang mit den.

  • Bernhard Schärer sagt:

    Was soll dabei herauskommen? Wenn man alles den Kantonen überlässt, kann man den Lobbyismus nicht ausschalten, es sind nur andere Personen damit beschäftigt. Und wenn man ohne Gesamtkonzept handelt, kann man auch nicht die Grundprobleme wie die lückenlose Überbauung vom Bodensee bis zum Genfersee stoppen. Statt Freiheit somit planlose Planwirtschaft.

    • Samuel Müller sagt:

      Herr Schärer, vielleicht haben Sie nicht berücksichtigt, dass Herr Derder Politiker ist. Hätten wir Problemlöser als Volksvertreter, wären die Politiker bald überflüssig, oder müssten sich nur noch ein paar wenige Tage im Jahr treffen. Denken Sie, dass dies das Ziel von Politikern ist?

  • Roland Ziegler sagt:

    Der Vorschlag hat einen entscheidenden Nachteil: Da die Initianten leider darauf verzichtet haben sich zur Höhe der Kontingente zu äussern, besteht die Gefahr, dass den Kantonsregierungen unterstellt wird, „den Volkswillen zu missachten“, egal wie hoch oder niedrig die Kontingente ausfallen. Ich finde daher, man sollte in jedem Kanton bspw. jährlich über die Höhe abstimmen lassen. Jeder Abstimmungsberechtige kann dann eine Zahl auf den Stimmzettel schreiben und am Ende wird z.B. das arithmetische Mittel als Kontingent festgelegt. Damit werden die ökonom. Konsequenzen relativ gerecht verteilt.

    • Peter Frey sagt:

      Roland Ziegler, die Initianten haben natürlich nicht „leider darauf verzichtet“, sich zur Höhe der Kontingente zu äussern, sondern dies ganz bewusst getan. Denn so hat die SVP die Möglichkeit, das Thema bis zum Sankt-Nimmerleinstag politisch am Kochen zu halten und Bundesrat und/oder Kantonsregierungen zu unterstellen, angeblich „den Volkswillen zu missachten“. Der Schweiz ginge es besser, wenn die Stimmenden endlich erkennen würden, dass das Ziel der SVP nicht Lösungen sind, sondern die politische Bewirtschaftung von Themen zum eigenen Nutzen.

    • Peter Weierstrass sagt:

      Arithmetisches Mittel?

      Genial. Ich schreibe „156 Milliarden“ drauf. Wenn sämtliche anderen Stimmberechtigten dann „1“ auf den Zettel schreiben, beträgt das arithmetische Mittel bei einem Grosskanton etwa 120’000 Ausländer, die nun im betreffenden Kanton arbeiten dürfen.

      Sie meinen wohl den Median oder das geometrische Mittel?

  • Anton Müller sagt:

    Herr Derder, Sie haben immer noch nicht begriffen! Ich habe „ja“ gestimmt letzten Sonntag, weil ich die uneingeschränkte Macht der Wirtschaft und der Politiker einschränken will. Ob der Bund oder der Kanton über Kontingente entscheidet: es würde weiterhin masslos bewilligt, was der Wirtschaft dient. Ich will nicht Wachstum, ich will fröhliche Gesichter auf den Strassen und eine solidarischere Schweiz. Und etwas mehr Gerechtigtkeit in der Schweiz und auf der Welt.

    • Peter Specker sagt:

      Ich gehe mit Ihnen einige: Wir müssen die Steuerpolitik für Firmen verschärfen. Revision der Unternehmensbesteuerung II und Abschaffung aller Steuerprivilegien für ausländische Firmen (Holdings) die schlussendlich nur vom Durchschnitssbürger bezahlt werden. Eine Firma kann sich ein paar mehr Steuern leisten, ein Büetzer und Mittelstandssteuerpflichtiger nicht.

  • W.Hürlimann sagt:

    Das Ja zur MEI was ein Misstrauensvotum gegen die Verwaltung, die Behörden, den Bundesrat, die Wirtschaftsverbände, die Gewerkschaften. Kantonale oder sogar lokale Konitgente durch lokale Behörden festlegen zu lassen fördert genau das Misstrauen, das am Sonntag zur Geltung kam. Unkoordiniert führt es zu einem Wildwuchs. Genau das Hr. Derder gilt es zu verhindern, genau das schwächt die liberale Haltung und ihre Partei. Liberal sein, liberal leben heisst verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zu handeln … das hat die FDP verpasst und rüttelt einmal mehr an sich selbst! Leider!

  • Bernhard Piller sagt:

    Dies ist doch ein primitives Denken. Man könnte ähnlich argumentieren, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn nur für die gilt, die dafür sind und hohe Steuern nur für die gelten, die für hohe Steuern sind etc etc.

  • Lusitig, wenn uns ein Lobbyist erklären will, dass wir uns vor Lobbyisten in Acht nehemen sollen!

  • Pia Rusci sagt:

    Super Idee, aber nur wenn auch der Finanzausgleich wegfällt. Jeder Kanton ist dann für sich selber verantwortlich. In der Summe wird es effizienter.

  • Marius sagt:

    Mir scheint dies auch eine schlüssige Variante und Idee zu sein. Sie kommt dem gespaltenen Volkswillen am Nächsten. 49.7% waren nicht einverstanden mit der Masseneinwanderungsinitiative. Entgegen aller geäusserten Spekulationen, bin ich überzeugt, hätten 100% abgestimmt, wäre die Initiative nicht angenommen worden. Die SVP hat besser mobilisiert, aber nicht die Mehrheit. Deshalb ist es wichtig, dass die Mehrheit jetzt geschlossen nach Lösungen sucht. Die SVP wird keinerlei konstruktive Arbeit leisten. Deshalb muss man sie nicht berücksichtigen, sie wird sich gegen alle Ideen wehren. Egal was.

  • D. Moser sagt:

    Die Idee, wonach Kantone, die die Initiative abgelehnt haben, höhere Kontingente erhalten als die zustimmenden Kantone, ist so nicht haltbar. Die Unterschiede in den Ergebnissen innerhalb eines grossen Kantons werden nicht berücksichtigt (z.B. im Kanton Bern zwischen Saanen-Obersimmental und Bern). Lobbying und Vetterliwirtschaft könnrn ebenso gut auf kantonaler wie auf eidgenössischer Ebene stattfinden. Die ganze Kontingentierungspolitik bringt uns ein Element einer korporativen Ordnung, in der vor allem die Unternehmsverbände etwas zu sagen haben, zulasten der Arbeitnehmervereinigungen.

  • Ruedi sagt:

    -Es gilt Inländer-Vorrang bevor Ausländer in der Schweiz arbeiten dürfen!

    -Also zuerst müssen ALLE INLÄNDER ohne Arbeit von der CH-Wirtschaft beschäftigt werden!

    -Alle Arbeitslosen

    -Alle Ausgesteuerten

    -Alle Sozialhilfebezüger

    -Alle Arbeitslosen die keine Sozialhilfe bekommen weil sie zuerst ihr erspartes bis auf Fr.4000 aufbrauchen müssen

    -Alle IV-Rentner die laut IV-Revision in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen

    -Alle Arbeitslosen Jugendlichen die zuhause von den Eltern Leben

    -Alle Emanzipierten Frauen

    -Alle Gefängnis-Insasse

    -Alle anderen Inländer die ich vergessen habe

    • Fritz sagt:

      Schön, dass Sie ganz offensichtlich davon ausgehen, dass alle Menschen in der Lage sind alle arbeiten auszuführen. So gesehen könnte man auch gleich die ganzen Bildungsausgaben eliminieren, da komplett unnötig.
      Ich wünsche Ihnen viel Glück, wenn Sie das nächste Mal im Spital sind und sie dann von sozialhilfebeziehenden Ex-Maurer behandelt werden.

      • Ruedi sagt:

        Fritz Sie sind auch einer der Praktische Fertigkeiten unterbewertet – Aber Sie wohnen schon in einem Haus, oder?

        Ein Chirurg oder Zahnarzt ist auch Arzt, die Voraussetzung für diese Berufe ist das diese Ärzte gute Handwerker mit geschickten Händen sind

        Bildung ist nicht alles – Theorien auswendig lernen wird überbewertet – auch mit 10 Uni-Abschlüssen – ist man noch lange kein guter Berufsmann/Frau (Arzt) – das wird man nur mit ausreichend praktischer Realer Erfahrung

        Tatsächlich kann man jedem normalen Menschen fast alles beibringen – bei ausreichend Willen, Geduld u. ohne Diskriminierendes Leistungs- u. Klassendenken – Karriere in CH nur für unterwürfige?

        Faul sind meistens die Uni-Absolventen – wollen keine harte, schmutzige, schweißtreibende Arbeit machen – am liebsten viel Geld mit Sitzen verdienen.

        • Michael Visser sagt:

          Ich frage mich schon, woher dies abgrundtiefe Abneigung vieler Schweizer gegen Uni-Absolventen kommt. Die dürften nicht fauler und nicht fleissiger sein wie andere auch. Und dass sich plötzlich alle um Jobs in der Reinigungs-, Altenpflege- und andere Branchen reissen, wage ich auch zu bezweifeln.

    • Francine Handschin sagt:

      ich glaub mich tritt ein Pferd. Wie blöd sind sie! sie blicken nur an die Ämter ran und nicht rein. Wenn es so einfach wäre mit diesem Heer an „Arbeitslosen“, denen der Job von den bösen Ausländern weggenommen worden ist! Das Leben ist ein bisschen komplizierter. Arbeiten Sie mal auf der Sozialhilfe oder beim Arbeitsamt, dann sehen sie wie vermittelbar die Leute sind.

      • Ruedi sagt:

        Viele Schweizer Handwerker wurden ab den 70ern von Ausländern aus Bau u. Industrie verdrängt mit Billiglöhnen für die Schweizer nicht bereit waren zu arbeiten – weil Schweizer nicht gerne zu fünft in 2-Zimmer Wohnungen oder Baubaracken Hausen wie Südeuropäische Hilfsarbeiter – Resultat, ohne Profis Pfusch am Bau

        Mit den Verdrängten CH-Handwerkern die gerne m. Stolz diese Berufe machten hatte keiner Mitleid!

        Erst Heutet wo die höher Ausgebildeten auch von billigen PFZ-Ausländern aus D verdrängt werden – fand ein Umdenken statt mit Ja-Resultat MEI!

        Das wird aber nicht reichen die Verdrängung in die ALV u. Sozialamt zu stoppen!

        Wenn die CH-Wirtschaft mit Kontingenten weiterhin die billige Ware Arbeitskraft-Mensch vom 500 Mill. EU-Arbeits-Menschen-Markt beziehen kann

        Nicht die bösen Ausländer sind Schuld – Es ist die Skrupellose Profitgeile Wirtschaft u. die der Wirtschaft Lobbyierende Politik!

        • Greutter Evelin sagt:

          Genau, die profitgeile Wirtschaft ist es, die uns Schweizer arbeitslos macht – weil nur billige Deutsche geholt werden.Das Resultat sieht man ja immer wieder.So schlecht gebaute/verarbeitet Häuser gibt es erst seit die billigen Deutschen und andere EUler hier probieren.Von Beruf kann keine Rede sein.Wie weit hat es die Schweiz geschafft, verkommt bald wie Detuschland zu einem Billigland – klar, dank den billigen Deutschen.

          • Michael Visser sagt:

            Nun, als wir unsere Wohnung umbauen liessen hatten wir zahlreiche ausländische und Schweizer Handwerker. Und Sie können mir glauben, was die Schweizer Handwerker in der Regel abgeliefert haben bzw. für einen Service geboten haben, war auch nicht das Gelbe vom Ei … und was besonders auffällt: Bei Schweizer Unternehmen sind sämtliche Ideen, die nicht ins 08-15-Schema passen a Priori zu aufwändig oder dann nicht machbar. In unserem Fall haben sich nur wenige bemüht, vom Routine-Service abzukommen.

  • zurbrügg sagt:

    Genau. Ich denke, dass das die Lösung sein wird. Alles andere ist nicht optimal. Das ist sicher auch im Sinne der Initianten. Schade eigentlich, dass es soweit kommen musste, aber die Regierung hat leider geschlafen und die Hilferufe der Bürger nicht ernst genommen.

  • Ruedi sagt:

    Zitat: ,,So nahe wie möglich an den Bedürfnissen der örtlichen Wirtschaft“

    Wie wäre es mit echter Pragmatik: ,,Die Wirtschaft so nahe wie möglich an den Bedürfnissen der örtlichen Bevölkerung?“

    Das Kontingent sollte im Gleichgewicht mit der Abwanderung sein – maximal so viele die gehen dürfen kommen!

    Es bringt absolut nichts das für Saisonale Arbeiten Bau- Tourismus- u. Land-Wirtschaft etc. – Dauer-Bewilligungen mit Familien-Nachzug erteilt werden – belastet nur die ALV u. Sozialamt.

    280’000 Grenzgänger? – Ist das wirklich nötig? – Oder ist die Wirtschaft möglichst weit weg vom Volk?

    • Peter Specker sagt:

      Ja das ist die Wirtschaft, weit weg vom Volk. Das einzige was sie interessiert ist die Steueroptimierung. Und diese geht zulasten des Durchschnitssbürgers. Wir alle zahlen drauf und finanzieren die Gewinne der Wirtschaft, welche von wenigen „Managern“ wieder in den eigenen Sack abgeschöpft werden (Vaselle, Brady, Schneider-A. Blocher ets.)

  • Ruedi sagt:

    Das sind linke Träumereien und falsch verstandene Linke Humanität!

    Wenn linke wie Monsieur Levrat u. andere Linke-Sozial-Parteiischen glauben sie dienen ihrem Land, wenn Saisonale Ausländische Arbeitskräfte v. CH-Sozial-Staat durch Dauer-Aufenthalt u. Familien-Nachzug in der Arbeitslosen Nach-Saison Durch-Gefüttert werden muss.

    So sind CH-Sozialwerke NICHT finanzierbar mit Sozial-Romantischen Träumereien a la Monsieur et Madame Gauche.
    Oder möchte man das die Schweiz eine Wohlfühloase für Ausländer ist – auf Kosten der Schweiz/er?

    Nahe bei Wirtschaft u. Ausländer – aber weit weg v. CH-Volk!

  • Mark Keller sagt:

    Wunderbarer Vorschlag… Und wie passen die AusländerInnen in diesen Vorschlag, die seit Jahren und Jahrzehnten hier in der Schweiz wohnen und arbeiten? Was ist mit all den Secondos und Secodas? Was ist mit den ausländischen PartnerInnen von in der Schweiz lebenden AusländerInnen mit Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, sowie von SchweizerInnen? Wie ist der Vorschlag für diese Menschen? Es kann nicht sein, dass diese seit letztem Sonntag auf dem Arbeitsmarkt Menschen 2. Klasse sind!

  • Martin Zweifel sagt:

    Es ist unlogisch, dass Kantone, welche gegen Kontingente waren, ihre Kontingente nun selber festlegen sollen. Logisch wäre es, wenn diejenigen Kantone, welche gegen die Initiative waren, die PFZ beibehalten. Damit wird die Kluft zwischen wirtschaftlich erfolgreichen Kantonen (mit PFZ) und strukturschwachen Kantonen (ohne PFZ) zwar grösser werden, aber die Bürger können ja wählen, in welchem Kanton sie leben wollen. Alt-BR Leuenberger hatte davor gewarnt, dass das Land wegen der Frage der Europäischen Integration zerbrechen kann. Nun wurde ebendieses Szenario ohne Not von der SVP herbeigerufen.

    • Alberto La Rocca sagt:

      Herr Zweifel, Ihre Lösung wäre nur mit einer Aufgabe der Niederlassungsfreiheit möglich – auch dies verstösst sowohl gegen die PFZ als auch gegen Bundesrecht. Logischerweise müssten sich die PFZ-willigen Kantone und Städte aus der Schweiz verabschieden und sich mit einem Grenzzaun einschliessen. Aus demokratischer Sicht wäre dies die Ideallösung, da die Gebiete, welche sich nicht einem Mehrheitsentscheid unterordnen wollen nicht mehr zur Schweiz gehören würden.

  • sepp z. sagt:

    Könnte jedes Dorf selbst über Zuwanderung entscheiden, würden die Dörfer noch viel ungenierter wachsen als bisher. In 95% der Schweizer dörfer regieren bürgerliche Mehrheiten.

  • G. May sagt:

    Sorry Fathi Derder wir sind noch immer 1 Land, kein Küngelistall mit versch. Boxen

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    warum nicht. allerdings sähe ich hier zusätzlich eine übergeordnete kontingentierung. der bund setzt die obergrenze pro kanton, in absprache mit der wirtschaft, und die kantone können innerhalb dieser über die kontingente bestimmen.

  • Fabienne sagt:

    Fribourgeoise, mariée à un Zuerichois et vivant à Winterhur, je propose qu’on revote tout simplement!!! Ce n’est pas la Suisse que je connais ni la suisse que je veux pour mes enfants. Des problèmes, soit, il y en a, mais l’isolationnisme n’est définitivement pas une option!!!

    • Peter Specker sagt:

      In Kenntnis des Abstimmungsresultats glaube ich,dass viele die Initiative heute ablehnen würden. Die Ja-Sager waren sich der Auswirkungen nicht bewusst oder sie wollten die Unmöglichkeit der Initiative den Urhebern vor Augen führen. Als Ausweg bleibt nur noch der EU oder EWR Beitritt.

  • Alberto La Rocca sagt:

    Vernünftiger Vorschlag! Und damit die Kontingente in den einwanderungsfreundlichen Kantoen nicht unterwandert werden, schliessen wir diese mit einem Stacheldrahtzaun ein, wie es sich für eine Sonderwirtschaftszone gehört.

  • Reto Derungs sagt:

    Herr Derder ist offensichtlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Er will uns sein verqueres Demokratieverständnis verkaufen und merkt nicht, dass wir längst wissen, wie’s geht: einfach genau anders.

  • Pascal Meister sagt:

    Netter Versuch, Herr Politiker – und was genau soll das bringen? Wie werden die Kontingente dann auf die Branchen verteilt? Besser wären klare Höchstzahlen, also JA zur ECOPOP-Version, und dann Prioritäten nach Einkommen, Spezialisierung und echten Mangelbranchen (Medizin, Pflege). Keine Einwanderer mehr im Billiglohnbereich, wir brauchen weder Coiffeure noch Verkäuferinnen noch Abwäscher noch Serviertöchter aus dem Ausland!! Die können in der Schweiz rasch ausgebildet werden, vor allem, wenn die Löhne etwas steigen.

  • Susanne sagt:

    Im Prinzip ist die Lage doch einfach, die Arbeitgeber sollten verpflichtet werden Ausländer zum gleichen Lohn einzustellen, dies sollte auch überprüft werden. Denke dann halbiert sich die Zuwanderung von alleine, da der Anreiz billige Arbeitskräfte zu rekrutieren rapide sinkt

  • Fritz - Ulrich Hein sagt:

    Herr Derder, ich sehe ein ganz anderes Problem: Warum muss jeder mit seiner Familie anreisen und entsprechenden Wohnraum beanspruchen? Zum besseren Verständnis: Ich habe 38 Jahre als Saisonär in der Gastronomie in der Schweiz, Österreich und Deutschland gearbeitet. Wie teuer käme mich jedes Mal ein Umzug, würde ich meine Familie für eine Sommer- oder Wintersaison mitnehmen? Ich verstehe es ja, wenn ein IT-Facharbeiter, ein Mediziner oder Forscher für Jahre in die Schweiz kommt. Darum sollte man ganz klar sagen, dass es für Saisonmitarbeiter aller Branchen keinen Familiennachzug geben darf,

  • Fritz - Ulrich Hein sagt:

    Fortsetzung: für mehrjährig Angestellte höherer Qualifikation nach einem halben Jahr aber schon. Übrigens sollten alle Firmen, die Saison-MA beschäftigen, für Personalunterkünfte selbst sorgen. Damit hätte sich der ungesteuerte Zuzug schnell erledigt.

  • Coppola Palestrino sagt:

    Das Protokoll II zum Freizügigkeitsabkommen (FZA) ist am 1. Juni 2009 in Kraft getreten. Die Regelungen des Protokolls II betreffen bisher nur Bulgarien und Rumänien und sollte für die ganze EU angewendet werden. Die CH hätte nur über den Arbeitskraftsbedarf die Einwanderung unbürokratisch und ohne definierte Kontingente reguliert. Die Wirtschaftssituation bzw. der Arbeitskraftsbedarf „kontingentiert“!
    Diese Regel könnte die EU für einwanderungswillige Personen aus nicht-EU Staaten, und jedes EU-Mitglied für sich selber, für EU-beitrittswillige und für die CH anwenden! (Integritätsabkommen)

  • Kurt Weiss sagt:

    Das Problem von Herrn Derber ist, dass er immer schneller spricht und schreibt als er denkt. Als Westschweizer sollte er bemerkt haben, dass z. B. in Genf zehntausende Personen arbeiten, die im Kanton Waadt wohnen. Ebenso krass ist die Zahl von Aargauern, Schwyzern, Thurgauern etc, die in Zürich arbeiten. Ich lebe in Fribourg, wo ein Drittel der aktiven Bevölkerung zur Arbeit nach Bern pendelt. Wie können unter solchen Umständen einzelne Kantone Kontingente vergeben? Cette proposition n’est pas praticable, Monsieur Derder. A classer.

  • Alex Wetter sagt:

    der BR legt die Kontigente fest auf Grund der Bedürfnisse der Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Gesundheitswesen, etc da wo Kompetenzen unerlässlich sind. Wir haben auch sehr viele Firmen, Grosskonzerne, die ausschliesslich aus Steuegründen in der CH sind zB Rohstoffhändler. Diese sind ein Problem auch mit der EU und haben zudem nie Jobs für CH geschaffen. Tauusende die der CH nichts bringen. Steuerprivilegien für sie abschaffen und gesetzlich max 40% Ausländer zulassen. Lösungen gibt es, dazu braucht es Mut. Derder ist nicht zuverlässig, eher ein Problem selbst.

  • Peter Specker sagt:

    Warum muss immer den Bedürfnissen der „Wirtschaft“ genüge getan werden? Sie ist es, die uns in diese Lage brachte, da sie hemmungslos und masslos sich aufblähte. Allein durch eine Steuererhöhung für Firmen und insbesondere Holdings würde sich die Einwanderung ohne jegliche Kündigung von bestehenden Verträgen reduzieren lassen. Ich trete ein für eine Abschaffung der Standorts- und Steueroptimierungspolitik die allein zulasten des Durchschnittsbürger geht.

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